Nah am Menschen: Der neue KLEVER ist da!

rd | 05. April 2019, 19:02 | 5 Kommentare

Frühjahrsausgabe des Magazins mit Geschichten über Claus van Bebber, Michael Dickhoff, Paul Dirmeier und über Anna, Sibylla und Amalia von Cleve – Titelthema ist der persönliche Blick auf eine Alzheimer-Erkrankung

Ein Bild, zusammengesetzt aus unzähligen Familienfotos: Esszimmer in einem Haus, das jetzt leer steht – das Cover der neuen Ausgabe

Ein wichtiges Thema, das viele Familien betrifft, steht im Mittelpunkt der neuen Ausgabe des Stadtmagazins Der KLEVER, die ab dem Wochenende im Handel erhältlich ist. Autor Ralf Daute berichtet über die Alzheimer-Erkrankung seiner Mutter – ein sehr persönlicher Blick, der zeigen soll, wie wichtig in dieser Phase des Lebens der Zusammenhalt ist, und dass auch unter diesen Umständen sehr wohl Momente des Glücks möglich sind.

Auch mit vielen anderen Geschichten ist die Frühjahrsausgabe wieder wie gewohnt nah am Menschen: Helga Diekhöfer porträtiert in ihrer Reihe „Wer wohnt da eigentlich?“ den Künstler Claus van Bebber auf Gut Trostendahl. Michael Dickhoff wird aus Anlass des Jubiläums der Klangfabrik vorgestellt, und das Leben und Wirken des Karnevalisten Paul Dirmeier, der am Freitag beigesetzt wurde, wird mit einem Nachruf gewürdigt.

Andere Themen im Magazin, die Kleve bewegen, betreffen die Übernahme des Klever Traditionsunternehmens de Loreyn, die betonreiche Situation an den Kaskaden, eine erfolgreiche Aktion gegen den Ärztemangel, das vermutliche Ende der Abifete am Radhaus und den Niedergang des Skatspiels in den Kneipen. Autorin Wiltrud Schnütgen beschäftigt sich in einem historischen Beitrag mit einem Vergleich der drei Schwestern Sibylla, Anna und Amalia von Cleve. Gewohnte Rubriken sind die in der Fußgängerzone aufgeschnappten Klever Weisheiten und der Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Gastronomie.

Das 80 Seiten starke Magazin kann zum Preis von 3,50 Euro im Klever Zeitschriftenhandel gekauft werden.



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  1. 1. Chewgum

    Da ich gerade nicht in Kleve bin, habe ich mir u.a. die Titelgeschichte über die Mutter von Ralf Daute einscannen und zuschicken lassen.
    Der Beitrag über Margot Daute ist berührend, ohne rührselig zu werden. Undramatisch, obwohl ein Drama beschrieben wird. Bewegend, weil wir alle Eltern haben und auch selber älter werden. Meine Eltern sind im selben Alter wie Frau Daute. Es geht ihnen gut. Aber niemand weiß, was auf sie und damit auch auf die ganze Familie zukommen kann. Die Geschichte ist auch bewegend, weil hier offensichtlich eine Familie am gleichen Strang zieht, zusammenhält, wie Ralf Daute es beschreibt. Es ist gut, nachvollziehen zu können, wie es von den ersten Symptomen über die Diagnose bis zum Aufenthalt im Pflegeheim Clever Stolz weiter ging. Dass man es als Familie bewältigen kann. Viel dieser Bewältigung hat mit Akzpetanz der Realität zu tun und mit dem Finden von Lösungen, die der Realität angemessen sind. Das ist wohl das Beste, das man für eine Mutter, einen Vater tun kann.
    Ralf Daute schreibt am Ende des Beitrags: „Es geht darum, jeden Tag eine neue Route zu finden. Noch einmal anzufangen.“ Jeden Tag von vorne beginnen, ohne das Wissen um die Zeit davor vorauszusetzen.

    Irgendwo in mir ist das so eine Empörung, dass das Leben so enden muss, nach all dem, was ein Mensch durchgemacht und erlebt hat. Nach all dem, was ein Mensch geschafft und für andere getan hat. Warum tut sich nicht einfach irgendwo ein schwarzes Loch auf, in dem man verschwinden kann, wenn es so weit ist?

    Die Geschichte über Margot Daute ist eine Geschichte gegen diese Empörung, die nichts bringt. Danke.

     
  2. 2. Rainer

    Der Mensch lebt oder er ist tot. Viel mehr Auswahl hat er nicht. Jammern nutzt nicht

     
  3. 3. Niederrheinerin

    Sehr gefreut hat mich auch der Beitrag über das Max-Planck-Institut für Psycholinguistik, ein deutsches Institut in Nimwegen, das diesseits der Grenze oft vergessen wird, aber durchaus der Region zugeschlagen werden kann. Dies haben wir dem Umstand zu verdanken, dass damals, als das Institut geplant wurde, der Mann, der für die Leitung in Frage kam, darauf bestand, dass es in Nimwegen gegründet wurde. Der Niederländer Willem Levelt leitete schon 1976 die Projektgruppe Psycholinguistik der Max-Planck-Gesellschaft in Nimwegen. 1980 wurde er dann Direktor des MPI für Psycholinguistik am Berg en Dalseweg, das später an die Wundtlaan in der Nähe der Uni umzog.
    Weil der Vater einer Freundin am MPI forschte, habe ich Anfang der 1980er Jahre ab und zu an Experimenten teilgenommen, später auch Infoveranstaltungen besucht, einmal an einem Workshop teilgenommen. Besonders war, dass die dort tätigen Wissenschaftler bei der täglichen Arbeit fast alle in ihrer Muttersprache (Deutsch, Englisch, Niederländisch, Französisch) miteinander sprachen. Das funktionierte, weil sie die jeweils anderen Sprachen in der Regel zumindest passiv beherrschten.
    Ohne dass es die Region so richtig mitbekommt, wird dort multidisziplinäre Grundlagenforschung u.a. in Sachen Spracherwerb und Sprachverständnis betrieben. Die Leute, die dort forschen und Doktoranden aus aller Welt betreuen, sind international hoch anerkannt.

    https://www.mpi.nl/deutsch/wer-sind-wir

     
  4. 4. Niederrheinerin

    Auf https://www.mpi.nl/q-a/fragen-und-antworten beantworten Wissenschaftler des MPI interessante Fragen wie z.B.:
    – Gibt es eine schnelle Methode, um meinen englischen Wortschatz zu erweitern?
    – Wie entsteht Legasthenie?
    – Warum schreien wir ‘au’ bei plötzlichem Schmerz?
    – Wie, in welcher Reihenfolge und warum entwickeln Menschen die verschiedenen Fähigkeiten, die für den Spracherwerb nötig sind?
    – Warum können Affen nicht sprechen?
    – Werden wir eines Tages alle Englisch sprechen?

    Man kann über den Fragezeichen-Button auch selber Fragen einreichen.

     
  5. 5. Skat ist geil

    Im aktuellen „Klever“ wird an Skat erinnert. Ein geiles Kartenspiel, das ich mit ungefähr 13 gelernt habe.

    Wir hatten früher viel Besuch, der in der Regel nicht über Nacht blieb. Bis auf ein Familienmitglied, das meine Mutter immer mit den Worten ankündigte: Uroma macht Ferien bei uns. Und dann kam meine Urgroßmutter, die beide Weltkriege mitgemacht hat und damals schon über 70 war. Die ganze Woche lag eine weiße Tischdecke auf dem Wohnzimmertisch und jeden Tag gab es Sonntagsessen. Und wenn wir nicht feierlich an dem Tisch aßen, wurde Karten gespielt. Wir spielten „Schwimmen“ meistens um Geld, mit Streichhölzern war zu langweilig, es musste um was gehen. Dann brachte meine Urgroßmutter, Jahrgang 1898, uns Skatspielen bei. Ab da spielten wir nur noch Skat, alles andere war plötzlich Killefitz. Wenn ich mittags aus der Schule kam, freute ich mich nicht nur über die weiße Tischdecke und den Essensduft, sondern auch auf’s Kartenspielen. Meine Uroma brachte uns bei, dass man möglichst den Überblick behält und wann man besser Andere das Spiel machen lässt. Kartenspielen war für sie eine ernsthafte Angelegenheit. Sie hat uns nie einfach gewinnen lassen und diese Augenhöhe war gut so. Bei Null Ouvert kriegte ich schon Lachanfälle, bei Null Ouvert Hand hab ich mich dann gar nicht mehr eingekriegt, es erschien so absurd, die Karten offen hinzulegen und zu wissen, dass die Anderen mit ihrem höheren Blatt wohl nichts ausrichten konnten. Am liebsten habe ich Grand Hand gespielt, Ramschen war mir zuwider. Später im Gatz, wo ich nochmal eine Skat-Phase hatte, habe ich mich daran erinnert, dass meine Uroma beim Kartenspielen keine Miene verzog. Nur manchmal zuckte ihr Mundwinkel bei einem Stich.

    Jetzt hab ich schon lange nicht mehr Skat gespielt und bräuchte einige Übungsrunden. Mit Leuten, die so ernsthaft spielen wie meine Uroma.