Augen waschen: Risalit mit Ecklisenen

rd | 18. April 2008, 15:04 | 2 Kommentare

LeserbriefDer aktuelle Gastkommentar zur Denkmalschutzdebatte um das (ehemalige) Krankenhaus in Kranenburg (von Eelco Hekster, Nütterden):

Es handelt sich um eine gegliederte Baumasse mit zwei Bauschichten. Drei Achsen springen als Risalit hervor. Die mittlere Achse hat ein wunderbares Portal mit einem neogotischen Treppengiebel mit Eselsrücken. Die Haustür ist in einer spitzbogenförmigen Nische eingesetzt. Das Risalit und die rechte Ecke des Hauses haben Ecklisenen. Das Risalit hat eine wunderbare Mauerkrone mit Spitzbogenmotiv und drei spitzbogenförmigen Nischen in der Fassade. In der mittleren Nische steht eine Statue, wahrscheinlich die vom Namensgeber dieses Hauses.

Das Gebäude hat einen breiten, hohen Sockel und mehrere mit Ziermauerverband gebildeten Friesen. Die Rückseite des Gebäudes hat ein ähnliches Risalit, aber nun ohne Statue. Da sieht man als weitere archtitektonische Artikulation einen hohen Schornstein… Und wer behauptet, dass dieses ein nicht denkmalwürdiges Gebäude ist, muss sich zuerst mal die Augen auswaschen…”



Nachttheater – ideal für Alibis

rd | 18. April 2008, 12:11 | keine Kommentare

Da möchte man gerne Richter sein und sofort in die Beweisaufnahme gehen: Die Rheinische Post berichtet über den Prozess gegen einen Mann, der eine Spielhalle in Rees überfallen haben soll. Er sagt, er könne es nicht gewesen sein, weil er sich in der Nacht vom Sonntag, 1. September 2006, auf Montag in der Diskothek Nachttheater aufgehalten habe.

In seiner Niederschrift erinnerte sich XY sehr genau an die Vorkommnisse in der Disko. Er legte dar, dass ihm damals die Spirituosen direkt von der Flasche in den Mund geschüttet worden seien und die Mädchen dort teilweise oben ohne rumliefen. In der Nacht habe er dann noch ein Kind gezeugt…

Der Vorsitzende Richter der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Kleve, Peter Schöttler, ordnete sicherheitshalber schon mal drei weitere Verhandlungstage an. Hier exklusiv ein Vorbericht aus dem Nachttheater:



24/7 Wirtschaftsförderung

rd | 17. April 2008, 17:00 | keine Kommentare

Zu den schönsten Nachrichten des Jahres zählt zweifelsohne die Mitteilung, dass die hiesigen Wirtschaftsförderer während der Immobilienmesse “Wohnen wie Gott in Deutschland” in Nimwegen auch darüber nachdachten, ihren Service mit Hilfe eines Call-Centers künftig rund um die Uhr anzubieten. Gut deshalb, weil bekanntlich die besten Ideen zwischen zwei und drei Uhr morgens in der angeregenden Diskussionsatmosphäre hiesiger Gaststätten entstehen, und das übliche “Hier habt ihr noch zwei, und dann geht endlich nach Hause!” des Wirts in solchen Fällen eben entschieden zu wenig Wirtschaftsförderung ist…


Optische Katastrophen (2)

rd | 17. April 2008, 12:17 | 1 Kommentar

Es würde kaum verwundern, wenn Mama’s Pizza Place demnächst auch die Pizza Mörtel ins Sortiment aufnimmt, wo es doch schon Fundament und die Bausteingruppen I bis III gibt. Zudem steht zu vermuten, dass das muntere typographische Durcheinander, wie es hier auszugsweise präsentiert wird, das dahinter steckende konzeptionelle Chaos verschleiern soll – oder wie ist es zu erklären, dass eine Pizza mit Salami, Zwiebeln, Mett, Paprika und Oliven 12,50 Euro kostet, als “Texas” mit den gleichen Zutaten aber “nur” 10,30 Euro? (Mein privater Beitrag zu echtem Verbraucherjournalismus.)

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