Alles planieren!

rd | 11. August 2007, 16:59 | 4 Kommentare

PressemeldungEben noch hatte ich mit Hilfe von Photoshop einige weitere schöne Bodenplatten für die Klever Innenstadt entworfen (mehr hier), da meldet die Lokalpresse schon, dass „im Bereich des historischen Stadtkerns unterirdisch zahlreiche Rückstände mittelalterlicher sowie frühneuzeitlicher Bauten zu finden (sind), die Rückschlüsse auf die Veränderung der Siedlungsstruktur in Kleve zulassen… Aus diesem Grunde hat das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege beantragt, den historischen Stadtkern von Kleve in die Liste der ortsfesten Bodendenkmale einzutragen.“ Ein bisschen schade für die Eigentümer von Grundstücken, die beispielsweise mal einen Keller ausheben wollen: „Veränderungen im Bodenbereich (bedürfen) einer denkmalrechtlichen Erlaubnis.“ Deshalb mein erweiterter Vorschlag: Alles planieren, das Gelände versiegeln und mit folgender Bodenplatte versehen:

Bodenplatte

Schandfleck in Kleve | kleveblog (21.01. 16:47): [...] [...]...
ralf.daute (02.01. 13:02): So war's gedacht… und später gibt's dann die Inhalte nur noch für teure...
W.M.H. (02.01. 12:35): Diese Seiten machen ja süchtig!...
Hymerborn – neuer Stadtteil entdeckt | kleveblog (02.11. 03:05): [...] Die Idee, den Besitzern von Wohnmobilen in Innenstadtnähe einen Stel...


Glücksenten aus dem ER

rd | 07. August 2007, 21:16 | keine Kommentare

Der Emergency Room Kleves, das ist die Chirurgische Ambulanz des St.-Antonius-Hospitals. Hier treffen sich Amateurfußballer (nach Foulspiel), Handwerker (nach motorischen Aussetzern) und Discokids (nach Stoffwechselexperimenten).
In der vergangenen Woche, Freitag Abend, 23 Uhr, war die Chirurgische Ambulanz zum ersten Mal nach vielen Jahren auch wieder mein medizinischer Fluchtpunkt. Die Frage: War die Sitzkante einer Turnhallenbank stärker als das Schienbein meines Sohnes (4)? Ich ahnte nichts Gutes – nicht nur wegen des Knochens. Zu viele Discokids im Warteraum, alle Dienst habenden Ärzte unterwegs zu Unfällen, „Ohne Versichertenkarte geht hier gar nichts“ usw. usf.
Und dann das: Eine (trotz Hochbetrieb und nächtlicher Stunde) äußerst freundliche und engagierte Krankenschwester. Auch der Arzt erwies sich als sehr zuvorkommender und entspannt-sachlicher Zeitgenosse, der sogar den besorgten Vater (=mich) beruhigen konnte: „Das lassen wir zur Sicherheit röntgen, um einen Bruch auszuschließen.“
Seine wohldosiert empathische Profimiene fünfzehn Minuten später sagte mir dann schon vor dem ersten Wort, dass das mit dem Ausschließen nicht so ganz hingehauen hatte – „aber wahrscheinlich alles ganz unproblematisch“. Arzt und Schwester versorgten den Bruch fachgemäß mit einer Gipsschiene – und bewirkten mit vielen guten Worten, dass ein Kind trotz eines bis zum Oberschenkel eingepackten Beines zufrieden die Klinik verließ (mit einer Glücksente aus Plastik, die ihm die Schwester zugesteckt hatte, fest umklammert in der Hand).
Wenn der Anlass an sich nicht etwas frustrierend gewesen wäre, müsste man sagen: „Wir kommen gerne wieder!“ (Dass die ganze Sache übrigens kein Zufall war, zeigte sich am nächsten Morgen bei der „Gipskontrolle“ – nochmals ein sehr nettes Gespann!)



Verkehr (2): Fiasko am Opschlag

rd | 06. August 2007, 09:22 | keine Kommentare

Im unermüdlichen Bestreben, die Klever Unterstadt für den Autoverkehr noch unpassierbarer zu machen als im Oktober 1944, können weitere große Fortschritte gemeldet werden:

Auf fulminanten 72 Druckzeilen versuchte die Rheinische Post am Samstag ihren Lesern zu erklären, was die Stadtverwaltung nun am Opschlag plant – da dürften selbst Navigationssysteme kapitulieren. Schon der erste Satz lässt das Unheil erahnen: „Die Ausfahrt auf der unteren Herzogstraße in die Bahnhofstraße ist aufgrund der zum Teil eingeschränkten Sichtverhältnisse nicht unproblematisch.“ Übersetzung: Wir haben uns da mal was ausgedacht. Später im Text: „Der Opschlag, der durch eine entsprechende Markierung auf eine Einspurigkeit zurückgeführt wird, lässt künftig den Verkehr nur noch in eine Richtung, nämlich von der Herzogstraße bzw. von den Minoritenparkplätzen in Richtung Brücktor zu.“ Übersetzung: Mit reichlich Farbe auf der Fahrbahn sorgen wir dafür, dass die Autofahrerei auf der ursprünglich dreispurigen Straße bald ein Ende hat.“

Besonders freuen dürfte die „Kreisunfallkommission“, die angeblich die ganze Aktion initiiert hat, die folgende Veränderung: „Umgedreht wird auch die Einbahnrichtung in der Bensdorpstraße. Der Verkehr fließt dann in umgekehrter Richtung von der Herzogstraße in Richtung Kreisverkehr.“ Für den ortsunkundigen Benutzer des Kreisverkehrs heißt dies, er findet eine Abbiegemöglichkeit vor, die er nicht nutzen darf. (Vorschlag: Die Sache präventiv gleich an alle Fahrschulen nach Holland durchgeben.) Ebenfalls sehr schön: „Die Stadt Kleve erhofft sich durch die neue Verkehrsabwicklung, die auch nach der städtebaulichen Erneuerung des Opschlags nicht mehr geändert wird, zum einen eine höhere Verkehrssicherheit, aber auch eine Stärkung des Einzelhandels in der unteren Herzogstraße.“ Folgende Hinweise zum Verständnis: Zahl der mir bekannten Unfälle in dem Bereich: null. Eine Steigerung kann nur bedeuten, dass man sogar gesünder aus der Ecke wieder rauskommt. (Wellnesskreuzung? Anknüpfung ans alte Kurbad Cleve??) Zweitens: In allen Teilen der Welt hat es sich als enorm wirtschaftsfördernd erwiesen, große Bereiche einfach von allen Zugangsmöglichkeiten abzuschneiden (z. B. Nordkorea). Aber die Stadtverwaltung „hofft“ ja auch nur, und falls dieses Vorhaben überraschenderweise doch scheitern sollte – geändert wird sowieso nichts mehr.
Karte


Bresserberg im Kommerzrausch

rd | 28. Juli 2007, 17:04 | keine Kommentare

Eine Nachricht lässt aufhorchen: Der gute, alte Bresserberg soll fortan Volksbank-Arena heißen, meldet die Rheinische Post. Das erinnert an den üblichen Wahnsinn aus dem Profisport, wo ja beispielsweise das Nürnberger Frankenstadion plötzlich auch Easy-Credit-Arena hieß, und – auch wenn üblicherweise die Regel gilt, dass, wenn ein Trend Kleve erreicht hat, es höchste Zeit ist, sich davon zu verabschieden – es scheint so, als ob diese jüngste Entwicklung aus dem Bereich des Lalakommerzes noch nicht ganz ausgereizt ist.

Was noch zu erledigen wäre:

Bisherige Bezeichnung Neuer Name
SV Rindern Sportplatz Bäckerei-Mölders-Arena
Siegfried-Kampfbahn Ingenieurbüro-(Hochbau)-Kurt-Evers-Kampfbahn
Museum Kurhaus Museum-Apo’s-Welt/Sammlung Marien-Apotheke
St.-Antonius-Hospital Sanitätshaus-Scheer-Kliniken
Flughafen Düsseldorf (Niederrhein) Theo-Brauer-International-Airport (TIA)