„Sonja Northing bedankt sich“

Gute Zeiten, weniger gute Zeiten: Sonja Northing, wie die Google-Bildersuche sie sieht

(Aktualisiert, siehe unten) Ihr Vorgänger inszenierte seinen Abschied aus dem Amt mit kilometerlangen Fackelzügen durch die Innenstadt, mit einem an eine Feldherrnbestattung erinnernden Zapfenstreich auf dem Hochschulgelände, und mit einer mehrstündigen Gala in der Stadthalle, in der die ca. 30 Festredner sich verpflichten mussten, sämtliche positiv wertenden Adjektive der deutschen Sprache nur im Superlativ zu benutzen – habe ich noch etwas vergessen?

In diesen Tagen nun scheidet Theo Brauers Nachfolgerin Sonja Northing nach fünf Jahren als Bürgermeisterin aus dem Amt aus. Ihre Art des Abschieds macht noch einmal deutlich, wie sehr das Spektakel aus dem Jahre 2015 aus der Zeit gefallen war und wie man auf eine sachliche Art und Weise seinen Posten, dem man den Zuspruch der Wähler zu verdanken hatte, verlassen kann. Sonja Northing ließ gestern Abend über ihren Pressesprecher Jörg Boltersdorf eine Mail an die Redaktionen im Kleverland verschicken. Der Betreff lautete: „Sonja Northing bedankt sich“. Der Inhalt bestand aus diesen fünf Sätzen:

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

nachdem ich nun fünf Jahre die Bürgermeisterin der Stadt Kleve war, ist nun die Zeit des Abschieds gekommen. Viele Gedanken habe mich in den letzten Wochen und Tagen beschäftigt, denn schließlich geht ein für mich sehr wichtiger Lebensabschnitt zu Ende. Fünf Jahre hatte ich nun die Möglichkeit, unsere schöne Stadt Kleve gemeinsam mit Ihnen zu gestalten und weiterzuentwickeln. Ich werde mich weiterhin in, mit und für unsere Heimatstadt Kleve einsetzen und bedanke mich für das Vertrauen, das Sie mir in diesen fünf Jahren geschenkt haben. Es war mir eine Ehre. Ich wünsche Kleve alles Gute.

Herzliche Grüße

Ihre
Sonja Northing“

Das war’s.

Weil in den Kommentaren nun die Vermutung aufkam, es werde doch irgendeine Art von Verabschiedung geben: Es gab keine Abschiedsfeier, auch keine interne. Die Feier von Theo Brauer damals hatte laut einem Bericht von Olaf Plotke im damals noch existierenden Kurier am Sonntag 23.000 Euro gekostet, das fand die Nachfolgerin überzogen und unangemessen, Anklänge daran wollte sie dem Steuerzahler ersparen. Von ihren Mitarbeitern verabschiedete und bedankte sich die Bürgermeisterin per Mail, von den Fachbereichsleitern im üblichen Jour fixe. Ihre Assistentinnen lud Sonja Northing privat zum Essen ein. Noch Fragen?

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16 Kommentare

  1. 16

    Anerkennung, wem Anerkennung gebührt . . .

    In #9. habe ich gehofft,
    die CDU könnte zu sachlichem Umgang finden
    – zum Wohle der Stadt und ihrer Einwohner.

    Die Hoffnung scheint nicht vergebens zu sein.

    Obwohl unter dem TagesOrdnungsPunkt „Anfragen“
    normalerWeise strengstens darauf geachtet wird,
    daß ausschließlich ***Fragen*** gestellt werden,
    verzeichnet das Protokoll der RatsSitzung vom 29. September
    – also gerade mal 2 Tage nach der StichWahl um das BürgerMeisterAmt –
    folgendes öffentliche ***statement*** eines CDU-RatsMenschen :

    ### ### ###
    i) Anerkennung der Leistung der Bürgermeisterin
    StV. Heyrichs stellt fest, dass der Wahlkampf beendet sei und spricht Bürgermeisterin Northing seinen Dank und seinen Respekt für die Leitung der heutigen Ratssitzung aus.
    ### ### ###

    meine Anerkennung, Herr Heyrichs !
    meine Anerkennung, CDU ! ?

     
  2. 15

    Im Ãœbrigen kann ich mich auf den Standpunkt stellen: 23.000 Euro für einen BM-Abschied nach 11 Jahren ist nicht unagemessen. (Nebenbei: Wo hat Herr Plotke (wer ist das?) die Zahl her?)

    Nur weil Northing das zu viel findet, ist sie der Gutmensch und die TB-Abschiedsfeier böse? Ist Northing der moralische Platzanweiser?

    Mich interessieren die politischen Leistungen. Nicht wer ab und an mal feiert.

    Natürlich kann man das bei BMTB hinterfragen. Man kann es aber nciht vorbehaltlos in Bausch und Bogen verdammen.

    Im Ãœbrigen: Wie nett dass BMN einen kleinen Kreis Auserwählte (offensichtlich nur Frauen?) zum Essen einlud. Sind die mehr wert als der Rest der Verwaltung? Oder böse gefragt Sind Männer in der Verwaltung weniger wert als Frauen?

    Im Hinblick auf dislikes: Ich will bewusst provozieren. So definiert sich doch teilweise auch guter Journalismus?

    😀

     
  3. 13

    @9 Martin Fingerhut Kann man aus Ihrem Post schließen, dass Sie für eine Unterstützung von Sonja Northing durch OK waren?

    Wenn Sie sich bei Frau Northing bedanken wollen, können Sie das gerne tun. So wie jeder andere das für sich entscheiden kann.

    Was noch auffiel: Sonja Northing sagte im Interview mit der RP (Ausgabe 19.10.), dass das schönste Erlebnis ihrer Amtszeit ein Besuch beim Schachclub Turm Kleve war. Gut vorstellbar, dass das ein sehr angenehmes Erlebnis war. Aber wenn es das schönste ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin war, wirft das Fragen auf.

    *Das Déja vu lässt sich nicht mehr nachvollziehen.

     
  4. 12

    @11. Lohengräm

    Sie haben vollkommen Recht, es wird eine offizielle Verabschiedung geben, mit Urkundenüberreichung, Geschenke, Ansprachen, Fröhliches Ausklingen usw.

     
  5. 11

    @rd

    Im Ãœbrigen:

    Es wird sicherlich auch für Sonja Northing noch eine Abschiedsfeier geben, vielleicht nur im Kreise der Verwaltung, aber es wird eine geben. Entweder unter Conrona-Bedingungen oder in Postcorona-Zeiten.

    Kein Würdenträger wird ohne Feier verabscheidet. Das gibt es nicht.

    Selbst wenn ein normaler Lehrer pensioniert wird, gibt es im Kreise des Kollegiums in der Regel eine kleine Abschiedsfeier seitens des Direktors.

    Von daher ist es vielleicht journalistisch nicht korrekt oder nicht ganz nett, die Mail von Frau Northing hier als alleinigen unprätentiösen Abschied in Vergleich zu TB in Szene zu setzen obwohl fast sicher ist, dass es nicht dabei bleiben wird.

    Da werden Äpfel mit Birnen verglichen.

     
  6. 10

    @rd

    >“wie sehr das Spektakel aus dem Jahre 2015 aus der Zeit gefallen war“

    Nachtrag zu meinem ersten Beitrag:

    Man darf auch nicht vergessen, dass Theo Brauer im Gegensatz zu Sonja Northing

    1.) mehr als doppelt so lange im Amt war wie Sonja Northing
    2.) d.h. er wurde auch wiedergewählt !
    3.) Er wurde beim „3. Mal“ nicht abgewählt! Sondern er hat das Ende seiner Amtszeit selbst bestimmt und ist nicht wieder angetreten.

    Dass da die Verabschiedung etwas feierlicher ausfällt als die zum jetzigen Zeitpunkt, scheint durchaus nachvollziehbar.

     
  7. 9

    @ 6. Heinz Dieter :

    Sehr geehrter Heinz Dieter,
    ebenso wie Sie in #6.
    schreiben hier in KleveBlog fast alle ihre jeweils individuelle Sicht.
    so auch ich in #2.
    Deshalb habe ich dort mit “ Ich finde “ begonnen.
    Das scheinen Sie überlesen zu haben.
    Jedenfalls war es nicht meine Absicht, jemanden zu beschulmeistern.

    Lassen Sie sich durch mich etwa davon abhalten,
    Frau Northing für das zu danken,
    was Sie an ihrem Wirken dankensWert finden ?
    Oder soll Ihre Belehrerung Ihre Form sein, wie Sie ausdrücken,
    daß Sie an Frau Northing’s Resultaten rein gar nichts finden,
    für das ihr zu danken es sich für Sie lohnt ?

    Falls das so sein sollte, dann schreiben Sie das ruhig im KlarText.
    Hier im KleveBlog fänden Sie sich dann in reichlich Gesellschaft.
    Als ich vor knapp einem Jahr „händeRingend“ um Meldungen bat,
    wer jemanden kenne, der Frau Northing wählen würde,
    bekam ich darauf genau 0 konkrete Antworten.

    Was sich auch daran zeigt,
    mit wie viel „Dank“ Frau Northing hier jetzt „überschüttet“ wird.

    Bis Anfang September habe ich von genau EINER Person gewußt,
    welche für Frau Northing votieren würde.
    Am 13. September haben 5.002 KleverInnen ihre Stimmen Frau Northing gegeben !
    am 27. September sogar 6.561 !!
    47,24% !!!

    auch Ihnen Gesundheit !

    @ 4. Déjà vu :

    WAS glauben Sie, schon mal gesehen zu haben ?
    WANN ?
    WO ?
    Für redliche und positive Leistungen Dank und Anerkennung zu bekommen, verdient doch wohl jeder, oder ?
    Seit 16 Jahren beobachte ich die Klever LokalPolitik besonders aufmerksam.
    In dieser Zeit habe ich niemanden auf dem BürgerMeisterSessel erlebt,
    der seine Erfolge härter erarbeitet hat,
    der Anerkennung und Dank dafür mehr verdient als Frau Northing.
    Keinen, dem das Leben saurer gemacht wurde als ihr.

    Im politischen WettBewerb geht es um die besten Ideen, die fähigsten Leute, die vernünftigsten Lösungen.
    Darf dabei der Anstand über Bord geworfen werden ?
    Wer beleidigte LeberWurst und TrotzKind spielt,
    nur weil die eigenen Argumente die Wähler nicht genug überzeugen,
    der trump-elt die Demokratie in den Modder.
    Doch nun hat die CDU ihr BürgerMeisterFörmchen ja wieder.
    Hoffen wir auf eine RatsPeriode ohne KrabbelGruppenGezänk.

    à propos :
    Danke, Frau Northing,
    daß Sie zu Ihrem Abschied uns Klevern kein teures KasperleTeater aufbürden.

     
  8. 8

    @ 6 Heinz Dieter)
    Sie haben sich wohl verschrieben. Sie meinten wohl „in diesem Sinne werden Sie gesund“.

     
  9. 6

    Sehr geehrter Herr Fingerhut persönlich,
    wenn Sie sich bei Frau Northing bedanken wollen, können Sie dies gerne tun.
    Jedoch, bei `wir Klever`bin ich nicht dabei.
    Ich bin überzeugt, dass Frau Northing alles gegeben hat um Ihren Job gut zu machen.
    Wenn ich Frau Northing danken möchte, dann tue ich das.
    Da brauche ich weder Sie, noch jemanden anderes der dies in meinem Namen, ohne mein Einverständnis tut und sich als Fürsprecher aller Klever darstellt.
    In diesem Sinne bleiben Sie gesund

     
  10. 4

    @2 Martin Fingerhut Komisch, das kommt mir bekannt vor…

    Ziemlicher Kuschelkurs mit der scheidenden Bürgermeisterin, die Ihr Wählerverein bei der Wahl nicht unterstützen wollte. Und jetzt appellieren Sie an die Klever, sich zu bedanken?

     
  11. 2

    Ich finde, es ist nun auch an der Zeit,
    daß wir Klever sagen
    ” Danke, Frau Northing ! ”
    Danke für 5 Jahre redlichen Dienst
    in, mit und für Kleve.

    Niemand kann alles allen recht machen,
    doch bin ich sicher,
    daß in all dem der vorigen 5 Jahre jeder Klever einiges finden wird,
    für das er Frau Northing loben, für das er ihr danken kann.

    Einige Hundert Schüler z.B. und deren Eltern sowie die Lehrer der Beuys-Schule
    verdanken es Frau Northing, daß aus ihrer „Sekundär”Schule
    gerade noch rechtZeitig eine vollWertige GesamtSchule geworden ist.
    Viele folgende Generationen werden davon profitieren.

    Ich selber danke Frau Northing besonders dafür,
    daß sie den Streit mit Sontowski gemeistert hat.
    Das war schwerer als einen Gordischen Knoten durchZuHauen.
    Das Klever KuddelMuddel, in das insbesondere die CDU
    erst sich selber verheddert
    und dadurch uns Klever geknebelt hatte,
    mußte aufgedröselt und abgewickelt werden.
    Frau Northing hat das geschafft
    und damit schweren Schaden von Kleve abgewendet.

    Danke, Frau Northing !

     
  12. 1

    >“wie sehr das Spektakel aus dem Jahre 2015 aus der Zeit gefallen war“

    Das seh ich nicht ganz so.
    Auch wenn wahrlich ich kein CDU-Fan bin, – wenn die Menschen das wollen, – warum nicht?

    Die Feuerwehren und Schützen sind schliesslich freiwillig gekommen um den Abschied von Theo Brauer zu würdigen. Das ist doch ok. Die sind doch nicht zwangsverpflichtet worden.

    Ein unprätentiöser Abschied ist sicherlich wohltuend, – aber vielleicht muss man auch konstatieren, dass Sonja Northing auch ohne Corona vielleicht nicht die Fangemeinde unter den Schützen und Wehren hat wie Theo Brauer.

    Wie schon der Spiegel bzgl. des Durchsetzens von Berlins Bürgermeister Michael Müller bzgl. des Bundestagsmandats schrieb (Link unten):
    „Ihn dürften viele langjährige Mitglieder gewählt haben, die genau registrieren, bei wie vielen Grillfesten und Abendveranstaltungen ein Bewerber auftaucht.“

    So wird es nüchtern und ohne Wertung betrachtet wahrsscheinlich auch bei Theo Brauer sein.

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-mitgliederbefragung-michael-mueller-gewinnt-gegen-sawsan-chebli-a-f4c99554-fe81-43d0-ae1a-a37a9abd0179