Leser kommen zu Wort. Heute: Mandatträger

rd | 17. Februar 2012, 21:22 | 12 Kommentare

Warum überhaupt dieses Verfahren?
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Doch warum hat die Stadt Kleve überhaupt ein Vergabeverfahren in Gang gesetzt und nicht von Beginn an die Leistungen einzeln ausgeschrieben? „Ganz einfach“, sagt Kämmerer Willibrord Haas, „weil wir damals noch nicht haben wissen können, wie das Ergebnis sein wird.“ Damals habe man die Sanierung oder den Teilneubau des Rathauses nicht ausschreiben können, weil man unmöglich alle Leistungen detailliert hätte benennen können. Das sieht auch Dr. Peter Kamphausen so: Das gewählte Verfahren sei nicht überflüssig gewesen. (Quelle: NRZ 16.02.2012)

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Diese Aussage des Hauptverantwortlichen für diese Katastrophe läßt tief blicken. Die Stadt Kleve beschäftigt eine ganze Abteilung Gebäudemanagement (GSK) deren Aufgabengebiet wird im Internet wie folgt beschrieben:

Aufgabe der GSK ist die bedarfsgerechte Versorgung der Organisationseinheiten und Dienstleistungsbereiche der Stadt Kleve mit Gebäuden, Räumen und dazugehörigen Grundstücken (wirtschaftliche Einheit) unter wirtschaftlich, organisatorisch und technisch optimierten Bedingungen.

Im Rahmen der sachgerechten Bewirtschaftung (Planung, Erhalten und Überlassung aller städtischen und angemieteten Gebäude) wird der Betrieb insbesondere in folgenden Bereichen tätig:

Kaufmännische Abteilung

Technische Abteilung

· Planung und Ausführung von Neu- und Umbauten
· Bauunterhaltung (einschließlich technische Gebäudeausrüstung)
· Betriebsüberwachung (Inspektion und Wartung)
· Ausschreibungs-, Vergabe- und Abrechnungswesen.
· Abbrucharbeiten

Objekte

Rathaus
Technologiezentrum
Museen……

(Quelle: http://www.kleve.de/C12572B30025D73F/html/C5913FEEE7D02481C12577BA002C88F3?opendocument&nid1=01454)

In dieser Abteilung arbeiten aktuell 10 (zehn!!!!) Mitarbeiter.

Lieber Herr Haas, wissen sie überhaupt, dass diese Abteilung in Ihrem Haus existiert? Halten sie uns allen Ernstes für so dämlich, dass wir Ihnen glauben, dass sie nicht in der Lage sind, mit dieser Personalausstattung, ein ganz normales Bürogebäude zu beschreiben und dessen Ausstattung festzulegen.

Sie arbeiten 5 Tage die Woche von Morgens bis Abends in diesem Gebäude und wissen nicht was sie wollen???

Ihre Aussage bedeutet, dass sie trotz eines teuren Werkstattverfahrens mit vielen motivierten Architekten und Bürgern nicht in der Lage waren innerhalb von ein paar Monaten sich darüber Gedanken zu machen was sie eigentlich wollen bzw. was für einen reibungslosen modernen Verwaltungsbetrieb notwendig ist.

Der Kreis Kleve schafft es mit einer viel kleineren Mannschaft eine Hochschule mit 15-20 unterschiedlichsten Gebäude (Büros, Labor, Hörsaal, Mensa, Bibliothek, Parkhaus, etc.) fertigzustellen während sie noch darüber nachdenken wie man jetzt überhaupt weitermacht.

Meine Empfehlung: Beauftragen sie den Kreis Kleve mit der Erstellung eines neues Rathauses, dann wird das auch was.

P.S. Das ihr Berater dieses Verfahren nicht für überflüssig hält, ist doch logisch. Es hat den selben sehr flüssig gemacht.

(Aus den Kommentaren rausgeholt – rd)

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12 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 1. Jeckes Moers

    Klasse! Immerhin reichte die Zeit aber zur Planung einiger geometrisch angeordneter Mäuerkes mit Edelstahlgeländer drauf, nebst Treppen am -die Trauer nimmt kein Ende- Opschlag, die mein 9-jähriger Sohn wohl intelligenter und vor allem geschmackvoller hinbekommen hätte, aber das Thema hatten wir schon.

    Ich bin ja vom Fach… jedenfalls ist zu bestätigen, dass diese Aussage von Haas entweder eine Frechheit oder -Entschuldigung- der Beleg völliger Orientierungslosigkeit ist.

    Mit zwei, drei Mann plant man solch eine Behausung in maximal 10 Arbeitstagen bis ins letzte Detail.

    Schade nur, dass der Rat eine derart schwache Besetzung zu haben scheint -mehr Schnittchen essen, Jungs-, und nichts dagegen aufzubieten hat.

     
  2. 2. Jens-Uwe Habedank

    Es ist leider oft der Fall: Eine Menge an Kapazität und (angeblicher) Kapazität wird im Rathaus vorgehalten, muss bezahlt werden – und wenn’s an die eigentlichen Aufgaben einer Abteilung geht, wird auswärts eingekauft. So gesehen, wird also vieles doppelt bezahlt! Das war mal kurz Thema bei den Haushaltsberatungen Ende 2011, verschwand dann aber wieder.
    So wie hier, beim Rathaus-um-neu-an-oder sonst was -Bau, ist es leider oft. Es gibt z.B. auch ein personell und finanziell gut ausgestattetes Schulamt; auch dieses sah sich nicht in der Lage gewisse Sachen in Angriff zu nehmen oder umzusetzen.Bislang beauftragte man schon zwei “Schulberater”, d.h. zusätzliches Geld für eine Aufgabe, wofür man festeingestellte Mitarbeiter bereits bezahlt.
    In kleinen Kommunen mag ja die Vergabe von Aufgaben Sinn machen – weil man die Kapazitäten für mehr oder weniger einmalige Aufgaben nicht 365 Tage im Jahr vorhalten will oder kann.
    Das Klever Dreigestrin jedoch spricht doch seit Jahren vom “Konzern Stadt” und stellt sich selbst auf’s Kompetenz-Schild – dafür müßte dann aber mehr aus diesem Konzern heraus kommen und nicht fast jede Kleinigkeit auswärts vergeben werden. Entweder – oder! Im Sinne einer kostenbewußten Verwaltung.

     
  3. 3. Günther

    Und dann soll dieser Mann später auch noch Bürgermeister werden?

     
  4. 4. Antibrain

    Man könnte glatt meinen, dass die Verwaltung von Anfang an das vorherige Geplänkel als Obsolete betrachtet hat. Dies alles hat für mich einen sehr bitteren Nachgeschmack.

    Ich beobachte die Rathauswirren schon etwas länger und die Verwaltung kommt mir wie ein kleines Kind vor, dass sich durch dumm stellen und Manipulation der Erziehungsberechtigten eine neue Lego-Ritterburg ergaunern will, da es sich nicht mit einer handvoll neuer Legosteine zufrieden geben möchte. „Mama, der Papa hat aber gesagt ich kriege die Ritterburg“; „Guck mal Mama die ganzen Legobausteine kosten doch fast so viel wie die Ritterburg.“; „Mama ich will die Legosteine doch nicht von meinem Taschengeld kaufen.“ etc.

    Irgendwann so 2003 oder 2005 rum wollte die Stadtverwaltung ein neues Rathaus, was nach der SPD Unterschriftenaktion und einem negativen Feedback vieler Bürgerinnen und Bürger zurückgezogen wurde. Dann ging es los mit Sanieren oder Neubau. Die Befragung wurde gestartet. Vielleicht hätte man ein Rathausneubau mit dem „Willen der Bürgerinnen und Bürger“ rechtfertigen können. Dann entschied sich die Mehrheit für einen Plan mit Sanierung. Schade für die Verwaltung! Dann kamen sie auf die Idee, dass das alte Rathaus ja nur mit viel mehr Aufwand als gedacht saniert werden könnte, was für mich eine indirekte Frage darstellt, ob es evtl. doch besser wäre neu zu bauen. Nachtigall ich hör dir Trapsen!

    Ich habe langsam das Gefühl, dass die hohen Herren dieser Stadt auf Teufel komm raus ein neues Rathaus haben wollen. Das halte ich für eine bodenlose Frechheit! Dieses Geld gehört in die Ganztagsbetreuung und in soziale Projekte.

    Wer die soziale Lage vieler Kinder und Jugendlicher hier in dieser Stadt kennt weiß, dass dies der Allgemeinheit und der Stadt mehr zu gute kommen würde als ein neues Rathaus. Wenn ich den Bogen noch etwas weiter spanne und zu Bedenken gebe, dass sich die Verwaltung so dermaßen gegen Inklusion sträubt ( „Wir warten erst mal die ersten Gerichtsurteile ab und gucken dann was wir wirklich finanzieren müssen….“) und sich im Falle der Gesamtschule nur durch Anweisungen des Landesbezirk Düsseldorf bewegt, kann ich mir noch nicht mal mehr an den Kopf fassen, denn der ist mir dafür zu schade! Auf andere Fehlentscheidungen gehe ich schon nicht mehr ein.

    Ergo: Herr Brauer bekommt erst die Ritterburg, wenn er brav war und seine Hausaufgaben gemacht hat. Sich zum Beispiel um Gesamtschule, ganztägige Kinderbetreuung, Bildung und Inklusion kümmert. Und die Spülmaschine kann der kleine dann auch mal ausräumen. Das hat er lang nicht mehr gemacht!

    So eine Stadtverwaltung hat ein neues Rathaus nicht verdient!

    Ps.: Ich bin nicht im sozialen oder Bildungsbereich tätig. 😉

     
  5. 5. Der Laie

    …nun was will man auch von dieser Abteilung erwarten,
    hatte man doch schon von der Größe des Häuschens des Herrn Weskamp an der Gruft, ganz andere Vorstellungen.

    Der Planverfasser und Ersteller eines Leistungsverzeichnisses legt sich natürlich auf Aussehen,Materialgüte, Stärke und Menge der Materialien fest,aber ist das nicht auch die Aufgabe von Architekten und Fachingenieuren. Wer für sich in Anspruch nimmt, die planerischen Leistungen anderer beurteilen zu können, sollte erst recht in der Lage sein, dies im eigenen Hause vormachen zu könnnen.

    Wer natürlich unter Teamarbeit versteht (T)oll (e)in
    (a)nderer (m)achts,liefert wie hier unter beweis gestellt, für viel Geld nur unbrauchbares ab.

    In der freien Wirtschaft hätte der Architekt bzw. Fachingenieur bereits wegen nachgewiesener Planungsfehler Gespräche mit seinem Haftpflichtversicher führen können.

    Die Wulffsche Art, nur immer gerade das an Fehlern zuzugeben,
    die sich nicht mehr vertuschen lassen, scheint wohl auch in Kleve zum Berufsethos der stättischen Angestellten zu werden.

    Wie wärs denn mal mit einer Strafversetzung in den Aussendienst des Ordnungsamtes, bei entsprechender Entlohnung,vll. macht ja viel frische Luft die Birne wieder frei.

     
  6. 6. Leo

    Ein sehr treffender Kommentar von Mandatsträger.

    Der Sachverhalt bzw. das Problem in der Stadtverwaltung Kleve ist ganz einfach: Es haben nur zwei Personen das Sagen: der Bürgermeister und der Kämmerer. Wer von beiden letztendlich den Ton angibt, darüber lässt sich streiten. Die allgemeine Erfahrung ist, das Sagen hat Willibrord Haas. Der Bürgermeister vertraut ihm – wohl auch oftmals aus mangelndem Fach- und Verwaltungswissen (normalerweise kann und weiß doch ein Lehrer eigentlich alles…) voll. Haas ist dann auch noch so geschickt, seine Ideen passgenau in Theos Mund zu legen, als wären es seine eigenen gewesen. Was für ein gefärliches Duett (in den Stars Wars-Filmen wüsste man jetzt nicht, wer der Meister (Imperator) oder sein Schüler (Darth Vader) ist.

    Übrigens: Der Technische Beigeordnete Jürgen Rauer hat in diesem Kontext eigentlich überhaupt nichts zu sagen.

    Und jetzt kommt der Punkt: Wie auch andere leitende Mitarbeiter in der Stadtverwaltung Kleve nichts zu melden haben (was gefühlt zu einem nicht besonders guten Betriebsklima in der Stadtverwaltung geführt hat)!

    Dies gilt auch für die Geschäftsführer/innen oder Leiter/innen der städtischen Tochtergesellschaften und Eigenbetriebe, die sich von Haas (und dann respektive Brauer) gängeln lassen müssen. Jegliche Ideen, Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge der Betroffenen, die nicht in das Haas´sche/Brauer´sche Schema passen, werden sofort als “Auflehnung gegen das Regime” gesehen und mindestens mit Liebesentzug, im Extremfall sogar mit Mobbing bestraft.

    Da kauft sich Haas lieber teure externe Berater ein, da hat er seine eigene Verantwortung, wenn etwas schiefläuft, wenigstens nicht selbst- und hausgemacht.

    Das ganze lässt, was die Leistungsfähigkeit der leitenden Mitarbeiter im Rathaus angeht, nur folgende zwei Schlüsse zu: entweder, sie sind qualifiziert und dürfen nicht so agieren, wie sie wollen; oder sie sind unfähig, nur durch Vitamin B an ihre sichere Stelle im öffentlichen Dienst gekommen, halten die Schnauze und lassen die beiden da oben weiter vor sich hinwursteln, um der Gefahr des Liebesentzugs oder mehr (s.o.) zu entgehen.

    Denn wer im “Konzern Stadt Kleve” nicht mit den beiden Leit-Wölfen heult, ist automatisch ein Verräter! Überigens: Das Leitbild des “Bedingungslosen Gehorsams” gab es gottseidank zuletzt vor über 70 Jahren. Lieber Rat der Stadt Kleve: Macht endlich die Augen auf und verhindert bitte, dass dieses Handeln in der Stadtverwaltung weiter Schule macht!

     
  7. 7. rainer

    hallo, ich glaub die sind noch nicht im “jetzt” angekommen. die meinen immer noch, wenn man im karneval oder bei ner kirmes bei debilen vollidioten gut ankommt werd ich wiedergewäht. das erschreckende ist is nich die arogante ignoranz (diese befehlsschwachmaten gibts schon seit jahzehnten + jahrhunderten) sondern diese verkommene, korrupte großkotzigkeit “isch kann und darf alles”

     
  8. 8. klevesehrgern

    @ Günther: Wenn “dieser Mann” Bürgermeister werden soll, dann muss man schon vorab die Abwahl klar machen. Duisburg hat gezeigt, wie es geht.

     
  9. 9. Aktenschieber

    @ Leo
    Ihrer Anmerkung kann ich nur zustimmen. So erlebe ich es auch immer wieder.

     
  10. 10. Peter Wanders

    Also, wo wir gerade im Karneval stecken:
    Die Karriere vom Prinzen zum Bürgermeister ist uns wie auf den Leib geschnitten.
    Lieber Thommy, die Wahl können wir uns diesmal sparen. Den Schlüssel und die Verantwortung hat dir Theo ja gerade übergeben. Bring Aschermittwoch nen Container mit und fang mit dem Aufräumen an. Für den Anfang reichen 2 bis 3 Stühle.
    Dann wär der erste und wichtigste Schritt zur Rathaussanierung schon getan.

     
  11. 11. RumsdieKuh4Ever

    Wenigstens sind zwei Beteiligte nüchtern geblieben und haben der NRZ interessante Einblicke in ihr Denken und Handeln gegeben:

    http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-kleve-und-der-region/tauziehen-ums-rathaus-id6365510.html

    „Gehen sie davon aus, dass man sich im Leben immer zwei oder drei Mal sehen wird.“

    (…)

     
  12. 12. roter baron

    @rdk4e

    die geschichte von jan und pit

    der kleine jan und der kleine pit sind sauer weil beide beim schummeln von pits mutti erwischt worden sind. auch der papa von pit hatte keine andere meinung wie die mutti.

    logisch, dass der kleine jan jetzt ganz lieb zum pit ist, weil ihn pits mutti sonst nach hause schickt. und der pit möchte ja auch noch das eis bekommen, dass ihm der jan fürs  schummeln versprochen hatte.

    also schimpfen die beiden erst mal kräftig über den außerirdischen, der sie bei pits mutti verpfiffen hat. so etwas tut man nicht in ihrem kosmos. da schummelt man mit oder verlässt den kosmos wieder ganz schnell.

    eigentlich sind da ja noch die großen brüder und schwestern vom kleinen pit, die auf ihn auf passen sollen, dass er nicht schummelt. aber die haben gar keiner lust dazu.  schauen lieber weg und schlecken ihr eis.

    auch die strafarbeit, die mutti dem kleinen pit fürs schummeln aufgegeben hat, will der kleine pit nicht machen. und seine großen brüder und schwestern finden strafarbeit auch echt blöd und unfair.

    und so macht der der kleine pit einfach fröhlich weiter und die großen brüder und schwestern merken garnicht das der kleine pit ihnen schon längst ihre sparschweine mit dem hämmerchen von jan zerhauen hat und alles geld gestohlen hat.

    und die moral von der geschicht: auf große brüder und schwestern ist kein verlass mehr und strafarbeiten sind auch nicht mehr das was sie mal waren.