Hoffmanns Erzählungen

rd | 20. November 2007, 11:51 | 3 Kommentare

“Die Klever Stadtwerke werden zum 1. Oktober ihre Tarife für Gas und Strom nicht erhöhen. Das teilte gestern Stadtwerke-Geschäftsführer Rolf Hoffmann gegenüber der RP mit”, berichtete die Rheinische Post am 14. August. Acht Wochen später musste der gute Mann dann vermelden: “Zum 1. Januar können die Stadtwerke eine Strompreiserhöhung leider nicht vermeiden” (RP, 19. Oktober).

Preisfrage: Welchen Fehler hat der Mann gemacht? Antwort: Er hat die Möglichkeit zu ca. 15 weiteren Wir-sind-so-lieb-Interviews ausgelassen. Zum Beispiel, um mitzuteilen, dass die Stadtwerke zum 1. November ihre Preise nicht erhöhen. Oder, dass die Stadtwerke auch in den Vormittagsstunden des 12. Dezember keine weiteren Preissteigerungen vornehmen.

Ein kurzer Blick in die Geschichte: Vergleicht man den neuen Preis mit dem von vor einem Jahr, kommt man auf eine hübsche Preissteigerung von 23 Prozent (eine Erhöhung im Februar, eine jetzt). Da wird der im beiliegenden Flyer gegebene Ratschlag, Wasser, das man zum Kochen verwendet, doch erst im Wasserkocher zu erhitzen und dann in den Topf zu gießen, wahre Wunder wirken. Dagegen gibt es unter www.verivox.de noch ein paar andere, effektivere Spartipps.

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  1. 1. kiuli

    wundere mich, daß die neuerliche Gaspreiserhöhung der Stadtwerke Kleve noch nicht kommentiert wurde. Es handelt sich eine Erhöhung um mehr als 10 %.
    In dem Ankündigungsschreiben der Stadtwerke wird weder der jetzt gültige Gesamtpreis genannt (nur der Erhöhungsbetrag, noch wird auf das Sonderkündigungsrecht hingewiesen, welches bis zum 31.08.11 ausgeübt werden muß, wenn man wechseln will und dann zum 01.11.2011 wirksam wird.
    Alternativen, bei denen u.U. erheblich gespart werden kann, findet man unter http://www.verivox.de
    Ich habe jedenfalls gewechselt.
    kiuli

     
  2. 2. ralf.daute

    … stimmt, das ist schon ein Schlag ins Kontor. Und diese Unsitte, den alten Preis nicht zu nennen, ist auch nur nervig.

     
  3. 3. Ge.Org

    Neulich bekam ich einen interessanten Brief vom RWE. Die sind nämlich auch mit ganz interessanten Methoden auf dem Markt unterwegs.

    Nachdem mein Stromanbieter in die Insolvenz gegangen war, übernahm das RWE vorerst die Versorgung. Man forderte mich mit einem netten aber bestimmten Schreiben dazu auf, doch bitte unten links zu unterschreiben und dann würde ich für 12 oder 24 Monate profitieren, von nur 55 Euro Abschlagszahlungen. 55 Euro! Das waren 20% weniger, als ich zuvor zu leisten hatte.

    Beim RWE angerufen, wie sie denn auf diese auffällig geringe Abschlagszahlung kommen würden, antwortete man mir stockend, dass der Netzbetreiber die Zahlen zur Verfügung gestellt hatte.

    Netzbetreiber? Ja, ebenfalls RWE, nur sozusagen eine Bürotür weiter, eine andere Gesellschaft im Konzern.

    Ende von Lied wäre gewesen, wenn ich denn unterschrieben hätte, dass nach Ablauf von 12 Monaten eine dicke Nachzahlung fällig gewesen wäre, denn 12x zu geringer Abschlag -der zuerst natürlich verlockend aussieht- ergibt 1x eine saftige Nachzahlung.

    Dass das RWE keinen günstigen Strom verkaufen kann, ist nun einmal genau so unverrückbar, wie ein gewisser Mindestverbrauch, den unser Haushalt nun mal hat. Man muss sich nun auch noch vor Augen halten, WER das RWE eigentlich ist, woraus RWE entstanden ist… egal.

    Jetzt versorgt uns natürlich nicht mehr das RWE, sondern die Stadtwerke Kleve? Nein, Stadtwerke Flensburg natürlich!