Symbolbild Innere Zerrissenheit

rd | 10. Januar 2021, 23:07 | 5 Kommentare
Grau, teurer Freund, ist alle Theorie

Die Weide ist das Gegenteil der Eiche. Könnte man vielleicht so sagen. Passt jedenfalls bestens zum Niederrhein, der Baum. Die Entschiedenheit und Stärke, die gemeinhin mit der Eiche verbunden werden, scheint die Weide jedenfalls nicht zu können, ja geradezu zu verhöhnen. Wächst in alle Richtungen, bis es einen innerlich zerreißt. Egal, weiterwachsen, hierhin, dorthin, alles egal. Doch mit ihrer Disziplinlosigkeit führt die Weide (Salix alba) geradewegs in die Welt der Quantenphysik. Seit Heisenberg wissen wir, dass die Unschärfe und also die Ambiguität das Fundament unseres (materiellen) Daseins bilden. Das hat der Niederrheiner mit seiner permanenten Unschärfe in der Wahrnehmung, mit seinem ganzen Sprachnebel aus Irgendvariationen schon immer verinnerlicht gehabt. All die Janssens, sie waren Derrida schon Jahrhunderte voraus in der Erkenntnis, dass immer eine Différance (sic!) besteht. (Einen Exkurs zum Thema Spur und Bündel (Weidenflechten!) erspare ich dem Leser hier.) Die Kunst aber liegt darin, sich trotz der inneren Zerrissenheit mit der Sprache an der Welt messen zu wollen. Für ein heiteres Sonntagsabendsfeuilleton hat’s immerhin gereicht.

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  1. 1. Niederrheinstier

    Mmuuuh, das kommt halt dabei heraus, wenn sich eine Kopfweide den Kopf zerbricht, mmuuuhHeadache.
    Vor allem wenn zu viele divergierende Gedanken auf einmal walten, kann es schon mal (den Kopf) eine(r) Weide spalten, mmuuuhAua. Am liebsten sind mir ohnehin solchen Weiden, auf denen saftiges, grünes Gras gedeiht, mmuuuhGourmetschmaus.

     
  2. 2. Niederrheinerin

    Der Zweig einer Weide in feuchter Erde schlägt ganz schnell Wurzeln. Erdverbundenheit ist eine gute Sache in dieser Zeit. Und überhaupt.

     
  3. 3. Es gibt nur eine legitime Meinung

    Erinnert mich an die Bundesrepublik, sie stand mal im Saft, mittlerweile eine große Spaltung, immer wieder Triebe die sich schwer tun, zig mal gestutzt und dem Ende nahe.

     
  4. 4. Guenther Hoffmann

    2. N.) Die Weide “die Biegsame”war früher immer ein Symbol von Entbehrungen + Armut der Korbflechter/innen am Niederrhein. Extrakte durch kochen der Rinde gegen Fieber + Schmerzen waren ihnen wie auch Germanen+Kelten bekannt, Wirkstoffe die heute die synthetische ASS hat. In China gilt die Weide als Symbol für sexuelles Verlangen und Freudenmädchen 😳, schon sehr seltsam die Chinesen.🙄 😂 Die Weide nicht nur optisch ein interessants Gewächs.🤔

     
  5. 5. Keltisches Baumhoroskop

    Zum Jahresanfang kann jeder mal nachschauen, was das keltische Baumhoroskop sagt:

    https://www.baumpruefung.de/keltisches-horoskop/horoskop/weide

    Mein Baum passt ziemlich gut.