OK: 3, 2, 1 – keins! Brauer soll Mandat entziehen

rd | 10. Juni 2008, 19:01 | 2 Kommentare

Der Kampf um das Ratsmandat von Jeanette Schneeberger-Kröhl eskaliert – und noch ist offen, wer am Ende die Oberhand behält (und was ihm das bringt). Die letzte verbliebene Abgeordnete der einst drei Mitglieder starken Fraktion der Offenen Klever hatte im November einen Schlaganfall erlitten und ist seitdem nicht mehr in der Lage ihr Ratsmandat auszuüben.

Doch alle bisherigen Bemühungen der Wählervereinigung, den Sohn der Politikerin (ihm obliegt die Betreuung) zu einem Verzicht auf das Mandat zu bewegen, scheiterten. Nun überschlagen sich die Ereignisse:

  • Sohn Thomas Schneeberger erklärt “namens und im Auftrag den sofortigen Austritt von Louise Jeanette Schneeberger-Kröhl aus der Wählergemeinschaft Offene Klever (OK). Das Ratsmandat bleibt von diesem Austritt unberührt. Herr Bürgermeister Brauer wurde von diesem Austritt informiert.”
  • Die Offenen Klever erkennen den Austritt nicht an. Der Grund: Auf der beigelegten Vollmacht sind zwar einige handschriftliche Zeichen zu erkennen, die jedoch erheblich von der bekannten Unterschrift abweichen. “Wir bitten durch ein ärztliches Attest nachzuweisen, dass Frau Schneeberger diejenige ist, die diese Vollmacht unterschrieben hat”, heißt in einem Brief der Offenen Klever an den Sohn.
  • Außerdem stellt die Wählervereinigung jetzt ihrerseits den Antrag, Jeanette Schneeberger das Ratsmandat zu entziehen. Im Brief an Bürgermeister Theo Brauer schreibt sie: “Da Frau Schneeberger jetzt in einem Münchner Pflegeheim untergebracht wurde, ist auch ihr ständiger Wohnsitz nicht mehr in Kleve. Ein Wegzug aus der Stadt beendet automatisch die Mitgliedschaft im Rat.”

Nun muss Theo Brauer entscheiden, ob er sich etwas mehr Opposition in den Rat holt – oder die Sache bis 2009 aussitzt…



Schooool’s out – forever!

rd | 10. Juni 2008, 13:13 | 2 Kommentare

Brunnenszene

Endlich arbeiten! Voller Freude auf ihre bevorstehende Zukunft in den verschiedensten Gewerben feierten ca. zweihundert Schüler aus Kleve am und im Elsabrunnen in der Stadtmitte das Ende ihrer Pausenhofexistenz. Feine Ironie gegenüber den Lehrkräften machte deutlich, dass nicht immer Konsens über die Lerninhalte bestand: “Wir sind am Ziel – unsere Lehrer am Ende”. Sozialromantische Exzesse unterbanden ca. fünf Ordnungshüter allein durch ihre diskrete Anwesenheit. Für das anfallende Altglas hatten die Stadtwerke spontan fünf Mülltonnen bereitgestellt.

Wer übrigens wissen will, mit welcher Optik die erste Seite der RP-Lokalausgabe morgen aufmacht – der Herr rechts im Bild im blauen Poloshirt fertigt sie gerade an. Interessant sicher auch die Frage, ob die NRZ von dem Ereignis etwas mitbekommen hat – die Redaktion sitzt nämlich nicht wie die der RP unmittelbar am Fischmarkt, sondern 150 Meter entfernt stadtaufwärts. kleveblog bleibt am Ball, wie immer im Dienste des Lesers…



Haus Royen: Niederlande – Italien 3:0

rd | 09. Juni 2008, 23:22 | 3 Kommentare

Haus Royen

Haus Royen ist eine der letzten Traditionsgaststätten in der Klever Innenstadt, und sie war sogar vor einigen Jahren Schauplatz einer Reportage in der FAZ, als über ein TV-Duell berichtet wurde, das einige SPD-Mitglieder in ihrer Stammkneipe verfolgten. Fußball ist aber ganz was anderes – wie beim Spiel Niederlande – Italien (3:0) deutlich wurde:

Bild & Ton ++ Loewe Concept L 32, 80 cm Diagonale, LCD, Auflösung: 1366×768 (WXGA), • Format: 16:9, Helligkeit: 450cd/m², Kontrast: 800:1 •– oder kurz: Bild & Ton gut
Bier ++ 1,30 Euro, 0,2 l gezapft, König Pilsener
Fans +- 7 Besucher, Klever 50+-Chic (Hemd, Baumwollstretchhosen)
Eintritt ++ frei
Fachkenntnis im Publikum ++ Extrem: “Dat gibt nix mehr” (52. Min.), “Da fällt eher das 3:0 als das 2:1” (79.)
Ambiente +- Frugale Eleganz, die Deutschlandfahne auf dem Billardtisch wirkt ein bisschen lustlos hingestellt
Promis 0 Von der SPD ist jedenfalls keiner da
Gesamturteil +- Fußball pur. Die Gäste haben schon alles gesehen und reden nur noch das Nötigste. Eine dritte Halbzeit mit eloquentem Fachgesimpel sucht man hier vergebens. Wer drei Minuten nach dem Schlusspfiff noch ein Pils möchte, dem sagt Wirt Manni Royen einfach: “Ich hab’ keine Lust mehr”

Vorglühen vorm Radhaus

rd | 09. Juni 2008, 14:47 | 1 Kommentar

Altglas

Ein Bild und seine Geschichte: Wir sehen eine überquellende Mülltonne für Weißglas, und davor ein Ensemble geleerter Flaschen, die einmal mehr oder minder alkoholhaltige Getränke enthielten. Zu erkennen sind “Saurer Apfel” (5), Ananasbowle, Bessengenever, Asti Cinzano und einiges andere mehr.

Standort: Eingangsbereich des Jugendzentrums Radhaus.

Erklärung der Fachleute: Die Besucher besorgen sich diese Getränke z. B. im benachbarten Kaufland-Supermarkt (bis 22 Uhr geöffnet) oder bringen sie von zu Hause mit, konsumieren diese auf dem öffentlichen Parkplatz vor dem Jugendzentrum (ohne Eingriffsmöglichkeiten der Mitarbeiter des Klever Jugendwerks), bevor sie anschließend das Radhaus betreten, dort nett tanzen, in lauen Sommernächten auf der Wiese davor ein Lagerfeuerchen entfachen und vielleicht irgendwann im Laufe des Abends auch noch ordnungsgemäß ein Beck’s für zwei Euro (inkl. 50 Cent Pfand) kaufen.

Meinung des Autors: Solange der Nachwuchs sich marktwirtschaftlich so korrekt verhält, braucht uns um Deutschland nicht bange zu werden (wird den Kids denn wirklich etwas anderes beigebracht, bzw. genauer gesagt: vorgelebt??)