Neue Tourismusbüros der Stadt Kleve…

rd | 22. Mai 2008, 12:55 | 2 Kommentare

Neue Tourismusbüros der Stadt Kleve unter Führung des 1. FC werden in der Saison 2008/2009 in Essen, Dortmund, Verl, Mönchengladbach, Leverkusen, Köln, Münster, Gelsenkirchen, Bochum, Lotte, Mainz, Trier, Saarbrücken, Kaiserslautern, Siegen, Elversberg und Cloppenburg eröffnet, Geschäftszeiten jeweils einmal jährlich ca. 15 bis 17 Uhr zzgl. Nachspielzeit. Und jetzt alle gemeinsam:

Gäbe es den Fußball nicht, wer würde Kleve kennen? (B. (“M.”) Zevens, der übrigens am Sonntag nicht in irgendwelchen Freudentrauben zu sehen war, dafür aber auch keinen Stuhl über den Kopf gezogen bekam)

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1. FC Kleve – Party des Jahrhunderts

rd | 19. Mai 2008, 12:58 | 7 Kommentare

Diese Begeisterung! 7 Minuten 47 Sekunden Emotion pur. Natürlich auch herzliche Glückwünsche von hier zum größten Erfolg in der Vereinsgeschichte des 1. FC Kleve. Der Aufstieg in die Regionalliga erfordert unter anderem, dass für Polizisten in der Volksbank-Arena ein Pausenraum vorgehalten werden muss. Das alles geht natürlich ins Geld, und es führt wie immer zur Frage aller Fragen: Wer soll das bezahlen? (Allein der nötige Stadionumbau soll mindestens 350.000 Euro rund eine Million Euro (Stand 20. Mai) kosten.) Hier der Überblick über die schönsten Antworten:

  • “Wir werden nun, wie angekündigt, unser Engagement beim 1. FC verdoppeln.” (Frank Ruffing, Volksbank Kleverland, die eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr 170.000 Euro in Spitzen- und Breitensport investiert hat)
  • “Da dieses Stadion der Stadt gehört und der FC hier Mieter ist, hat der Vermieter auch Verpflichtungen. Aber es gibt auch keine Zeichen, dass die Stadt ihren Verpflichtungen hier nicht nachkommt.” (Manfred Palmen, Parlamentarischer Staatssekretär in NRW, CDU)
  • “Ich hoffe, dass die Herausforderung Regionalliga gestemmt wird. Aber da wird die Volksbank Kleverland schon zu beitragen.” (Barbara Hendricks, SPD-Finanzexpertin)
  • “So viele Tourismusbüros kann man gar nicht eröffnen. Natürlich kostet der Aufstieg auch der Stadt Geld.” (Udo Janssen, CDU-Fraktionschef im Klever Stadtrat)
  • “In Kürze werden wir uns mit der Stadt zusammensetzen, um die Zukunft zu planen. Klar ist, dass einiges passieren muss.” (Udo Kempkens, sportlicher Leiter 1. FC Kleve)
  • “Der Verein bekommt von uns jederzeit flankierende Hilfestellung. Wir, die Stadt Kleve, sind Besitzerin eines Stadions, das kurzfristig Regionalliga-tauglich nach den DFB-Richtlinien hergerichtet werden muss. Der Verein muss sich jetzt schnellstmöglich mit uns an einen Tisch setzen und die nötigen Anträge vorlegen. Denn der Rat entscheidet. Wir brauchen jetzt viele Schultern!” (Bürgermeister Theo Brauer)

Noch Fragen? Am schönsten eigentlich die Logik des Finanzexperten Manfred P. aus K. Wenn Sie demnächst Ihren Vermieter zum Anbau mehrerer Kinderzimmer bewegen wollen, berufen Sie sich bitte auf ihn!



Offene Klever fast zu: 2 Austritte & 1 Schlaganfall

rd | 16. Mai 2008, 14:15 | 20 Kommentare
Vignette

Bei der Kommunalwahl 2004 holten sie noch 6,43 Prozent der Stimmen und zogen mit drei Abgeordneten in den Klever Stadtrat ein. Doch heute, knapp vier Jahre danach, stehen die Offenen Klever vor einem Scherbenhaufen erster Güte – und sogar Bischöfe werden schon bemüht, um zu retten, was zu retten ist.

Doch der Reihe nach: Schon wenige Tage nach der Wahl erklärte der Abgeordnete Nr. 1, Friedhelm Szubries, seinen Austritt aus der Fraktion – vielleicht auch die bessere Idee, wenn man seine jüngsten Äußerungen in Rechnung stellt, in denen er die Aberkennung der Ehrenbürgerwürde Adolf Hitlers vehement kritisierte.

Blieben noch zwei, bis im Dezember 2006 der umtriebige ehemalige Zeitschriftenhändler Guido Barozzi dem offenbar unwiderstehlichen Werben Theo Brauers erlag und zur CDU überwechselte, um Kleve nach eigenen Worten “kulturell und wirtschaftlich voranzubringen”. Damit waren die Offenen Klever ihren Fraktionsstatus los, und einzig Jeanette Schneeberger vertrat noch OK-Politik im Rat.

Doch seit dem 11. 11. 2007 ist auch sie dazu nicht mehr in der Lage. Ein Schlaganfall streckte die Frau nieder. Seitdem verbrachte sie viele Monate in der Reha und wird nun von ihrem Sohn betreut. Ihr Ratsmandat kann sie offenbar nicht mehr ausüben. Dennoch gelingt es den Offenen Klevern nicht, das zumindest physisch vakante Ratsmandat neu zu besetzen. Dazu müsste nämlich der Sohn, der sich nach einer juristischen Kurzkarriere der Kirche zugewandt hat, als zuständiger Betreuer den Verzicht seiner Mutter bekunden, doch soweit geht die Liebe zur Partei dann wohl doch nicht (Aufwandsentschädigung für Ratsmitglieder Fraktionsvorsitzende pro Monat: 465 Euro).

Anne Fuchs, Ex-Fraktionssekretärin, schrieb angesichts dieser parteipolitischen Notlage sogar an den Bischof von Trier, damit dieser dem Sohn ins Gewissen rede: “Jegliche Besprechung uns drängender Fragen wird von Herrn Schneeberger blockiert, Telefonate, sofern diese zustande kommen, werden grußlos sofort beendet… Sollte die Aufwandsentschädigung, die seine Mutter monatlich weiterhin bezieht, für die Fragestellung von Bedeutung sein, sind wir zu Komporomissen gern bereit”, heißt es in dem Brief. “Ihr Schreiben wurde zuständigkeitshalber an den Regens des Bischöflichen Priesterseminars weitergeleitet”, antwortete der Bischöfliche Kaplan. Mehr ist aber noch nicht geschehen.

Letzter möglicher Ausweg: die Wohnortfrage. Klever Ratsmitglieder müssen ihren Hauptwohnsitz in Kleve haben. Für die Vormundschaftssache Schneeberger sind aber mittlerweile laut Vormundschaftsgericht beim Amtsgericht Kleve die Kollegen in München zuständig…


Nasse Tatsachen

rd | 15. Mai 2008, 15:19 | keine Kommentare

Postkarte

Es gab so einige Nachfragen zum Beitrag Freibadkritik, und da hier der Leser noch mit handgeschöpften Informationen versorgt wird, einige ergänzende Fakten, die deutlich machen, dass Heuschrecken Freibäder am besten weiträumig umfliegen:

  • Dauer der Saison 2008: 127 Tage
  • Voraussichtliche Betriebskosten 2008: 530.000 Euro
  • Kostendeckende Durchschnittseinnahme pro Tag: 4173 Euro
  • Besucher Pfingstmontag (bisheriger Rekordtag): 4800
  • Einnahmen Pfingstmontag: 8000 Euro
  • Besucher Dienstag (immer noch Top-Wetter): 1500
  • Besucher Mittwoch (“Ging-so”-Wetter): 750
  • Besucher an Schlechtwettertagen: weniger als 100
  • Durchschnittliche Besucherzahl (pro Saison): 100.000
  • Durchschnittliche Einnahmen (pro Saison): 150.000 Euro
  • Deckungslücke: 380.000 Euro

Tja. Wer auf Profitmaximierung aus ist, sollte lieber einen Bogen ums Freizeitbad Sternbusch schlagen. Aber, wie gesagt, für mich ist der Betrieb von Schwimmbädern eine öffentliche Aufgabe ersten Ranges – eine controllerfreie Zone sozusagen.