Made in Kleve. Schnelldurchlauf

rd | 08. September 2008, 23:11 | 7 Kommentare
Vignette

Nun gibt sich auch Kleve den unvermeidlichen Jahresrückblick, unter dem Titel Made in Kleve will der Presseclub Kleve das schillernde Leben unseres schönen kleinen Gemeinwesens in einer großen Gala in der Stadthalle vor der staunenden Bevölkerung kernerjauchmäßig ausbreiten, gesponsert natürlich von der Sparkasse Kleve, und auch die Stadtwerke sowie ein ehrgeiziger Metzger sind mit im Boot.

Nun wären wir hier nicht das kleveblog, wenn wir nicht einem Anfall von frühreifer Selbstreferenzialität schon mal die wichtigsten Ereignisse im Schnellwaschgang durchnudeln würden – und los geht’s:

Theo Brauer eröffnet Schießstand in Kellen, weiht Umgehungsstraße ein, nimmt die Draisinenstrecke in Betrieb. Der 1. FC Kleve steigt auf, der vom DFB vorgeschriebene Umbau der städtischen Spielstätte kostet erst 300.000 €, dann 500.000 €, dann mehr als eine Million € und schließlich 3,3 Millionen €. Der sportliche Leiter des Vereins, Udo Kempkens, will mitfeiern, wird dann aber von einem umherirrenden Stuhl am Kopf getroffen (Staatsanwaltschaft ermittelt immer noch) und erhält schließlich wie einige andere Gönner des Vereins Besuch von einer neugierigen Beamtenschar (Staatsanwaltschaft ermittelt immer noch). Kleve soll künfitg wieder Cleve heißen und Luftkurort werden, Dommers und Deutmeyer werden insolvent (2 Unternehmerpreiskandidaten weniger). Theo Brauer wird wieder Bürgermeisterkandidat, segnet die Bimmelbahn, spricht über auf der Straße liegendes Brot und weiht in Materborn eine Bank ein. Ach ja, und Baustopp in der Volksbank-Arena. Ab und zu hüpft Mom schweigend, rauchend ins Bild und wieder raus.

Fehlt was? So viel ist sicher: Die Gala möchte ich sehen!



Bruno Schmitz – eine Bilanz in Echtholz

rd | 06. September 2008, 14:44 | 14 Kommentare

Ausrisse

Großes Lob für die Rheinische Post! Peter Janssen breitet heute im Lokalteil auf einer Seite das bewegte Leben des Klever Kulturstaatsministers Bruno Schmitz (ca. 75, cinque) aus. Wichtige Erkenntnisse:

  • Wenn immer ein Foto aus den 70-er Jahren aus Kleve auftaucht und darauf ein Mann mit Zottelbart zu sehen ist – ja, es ist Bruno Schmitz! (Sind wir nicht alle ein bisschen Bruno?)
  • Er war mal Lehrer. Aber das war nichts für ihn, weil seine Kollegen immer nur Tennis spielen wollten und schon in der ersten großen Pause k.o. waren. Er dagegen stand immer unter Dampf und wollte sogar Projektwochen machen, wenn er morgens noch gerade rechtzeitig nach einem Auftritt in Bremen vor der Schule abgesetzt wurde. Ob das die ehemaligen Kollegen auch so sehen?
  • Die 68-er Generation begann in Kleve 1970 im Haus am Damm. Die 2-Jahres-Marge ist auch heute noch ein verlässlicher Indikator: Wenn in Kleve z. B. Museen, Cafés oder Friseurläden wie Pilze aus dem Boden schießen, hat die Welle ihren Höhepunkt überschritten. Dann werden in den Metropolen schon wieder ganz andere Säue durchs Dorf gejagt.
  • Wer ist eigentlich die Klever Uschi Obermayer?
  • Was immer seitdem erfunden wurde, wurde von Bruno Schmitz erfunden. Im Artikel reklamiert er Urheberrechte auf Windräder (auf dem Gelände vorm Schnellen Brüter während der Protestaktion) sowie Biokost. Falsche Bescheidenheit ließ ihn vermutlich auf die Erwähnung von Mobiltelefonen, Dampfkochtöpfen und Spargelsparschälern verzichten.
  • Früher war alles besser. Außer für Bruno Schmitz, der hat jetzt Echtholzparkett und so und darf in der Stunksitzung “Bauer sucht Frau” parodieren… Naja, wenn’s hilft.




Die aktuelle Friedhofsrundschau

rd | 05. September 2008, 12:46 | keine Kommentare

Reffeling baut um – noch bis zum 18. September Brötchen nur noch aus Kirmeszelt +++ City-Train: 1. Unfallopfer fordert Schmerzensgeld +++ Haarige Sache: Cutters, noch ein Billigfriseur, eröffnet Filiale in der Unterstadt +++ Hintzen unten: in acht Tagen ist Schluss +++ Nochmal City-Train: H. Dieter Jordans reklamiert Idee für sich +++ 100 Jahre Klever Friedhof – noch einige Ladenlokale zu verpachten +++ Sparkasse Kleve – Volksbank Kleverland 9:7 (Zahl der Azubis) +++ Kreis Kleve “vergleichsweise heile Welt” (C. Thoben, CDU) +++ Neues aus dem Technologiezentrum: Clever Communication GmbH fasst Gesellschaftsvertrag neu, Yvonne Kiekenbrock jetzt einzelvertretungsberechtigt


Platter Gastbeitrag

rd | 05. September 2008, 12:29 | 4 Kommentare

Nun mischt sich auch Karnevalslegende Paul Dirmeier in die City-Train-Diskussion ein. Hier sein platter Gastbeitrag (leicht gekürzt der RP entnommen):

“Ek sin bes now noch ömmer ant rekrooje, wie sej op de Naam gekomme sin. Also met Kleef häd denn eigentlek neks te dun. Gut, motte ja niet ömmer die Naames van Elsa en Lohengrin sin, wänn man in Kleef wat besönderes präsentiere well… Maar sit es ehrlek, City-Train, dat passt doch överhaupt niet. Ewell, as gej van Dag wat sin wellt, mooj Fremdwöörd gebrükke… Än dann häk noch gelässe, dat man ons Stadt Kleef met ennen Bott (op Deuts: ein Knochen) verglikken düt, an wej Kleffse bes van Dag niet genau weete, an wat för’n End wej an den Bott subbele sölle… Maar ek kom wärr op den City-Train tröck. Also, ek find die Saak gut. An ek glöv, de meste Menze ok. Min is op jeden Fall liewer, wänn ek in ons Stadt gemäklek van boove bes onder of ömgekehrt loope kann an dann van achter enne City-Train schällt, as dat min jemand met de Fiets in Krüss fährt.”

Die Logik verstehe ich zwar nicht, weil die Radfahrer gibt es ja immer noch, aber noch mehr fasziniert eigentlich dieser rätselhafte Singsang des Plattdeutschen, der immer an eine Art gehäckseltes Hochdeutsch erinnert (und die automatische Rechtschreibkorrektur in einen Systemabsturz treibt). Musste mal gesagt werden.