Der Seher hat zugeschlagen!

rd | 10. November 2007, 12:48 | keine Kommentare

Zugegeben, besonders schwierig war’s nicht. Der Klever Unternehmerpreis (“Aufschwung & Balance”) wurde in diesem Jahr erstmals auch in der Kategorie “Ehrenpreis” vergeben, um Menschen auszuzeichnen, “die ihr Geld nicht nach Marbella gebracht haben” (Jan Schneider-Maessen). Ich wagte einen Tipp:

Ausriss 1

Am Donnerstag nun die glanzvolle, vom ehemaligen Fußball-Nationalspieler Thomas Helmer moderierte Veranstaltung in der mit 500 Besuchern so überfüllten Klever Stadthalle, dass Besucher auf die Empore ausweichen mussten. Und?

Ausriss 1
Angesichts dieses großartigen Erfolges ist zu überlegen, ob ich auf der nächsten Klever Kirmes nicht in Konkurrenz zur Wahrsagerin treten sollte. Obwohl – was die gute Dame der Unternehmerpersönlichkeit Udo Kempkens vorausgesagt hatte, war großes Kino… (mal sehen, ob ich’s noch finde)



Sitzstreik (3)

rd | 10. November 2007, 02:08 | keine Kommentare

Vielleicht würde der eine oder andere Spaziergänger im Rentenalter nach dem Kirchgang am Sonntagvormittag hier Platz nehmen und hoffen, bald eines Kindes angesichtig zu werden, das den unbändigen Drang verspürt, den genormten Spielplatzsand vor dem Klever Hallenbad mit Schaufeln und Förmchen zu bearbeiten. Vielleicht käme man sogar mit der Mutter ins Gespräch… Doch dann erblickt unser Mann das benutzte Papiertaschentuch seines unbekannten Vorgängers – und zieht missmutig von dannen, setzt sich in den benachbarten Königsgarten, lässt sich dort auf einem Teakholzstuhl aus garantiert nachhaltigem Anbau nieder und denkt, befeuert von einem Schwall Heizpilzluft, die jeden ernstzunehmenden Gedanken verdörren lässt: Was ist nur aus dieser Welt geworden? Ja, was?? Du musst es doch wissen!

Bank



A 57: Mein schönster Stau

rd | 10. November 2007, 01:44 | keine Kommentare

Da will man einmal pünktlich zum Basketball-Training nach Kleve kommen, freut sich, dass der Airbus die Verspätung beim bummeligen Check-in in Berlin in der Luft mit Fast-Überschallgeschwindigkeit wieder aufgeholt hat, flutscht relativ reibunglos durch die ersten Kilometer der A 57, bummelt sich durchs AK Moers, steht wie üblich vor der Entscheidung Ausfahrt Uedem oder Ausfahrt Kleve (Unterschied: bei einem klimakillenden Durchschnittstempo von ca. 180 km/h “gewinnt” man auf der längeren Strecke ca. 45 Sekunden), entscheidet sich im Rausch der Geschwindigkeit für Kleve – und blickt ca. 500 Meter, nachdem man die Ausfahrt Uedem passiert hat, in Warnblinklichter der Autos vor einem. Stau!! Wasndasn??

Der übliche Crash eines berauschten Discobesuchers kann’s nicht sein, zu früh. Und es geht, wenn auch nur langsam, doch voran: 20 Minuten Schritttempo, und es wird nicht ersichtlich, warum es so ist. Noch merkwürdiger wird die Sache, weil bisweilen der Blick nach vorne eine freie Autobahn offenbart, und das allerhöchstens dreihundert Meter vor mir. Und dann sehe ich des Rätsels Lösung: Ein Radfahrer fährt in waghalsigen Schlangenlinien vor den ersten Autos – und die haben (angesichts seines Fahrstils durchaus berechtigt) Angst, ihn zu überholen. Kurz vor der Ausfahrt Goch beendet die Polizei den Spuk, und alles löst sich in Wohlgefallen auf. Zurück bleibt einmal mehr die Frage aller Fragen: WHY?


Kirchenmusikkritik goes Boulevard

rd | 07. November 2007, 02:39 | 2 Kommentare

Was passiert, wenn ein Musikkritiker Zeuge eines Todesfalls wird? Das:

Zeitungsausriss

Schon früher beim Express hieß es, Kultur ist, wenn im Gürzenich dem Dirigenten der Kronleuchter auf den Kopf fällt. Mit Bach dachte ich also “Gib’ dich zufrieden und sei stille” (BWV 315a), doch eine Ungenauigkeit ist anzumerken: An Allerheiligen wird natürlich der Heiligen gedacht – und nicht der Toten.