Lattediagramm

rd | 08. Februar 2008, 15:46 | 7 Kommentare

Schaubild

Was will uns diese Grafik sagen? Unten in der Stadt ist der Latte macchiato derzeit recht teuer. Vielleicht, weil die vielen Holländer nach der strapaziösen Anreise über sieben bis zehn Kreisverkehre erst mal eine Stärkung brauchen und sie nicht mehr so genau auf den Preis achten. Dann – nach Café Wanders, das den Preisen am Düsseldorfer Flughafen schon recht nahe kommt (es fehlen nur noch 75 Cent) – sackt der Preis stadtaufwärts stark ab – bis auf 1,40 bei Tchibo, wobei zu vermuten ist, dass die ästhetischen Ansprüche von Back Werk und Tchibo dem klassischen Macchiatofreak nicht genügen.

Zum Fischmarkt hin wird’s wieder deutlich teurer, mit Kochlöffel als Ausreißer nach unten, aber auch dort gilt vermutlich, dass mangelnde Dunkelbraunholzlederästhetik plus caféstimmungstötender Grillhähnchenduft sich preismindernd bezahlt machen. Derks ganz oben macht’s noch mal richtig teuer, was von Branchenkennern mit der Sparkasse in unmittelbarer Nachbarschaft erklärt wird (Besucher mit gefüllten Geldbörsen, oder solche, denen nach dem letzten Kontoauszug ohnehin alles egal ist).

Gespannt darf man sein, wie das in Kürze eröffnende, vom der Haus Freudenberg GmbH in einem Haus des Vereins Lebenshilfe (siehe Kommentar!) betriebene Café Samocca (aus “Samariter” & “Mocca”!) an der oberen Hagschen Straße (ehemals Zeitschriften Barozzi) sich in dieses Preisgefüge einordnet. Unser Wirtschaftskorrespondent wird weiter berichten.



Pixel des Grauens weg

rd | 06. Februar 2008, 18:21 | keine Kommentare

AusrissAschermittwoch ist alles vorbei – offenbar auch die sinnfreieste Bebilderungsaktion in der Geschichte des lokalen Online-Journalismus. Ob dies zugleich einen historischen Sieg des Journalismus über das Controlling dokumentiert, lassen wir mal dahingestellt (Zweifel sind erlaubt). Und ausgerechnet mir wurde das Ereignis in seiner ganzen Tragweite erst mit Verzögerung klar. Zuerst dachte ich, mein Browser ist kaputt und weigert sich aus unerfindlichen Gründen, Bilder von Polizeiautos zu laden. Doch dann traf mich der Blitzschlag der Erkenntnis: Die Klever Lokalseiten auf derwesten.de, der Internetpräsenz des WAZ-Konzerns, scheinen künftig auf Auswüchse sinnloser Illustration verzichten zu wollen (hier vor kurzem angeprangert).

Immer wieder schön, wenn engagierter Journalismus, so wie er hier mit den weiten Spendierhosen webbasierter Omnipotenz zelebriert wird, zu einer besseren Welt beitragen kann – selbst wenn in diesem Fall nur 10.800 Pixel des Grauens verschwinden.



Klebrige Frage

rd | 05. Februar 2008, 16:17 | 14 Kommentare

Ist es das Wetter mit seinen Selbstreinigungskräften? Liegt es an einem veränderten Mix, der von den Wagen geworfen wurde (unter anderem mit –– “Intimpflegetüchern”!)? Oder hat die Stadtreinigung unmittelbar nach dem Rosenmontagszug eine neue Höchstleistung vollbracht? Wie dem auch sei – es ist ein über alle Maßen erfreuliches und seit Jahren nicht mehr erlebtes Gefühl, am Tag danach durch die Klever Fußgängerzone zu laufen, ohne dass die Schuhe kleben bleiben. Danke, Prinz Aloys!


Irgendwas mit Behinderten

rd | 04. Februar 2008, 09:36 | 5 Kommentare

Zur Feier des 25-jährigen Bestehens von Haus Freudenberg GmbH, einer Werkstatt für Behinderte, konnte Geschäftsführer Gerd Tönnihsen eine – lokaljournalistisch formuliert – echte Bombe platzen lassen: Nena gibt am 23. August ein Konzert, das ein “Erlebnis für behinderte und nicht behinderte Menschen” werden soll, wie Tönnihsen verkündete. Organisiert wird dieses Ereignis von der Gocher Agentur allsports (die auch mal den Klever Unternehmerpreis gewonnen hat, bevor ich die Sache in die Hand genommen habe), stattfinden wird es am Flughafen Niederrhein. Doch warum Nena?

Zur Begründung wird allsports-Chef Georg van den Höövel mit der Bemerkung zitiert, dass man einen Künstler gesucht habe, der einen Bezug zu behinderten Menschen habe. Was bei Nena eventuell noch einleuchtet, vielleicht aber auch – angesichts ihres privaten Schicksals – selbst auf dieser Seite eine bisher unerreichte Klasse des Zynismus bedeuten könnte. In die engere Auswahl waren zudem gekommen:

  • Herbert Grönemeyer
  • Peter Maffay

Grönemeyer? Wegen “Mensch”? Maffay? Tabaluga? Muss man das jetzt verstehen? Hätte nicht auch Stevie Wonder auf die Liste gehört?