Sonntagssinnbild: Recyclingvanitas

rd | 10. März 2019, 20:58 | 1 Kommentar
Hochkomplexe Bildaussage (Foto: GE)

Unsere Lust, Wertstoffe zu sammeln, ist die materialistische Spielart des hinduistischen Gedankens vom ewigen Kreislauf des Lebens. Verdinglicht, entseeelt, kapitalistisch. Die Reinkarnations des Joghurtbechers als Shampooflasche als Chipstüte. Gesteuert wird das große Müllsamsara von Mächten, die nicht mehr die Erlösung (als christliches Business) betreiben, sondern die Entsorgung, um wieder Platz zu schaffen für neue Versorgung. Diese Unternehmungen, die den Fluss der Materie steuern und über Wiedergeburt bestimmen, sind gottähnliche Entitäten, die selbst nicht dem Kreislauf des Sterbens und Werdens unterliegen. Und dann dieses verstörende Bild, entstanden auf dem Gelände des Klever Schrotthändlers de Loreyn, der kürzlich (kleveblog berichtete: Müllschlucker schluckt Müllschlucker)  Gegenstand einer Übernahme geworden ist – und somit seine Insignien wie Firmenschilder selbst den Prozessen überantworten muss, die er einst steuerte. Ist es das, wenn man davon spricht, jemand sei im Nirwana angelangt? Stoff für eine Tragödie griechischsten Ausmaßes! 

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  1. 1. Chewgum

    Hier ist jede Beziehung zwischen den Gegenständen und ihrer ehemaligen Verwendung erloschen. Keine Verwendung mehr vorgesehen. Kein Anhaften mehr durch Nutzer bzw. Besitzer. Diese haben sich der Dinge entledigt.