Pixel des Grauens weg

rd | 06. Februar 2008, 18:21 | keine Kommentare

AusrissAschermittwoch ist alles vorbei – offenbar auch die sinnfreieste Bebilderungsaktion in der Geschichte des lokalen Online-Journalismus. Ob dies zugleich einen historischen Sieg des Journalismus über das Controlling dokumentiert, lassen wir mal dahingestellt (Zweifel sind erlaubt). Und ausgerechnet mir wurde das Ereignis in seiner ganzen Tragweite erst mit Verzögerung klar. Zuerst dachte ich, mein Browser ist kaputt und weigert sich aus unerfindlichen Gründen, Bilder von Polizeiautos zu laden. Doch dann traf mich der Blitzschlag der Erkenntnis: Die Klever Lokalseiten auf derwesten.de, der Internetpräsenz des WAZ-Konzerns, scheinen künftig auf Auswüchse sinnloser Illustration verzichten zu wollen (hier vor kurzem angeprangert).

Immer wieder schön, wenn engagierter Journalismus, so wie er hier mit den weiten Spendierhosen webbasierter Omnipotenz zelebriert wird, zu einer besseren Welt beitragen kann – selbst wenn in diesem Fall nur 10.800 Pixel des Grauens verschwinden.



Klebrige Frage

rd | 05. Februar 2008, 16:17 | 14 Kommentare

Ist es das Wetter mit seinen Selbstreinigungskräften? Liegt es an einem veränderten Mix, der von den Wagen geworfen wurde (unter anderem mit –– „Intimpflegetüchern“!)? Oder hat die Stadtreinigung unmittelbar nach dem Rosenmontagszug eine neue Höchstleistung vollbracht? Wie dem auch sei – es ist ein über alle Maßen erfreuliches und seit Jahren nicht mehr erlebtes Gefühl, am Tag danach durch die Klever Fußgängerzone zu laufen, ohne dass die Schuhe kleben bleiben. Danke, Prinz Aloys!



Irgendwas mit Behinderten

rd | 04. Februar 2008, 09:36 | 5 Kommentare

Zur Feier des 25-jährigen Bestehens von Haus Freudenberg GmbH, einer Werkstatt für Behinderte, konnte Geschäftsführer Gerd Tönnihsen eine – lokaljournalistisch formuliert – echte Bombe platzen lassen: Nena gibt am 23. August ein Konzert, das ein „Erlebnis für behinderte und nicht behinderte Menschen“ werden soll, wie Tönnihsen verkündete. Organisiert wird dieses Ereignis von der Gocher Agentur allsports (die auch mal den Klever Unternehmerpreis gewonnen hat, bevor ich die Sache in die Hand genommen habe), stattfinden wird es am Flughafen Niederrhein. Doch warum Nena?

Zur Begründung wird allsports-Chef Georg van den Höövel mit der Bemerkung zitiert, dass man einen Künstler gesucht habe, der einen Bezug zu behinderten Menschen habe. Was bei Nena eventuell noch einleuchtet, vielleicht aber auch – angesichts ihres privaten Schicksals – selbst auf dieser Seite eine bisher unerreichte Klasse des Zynismus bedeuten könnte. In die engere Auswahl waren zudem gekommen:

  • Herbert Grönemeyer
  • Peter Maffay

Grönemeyer? Wegen „Mensch“? Maffay? Tabaluga? Muss man das jetzt verstehen? Hätte nicht auch Stevie Wonder auf die Liste gehört?


Erotische Polizeiautos von hinten

rd | 31. Januar 2008, 00:47 | 1 Kommentar

WestenEs ist an der Zeit, sich mal dem als Tiger gestarteten Internetportal „Der Westen“ zu widmen, das in der Illustration lokaler Geschichten neue Maßstäbe setzt.

Links ist die Seite „Kleve“ vom 29. Januar, irgendwann nachmittags, abgebildet, der Fairness halber sei hinzugefügt, dass ich einen Querbalken mit ein paar anderen Bildern ausgelassen habe, um diesen Screenshot nicht noch höher werden zu lassen. Es verwundert, dass nicht auch das Foto aus dem Lokalsport die Heckansicht eines Polizeiautos zeigt. Jedenfalls ist zu vermuten, dass der Bildredakteur a) entweder ein Roboter ist („IF TEXT enthält ‚Polizei‘ ECHO IMG ‚Polizeiauto'“) oder b) eine Freundin hat, die mal ein Polizeiauto von hinten fotografiert hat und nun für jede Veröffentlichung 3,50 Euro kassiert (diese Seite ist keinesfalls ein Extremfall, sondern sie sieht eigentlich jeden Tag so aus). Noch wahrscheinlicher ist allerdings, dass in dem traditionell auf Sparsamkeit an der Grenze zum Geiz bedachten Haus einfach gesagt wurde: „Für Fotos Geld ausgeben? Wir sind doch nicht blöd! Es werden ab sofort nur noch honorarfreie Schrottfotos veröffentlicht – der Leser merkt’s doch sowieso nicht…“

Pixel des Grauens weg | kleveblog (06.02. 18:21): [...] Aschermittwoch ist alles vorbei – offenbar auch die sinnfreieste Be...