Wunderschönes Kleve (51)

rd | 29. Mai 2007, 15:00 | 1 Kommentar

Kleve, Pfingstmontag, eine überraschende Erkenntnis stellt sich ein:

Wer solche Blumenkübel aufstellt, …

Floralbeton

braucht sich über solche Sitzgruppen nicht zu wundern:

Sitzgruppe



Kleve in Zahlen: 238.500,00

rd | 28. Mai 2007, 14:44 | keine Kommentare

TüreDurch Zufall ist mir der Verwaltungsbericht der Stadt Kleve (Statistisches Jahrbuch) 2005 in die Hände gefallen. Es entfaltet sich die volle Magie der Zahlen. So gab es im in diesem Jahr 287.275,48 Euro Investitionszuschüsse für Klever Sportvereine, davon 238.500,00 Euro für den 1. FC Kleve (“2. Rate Zuschuss”). Also 83 Prozent der Kohle für einen Verein. Interessant auch, was unter dem Haushaltposten 5.992.5010 präsentiert wird: Die Erneuerung einer Eingangstür zur Turnhalle der Sonderschule Ringstraße kostete imposante 4000 Euro. Und gleich die zehnfache Summe, 40.000 Euro, verschlang ein fulminantes Projekt im Freiherr-vom-Stein-Gymnnasium mit der folgenden kryptischen Beschreibung: “Anstelle der offenen Bücherei im Haupttreppenhaus wurde ein transparenter, multifunktional nutzbarer Unterrichtsraum geschaffen” (werde ich mir in den nächsten Tagen mal anschauen). Und übrigens: Im Klever Stadtgebiet gibt es 5599 Straßenleuchten – aber nur 5236 Masten. Und in Brienen leben zwei geschiedene Frauen. Geschiedene Männer: null. Wird fortgesetzt.



Im Zen-Express – mit 16 km/h

rd | 07. Mai 2007, 14:35 | 1 Kommentar

Dunkel erinnere ich mich an Berichte, dass die ersten Eisenbahnen eine Geschwindigkeit von etwa fünf Stundenkilometern erreichten. Vor ca. 150 Jahren. Letztens musste ich wieder daran denken – als ich die verrückte Idee hatte, mit dem so genannten Niers-Express nach Köln zu fahren. Von der Abfahrt am Bahnhof Kleve bis zur Weiterfahrt nach dem nächsten Halt (Bedburg-Hau) vergingen exakt 16 Minuten.

Nach der Rückkehr wollte ich es dann genauer wissen. Also Google Earth gestartet, mit Hilfe der schicken Linealfunktion die Strecke Kleve-Bedburg-Hau vermessen (4,16 km) und dann ein bisschen Dreisatz gerechnet. Das Ergebnis: Der Niers-“Express” erreicht auf den ersten Kilometern seiner Strecke die erstaunliche Geschwindigkeit von 15,6 km/h. Das ist etwas schneller als selbst rennen, aber deutlich langsamer als Rad fahren.

Zwei Theorien:

  • Die Geschwindigkeit ist deshalb so gering, weil nichts unversucht gelassen werden soll, die Menschen in Kleve zu halten. Der nächsten Schritte wären dann die Sperrung der Autobahnzufahrten und Anketten.
  • Die Bahn hat ihre eigene Zeit. Stichwort Entschleunigung. Muss es denn wirklich immer so schnell gehen? Dieser philosophische Ansatz gefällt mir eigentlich sehr gut. Man sollte den Zug dann aber lieber Zen-Express nennen.

p.s. Für Alle, die mit den logistischen Gegebenheiten nicht so vertraut sind: Der Zug wartet in Bedburg-Hau stets auf den entgegen kommenden Niersexpress. Allerdings hat auch noch kein Bahnplaner die Idee gehabt, den Zug einfach zehn Minuten später in Kleve losfahren zu lassen.

Youtube: 201 mal Kleve | kleveblog (28.07. 00:17): [...] Meine zwei Lieblingsvideos: Einmal dieses hier, mit dem vermutlich ei...

Turnhallenblues

rd | 02. Mai 2007, 19:16 | keine Kommentare

Schon als Redakteur der legendären Schülerzeitung Pegasus veröffentlichte ich ca. 1978 einen Beitrag über die Turnhalle des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. Eine der wichtigsten Erkenntnisse damals (wohlgemerkt in einer Zeit, als es noch keine Mobiltelefone gab): Es ist nicht sehr clever, ein Notruftelefon mit Wählscheibe mittels eines Bügelschlosses so abzuschließen, dass die Ziffer 2 nicht mehr gewählt werden kann. Schon damals hatte der Notruf nämlich die Nummer 112.

Seitdem ist man immer wieder aufs Neue erstaunt, welche hanebüchenen Dinge sich in einer Turnhalle (es ist nur eine Turnhalle, nichts Kompliziertes!) abspielen können.

  • Der Hausmeister schließt Toiletten ab, damit die Kinder nicht immer alles dreckig machen. Angesichts des einzigen möglichen Auswegs fühlte sich der Trainer der Volleyballmannschaft des VfL Merkur Kleve schon an seine rumänische Heimat erinnert…
  • Zur Jahreswende durften sich Aushilfsputzkräfte am Boden versuchen. Offenbar bar jeder Sachkenntnis machten sie den Boden “mal so richtig blitzblank sauber” – mit der Folge, dass Sportler sich einen Monat lang wie auf einer Eisfläche bewegten.
  • Die Wassertemperatur der Duschen wird offenbar von einem Zufallsgenerator gesteuert, der alle Werte zwischen vier und 70 Grad Celsius annehmen kann. Es ist nicht möglich, selbst die Temperatur einzustellen. Die Verwaltung weiß besser, was für Sportler gut ist.
  • Eine Korbanlage hängt schief, weil das Aufhängungsgestänge gebrochen war. Die Lösung: An den kritischen Stellen wurden Dreiecksbleche eingeschweißt. Bleche! Basketballer sollten künftig lieber ganz sanft dunken.
  • Schüsse gegen die Hallendecke sind ebenfalls besser zu vermeiden – es sei denn, man möchte Gegenspieler ausschalten, indem man sie von herabfallenden Faserplatten treffen lässt.
  • Der vorläufiger Höhepunkt stammt indes aus dem Bereich der Logistik: Während in der ganzen Welt Turnhallen in den Ferien repariert werden, legten die Handwerker in Kleve pünktlich nach dem Ende der Osterferien los. Eine Woche war die Halle vom gemütsaufhellenden Dämpfen irgendwelcher Lösungsmittel erfüllt, in der nächsten hatte der Schuldirektor in einem unnachahmlichen Akt der Fürsorge einen schlichten DIN-a-4-Zettel “Benutzung nur noch auf eigene Gefahr” an der Hallentür anbringen lassen – weil die Halle auch in der dritten Woche nach dem Ende der Osterferien eine einzige Baustelle ist.

Diese Liste ließe sich beliebig verlängern. Der Erste-Hilfe-Kasten ist beispielsweise immer noch genauso ausgeräumt wie 1978, und nun erzählte mir ein Schüler, dass es im Lehrerbereich sogar einen Kühlschrank mit Kühlakkus gebe (wir wissen: Kühlen! Kühlen! Kühlen!), der allerdings verschlossen sei (und nicht einmal alle Sportlehrer verfügten über einen Schlüssel).
Und und und. Irgendwie ein bisschen wie Deutschland, oder? (Trotz der guten Zahlen vom Arbeitsmarkt.)
Da passt natürlich auch, dass der Notausgang abgeschlossen ist. Wenn schon, denn schon.