Weitere 50 Gramm Mitgefühl

rd | 18. August 2008, 14:02 | 7 Kommentare

Wer auf der Website des Fanclubs Commando Schwanenstadt im Forum unter dem Thread Steuerfahndung beim FC herumstöbert, so wie ich das gelegentlich mache, erhält so nach und nach Informationen, welche Spitzenkräfte des Vereins kürzlich unangemeldeten Besuch in den Morgenstunden erhielten. Aktuell hervorgehoben wird in der – zum Abend hin erfrischend heiß gelaufenen – Diskussion dort der Umstand, dass einer der Betroffenen offenbar während seines Urlaubs auf Mallorca davon erfahren musste, dass gerade Steuerfahnder sein Büro ausräumten und Unterlagen beschlagnahmten. Kommentar eines leicht entrüsteten Fans: “Auch nicht so die ganz feine englische Art der Steuerfahndung”.

Dem ist vorbehaltlos zuzustimmen! Auch ich bin davon überzeugt, dass die Kriminalitätsrate drastisch sinkt (und unterm Strich mehr rechtschaffene Bürger in unserem Lande leben), wenn sämtliche Fahndungsmaßnahmen den Betroffenen zuvor angekündigt werden würden, ganz wie es die Etikette verlangt.



50 Gramm Mitgefühl

rd | 18. August 2008, 11:42 | 1 Kommentar

Wer sich in die Öffentlichkeit begibt, kommt darin um (alte Jounalistenregel). Nun ist diese Sentenz auch bis zum 1. FC Kleve vorgedrungen, dessen 1. Vorsitzender Uwe Dönisch-Seidel gerade schlechte Laune hat: “Ich bin überrascht, dass ein solches Papier nach außen gelangt. Nach meinem Verständnis sollte es so etwas nicht geben”, wird er in der NRZ zitiert. Da hier offenbar ein fundamentaler Mangel an lebenspraktischen Erfahrungen vorliegt (wie viele Leute haben das Gutachten ganz offiziell zu sehen bekommen?), hier ein kleines Servicestück mit weiteren Dingen, die es auch nach meinem Verständnis nicht geben sollte:

  • Nicht deklarierte Inhaltsstoffe in Lebensmitteln
  • Über rote Ampeln fahren
  • Respektloses Verhalten gegenüber alten Menschen
  • Aufkleber, die nicht mehr abzukriegen sind
  • Kratzende Jeanshosen


“Gute Laune nach Gutachten” (Stand: 12.14 Uhr)

rd | 16. August 2008, 11:41 | 16 Kommentare
Bagger

Als die Rheinische Post zum ersten Mal über die Reaktionen auf das Gutachten berichtete, mit dem die Stadt Kleve klären ließ, ob der 1. FC Kleve überhaupt finanziell dazu in der Lage ist, das Abenteuer Regionalliga (das heute in Oggersheim mit einer offenbar unglücklichen 2:3-Niederlage begann) zu stemmen, titelte das Blatt: “Gute Laune nach Gutachten” – aber bekanntlich ist nichts älter als das Gutachten von gestern.

Ausriss

Nun ist es aber interessant zu wissen, was so alles gute Laune auslösen kann, deshalb hier der Überblick über das, was die treuhandpartner GmbH, Krefeld, alles so über den Verein herausgefunden hat und wieviel der Spaß gekostet hat (Quellen: NRZ, Klever Wochenblatt, jetzt auch noch mit entlastendem Bonusmaterial aus der RP):

  • Der Klub hat 142.220,87 Euro Schulden (Stand 31. 5. 2008); Kommentar des Prüfers: “Trotz des Jahresfehlbetrags hat der Verein es geschafft, dass die Zahlungsfähigkeit aufrechterhalten werden konnte. Allerdings reicht die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage nicht aus, um Jahresfehlbeträge in Zukunft zu kompensieren”; Zitat RP: “Doch steht den Verbindlichkeiten des 1. FC ein weitaus größeres Guthaben in Form von stillen Reserven und Anlagevermögen gegenüber, so dass eine Überschuldung nicht vorliegt.” Stille Reserven? Anlagevermögen?
  • Kassenstand Ende Mai: 14.000 Euro
  • Zugesagte Sponsorengelder: 470.000 Euro; davon vertraglich zugesichert: 421.000 Euro. Das wirft die Frage auf: Wo genau sind die 1,4 Millionen Euro, die der Verein mindestens selbst für den Stadionumbau zahlen will, bzw. wo kommen sie her? Anonyme Spender?
  • Fernsehgelder: 168.000 Euro
  • Personalkosten 2008/2009: 550.000 Euro. Kommentar des Prüfers: “Nicht plausibel und branchenüblich.”
  • Personalkosten in der vorigen Saison: 607.845 Euro, also 57.845 Euro mehr. Dazu kein Kommentar des Vereins. Kleiner kleveblog-Tipp für Analysten: Vielleicht fehlt ja Marcel Podzsus auf der Liste, da war doch was, oder?
  • Erwartete Zuschauereinnahmen: 130.000 Euro, d. h. 7650 Euro pro Spiel, die bei durchschnittlich 7 Euro pro Ticket erst bei einem Schnitt von 1100 Zuschauern erreicht werden (geplant sind 1000)
  • Zuschauerdurchschnitt 2007/2008: 1320; 2006/2006: 830
  • Prognostizierter Jahresüberschuss: 28.000 Euro
  • Fazit: “Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Vereins ist auskömmlich. Eine Überschuldung im Sinne des Insolvenzrechts liegt… voraussichtlich nicht vor. Die Entwicklung des Vereins stellt in der Saison 2009/2010 ein erhebliches finanzielles Risiko dar, wenn sich der sportliche Erfolg nicht einstellt.”
  • Kommentar von 1.-FC-Kleve-Geschäftsführer Heiner Potz: “Unsere Ertragslage hat sich im Vergleich zu vor drei oder vier Monaten aufgrund neuer Sponsoren wesentlich verbessert.”
  • Kosten des Gutachten: angeblich etwa 8000 Euro
  • Bezahlt von der: Stadt Kleve. Begründung des Bürgermeisters: “Wir wollen sehr seriös vorgehen.” Kommentar des kleveblog: Anders als sonst? Oder wie? Oder was?

Black Magic Women Toilet

rd | 15. August 2008, 21:11 | 4 Kommentare

Klo

Kenner der Klever Schulszene wissen, dass das altehrpusselige Freiherr-vom-Stein-Gymnasium schon immer eine exquisite Mischung aus humanistischer Bildung und sanitären Verirrungen geboten hat. Stellvertretend für alle Fehlleistungen auf diesem Sektor seien die Duschen in der Turnhalle genannt, die vom damaligen Hausmeister Toni Maurer im Verlaufe einer Besichtigung des soeben fertig gestellten Neubaus 1976 erstmals in Betrieb genommen wurden und in der darauf folgenden Nacht die Turnhalle geflutet hatten, weil die Abschaltautomatik versagte. Selbst heute, 32 Jahre danach, ist es eher Glückssache, warmes Wasser zu bekommen.

Doch das wird zweifelsohne übertroffen durch die Black-Magic-Toiletten des Veranstaltungsservices Biermann, die nun für die weiblichen Gymnasiasten bereitstehen und in jeder Pause den bierseligen Charme eines Volksfestes versprühen. Pinkeln wie auf der Kirmes und trotzdem Latein lernen, damit setzt das Stein-Gymnasium neue Maßstäbe.

Aber warum stehen sie da? Weil die eigentlichen Toiletten saniert werden müssen. Die Bauarbeiten sind natürlich nicht in den Sommerferien vorgenommen worden, wenn sich keiner an Baulärm und Dreck gestört hätte und Toiletten nicht nötig gewesen wären – nein, pünktlich zum ersten Schultag rückten Bauarbeiter samt Bagger an. Das ist mal Planung! (Angeblich soll ein Fehler in der Ausschreibung die unglückliche Terminierung verursacht haben.)