Strandbar (2): Österreich – Deutschland 0:1

rd | 17. Juni 2008, 12:46 | keine Kommentare

Zelt

Wie geht es in der Strandbar zu, wenn Deutschland spielt? Diese Frage musste unbedingt noch geklärt werden, und so betrat ich, getarnt mit schwarz-rot-goldner Afro-Deluxe-Fanperücke, erneut das Beduinenzelt am Spoykanal…

Bild & Ton + Vorne gut, weiter hinten der Bildeindruck zwiespältig – sofern man überhaupt über die Vorderleute hinwegsehen kann. Bei zu großer Ekstase (49. Minute) gerät der Beamter in Schwingungen
Bier + 2,50 Euro, 0,3 Liter, Plastikbecher (anderes ist nicht erlaubt), Verzehrmarken
Fans +- 1300 (gut für Partypeople, schlecht für Heimtrainer)
Eintritt + zwei Euro
Fachkenntnis im Publikum +- Schwarmintelligenz. Party steht im Vordergrund, konsequenterweise null Netzerdelling
Ambiente + Das Publikum – viele um die 20, gerade mit Abi in der Tasche – partyhungrig, aber das Spiel, naja, bis auf die 49. Minute…
Promis 50 Die werden im abgetrennten “Sponsorenbereich” untergebracht. Sponsoren sind vermutlich die, die in der Halbzeitpause mit dem Beamer an die Wand geworfen werden, also Deutmeyer (dicke Autos), Norbert Boesten (fette Farben), Bergmann (weite Reisen)
Gesamturteil + Immer noch gelungene Gradwanderung zwischen Massenauflauf und Sommerparty; nur der “Sponsorenbereich” wirkt ein bisschen albern


Überraschende Etagenwohnungsfrage

rd | 16. Juni 2008, 12:14 | keine Kommentare

HausDie Verkaufsprofis der LBS Immobilien GmbH haben offenbar eine neue Lieblingstugend entdeckt – nennen wir sie mal Understatement. Aber Bescheidenheit in allen Ehren, es gibt sicherlich auch Kollegen, die das fragliche Objekt nicht als “Etagenwohnung” in Kleve-Materborn anpreisen würden, sondern als freistehendes Einfamilienhaus – mindestens.



Monte Christo: Tschechien – Türkei 2:3

rd | 15. Juni 2008, 22:46 | keine Kommentare

Döner

Groß war die Überraschung beim Eintreten ins Monte Christo, dem führenden Döner im Bahnhofsviertel (wenn wir die Herzogstraße als Viertel durchgehen lassen): Es lief der Nutella-Werbespot mit den deutschen Nationalspielern. Fünf Minuten nach Spielbeginn! “Kein Fußball hier?” – “Weiß nicht, vielleicht Pause?”, so die Antwort des Mannes am Spieß. Es gab aber auch schwere logistische Probleme, die vom Fußball ablenkten: Der Mercedes fahrende Pizzabote hatte bei der Bestellung aus Warbeyen die Cola-Flasche vergessen, und nun rief der Kunde an und verlangte sofortige Nachlieferung. “Für eine Colaflasche nach Warbeyen!” Auf meinen Vorschlag hin wurde immerhin aufs Zweite umgeschaltet – es konnte also weitergehen:

Bild & Ton Orion-Röhrengerät, gefühlte 25 Zentimeter Bildschirmdiagonale, leider wegen schlechter Satelliteneinstellung manchmal mit sekundenlangen Graupausen und zusätzlichem Flackern, wenn die Kühlung anspringt
Bier + Krombacher, Diebels, Selbstbedienung, eiskalte 0,5-Liter-Flaschen für moderate 1,50 Euro
Fans 1-2 (Mitarbeiterinnen des Monte Christo)
Eintritt ++ frei
Fachkenntnis im Publikum + Schwer einzuschätzen, es gibt Hintergrundwissen, das aber überlagert wird vom generellen Interesse am anderen Geschlecht. Typischer Dialog: “Mann, der ist schon 35, der ist voll alt.” – “Da spielt sogar einer mit, der ist 38, und der hat ein Tor geschossen.”
Ambiente +- Aber auch nur, wenn man den Dönerspieß als Türkeideko durchgehen lässt
Promis 0 Aber auch nicht ernsthaft erwartet
Gesamturteil Persönlicher Spielabbruch in der Halbzeitpause. So verpasse ich zwar osmanischen Freudentaumel, kann allerdings wenigstens sehen, was der Auslöser dafür ist. Habe noch kein Auto hupen gehört

Bad Cleve: Vorwärts in die Vergangenheit

rd | 15. Juni 2008, 17:04 | 1 Kommentar

Die jüngsten kommunalpolitischen Luftschlösser (“Cleve”, “Luftkurort”) haben wegen ihres enormen Früher-war-alles-besser-Effekts in der Öffentlichkeit in allen Ratsfraktionen hektische Betriebsamkeit ausgelöst. Eine Fülle neuer Anträge ist in Vorbereitung. kleveblog schaute in die geheimen Unterlagen:

Der Rat der Stadt möge beschließen, …

  • … die Verwaltung zu beauftragen, eine Gutachterfirma zu beauftragen, die die Frage klären soll, ob der Bahnhof Cleve nicht einmal täglich von einer Dampflokomotive der Preussischen Staatseisenbahn/Rheinische Eisenbahnen angefahren werden kann (mit Umsteigemöglichkeit zur Draisine)(Grüne);
  • … Kleve zur Erhöhung des Bekanntheitsgrads in New York umzubenennen (CDU);
  • … die Verwaltung klären zu lassen, ob nicht auch die alternative Schreibweise “Nieuw Amsterdam” möglich ist (ergänzender Antrag von CDU-Fraktionschef Udo Janssen);
  • … Cleve unter französische Verwaltung zu stellen (SPD);
  • … unattraktive Frauen aus Kleve von zeitgenössischen Künstlern so verfremdet darstellen zu lassen, dass sie ans englische Königshaus verschachert werden können (FDP).