1. FC Papierkramwassolldas

rd | 25. Juli 2008, 12:57 | 30 Kommentare
Bagger

Nun hat auch die NRZ noch ein Fass zum Stadionumbau aufgemacht (gut, dass ich nicht alles alleine machen muss): Der 1. FC Kleve baut nicht nur ein Stadion um, das ihm gar nicht gehört, sondern darüber hinaus macht er die ganze Chose auch ohne Baugenehmigung, was wohl auch im Hinblick auf Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg nicht ohne Bedeutung ist. Nicht, dass das Wort Sturmkanone oder ähnlich explosive Sportmetaphern sich auf grausame Art bewahrheiten.

Sehr schön die folgende Passage aus dem NRZ-Bericht, in dem bei der an sich doch recht drögen Materie der FC-Vorsitzende Uwe Dönisch-Seidel plötzlich “Empfindungen” ins Spiel bringt. Nicht: Wir waren uns einig. Sondern: Ich habe empfunden, dass wir uns einig waren. Hat schon Klasse. Hier der Text: “Darauf angesprochen, dass der Klub noch nicht einmal eine mündliche Baugenehmigung bei der Stadt eingeholt haben soll, sagte Dönisch-Seidel: ‘Das ist falsch, weil eine alte Information. Ich hatte noch am Mittwoch ein Gespräch mit der Stadt. Da wurde bestätigt, dass nur noch die schriftliche Bestätigung aussteht. Und dieses Gespräch habe ich als einvernehmlich empfunden.’ Es gebe weder eine offizielle Duldung noch eine mündliche Genehmigung, sagte dagegen (Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen) Rauer.” Zu dem Bericht gibt es sogar Kommentare auf derwesten.de, ein rares Phänomen. Wie nicht anders zu erwarten, werden diejenigen, die auf die gesammelten Merkwürdigkeiten hinweisen, schön niedergemacht. Hier zur Veranschaulichung der Originalkommentar von “Klever Ultra”:

ist klar peter….mach dir mal lieber um deinen Vorgarten sorgen,wenn Gästefans anreisen…..und zu deinem kommentar kann ich nur sagen: Solche Querulanten haben dem FC grade noch gefehlt. Emmisionsschutz???? Die Kapazität von 5000 Plätzen bleibt gleich…wir kriegen kein Stadion mit 15000 Plätzen,also ist das Schmarn! Don Quichote hat aber auch tapfer gekämpft, und wenn ich sowas schon lese…Baueinstellungsverfügung….???? Lächerlich! So zieht man sich höchstens den Unmut aller Klever Fussballfans auf sich!

Gut, dass die Jungs meine Seite noch nicht entdeckt haben…





Tagschicht der Bettler GmbH

rd | 23. Juli 2008, 13:57 | 3 Kommentare

Quartett

Ihren Arbeitstag kennen wir: Irgendwann am Vormittag fällt das Quartett in die Fußgängerzone ein, und dann werden die Standorte verteilt: Der melancholische Musikant spielt am Klosterplatz, die menschliche Statue stellt sich vor Mensing auf, etwas weiter stadtaufwärts humpelt der dritte Mann Mitleid erregend auf und ab (wenn er nicht gerade mal auf einem Schwan Pause macht), und vor H & M gibt es dann noch den apathischen Bettler in Normalversion. Sie kommen gemeinsam, sie gehen gemeinsam. Dazwischen: Tagschicht in der City.

Die Fragen dazu sind: Was machen sie nach Feierabend? Wohnen sie im Wald oder in einem privat geführten Bettlerwohnheim, dessen Chef tagtäglich Renditeziele ausruft und die Einsatzstädte bekannt gibt? Bekommen sie ein Fixgehalt, erhalten sie ein variable Erfolgsbeteiligung? Werden sie dort, wo sie herkommen (Südosteuropa?), bereits als Bettler rekrutiert? Oder handelt es sich in Wahrheit um Kinderärzte, Theologieprofessoren und andere Schöngeister, die an einem Vormittag in Kleve so viel verdienen wie in Albanien (?) in einem Jahr? Und wie verstehen sie sich mit dem osteuropäischen Gitarristen, der schon zum Inventar der Fußgängerzone gehört?



Air-Crash-Opfer hinter Gittern

rd | 22. Juli 2008, 14:45 | 2 Kommentare

Bemerkenswerter Fahndungserfolg: Der 18-jährige Mitarbeiter des Fahrgeschäfts Air Crash, der während der Klever Kirmes von der bis zu 110 km/h schnellen Gondel am Kopf getroffen und schwer verletzt worden war (“fast geköpft”, schrieb der Express), ist auf dem Wege der Besserung – seine weitere Behandlung erfolgt allerdings nicht im Klever St.-Antonius-Hospital, sondern im schönen Sauerland. Bei der Überprüfung der Personalien des Opfers stellte die Polizei nämlich fast, dass die Staatsanwaltschaft Gießen den Mann wegen eines kleineren Vergehens per Haftbefehl suchte. Deshalb wurde das Opfer in das Justizkrankenhaus Fröndenberg verlegt. Ursache des Unglücks war nach Polizeierkenntnissen übrigens eine Bonusrunde, die der Betreiber eingelegt hatte. Die Ansage der Fahrtverlängerung hatte der Mitarbeiter offenbar überhört.


Sie kriegen eine Tasche, versprochen!

rd | 21. Juli 2008, 22:40 | 3 Kommentare
Schaufensterschild

Es kracht in der Klever Innenstadt! Denaro Damenmoden macht Schluss mit den ewigen Rabattschlachten, bei denen alles am Ende so billig wird, dass der inhabergeführte Einzelhandel in großen Scharen vor den Sozialämtern steht und weinend Hartz-IV-Anträge ausfüllt. “Wir hoffen so, ein zuverlässiger, fairer, kompetenter und kalkulierbarer Anbieter für Damenoberbekleidung zu bleiben.” Schluchz.

Natürlich gibt es auch bei Denaro die “gestaffelten Saison Preisnachlässe”, aber um die schicken Sachen nicht unter Einstandspreis verkaufen zu müssen, bekommt die modebewusste Dame aus Kleve fortan statt weiterer Prozente zu “jedem Einkauf” eine “Denaro-Einkaufstasche, die sie sich sogar selbst aussuchen kann. Wahlweise aus kompostierbarem Polyethylen oder handgekämmter Jute. H & M wird zittern. Jammern ist der Gruß des Kaufmanns, wussten schon die alten Babylonier.

p. s. Zu diesem Beitrag werden keine volkswirtschaftlichen Kommentare akzeptiert.

p. p. s. Ja, ich hätte den Blitz ausschalten sollten. War auch mit Photoshop nicht zu retten.

p. p. p. s. Noch ein Hinweis an den Denaro Werbetexter: Ausrufezeichen bitte nur sparsam verwenden!!!! Sonst!!!! setzt’s was!!!!!!!