Wellnessbohrer

rd | 16. Februar 2008, 13:05 | 1 Kommentar

Nie waren Zahnschmerzen schöner als heute. Hoffentlich reißt mir die Karies bald neue Löcher in meine Keramik, denn dann eröffnet sich mir eine weitere Wellness-Zahnarztwelt:

Unser Ziel ist eine Zahnarztpraxis mit Wohlfühlcharakter in Kombination mit modernen innovativen Behandlungskonzepten.
Statt kühler Praxisatmosphäre erwartet Sie ein geschmackvolles entspannendes Ambiente.
Ein harmonisches Raumdesign mit warmen Farben, beruhigenden Klängen und angenehmen Düften bilden eine Harmonie, die Sie Stress vergessen lässt und Lust auf Veränderung macht – mit ästhetischen und schmerzfreien Therapien.
Auch an die kleinen Patienten wurde gedacht,… um ihren Aufenthalt und Behandlung so kurzweilig und angenehm wie möglich zu machen.

Eigenwerbung des Klever Zahnarztes Dr. Maarten Dirkx, der mit seiner frisch renovierten Praxis einen Trend aufgreift, der – wo wohl? – schon einmal eingehend analysiert wurde.

Teilchenodyssee | kleveblog (16.02. 18:29): [...] RSS ← Wellnessbohrer [...]...


Big Drama in der Brücktor-Stube

rd | 16. Februar 2008, 12:04 | 1 Kommentar

Brücktorstube von außen

Quo vadis, Brücktor-Stube? Die Grenzland Post berichtet über erschütternde Zustände in Klever Traditionskneipe (ehemals Hotel Verweyen). Schimmelbefall, Regenwasser fließt in die Lampe auf der Herrentoilette, und auf der Kegelbahn “weiß man nie, welche Püppchen beim nächsten Versuch wieder aufgestellt werden müssen”. Das Gebäude verfalle, sagt Wirt Volker Lankhorst – eine Aussage, die der Immobilienbesitzer umgehend über seinen Rechtsbeistand dementieren lässt. Stattdessen Gegenattacke: “Der Pächter ist mit mehr als 20.000 Euro im Rückstand. Er hält die Miete zu Unrecht zurück. Das ist ein Mietnomade.”

Zeit also für einen Ortsbesuch. Freitagabend, 23.09 Uhr. Es riecht modrig. Blickfang ist das links vom Eingang montierte 9000-Teile-Puzzle “Die Hochzeit von Kana”, das zugleich als Sichtschutz zur Straße dient. Weitere Puzzles zeigen Raubkatzen und die Brooklyn Bridge. Eine kleine Tafel kündigt neue Bierpreise an – ab 1. Februar 1,20 Euro für 0,2 Liter Pils oder Alt. Ein Stammgast (82) an der Theke, die fünf Mitglieder des letzten verbliebenen Kegelclubs lassen einen turbulenten Abend auf der Bahn Revue passieren. Der Mann hinterm Tresen ist von der jüngsten Veröffentlichung schwer gezeichnet. Immer wieder spricht er den einen Satz: “Ich bin Aushilfe, keine Auskunft.” Der Chef komme noch. Dann wirft er mich raus, was aber nach der Intervention des Stammgastes rückgängig gemacht wird. “Wir sind doch Freunde”, so gehen wir getrennte Wege.

Ende August will Lankhorst die Brücktor-Stube schließen. Es ist nicht sicher, ob er das schafft.



Einen Versuch habt ihr noch

rd | 11. Februar 2008, 01:21 | 8 Kommentare

Ausriss

So, wie diese kurze Meldung in der Sonntagsausgabe vom Klever Wochenblatt beginnt, könnte fast der Eindruck entstehen, es wäre für die Redaktion einfacher gewesen, wenn Peter Brückner die Wahlen gewonnen hätte und nicht Michael Kumbrink. Es muss aber wohl – unter den Augen der Bundesschatzmeisterin Barbara Hendricks – hoch her gegangen sein, als das verbliebene Häuflein der Klever Sozialdemokraten bei der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins zu den Wahlen schritt. Da sind die paar vertauschten Buchstaben im Blättchen vermutlich das kleinste Problem.

„Ich habe regelmäßig versucht, Michael Kumbrink zu kontaktieren. Meine Telefonate und E-Mails wurden allerdings nie beantwortet”, lässt sich der Gegenkandidat in der Lokalpresse zitieren. Unendliche Weiten im Raum Kleve verhindern offenbar das persönliche Gespräch. Dazu erzählte mir ein alter Fahrensmann der hiesigen Sozialdemokratie, der sich aus den Widrigkeiten des Tagesgeschäfts zurückgezogen hat, dass die politische Vita des plötzlich – Überraschung! – aufgetauchten Gegenkandidaten, der – mirnichtsdirnichts – fast die Hälfte aller Stimmen erhält, im Grunde eine Ansammlung von Rück- und Austrittsdrohungen sei, wozu passt, dass der Mann als Fraktionsvorsitzender tatsächlich unlängst die Brocken hingeworfen hatte. Offenbar ein bisschen wie bei Schröder. Den Coup, auf einem Parteitag plötzlich als Gegenkandidat anzutreten, hat er sich dagegen wohl bei Lafontaine abgeschaut.

Die Frage ist: Kann ein (geschätzter) Achtelschröderlafontaine die SPD Kleve erlösen, wenn dies mit charismatischen Sätzen wie dem folgenden verknüpft ist: „Die SPD kann nur über die Sachpolitik Punkte sammeln, wenn man die Bevölkerung erreicht“? Versucht’s doch mal!


Man muss nicht alles wissen

rd | 08. Februar 2008, 16:10 | 4 Kommentare

In der ehemaligen Schülerzeitung Pegasus, die die Startbasis für meine Ausflüge in die weite Welt des J. war, gab es für die Schüler die Möglichkeit, solche Lehreraussprüche, die heute den direkten Weg in die 1live-O-Ton-Charts fänden, ganz old school aufzuschreiben und in den Redaktionsbriefkasten zu werden. Wir haben sie dann nach gewissenhafter Prüfung ganz einfach abgedruckt. Ein aktueller Dialog aus einer führenden weiterführenden Schule in Kleve zwingt mich, diese Tradition wieder aufzugreifen.

(Situation: Klassenzimmer. Schüler. Auf einem Tisch liegt ein Paar offenbar herrenloser Handschuhe. Der Lehrer entdeckt sie und bemüht sich um Aufklärung.)

Lehrer: Woher sind die Handschuhe?

Schüler: Von H & M.

Lehrer: Wer ist das?

Schüler: Hennes & Mauritz.

Lehrer: Sind die an unserer Schule?