10 Fragen zur Rhein-Maas-Ausstellung

rd | 19. April 2008, 18:06 | 1 Kommentar

Ausstellung

EintrittskarteDie Rhein-Maas-Ausstellung, deren zehnte Auflage gerade zu Ende geht, ist eines der zahlreichen Mysterien der Neuzeit – eine Küchengeräte-Katharsis, die mehr Fragen aufwirft, als ein Deutscher Widder beantworten kann. Hier zum Mitstaunen und Miträtseln die zehn fundamentalsten Fragen zu einer Veranstaltung, deren Besuch so rockt wie Kirmes auf Valium:

  1. Kann es sein, dass in dieser Woche die Supermärkte und Warenhäuser in Deutschland in ihren Eingangsbereichen irgendwie vernünftiger gewirkt haben – weil sich alle Vertriebstruppen für Nanoputztücher, Bügelautomaten, Turbosparschäler, Universalsteine und spanische Mikrofiberunterhosen in Kleve zusammengerottet haben, um dort gemeinsam neun Tage lang “Rhein-Maas-Ausstellung” zu spielen?
  2. Ist es in diesem Landstrich so feucht, dass ca. zwanzig Unternehmen ihre Dienste zur Mauertrockenlegung anbieten müssen?
  3. Wozu um Himmels Willen soll eine Massageschildkröte nützlich sein?
  4. Wer – außer Pornofilmproduzenten – braucht Whirlpools in der Größenordnung von vier mal vier Metern?
  5. Eintrittskarte

  6. Gehört es zu den geheimen Riten der Rhein-Maas-Ausstellung, in jedem Zelt am Ende entweder “zwei Jahre gereiften Bergkäse” anzubieten oder “60 Flaschen Wein, davon zwölf umsonst”?
  7. Gibt es tatsächlich Sammeltassen, auf denen die Spieler des 1. FC Kleve abgebildet sind?
  8. Ist eine “Farblichtsauna” cool oder schon Vorhölle?
  9. Zahlen Polizei, Feuerwehr, Deutsche Verkehrswacht, Kleve Marketing, Kreisjägerschaft, Kaninchenzüchter, Kranenburg Marketing, Deutsches Rotes Kreuz tatsächlich jeweils 90 Euro pro Quadratmeter Messestand, oder sind sie – wie diese komischen Chips in den Verpackungen von Elektronikartikeln – nur Füllmasse, um den Aufschlag pakistanischen Arztbestecks auf die Sinnesorgane der Besucher etwas abzumildern?
  10. Was genau meinte der Klever Bürgermeister Theo Brauer (59, CDU), als er zur Eröffnung den folgenden Satz sprach: “In Wirtschaftszeiten, in denen mehr als Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, schaue ich mit Zuversicht auf die Ausstellung“?
  11. Warum ging keiner in das Kirchenzelt 10 – obwohl es dort Schlüsselanhänger von Gott gab?


Augen waschen: Risalit mit Ecklisenen

rd | 18. April 2008, 15:04 | 2 Kommentare

LeserbriefDer aktuelle Gastkommentar zur Denkmalschutzdebatte um das (ehemalige) Krankenhaus in Kranenburg (von Eelco Hekster, Nütterden):

Es handelt sich um eine gegliederte Baumasse mit zwei Bauschichten. Drei Achsen springen als Risalit hervor. Die mittlere Achse hat ein wunderbares Portal mit einem neogotischen Treppengiebel mit Eselsrücken. Die Haustür ist in einer spitzbogenförmigen Nische eingesetzt. Das Risalit und die rechte Ecke des Hauses haben Ecklisenen. Das Risalit hat eine wunderbare Mauerkrone mit Spitzbogenmotiv und drei spitzbogenförmigen Nischen in der Fassade. In der mittleren Nische steht eine Statue, wahrscheinlich die vom Namensgeber dieses Hauses.

Das Gebäude hat einen breiten, hohen Sockel und mehrere mit Ziermauerverband gebildeten Friesen. Die Rückseite des Gebäudes hat ein ähnliches Risalit, aber nun ohne Statue. Da sieht man als weitere archtitektonische Artikulation einen hohen Schornstein… Und wer behauptet, dass dieses ein nicht denkmalwürdiges Gebäude ist, muss sich zuerst mal die Augen auswaschen…”



Nachttheater – ideal für Alibis

rd | 18. April 2008, 12:11 | keine Kommentare

Da möchte man gerne Richter sein und sofort in die Beweisaufnahme gehen: Die Rheinische Post berichtet über den Prozess gegen einen Mann, der eine Spielhalle in Rees überfallen haben soll. Er sagt, er könne es nicht gewesen sein, weil er sich in der Nacht vom Sonntag, 1. September 2006, auf Montag in der Diskothek Nachttheater aufgehalten habe.

In seiner Niederschrift erinnerte sich XY sehr genau an die Vorkommnisse in der Disko. Er legte dar, dass ihm damals die Spirituosen direkt von der Flasche in den Mund geschüttet worden seien und die Mädchen dort teilweise oben ohne rumliefen. In der Nacht habe er dann noch ein Kind gezeugt…

Der Vorsitzende Richter der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Kleve, Peter Schöttler, ordnete sicherheitshalber schon mal drei weitere Verhandlungstage an. Hier exklusiv ein Vorbericht aus dem Nachttheater:

[youtube G1nmC6rlsVE]


24/7 Wirtschaftsförderung

rd | 17. April 2008, 17:00 | keine Kommentare

Zu den schönsten Nachrichten des Jahres zählt zweifelsohne die Mitteilung, dass die hiesigen Wirtschaftsförderer während der Immobilienmesse “Wohnen wie Gott in Deutschland” in Nimwegen auch darüber nachdachten, ihren Service mit Hilfe eines Call-Centers künftig rund um die Uhr anzubieten. Gut deshalb, weil bekanntlich die besten Ideen zwischen zwei und drei Uhr morgens in der angeregenden Diskussionsatmosphäre hiesiger Gaststätten entstehen, und das übliche “Hier habt ihr noch zwei, und dann geht endlich nach Hause!” des Wirts in solchen Fällen eben entschieden zu wenig Wirtschaftsförderung ist…