Nah dran, druff oder drin

rd | 21. August 2008, 10:13 | keine Kommentare

Das unausgeschriebene Motto dieser Veranstaltung ist ja “Immer feste druff”, doch damit lassen sich die Herzen der Klever nicht im Sturm erobern. Dann schon lieber:

Theo Brauer – nah am Menschen

Damit “umschreibt die Klever CDU seine Art, sich zu kümmern”, wie es auf der Website des CDU-Stadtverbandes heißt. Nah dran ist zwar schön, aber es geht natürlich noch besser:

Das WfG-Team ist heute näher dran am Menschen

So lobte unser Landrat Wolfgang Spreen heute die Tatsache, dass die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises ins Hoffmann-Kontor umgezogen ist. Ist da eine Steigerung noch möglich? kleveblog ist der Ansicht, dass der Superlativ noch frei ist:

Am nächsten dran am Menschen – Club Le Paradieso

Wobei der alte Juristengrundsatz “dran ist nicht drin” hier ignoriert wird.



Speed-Dating im City-Train

rd | 20. August 2008, 12:37 | 13 Kommentare
Bagger

“Ab in die Mitte!”, so lautet das Motto der zweifelsohne einzigartigen Aktion Kleve busbar (23. bis 30. August), und es ist nicht klar, ob damit nur die Stadtzentrum gemeint ist. Jedenfalls beschert ein Höhepunkt im Programm dem Begriff öffentlicher Nahverkehr eine neue, sehr intensive Bedeutung – und hier ist nicht die Lesung mit Ulli Potofski gemeint, sondern “Speed-Dating im City-Train“, was ich für die des Englischen Unkundigen hier mal mit “Schnellanmache im Stadtzug” übersetzen möchte.

Am Montag, 25. August, und Mittwoch, 27. August, können hormonell nicht ausgelastete Mitmenschen sich am Bahnhof um 19:15 Uhr in den nostalgischen Bus setzen und anschließend bei einer sicherlich etwas ruckeligen Fahrt, vorbei an Woolworth, an Telefonlädenruinen, an Apotheken, Bäckereien und Cafés, Versuche starten, einen gleichgesinnten Partner aufzutreiben. Wenn alles glatt läuft, kann man sich an der Endstation Elefanten Oberstadt Centrum im Ärztehaus am gleich die Schwangerschaft dokumentieren lassen (ich weiß, so schnell geht’s in Wahrheit nicht).

Wichtiger Hinweis für auswärtige Besucher: Der City-Train ist nicht zu verwechseln mit dem Niers-Express (Abfahrt 19:18 Uhr), dessen Passagiere in der Regel in einer festen Beziehung leben und die keinen Wert auf flüchtigen Speed-Sex legen.



Der rätselhafte Satz

rd | 20. August 2008, 10:01 | 2 Kommentare
Bagger

Im vorigen Beitrag wurde Brauerhaas mit einem Satz zitiert, der einen unwillkürlich daran denken ließ, morgens im Bett aufzuwachen und einen abgeschnittenen Pferdekopf zu erblicken. Er lautete:

Niemand (sollte) vergessen, (dass wir dafür gesorgt haben), dass der Verein überhaupt wieder in die Sportrichtlinienförderung aufgenommen werden konnte.

Was heißt das genau? Hier der Überblick:

  • 2003 schnürte der Rat ein Paket von Investitionsmaßnahmen für den 1. FC Kleve: 1,2 Millionen € sollten in drei Raten gezahlt werden, für die der Verein einen Verwendungsnachweis zu liefern hatte. Dafür sollte im Gegenzug bis zum Ende Juni 2008 der Sportplatz Merowinger Straße aufgegeben werden.
  • Stehplatztribüne und die Flutlichtanlage wurden gebaut (möglicherweise mit zusätzlich hinzugekommenen Landeszuschüssen).
  • Eine Abrechnung für diese Baumaßnahmen wurde weder dem Sportausschuss noch dem Rat vorgelegt.
  • Für die Errichtung von Rasenspielflächen auf den beiden Aschenplätzen fehlte dem Verein dann offenbar das Geld. Die dritte Rate wurde nicht mehr abgerufen.
  • Vor zwei Jahren erschien das Thema Rasenplätze wieder auf der Bildfläche – in Form von Kunstrasenplätzen, die jetzt gewünscht waren.
  • Theo Brauer machte folgende Rechnung auf: Dem Verein stünden noch 500.000 € aus dem Beschluss von 2003 zu (Aufgabe Merowinger Str.). 50 Prozent der anrechenbaren Baukosten sollten dann noch aus Sportfördermitteln hinzu kommen (2005 wurden die städtischen Sportförderrichtlinien neu gefasst).
  • Nächster Schritt: Der Ratsbeschluss von 2003 wurde dahingehend erweitert, dass in der Tat zusätzliche Sportfördermittel ausgezahlt wurden. Damit erhielt der Verein zwei Kunstrasenplätze, ohne eigene Mittel einsetzen zu müssen (100 Prozent Förderung).

kleveblog-Kommentar: Wichtig ist, dass man morgens noch in den Spiegel schauen kann. Wichtig ist, dass man morgens noch in den Spiegel schauen kann. Wichtig ist, dass man morgens noch in den Spiegel schauen kann.


Ein Interview und seine Bedeutung

rd | 19. August 2008, 12:10 | 1 Kommentar

Im Interview mit der Rheinischen Post versuchen Willibrordtheo Brauerhaas verzweifelt, jeden Eindruck von Peinlichkeit zu verwischen, der angesichts der Nachrichtenentwicklung am Wochenende entstanden sein könnte. Doch wie immer benutzen sie einen Geheimcode, der nur Eingeweihten verständlich ist. In bester volksaufklärerischer Tradition deshalb hier die Interpretation:

Brauerhaas Dekonstruktion
Der Ball liegt beim 1. FC Kleve! Wir standen und wir stehen auf der Seite des Vereins, aber jetzt müssen erst einmal einige Dinge geklärt werden. Wir hatten die Kasse schon geöffnet – und dann das!
Zum einen habe ich niemals öffentlich zum Inhalt eine Stellungnahme abgegeben, zum anderen war eine bestimmte Förderung des Klubs aufgrund dieses Gutachtens durchaus möglich, aber die Situation hat sich grundlegend gewandelt, nachdem die Steuerfahndung in Kleve war, und beim Verein sowie im Umfeld Material beschlagnahmt hat. Bevor die Steuerfahndung kam, hatten wir nicht die leiseste Ahnung, dass da irgendwas nicht stimmen könnte. Wir lesen auch nicht kleveblog. Nun sind wir total betroffen, zumal das teure Gutachten für die Tonne ist.
Jetzt muss man doch erst einmal abwarten, ob der Klub überhaupt und wenn ja, in welcher Höhe, Steuern wird zurückzahlen müssen. Sollte das aber der Fall sein, wird es ein Gespräch mit dem Klub geben müssen, in dem nachgewiesen wird, wie eine solche eventuelle Finanzbelastung gestemmt werden kann. Diese Hürde muss der 1. FC Kleve selbst nehmen. Eigentlich gehen wir immer noch davon aus, dass an der ganzen Sache nichts dran ist.
Wir haben den Auftrag der Politik, auf der Grundlage des Gutachtens und im Lichte der Steuerfahndung neue Gespräche mit der Klubführung aufzunehmen. Wir haben bisher immer seriös und im Sinne des Vereins gehandelt und, was niemand vergessen sollte, zum Beispiel dafür gesorgt, dass der Verein überhaupt wieder in die Sportrichtlinienförderung aufgenommen werden konnte. Aber zickt bloß nicht rum – ihr wisst hoffentlich noch, was damals war?
Niemand hindert den 1. FC Kleve daran, das Stadion fertig umzubauen, denn der vorzeitige förder-unschädliche Baubeginn wurde schließlich erteilt. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.