(Auch sprachliches) Unglück

rd | 31. Dezember 2007, 13:47 | keine Kommentare

Unterzeile

Sicher, zwischen den Jahren sind in den Redaktionen die Sprachpoliteure grundsätzlich ausgeflogen (oder leicht angeheitert im Dienst), und über Weihnachten kann man sicher auch mal relativ plötzlich Übergewicht bekommen – aber, obwohl die Unterzeile in der NRZ von heute anderes behauptet, ganz bestimmt nicht auf der Altrheinbrücke in Griethausen, während man gerade einen Stock in die Tiefe werfen will. Was dort passierte, ist eher eine Sache des Gleichgewichts – und das hat die 7-Jährige (gute Besserung von dieser Stelle!) wohl leider verloren.

Neujahrsvorsatz: Zumindest einmal pro Woche durch Sag es treffender blättern!



Draisine, Bimmelbahn – und dann?

rd | 29. Dezember 2007, 14:28 | 6 Kommentare

Kurz vor der Jahreswende erfährt eine staunende Öffentlichkeit, dass die endmoränenhaften Tücken der Topographie (will sagen: oben ist höher als unten) in Kleve künftig mit einer Bimmelbahn überwunden werden sollen, die vom Bahnhof stadtaufwärts bis zur Kolpingstraße fährt und dann wieder runterjuckelt.

Zweifelsohne handelt es sich dabei um eine weitere Ausprägung jenes Retrotrends, der unsere kleine Stadt so lebens- und liebenswert macht. Dazu gehört auch, dass irgendwelche Leute sich Gedanken machen, auf den alten Bahngleisen in Richtung Nimwegen eine Draisinenstrecke zu errichten.

Das Potenzial dieses Trends ist unermesslich. Postkutschen, Gaslaternen, Schaufelraddampfer und Außenklos klopfen schon an. Die Idee mit den Postkutschen sollte allein schon deshalb verwirklicht werden, um Reisenden den folgenden Satz zu ermöglichen (am besten ins Handy gesprochen): “Ich nehme gerade die Postkutsche zum Flughafen…”



Virtuelle Moddergrube

rd | 27. Dezember 2007, 21:21 | 1 Kommentar

Im Zuge der allgemeinen Verlattung der Welt hat sich auch das McDonald’s-Restaurant am Klever Ring ein neues Gesicht gegeben – und die zeitgemäße Antwort gefunden auf die drei großen Trends unserer Zeit:

  • Kinder immer weniger
  • Kinder immer dicker
  • Kinder immer dümmer

Für die Generation, die nicht mehr in der Rutsche spielen möchte und zudem noch eine Affinität zu Besteck zu entwickeln vermochte, gibt es also in einem insgesamt rätselhaft designten Interieur die unvermeidliche Theke mit unendlich vielen Café-Latte-Variationen. Die Plastikstühle sind übrigens verblüffend bequemen (hat Ikea nicht).

Die wenigen jungen Nachrücker müssen dagegen auf einen Einrichtungsgegenstand verzichten, der in seiner ranschmeißerischen Kinderfreundlichkeit fast schon prähistorische Züge gewonnen hatte: das Bällchenbad mit angegliederter Rutschbahn. Sicher, es war nur ein Kleinstreservat der haptischen und motorischen Unmittelbarkeit, aber immerhin: Hier bin ich Kind, hier kaufen meine Eltern ein!

Stattdessen werden die wenigen Nachrücker jetzt schon frühzeitig an die Ansprüche der Neuzeit herangeführt, inkl. dem ewigen Zwang zur bewegungsreduzierten Abiturvorbereitung (PISA! Warte! Wenn ick dir kriege, dann mach’ ich Eiszeit aus dir!!), und wir sehen, wie sich unsere Kleinen in fast schon vorwegempfundener Bürowabeneinsamkeit abarbeiten an Touchscreenmemories und ähnlichem aseptischen Animationskram. Es ist sicher ein merkwürdiger Gedanke, aber verglichen damit erscheint einem das Bällchenbad fast schon wie eine Moddergrube.

Screenduo

Marek (31.12. 11:35): Eine tolle Seite!!...

Kleve, mit Mondrian nachempfunden

rd | 25. Dezember 2007, 21:11 | 2 Kommentare

Klevian

Schönes Kleve! Wenn man genau hinschaut, sieht man auch in scheinbar unspektakulären Mietshäusern große Kunst.