177:52

rd | 25. November 2007, 14:29 | keine Kommentare

Es tut so weh, aber der Job des Chronisten ist eben manchmal sehr, sehr hart. Eigentlich wollte ich an diesem Wochenende arbeiten, verfiel aber beim hastigen Frühstück in die lästige Gewohnheit, die Sonntagsblättchen zu durchforsten – und:

  • Herr Pofalla macht es sich bequem, im HeiBo-Möbelmarkt natürlich… Immerhin, 52 Quadratzentimeter für den Polsterdemokraten im Klever Wochenblatt.
  • SPD-Kreisvorstand schenkt Barbara Hendricks ein Plakat fürs neue Büro, was, ebenfalls im Klever Wochenblatt sogar satte 177 Quadratzentimeter Medienpräsenz einbringt. Die News kulminiert in folgendem Satz: “Als Geschenk hat der Vorstand der Kreis Klever SPD für das neue Berliner Büro von Barbara Hendricks im Willy-Brandt-Haus das druckfrische ‘Kreis-Kleve-Plakat’ von Wilhelm Schlote erworben und ihr anlässlich der letzten (sic!) Vorstandssitzung im Gerd-Hölzel-Haus, der Geschäftsstelle der Kreis Klever SPD, überreicht.” Vermutlich wird Hendricks mit einer Frachtmaschine voller Kartoffelfertigprodukte, Postern und Visionen von der finanziellen Zukunft der sozialen Demokratie zurück nach Berlin fliegen.

Das Plakat hätte übrigens auch eine eigene Würdigung verdient, wobei, glaube ich, der Künstler keine wirkliche Chance hatte. Es ist ein bisschen wie Holbein und Anna von Cleve, wo die vorteilhafte Darstellung der “flandrischen Mähre” ja bekanntlich eine echte Ehekatastrophe nach sich zog. Später mehr. Jetzt arbeiten. Aber wirklich.



Volle Knolle

rd | 25. November 2007, 00:39 | keine Kommentare

Neues aus der Kartoffelrepublik: Ronald Pofalla ist angezählt, hängt in den Seilen. Und Barbara Hendricks lässt nicht locker. Kurz mal eben bei der Nähr-Engel GmbH in Goch (bei Kleve), einem Hersteller von Kartoffelpüreepulver (v. a.), in die Pfannen geschaut, und schon sind 16 Flächenprozent der zweiten Lokalseite der NRZ erobert. Herzlichen Glückwunsch auch von dieser Stelle! Eine ganz starke Offensivleistung in einem von der Öffentlichkeit stark vernachlässigten Randbezirk.

Man kann sich richtig gut vorstellen, wie die Führungsriege begeistert von “Kartoffelwelten”, “Kartoffelvisionen” und “Kartoffelinnovationen” erzählte und die filigranen Unterschiede zwischen “Kartoffelgranulat”, “Kartoffelflocken” und “Kartoffelschnitten” erklärte, während die Besucherin sich vermutlich gedanklich damit abmühte, “die Zukunft der sozialen Demokratie zu organisieren”. Wobei Kartoffeln da vermutlich nicht der schlechteste Ansatz wären.

Leider vermittelt der Text nur einen schwachen Eindruck von dieser subkutanen Spannung: “Die Geschäftsleitung blickt optimistisch in die Zukunft: Im Inland sowie international sei man gut aufgestellt. Auch zur Ausbildung leiste Nähr-Engel einen bedeutenden Beitrag.” Von der Redaktion durch ein Versehen entfernt wurde die Forderung der Politikerin, das Hauspfannenprinzip müsse erhalten bleiben.

Besuch



Nicht immer so voll geflimmert

rd | 22. November 2007, 00:49 | 1 Kommentar

Es gab in den vergangenen Jahren, mal abgesehen von der Frage, ob Donsbrüggen eine Grundschule behalten darf, selbst wenn dort mehr Lehrer tätig sind als Kinder im Ort leben, wohl keine politische Diskussion in Kleve, die kontroverser geführt wurde: Soll der Weihnachtsmarkt, jenes bezaubernde Kunsthandwerkbudenensemble, am Forstgarten bleiben – oder doch wieder in die Nähe des Stadtzentrums ziehen? Doch jetzt wurde entschieden: Er bleibt, wo er ist.

Für die Entscheidung sorgten zwei Diskussionsbeiträge und eine privat durchgeführte TED-Abstimmung von Rolf Görtz, Vereinsmitglied beim Klever Weihnachtsmarkt e. V. Hier für alle, die nicht live dabei sein konnten, die Aufzeichnung:

  • “Der Weihnachtsmarkt im Forstgarten ist so schön wie nie. Das sehen auch die Geschäftsleute so.” (Nina Kiesow, Vorsitzende der Vereinigten Klever Straßengemeinschaften)
  • “Eine bessere Kommunikation ist für mich Herzensangelegenheit. Im Forstgarten finden die Besucher Ruhe und Stille und werden nicht immer vollgeflimmert.” (Margret “Café” Wanders)
  • “75 Prozent der Anrufer sprachen sich für den Standort Forstgarten aus.” (Rolf “Bei mir haben gestern vier Leute angerufen und Prozentrechnung kann ich” Görtz)

Eine Stimme der Vernunft (2)

rd | 20. November 2007, 19:55 | 1 Kommentar

Aus der NRZ vom 20. November 2007:

Wirklich fatal war, den Flughafen (Niederrhein) in private Hände zu geben, die trotz mehrmaliger kritischer Veröffentlichung noch keinen Anlass sahen, Transparenz in ihre Beteiligungsstruktur zu bringen. Kritik wird ignoriert. Stattdessen verkriecht sich die Flughafen Niederrhein GmbH immer tiefer in das mitunter enge Beziehungsgeflecht des Kreises Kleve. Mittlerweile ist nicht nur fraglich, wem die Startbahn gehört; es ist auch fraglich, wer für Weeze sprechen darf.

Ich bin sicher, der Tag wird kommen, an dem Horst Bildhauer, Planungschef der Niederlassung Wesel des Landesbetriebs Straßen (Warum? Siehe hier!), und Markus Peters, der Autor des NRZ-Berichts, gefeiert werden für ihre vernunftgetriebene Bockigkeit dem aeroplanen Niederrheinzeitgeist gegenüber. Und wenn auch nur auf dem Privatkarneval, den diese Seiten hier darstellen.