Sternbuschbad: Fall von sexueller Belästigung

rd | 23. August 2019, 15:11 | 18 Kommentare

Aus dem Polizeibericht von heute: „Ein 19-jähriger Mann hat am Mittwochnachmittag (21.08.2019) im Schwimmbadbereich des Sternbuschbades ein 13-jähriges Mädchen sexuell belästigt. Sie hatte gemeinsam mit ihrer älteren Schwester das Bad besucht und dort deren Bekannten getroffen, der in Begleitung des 19-jährigen war. Nach dem Vorfall, der sich gegen 17.00 Uhr ereignete, hatten sich die Vier zunächst wieder im Liegebereich des Bades aufgehalten. Zeugen hatten den Vorfall jedoch beobachtet und die 13-jährige dazu aufgefordert, sich an die Schwimmbadaufsicht zu wenden. Diese hielt dann den Mann bis zum Eintreffen der Polizei fest. Der in Straelen wohnende jungen Mann wurde nach Vernehmung sowie erkennungsdienstlicher Behandlung aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Seitens des Sternbuschbades wurde ein Hausverbot ausgesprochen.“



(Nicht mehr so ganz) Neu in der Klever Geschäftswelt

rd | 26. August 2019, 14:24 | 10 Kommentare
Blick in eine vergangene Zeit (in der Herzogstraße)

Nostalgischer Überraschungsfund bei Fassadenarbeiten in der Herzogstraße: Als Handwerker die Verkleidung der Außenwand des Gebäudes, in dem zuletzt gestandene Zecher in Form der Gaststätte „Zum Herzog“ ein Zuhause gefunden hatten, entfernten, eröffnete sich ihnen ein tiefer Einblick in die Vergangenheit des Klever Einzelhandels. Sie fanden nahezu unversehrt die Fassadenwerbung zweier Geschäfte vor, die wohl auch in der Erinnerung der meisten Klever nicht mehr existieren dürften: Kauf-Stätte Pfennig sowie Schreibwaren C. Rauch. Der Schrift nach zu urteilen, dürften die Besitzer der Ladenlokale ihre Geschäfte vor dem Zweiten Weltkrieg betrieben haben. Wann genau sie den Betrieb eingestellt haben, ist nicht bekannt (vielleicht weiß es ja einer der Leser). Seit mindestens vier Jahrzehnten aber wird die Immobilie gastronomisch genutzt, vielen Klevern ist „Ines herzögliche Residenz“ noch ein Begriff. Aus Kindheitstagen weiß ich noch, dass auf der gegenüberliegenden Seite das Spielwarengeschäft Kreikamp ansässig war – ein beliebtes Ziel für Spaziergänge am Sonntagnachmittag.

(Mit Dank an Anna Wandowski, die das Motiv entdeckte.)



Spreen tritt nicht mehr an, wer wird nun Driessens Gegner? Dominik Feyen?

rd | 26. August 2019, 17:52 | 33 Kommentare
2020 ist Schluss: Landrat Wolfang Spreen
Kinder, wie die Zeit vergeht: Wolfgang Spreen mit Adolf Sauerland (Ex-Bürgermeister von Duisburg) und Ludger van Bebber (Geschäftsführer Flughafen Niederrhein) bei einem Messebesuch. Das Foto stammt aus dem Jahr 2006.

(Aktualisiert, jetzt mit Dominik Feyen)

Seine Mitarbeiter erfuhren es zuerst: Landrat Wolfgang Spreen tritt bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr nicht mehr an. Nach 16 Jahren an der Spitze des Kreises dürfte dann so oder so in der Behörde eine neue Ära beginnen, da – wie kleveblog erfuhr – auch Wilfried Suerick (ca. 85) seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern will.

In die anderthalb Jahrzehnte des Wirkens von Spreen fallen im Kreis Kleve der Aufbau und die fortdauernde finanzielle Absicherung des Flughafens Niederrhein (Schulden, die nicht zurückgezahlt wurden, wandelte der Kreis in Eigentumsanteile um) sowie die erfolgreiche Bewerbung des Kreises als Hochschulstandort. Auch wenn die HSRW relativ unstrukturiert wuchs (mit bekannten Folgen: Bilanz des Scheiterns) und eine dissonante Binnenstruktur hat, feierte sich die lokale Politik bei der Feier des 10-jährigen Bestehens im Glanze der neuen Gebäude, die binnen zwei Jahren im Klever Hafen hochgezogen wurden.

Spreen, begeisterter Ausdauerläufer, ist allerdings mittlerweile 64 Jahre alt, und in den vergangenen Wochen hatten sich die Anzeichen bereits gemehrt, dass die Entscheidung sich gegen die Kandidatur für eine weitere Amtszeit neigt. So hieß es im Freundeskreis, er plane die Rückkehr in seine Heimat – Spreen wurde am 25. März 1955 in Berlin geboren, sein Abitur machte er in Bonn, wo er auch studierte. (In der NRZ dementierte Spreen dass er beabsichtige, den Kreis Kleve zu verlassen.) Gleichwohl wurden offenbar bereits Versuche unternommen, den Wert seiner Immobilie zu schätzen. Ein Bild, das das Wohnhaus von Spreen zeigte, war in einem Immobilienportal zu finden. Nun sagte er, dass er zum Zeitpunkt der Kommunalwahl 65 Jahre alt und zugleich 23 Jahre kommunaler Beamter sei (vor seiner Zeit in Kleve im Rheinisch-Bergischen Kreis).

Für die CDU im Kreis Kleve entsteht damit eine sehr schwierige Situation. Sie ist überaltert und hat in der zweiten Reihe wenig Kandidaten, die sich bisher als potenzielle Nachfolger einen Namen gemacht haben. Das Duo Spreen/Suerick agierte sehr top-down, um es mal mit Worten aus dem Managementhandbuch auszudrücken. Viel Platz für Talente blieb da nicht, insbesondere eigene Köpfe, so lauten die Nachrichten, die aus dem Kreishaus immer wieder mal zu hören waren, wurden schnell gedeckelt.

In der NRZ wird berichtet, dass der Landrat sich den Schulrat Dominik Feyen als Nachfolger wünscht – was ein Überraschungscoup wäre, da der Mann, der seine Laufbahn (wie Theo Brauer) als Sonderschullehrer an der Ringschule begann und danach in den Verwaltungsdienst wechselte, zwar gute Arbeit machte, aber bisher gänzlich unter dem Radar blieb (und ihm eher Karriereambitionen in Richtung Düsseldorf nachgesagt wurden). Eine andere mögliche Figur auf dem Personaltableau ist Silke Gorissen (gewissermaßen ewig in Wartestellung).

Doch wer auch immer für die CDU antritt, sie oder er hätte ein gravierendes Problem: Aller Wahrscheinlichkeit nach steht als Gegner Peter Driessen im Ring, noch Bürgermeister von Bedburg-Hau. Er plant, als unabhängiger Kandidat für das Landratsamt zu kandidieren – allerdings unterstützt von gleich drei Parteien (Grüne, SPD. FDP), deren formelle Bekräftigung des Plans allerdings noch aussteht. Sie ist für den 14. September geplant, wenn alle drei Kreisparteien gleichzeitig Parteitage abhalten. Die Ankündigung von Spreen dürfte die Chancen nochmals steigern, dass diese konzertierte Aktion glatt durchgewunken wird.

Peter Driessen hatte es in seiner traditionell erzschwarzen Heimatgemeinde zuletzt geschafft, mit mehr als 80 Prozent der Stimmen als Bürgermeister wiedergewählt zu werden.

Mehr zur Kandidatur von Peter Driessen: Der Herausforderer


Verhafteter Filmemacher: Staatsanwaltschaft fördert weitere Vorwürfe zutage

rd | 27. August 2019, 10:45 | 2 Kommentare
Verstörende Nähe: Bild von einem Ferienlager, dass der Filmemacher aus Kevelaer mit Kindern abhielt

Seit dem 24. Juli sitzt der Filmemacher und Sozialpädagoge aus Kevelaer in Untersuchungshaft – nachdem er in einer Selbstanzeige zugegeben hatte, in den Jahren 1998 bis 2002 in 40 Fällen sexuelle Handlungen zum Nachteil eines Kindes aus seiner Verwandtschaft vorgenommen zu haben. Zudem gelangten die Fahnder in den Besitz einer Fallakte aus Norddeutschland, wo es in Ratzeburg im Rahmen einer Ferienfahrt mehrerer Schüler ebenfalls einen sexuellen Vorfall in Gegenwart eines Teilnehmers gegeben hatte. DNA-Spuren konnten dem Mann vom Niederrhein, der eine Filmdokumentation über die Reise erstellen wollte, zugeordnet werden.

Als die ermittelnden Polizisten dann erfuhren, dass der Kevelaer von 2002 an Ferienfreizeiten mit Kindern organisiert hatte, ahnten sie nichts Gutes. Jetzt, so hat es den Anschein, haben sich diese Befürchtungen bewahrheitet. Wie die Rheinische Post heute berichtet (Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Sozialpädagogen), geht die Staatsanwaltschaft Kleve Vorwürfen nach, die mit eben diesen Ferienlagern, die der 49-Jährige über einen eigenen Verein durchführte, in Verbindung stehen. 2016 und 2018 soll es bei zwei Ferienfreizeiten zu jeweils einem sexuellen Missbrauch gekommen sein. Zudem berichtete Günter Neifer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kleve, dass es im Februar 2019 bei einer Übernachtung in einer Turnhalle ebenfalls einen Vorfall gegeben haben soll.

An den Jugendreisen, die der von dem Filmemacher begründete und geführte Verein durchführte, nahmen insgesamt 456 Kinder teil. Die Kinder waren zum Zeitpunkt der Reise zwischen zehn und 14 Jahren alt, die Gruppen wurde jeweils von acht Betreuern begleitet. Die letzte Tour führte die Teilnehmer im vergangenen Jahr vom Niederrhein zur Nordseeinsel Langeoog.

Die bisherigen Berichte zu dem Fall:

Nach Selbstanzeige: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Filmemacher wegen „sexuellen Missbrauchs“

Verhafteter Filmemacher: Was offenbart ein ausgezeichnetes Gespräch?