Ausgerechnet Geranien! SPD wird Leber-Party

rd | 22. April 2008, 17:05 | 1 Kommentar

Lange nichts mehr gehört von…

Gaby Lohmann. Schwarze Flower Power hatte die Kranenburger SPD-Chefin ins politische Abseits gedrängt, doch heimlich wurde ein machtvoller Gegenschlag ausgearbeitet, wie der über die Jahreshauptversammlung berichtenden Ortspresse zu entnehmen ist (Auszüge):

Am 14. Mai wolle man sich mit dem Thema Organspende befassen… Als Reaktion auf die Hessenwahl beauftragten die Mitglieder (der SPD Kranenburg) nach ausführlicher Diskussion den Vorstand, die geäußerten Meinungen in einem Brief an den Bundesparteivorstand zusammenzufassen… 

Man sieht förmlich vor sich, wie Kurt Beck Montag morgens, noch vor der Sitzung des Bundesvorstands, das DIN-C6-Kuvert mit dem silbernen Brieföffner von Ferdinand Lasalle aufschneidet, ihm ein ordentlich drittelgefalztes Blatt Papier entnimmt (“Lieber Genosse Kurt…”) und nach der Lektüre cäsaresk deklamiert: “Gaby, auch du?” Beck bricht aber nicht zusammen, sondern entsendet seine treue Gralshüterin Barbara Hendricks zu einer Strafexpedition in die aufmüpfige Grenzfeste, wo sie solange Betriebsbesichtigungen androht, bis nicht mehr Lebern und Nieren im Zentrum des politischen Diskurses stehen, sondern Geranien, Geranien und nochmals Geranien.



Die Schildbürger-Revolution

rd | 22. April 2008, 16:40 | keine Kommentare

Früher, da gab es Karneval, der offenbar so schlimm war, dass die Menschen weinend vom Rosenmontagszug nach Hause kamen. Dann erschienen die Klever Schildbürger auf der Bildfläche der niederrheinischen Narretei. 1979 gegründet, hat der Verein – so der aktuellen, antizyklischen Karnevalsberichterstattung in der NRZ zu trauen ist – nahezu alles verändert. Hier für Nicht-Abonnenten die Übersicht:

vorher nachher
Stimmung Wie auf Beerdigungen “sehr locker, es wurde gefeiert”
Etikette Angst vor Tabus “keine Angst vor Tabus”
Tanzgruppen Gab’s nicht “sind der Stolz eines jeden Karnevalsvereins”
Kostüme Gab’s nicht “Kostümsitzungen in der Stadthalle eingeführt”
Käse Lag in den Geschäften rum, wurde gekauft und gegessen “Ganz im Sinne der Namensgeber haben die Schildbürger früher die Session am 11.11. mit Streichen eröffnet: ‘Das waren verrückte Geschichten – da wurde ein Käse zum Bahnhof gerollt’, erinnert sich Petra Rinke”


10 Fragen zur Rhein-Maas-Ausstellung

rd | 19. April 2008, 18:06 | 1 Kommentar

Ausstellung

EintrittskarteDie Rhein-Maas-Ausstellung, deren zehnte Auflage gerade zu Ende geht, ist eines der zahlreichen Mysterien der Neuzeit – eine Küchengeräte-Katharsis, die mehr Fragen aufwirft, als ein Deutscher Widder beantworten kann. Hier zum Mitstaunen und Miträtseln die zehn fundamentalsten Fragen zu einer Veranstaltung, deren Besuch so rockt wie Kirmes auf Valium:

  1. Kann es sein, dass in dieser Woche die Supermärkte und Warenhäuser in Deutschland in ihren Eingangsbereichen irgendwie vernünftiger gewirkt haben – weil sich alle Vertriebstruppen für Nanoputztücher, Bügelautomaten, Turbosparschäler, Universalsteine und spanische Mikrofiberunterhosen in Kleve zusammengerottet haben, um dort gemeinsam neun Tage lang “Rhein-Maas-Ausstellung” zu spielen?
  2. Ist es in diesem Landstrich so feucht, dass ca. zwanzig Unternehmen ihre Dienste zur Mauertrockenlegung anbieten müssen?
  3. Wozu um Himmels Willen soll eine Massageschildkröte nützlich sein?
  4. Wer – außer Pornofilmproduzenten – braucht Whirlpools in der Größenordnung von vier mal vier Metern?
  5. Eintrittskarte

  6. Gehört es zu den geheimen Riten der Rhein-Maas-Ausstellung, in jedem Zelt am Ende entweder “zwei Jahre gereiften Bergkäse” anzubieten oder “60 Flaschen Wein, davon zwölf umsonst”?
  7. Gibt es tatsächlich Sammeltassen, auf denen die Spieler des 1. FC Kleve abgebildet sind?
  8. Ist eine “Farblichtsauna” cool oder schon Vorhölle?
  9. Zahlen Polizei, Feuerwehr, Deutsche Verkehrswacht, Kleve Marketing, Kreisjägerschaft, Kaninchenzüchter, Kranenburg Marketing, Deutsches Rotes Kreuz tatsächlich jeweils 90 Euro pro Quadratmeter Messestand, oder sind sie – wie diese komischen Chips in den Verpackungen von Elektronikartikeln – nur Füllmasse, um den Aufschlag pakistanischen Arztbestecks auf die Sinnesorgane der Besucher etwas abzumildern?
  10. Was genau meinte der Klever Bürgermeister Theo Brauer (59, CDU), als er zur Eröffnung den folgenden Satz sprach: “In Wirtschaftszeiten, in denen mehr als Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, schaue ich mit Zuversicht auf die Ausstellung“?
  11. Warum ging keiner in das Kirchenzelt 10 – obwohl es dort Schlüsselanhänger von Gott gab?

Augen waschen: Risalit mit Ecklisenen

rd | 18. April 2008, 15:04 | 2 Kommentare

LeserbriefDer aktuelle Gastkommentar zur Denkmalschutzdebatte um das (ehemalige) Krankenhaus in Kranenburg (von Eelco Hekster, Nütterden):

Es handelt sich um eine gegliederte Baumasse mit zwei Bauschichten. Drei Achsen springen als Risalit hervor. Die mittlere Achse hat ein wunderbares Portal mit einem neogotischen Treppengiebel mit Eselsrücken. Die Haustür ist in einer spitzbogenförmigen Nische eingesetzt. Das Risalit und die rechte Ecke des Hauses haben Ecklisenen. Das Risalit hat eine wunderbare Mauerkrone mit Spitzbogenmotiv und drei spitzbogenförmigen Nischen in der Fassade. In der mittleren Nische steht eine Statue, wahrscheinlich die vom Namensgeber dieses Hauses.

Das Gebäude hat einen breiten, hohen Sockel und mehrere mit Ziermauerverband gebildeten Friesen. Die Rückseite des Gebäudes hat ein ähnliches Risalit, aber nun ohne Statue. Da sieht man als weitere archtitektonische Artikulation einen hohen Schornstein… Und wer behauptet, dass dieses ein nicht denkmalwürdiges Gebäude ist, muss sich zuerst mal die Augen auswaschen…”