Klever Zahnarztwelten

rd | 08. Dezember 2007, 17:55 | 1 Kommentar

Das Studium der Lokalpresse setzt die Leser nicht nur über die umfassende Missionierungstätigkeit der lokalpolitischen Prominenz in Grundschulen, bei Kleingewerbetreibenden und in Altenpflegestuben in Kenntnis, sondern liefert auch verblüffende Einblicke in mentale Verfassung der Klever Zahnärzte.

Am Niederrhein reicht es offenbar nicht mehr aus, virtuos mit dem Bohrer zu hantieren. Heute offeriert ein Klever Zahnarzt seinen Patienten nicht nur einen gut ausgeleuchteten Platz auf einem Behandlungsstuhl, sondern Zahnwelten, offenbar also so eine Art Paralleluniversum, was durch den Einsatz von Narkotika ja in der Tat auch näherungsweise erreicht werden kann, der nächste Dentist verkündet seine epochale Zusammenarbeit mit der Filialkette McZahn, irgendwo unten im Ortsteil Kellen übernimmt ein Zahnarzt großzügig Patenschaften für Kopfweiden, und noch ein Fachmann lädt sogar die Lokalpresse ein, wenn das Gesundheitsamt zu einer Prüfung der hygienischen Verhältnisse vorbeischaut und alles für o.k. befunden wird (man stelle sich vor, demnächst kommt jeder Metzger und Gastwirt auf die gleiche Idee).

Noch zu vergeben sind folgende grandiose Geschäftsideen:

  • Schraub & Bohr: Zahnschmerzen? Auspuff kaputt? Lassen Sie doch beides in der Kooperationspraxis Dr. XY/Turmgarage in einem Aufwasch machen!
  • Latte dentistico: Warum die Praxis nicht gleich zu einem Café ausbauen? Die meisten Praxen sind ohnehin schon fast so eingerichtet. Schön: Der Umsatz steigt proportional zur Süße der angebotenen Waren.
  • Dentomobil: Viele Menschen haben bekanntlich Angst, zum Zahnarzt zu gehen. Aber nur wenige Zahnärzte hätten vermutlich ein Problem damit, ihre Kunden zu Hause aufzusuchen. Akkubohrer in die Kitteltasche und los geht’s! Zur Beleuchtung reicht die Schreibtischlampe, zur Speichelabsaugung der Tischstaubsauger…

Nur einer hatte übrigens Pech: Der hier war mit seinen Geschäftsideen der Zeit offenbar etwas voraus.



Optimierter Heimatkalendereinstieg

rd | 05. Dezember 2007, 20:18 | keine Kommentare

Text

55 Wörter? Pah! Dieser prototypische, optimierte Einstieg für einen einzigartigen Artikel für den Kalender für das Klever Land hat alles, was des klassischen Heimatkalenderfans Herz begehrt (Kultur, Kirche, Krieg, Kartoffeln), geht über mehrere Jahrhunderte, bringt sogar etwas Weltläufigkeit plus eine kleine Portion Selbstbeweihräucherung ins Spiel und geht über satte 213 Wörter. Ach ja, zur absoluten Verfeinerung hätte noch das Thema Garten reingemusst. Der Offizier aus der Provinz Ottawa könnte die Statue beispielsweise auch in den Beeten der barocken Gartenanlagen der Stadt versteckt haben, wo sie ein aus Portugal stammender Baggerführer der Fa. Schneider & Klippel bei unhistorischen Ausschachtungsarbeiten – die übrigens erst Monate später vom damaligen Stadtarchivar Dr. Böhnke nach einer dramatischen Intervention bei der Denkmalschutzstelle des Landes NRW in Hamm-Uentrop gestoppt werden konnten – durch Zufall entdeckte, leider aber auch mit seinem Zweischalengreifer schwer beschädigte.



It’s geriatrics, stupid

rd | 02. Dezember 2007, 18:43 | 5 Kommentare

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Nachdem B. Hendrix in der vergangenen Woche beinahe im Alleingang einen finnischen Birkenwald ihrem Drang nach Medienpräsenz geopfert hat, nun eine schwarze Siegessäule fast phallischen Ausmaßes – 8 Mal Theo Brauer, viermal davon zur Eröffnung des neuen Altenheims “Seniorenresidenz zum Tiergarten”. CDU-MdL Manfred Palmen, noch vor zwei Wochen deutlich unterm Radar, diesmal mit drei Treffern, darunter auch ein hübscher Firmenbesuch. Und Wolfgang Spreen, LdL, verdankt seine drei Treffer der Tatsache, dass ihm der neue Heimatkalender überbracht wurde. Diese persönliche Aufmerksamkeit ist vermutlich der verblüffenden Tatsache geschuldet, dass der Kreis die Herstellung dieses beliebten und kommerziell sehr erfolgreichen Weihnachtsgeschenks seit Jahren großzügig unterstützt.


Zitat der Woche

rd | 02. Dezember 2007, 18:01 | 1 Kommentar

“Das ist Blödsinn. Für uns Züchter haben die Tauben nicht nur einen finanziellen, sondern auch einen hohen ideellen Wert. Meine Tauben sind besser gepflegt als manche Männer ihre Frauen und Kinder pflegen.”

So ein “empörter” Heinz-Theo Zevens in der NRZ zu Vorwürfen von Tierschützern, dass bei Wettflügen viele Tiere sterben. Die Tiere werden Zevens zufolge in “komfortablen Schlägen” gehalten, “mit einer ausgeklügelten Be- und Entlüftung, Fußbodenheizung und Kotabsauganlagen”. Mit dem Dachboden-Vergnügen aus der Zechensiedlung von einst habe das nichts mehr zu tun.