Kleve, (sozialdemokratisches) Sommermärchen

rd | 07. Juni 2008, 13:25 | 3 Kommentare

Volksfest

Es war sicherlich das Top-Event in Kleve zum EM-Auftakt: Mit einem heiteren Volksfest feierte die SPD in der Schwanenstadt den Auftakt der Fußballeuropameisterschaft. Mit dabei: zwei echte Oldtimer! Roland Katzy, der Ferdinand Lasalle der lokalen Sozialdemokratie, war ebenso vor Ort wie ein historisches Automobil in der traditionellen Farbe der SPD (“bebelrot”). Groß war das allgemeine Schmunzeln, als sich später herausstellte, dass das Fahrzeug gar nicht zum Sommerfest gehörte, sondern lediglich etwas zu früh zu einem Oldtimer-Treffen erschienen war. Weiteres Highlight: ein echtes Fußballtor in den Original-EM-Maßen, das mit Hilfe einer grauen Kunststoffplane zu einer Torwand umfunktioniert worden war. Vor allem der Nachwuchs hatte seine helle Freude daran, die Lederkugel in die beiden kreisrunden Löcher zu bugsieren. Das war nicht ganz einfach, war doch die klassische Variante (“links oben”) diesmal gespiegelt worden (“links unten”). Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Abgerundet wurde das Programm durch einen rollenden Erfrischungsgetränkestand, an dem verschiedene koffeinhaltige und -freie Erfrischungsgetränke erhältlich waren. Das zufriedene Resümee des Ortsvereinskommunikationsbeauftragten: “Wir sind eine, wenn nicht gar die Volkspartei, da wäre es doch gelacht, wenn wir keine Volksfeste organisieren könnten.”



Brigitte-Wucherpfennig-Platz

rd | 04. Juni 2008, 20:39 | 4 Kommentare

Von wegen, die Diskussionen in der Klever Politik erinnern an Nordkorea! Zum Beispiel das hier:

Eine bemerkenswerte Übereinstimmung, weil nicht so oft anzutreffen, gab es beim Punkt „Straßenbennungen im Gewerbegebiet” (Tweestrom). CDU, SPD und FDP lehnten den Verwaltungs-Vorschlag ab. Die Verwaltung hatte fünf Frauen aus den vergangenen 100 Jahren vorgeschlagen, die sich in Forschung oder Industrie einen Namen gemacht hatten. CDU-Sprecher Udo Janssen brachte die Haltung der Fraktionen dazu auf den Punkt: „Diese Namen sind allgemein unbekannt.” Und die FDP-Fraktion steuerte den Hinweis bei, dass bei den Namen ein Klever Bezug schon vorhanden sein sollte.

Die neue Liste sieht folgende Straßennamen vor:

  • Brigitte-Wucherpfennig-Platz
  • Barbara-Hendricks-Damm
  • Yvonne-Rübo-Gleichstellungsacker
  • Dr.-Elisabeth-van-Heesch-Orgass-e
  • Udo-Janssen-weg!


Lokalpolitik (replayed)

rd | 04. Juni 2008, 11:11 | 10 Kommentare
Vignette

Politik, das ist das langsame Bohren dicker Bretter. Das selbstlose Ringen um die besten Lösungen. Der offene Schlagabtausch mit den Gegnern. Harte Überzeugungsarbeit an der Basis. Oder anders ausgedrückt: Politik ist eine Sitzung des Sportausschusses der Stadt Kleve in Zimmer 117 des Rathauses (Auszug aus dem offiziellen Protokoll der Sitzung vom 12. 11. 07):

16 Uhr, Beginn der Sitzung

Sachkundiger Bürger Nitsch verweist auf ein Schreiben der Klever Fußballsportvereine vom 21.07.2007. In diesem Schreiben sei deutlich gemacht worden, dass der nur einmal pro Woche durchgeführte Rasenschnitt den Vereinen große Probleme bereite. Durch das schnelle Wachstum komme es dazu, dass der Rasen zu den Spielterminen am Wochenende in der Regel zu lang sei und außerdem führe das lange Schnittgut dazu, dass die Rasenflächen zu sehr abgedeckt und damit teilweise erstickt werden.

Erster Beigeordneter Haas erwidert, dass er diese pauschale Aussage für nicht angemessen halte. Das schnelle Rasenwachstum im Frühjahr dieses Jahres sei auf die ungünstige Witterungslage zurückzuführen. Hinzu gekommen sei, dass wegen eines technischen Defekts ein Mäher ausgefallen sei und es somit zu Engpässen gekommen sei.

StV. Ricken stellt fest, dass die angesprochene Problematik nicht Thema des Tagesordnungspunktes 1. der Tagesordnung sei.

StV. Bungert teilt diese Auffassung nicht.

StV. Vink möchte wissen, wie viele Maschinen für Platzpflegearbeiten im Einsatz seien.

Erster Beigeordneter Haas erwidert, dass hierfür zwei Mäher bei den Umweltbetrieben zur Verfügung stünden. Ergänzend stellt Erster Beigeordneter Haas fest, dass er die Platzsituationen im Stadtgebiet Kleve sehr gut kenne. Eine Standardänderung mit zusätzlichen Maschinen und zusätzlichem Personal komme für ihn nicht in Betracht. Er werde die Angelegenheit allerdings noch einmal aufgreifen und bei den Umweltbetrieben prüfen lassen, wie man den Einsatz der Mäher optimieren könne.

Bürgermeister Brauer stellt fest, dass ihm der Vorgang nicht bekannt sei. Er werde jedoch bei nachvollziehbaren Argumenten für eine schnelle Abhilfe sorgen. Im Übrigen sei festzuhalten, dass die Stadt Kleve gerade im Bereich der Sportförderung ein hohes Niveau leiste.

16.45 Uhr, Ende der Sitzung


Die aktuelle Milch-Anekdote

rd | 03. Juni 2008, 16:27 | 8 Kommentare

Ein sedativer Trick verhinderte die Eskalation vor den Werkstoren der Molkerei Friesland in Kalkar-Appeldorn:

Mit vereinten Kräften für den Milchpreis: Deutsche und niederländische Landwirte blockierten Montagmorgen gemeinsam die Tore zur Molkerei Friesland. Sie fordern 43 Cent pro Kilogramm Milch. Der Geschäftsführer der Molkerei, die ausschließlich niederländische Milch verarbeitet, zeigte sich solidarisch und spendierte den Bauern Trinkpäckchen mit niederländischer “Chocomel”.

So stand’s in www.derwesten.de. Zum Abschluss der Aktion reichten sich alle Beteiligten die Hände und versprachen schmunzelnd, am 11. November gemeinsam einen Käse zum Bahnhof zu rollen.