Giorgio Prapotnich, 1954-2012

rd | 08. Juli 2012, 13:51 | 7 Kommentare

Er war der Mann, der die Pizzabrötchen nach Kleve brachte, so ca. 1984, als er das Restaurant Bacco unten an der Stechbahn eröffnete, in einem schwer zugänglichen Untergeschoss. Bacco, das ist auch heute noch der Maßstab, an dem sich Italiener in Kleve messen lassen müssen, auch wenn, wie sein Nachname nahelegt, Girogio alles andere als ein Italiener war.

Ich lernte Giorgio ein oder zwei Jahre später kennen, als eine feiernde Truppe um den damaligen Hauptschullehrer und stellvertretenden Bürgermeister Josef Joeken und seinen Entlassschülern sich in der Diskothek Limit mit dem Pink-Panther-Problem konfrontiert sah: Wenn der DJ die Platte auflegte (so sagte man damals) und die Zeilen »Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät« durch den Tanzschuppen dröhnten, war Schluss. Aus Gründen, die ich nicht mehr kenne, war auch Giorgio dabei. Er machte den Vorschlag, doch noch sein Lokal aufzusuchen, eine Idee, der alle begeistert zustimmten, woraufhin dann so zwischen vier und sieben Uhr morgens noch eine Verkostung verschiedenster italienischer Getränke stattfand.

Danach verlor ich ihn aus den Augen, er aber wagte noch das eine oder andere ambitionierte gastronomische Projekt, unter anderem eröffnete er mit Inge (»Bodega«) Borgermeister in Nierswalde die Taverne und versuchte sein Glück am Klever Aussichtsturm, bevor es nach seiner Ära als »Il Nido« Kriminalgeschichte schrieb. Zuletzt soll er, so hörte ich, als Koch im »Coffeehouse« gearbeitet haben. Giorgio Prapotnich starb am 28. Juni 2012, und in der Todesanzeige steht, in stiller Trauer seien »alle, die ihn nicht vergessen haben«. Das dürften in Kleve viele sein, sehr viele.

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7 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 1. Michael Bay

    Lieber Herr Daute, es stimmt. Kein geborener Italiener, strafte er alle Vorurteile lügen. Ich habe ihn sowohl in den frühen Zeiten des Bacco als auch später dann in Nierswalde kennengelernt. In beiden Restaurationen um gute Qualität besorgt, auch um Atmosphäre. wir sind damals gern hingegangen…

     
  2. 2. Günter

    Ich habe immer seinen alten Alfa Romeo bewundert.

     
  3. 3. alessandro

    Giorgio zu mir lieb warst du eine Schule des Lebens und eine Person, die mir in diesen Jahren von der in Deutschland lebenden wachsen ließ.
    Vielen Dank und nun, da Sie an Gottes Seite bist Ich wünsche Ihnen viel Glück und bitten Sie, die Menschen, die Sie schützen mich geliebt haben und dass Sie wollte so gern zu Ihnen …… !
    Restrai für immer in unseren Herzen und vor allem in meinem Herzen …….!

     
  4. 4. Bierkönig

    Giorgio hat lange Jahre die Gastronomie in Kleve mit qualitativ guter Küche und vorbildlichem Service mehr als bereichert. Bezogen auf sein Fach zeigte er perfektionistische Züge.

    Bei jeglichen Anlass, ob Geschäftsessen, Hochzeitsfeier oder einem geselligen Essen mit Freunden, bei Giorgio war man immer bestens aufgehoben. Insbesondere mit Bacco und Bacco Due sowie der Nierswalder Taverne belebte er das gastronomische Angebot in Kleve nachhaltig. Seine Partner in dieser „besseren“ Zeit waren anfangs Sergio und später Inge.

    Dann wurde es still. Wohl aus gesundheitlichen Gründen erfolgte ein leiser Abschied aus der Öffentlichkeit – erst vom Service in die Küche und nun leider ganz für immer.

    Vermisst habe ich den „alten“ Giorgio schon lange; jedoch vergessen werde ich ihn nie!

     
  5. 5. Beobachter

    Ich kannte ihn nicht persönlich, war aber auch von Anfang an Kunde im “Bacco” Keller. Wußte gar nicht, was der alles für und in Kleve gemacht hat.

    Ein schöner Nachruf, Ralf. Danke für die Infos.

     
  6. 6. Michael + Elisabeth Reintjes

    Bei Giorgio machten wir unseren kleinen Italienurlaub und erholten uns von Arbeit, Kindern und anderen Pflichten. Für drei Stunden waren wir umsorgt von Giorgio und Sergio mit Pizza, Rosé und italienischer Hektik. Wir saßen in den etwas engen Bänken von Bacco, später im edleren Bacco due und in der Taverne mit Inge. Viele Buffets hat er uns zu Geburtstagen serviert und damit jede Party zum Erfolg gebracht. Es war eine lange Zeit, an die wir uns gerne erinnern. Wir haben dem großzügigen Giorgio viele schöne, entspannte Stunden und so manchen weichen Grappa zu verdanken.
    So, jetzt gehen wir zur Merowingerstrasse und sagen:
    Tschüs Giorgio.
    Michael + Elisabeth

     
  7. 7. Don

    Lieber Herr Daute, ich kannte Girgio sehr gut und habe als Klever Junge damals mein erstes Geld als Kellner am WE bei Bacco verdient. Es war jedoch nicht Giorgio der damals Bacco eröffnete, sondern Gilberto Ciuffo mit seiner Frau Angela. Giorgio hat Bacco damals übernommen und ich habe bis zu meinem Studium die Wochenenden weiter dort arbeiten dürfen.

    Giorgio war immer für mich ein Mann von Ehre, der hilfsbereit und ehrlich war.

    Und, lieber Günter, Giorgio fuhr einen Fiat Spider und keinen Alfa !

    Ich wünschte mir, dass es mehr von Menschen eines Giorgio gäbe.

    Ich werde ihn nicht vergessen .