Gelber Sackasmus

rd | 14. Januar 2019, 18:19 | 40 Kommentare
Rollkommando: „Das dürfen wir nicht!“ Wo kämen wir da auch hin?

Rathaus, Informationsschalter, eine ältere Dame erkundigt sich beim städtischen Mitarbeiter nach Plätzen für ein Konzert. Sie möchte eine Karte für die „Sinfonischen Tänze“ erstehen, in Reihe 14 soll es sein, welche Plätze denn da noch erhältlich seien. Es wird ein wenig hin und her überlegt, bis schließlich der beste Platz gefunden ist. Ach ja, und dann werden am 9. April in der Stadthalle die „Zigeunerweisen“ gegeben, ob denn für dieses Konzert auch noch ein Platz in Reihe 14 erhältlich sei. Der freundliche Mitarbeiter schaut im System nach, oh, das tue ihm aber leid, da seien in Reihe 14 alle Plätze belegt, ob nicht auch ein Platz in Reihe 13 möglich sei. Die Dame erwidert, dies würde sie nur sehr ungern machen, weil von Reihe 14 zu Reihe 13 eine Stufe sei, die sie zu überwinden sich nicht imstande sehe. Es wird angesichts dieser verzwickten Lage ein wenig hin und her überlegt, bis schließlich eine Lösung gefunden, der Kaufvorgang abgeschlossen und sodann der elektronische Bezahlvorgang mithilfe einer Bankkarte eingeleitet wird.

Zufrieden verlässt die Dame das Rathaus und blickt hinter sich auf eine Schlange, die mittlerweile auf sieben Personen angewachsen ist. Beschreiben kann ich das so genau, weil ich in der Reihe der wartenden Menschen der Zweite war und aus den grummelnden Gesprächen der Frauen und Männer hinter mir mitbekommen habe, dass die meisten von ihnen – wie ich auch – keine ausführliche kulturgeographische Beratung wünschten, sondern einfach nur eine Rolle der gelben Säcke abholen wollen.

Immer auf der Suche nach Lösungen, die das Leben der Menschen ein wenig erträglicher machen, wies ich, als ich nach einer gefühlten Ewigkeit an der Reihe war, den Mann am Informationsschalter darauf hin und machte den Vorschlag, den Karton mit den Gelben Säcken doch einfach vor den Schalter zu stellen. Dann könnte sich jeder eine Rolle oder auch zwei, oder meinethalben sogar drei nehmen (die Welt würde davon nicht untergehen, nicht einmal wenn der dritte Sack dann nicht bestimmungsgemäß verwendet werden würde), und die alte Dame müsste beim Anblick der durch ihre Beratung ausgelösten Schlange kein schlechtes Gewissen bekommen.

Doch eine solche Idee ist in Kleve schon der Beginn einer Revolution, die offenbar im Keim erstickt werden muss. „Das dürfen wir nicht“, sagt der Mann am Schalter im Rathaus, für dessen Errichtung die Bürger der Stadt einen zweistelligen Millionenbetrag gezahlt haben, damit sie für einen Gegenstand im Wert von wenigen Cent wie Deppen in der Schlange warten.

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40 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 1. Justin

    Gelbe Säcke sind auch nicht so einfach zu handhaben 👷🏻‍♂️🛠 Aber immerhin hat Kleve ein Bienenhotel in der Innenstadt, sehr innovativ! 🐝

     
  2. 2. Willibrord Beem

    Das ist deutsche Bürokratie.😢

     
  3. 3. Malte

    großartiger artikel, danke dafür 😁

     
  4. 4. Chewgum

    Drei Fragen:
    – Muss die ältere Dame ein schlechtes Gewissen bekommen haben?
    – Hat ihr Anliegen, das nicht die gelben Säcke betraf, wirklich unzumutbar lange gedauert?
    – Muss alles zeitlich optimiert werden?

    Viele rennen immer schneller durch ihren Alltag, im wahrsten Sinne des Wortes.

    Deshalb meine Empfehlung zum Jahresbeginn, verbunden mit den besten Wünschen: Lasst euch und den Anderen ein bisschen Zeit.

    Das nächste Mal muss vielleicht irgendwo jemand etwas länger auf euch warten.

     
  5. 5. ???

    Im früheren Bürgerbüro standen die gelben Säcke im Karton für jeden frei zugänglich……..

     
  6. 6. Niederrheinstier

    Mmuuuuh, ungeheuerlich, mmuuuuh! Dass man Ihnen schon nach so kurzer Wartezeit am ersten Schalter die begehrten gelben Müllsäcke gegeben hat, mmuuuh! Das kann nicht, mmuuuuh! So einfach darf das nicht gehen, mmuubuuuh! Der Prozess muss dringend überarbeitet werden, mmuuuhh!
    Zum Beispiel so, mmuuuuh:
    Also um gelbe Müllsäcke zu erhalten müssen Sie sich ab sofort als Formalität den Berechtigungsschein “A 38” ausstellen lassen, mmuuuuh. Dieser Berechtigungsschein soll am Schalter 1 erhältlich sein, mmuuuuh. Dazu sollte der Pförtner Sie (natürlich erst, nachdem Sie die alte Dame abgewartet haben, mmuuuuh) im Erdgeschoß in den linken Gang, letzte Tür rechts schicken, mmuuuuh. Dort angekommen stellen Sie da aber fest, dass da gar keine Tür ist, mmuuuuh. Daher versuchen Sie es mit der letzten Tür links, mmuuuuh. Der dort auf seinem Stuhl schaukelnde Stadtbedienstete möchte aber nicht gestört werden und schickt Sie zum Gebäudeplan im dritten Stock, mmuuuuh. Aus diesem Plan geht hervor, dass der Schalter 1 im Erdgeschoß im rechten Gang, letzte Tür links ist, mmuuuuuh. An Schalter 1 angekommen wird aber von Ihnen das rosa Formular verlangt, das Sie am Schalter 2 bekommen können, mmuuuuh. Und so weiter, und so weiter, mmuuuuh…
    Nach diversen weiteren Schaltern und Formularen können Sie sich nur noch mit Müüüüüüüühe bremsen, mmuuuuh. Jetzt reicht`s, mmuuuh. Sie beschließen aus Verärgerung, den Spieß umzudrehen und fragen nun an Schalter 1 statt des Berechtigungsscheins “A38” nach dem Berechtigungsschein “A 39”, der angeblich in dem neuen Rundscheiben “B 65” festgelegt wurde, mmmuuuh.
    Daraufhin bricht das Chaos auf der Seite der Stadtbediensteten aus, mmuuuuh, die nun in immer größer werdenden Scharen durch das frisch renovierte Rathaus toben…, mmuuuuh. Und das alles wegen so ein paar doofen Mülltüten, mmuuubuuuuh!
    Anmerkung:
    Text ausgeliehen aus dem Kapitel “Das Rathaus, das Verrückte macht” aus der Buch “Niederrheinstier erkundet Kleve” – unter freundlicher Federführung von Klaus Jöken aus Moulins in der Auvergne, mmuuuuh!

     
  7. 7. Lohengräm

    ehrlich gesagt, wundert mich jetzt, dass von einem sonst so weitsichtigen Journalisten wie Ralf Daute so ein Bericht kommt.
    Das ist auch in anderen Städten so (z.B. Aachen), dass die gelben Säcke nur persönlich ausgehändigt werden, quasi nur “haushaltübliche Megen”. Da ist schon viel Missbrauch mit getrieben worde, z.B. jede Menge Rollen mitgehen lassen, Plastikabfall aus gewerblicher Tätigkeit darin verpacken und schon hinterrücks irgendwo an den Bürgersteig stellen. Irgenein Depp wird sie schon mitnehmen.

    Wilde Müllentsorgung gibt es auch im DSD. Daher werden die gelbe Säcke vergleichsweise restriktiv ausgegeben, nicht nur in Kleve. Man darf ja nicht vergessen, dass die Entsorgung an sich für den Mieter/Hausbesitzer kostenlos ist und eigentlich über den Inhalt bezahlt wird. Aber wer guckt heute noch auf den grünen Punkt, wenn er was in den gelben Sack wirft ? Der ist nämlich oftmals auch auf Standardverpackungen aus dem Supermarkt gar nicht mehr drauf. Aber nur das darf rein.

    Was mich viel mehr ärgert, ist, wenn mal wieder die Konzessionen neu vergeben werden, und dann irgendein unnützer BWL-“Controller” des neuen Entsorgers auf die glorreiche Idee kommt, bei der Produktion der gelben Säcke Kosten zu sparen und sie noch dünner und “reissfreudiger” herzustellen. Der BWLer, wahrscheinlich noch irgendson externer MäkKinnsie-Schnösel, kassiert für seine nicht nur unnütze, sondern arbeitsproduzierende Idee wahrscheinlich noch ne dicke Provision, und ALLE anderen, auch der Unternehmer, der letzlich für die Folgekosten wieder aufkommen muss, müssen es ausbaden.

     
  8. 8. Klaus

    Die SäckeAusgabe wurde am alten Standort vom Bürgerbüro flexibel gehandhabt. Da stand ein Karton links neben der Empfangstheke und man konnte sich dort selber eine Rolle rausnehmen. Ein kurzer freundlicher Blickkontakt hat gereicht. Damit war genug Kontrolle sichergestellt, denn ich kann mir schon vorstellen, dass einige freundliche Mitbürger sich hier umfangreich bedienen und sich zB den Kauf von Müllbeuteln für den Haushaltsmüll sparen. Das setzt natürlich voraus, dass dort Mitarbeiter sitzen, die neben ihrer normalen Tätigkeit auch mal eben nach links oder rechts schauen können (und dürfen).

     
  9. 9. rd

    @Lohengräm Zugegeben, es ist nicht das wichtigste Thema der Welt. Aber die darin zum Ausdruck kommende Haltung – alle stehen unter Generalverdacht, Gelbe Säcke in nicht haushaltsüblichen Mengen zu klauen – stört mich schon.

     
  10. 10. ???

    Fehlt nur noch, dass man zur Erlangung der gelben Säcke, vorher noch eine aktualisierte Meldebescheinigung vorlegen muss ………..
    eine einfache Meldebescheinigung wird zu EUR 9,00 (früher EUR 6,00), natürlich unter Vorlage des Ausweises, ausgestellt.

     
  11. 11. otto

    @5.???,
    ……………..stimmt, aber das ist zu einfach und völlig außerhalb jeder Kontrolle. Ich habe sogar gelegentlich
    mehrere (2?) mitgenommen!

    (bitte vertraulich behandeln)

     
  12. 12. Östi

    Die Steigerung hierzu ist das Begehren anstelle der gelben Säcke eine Wertstofftonne nutzen zu wollen.
    Laut Anruf bei der Stadt Kleve müsste ich dann die Wertstoffe erst in gelbe Säcke packen, könnte diese dann in einer Tonne “zwischenlagern” um sie dann am Abholtag aus dieser Tonne zu holen und die Säcke wieder einzeln an die Straße zu legen. Schilda lässt Grüßen

     
  13. 13. Chewgum

    Ich glaube, es war eher die “gefühlte Ewigkeit”, die den Autor auf die Palme gebracht hat. Dafür wollte er eine Lösung, die die Stadt Kleve ihm verwehrte und die sicher mit dem Autor und einigen Anderen funktionieren würde, aber eben nicht mit allen Mitbürgern.

     
  14. 14. rd

    @chewgum Ich war ganz entspannt und habe sehr amüsiert zugehört. Ich glaube jedoch, dass Menschen, die ihren Lebensentwurf um ein Übermaß an Gelben Säcken herum organisieren, unser Mitleid verdient haben.

     
  15. 15. Husky

    Das schlimme ist ja eigentlich, man muss 3 von diesen Säcken ineinander stecken schon um die Gefahr zu minimieren das der erste Joghurt Becher da einen langen Riss rein macht…

     
  16. 16. ???

    Sind die “Gelben Säcke” überhaupt nachhaltig hergestellt, oder gehören sie auch als Müllmärchen auf den Müll?

     
  17. 17. Chewgum

    Hatte beim Lesen das Gefühl, dem Autor quasi beim Augenrollen zusehen zu können. Ok, kein Augenrollen, warum aber amüsiert? Weil eine ältere Frau zwei Karten für eine kulturelle Veranstaltung kauft?

    These: Wäre der Autor innerhalb von zwei Minuten mit Gelben Säcken wieder aus dem Rathaus gewesen, hätte er dem städtischen Mitarbeiter keinen Vorschlag gemacht. Er hätte sich bei der Übergabe noch nicht mal unter Generalverdacht gesehen. Alles wäre gut gewesen.

     
  18. 18. rd

    @Husky Das aber ist ein wirklich guter Tipp!

     
  19. 19. Dorfbewohner II

    Das mit den Säcken habe ich noch nie nachvollziehen können. Bei uns in Bedburg-Hau gibt es Tonnen mit gelben Deckel, die man alle zwei Wochen an die Straße stellt, und fertig ist die Laube. Ich sehe das immer in Kleve, diese Stapel mit Säcken, die bei stärkerem Wind dann auch noch umher fliegen, die ganze Stadt sieht aus wie ein Müllkippe.

    Vl. ist die Wahl für Säcke einem Platzmangel geschuldet?

     
  20. 20. Elvira Rohra

    Waren die hinterlassenen Müllberge in der Fußgängerzone, der unverschämten Silvesterknallfrösche, auf aller Bürger Kosten entsorgt, flog letzte Woche der Plastikmüll aus den kaputten “Gelben Säcken” durch die Fußgängerzone.

    Vom Thema abweichend, sollte man wirklich überlegen, wie man in naher Zukunft, aus verschiedenen Gründen, in Kleve mit der Silvesterknallerei, umgeht!

    Vielleicht kann man ein zentrales, kontrolliertes Feuerwerk abhalten?

    Vorher könnte man an verschiedenen Ständen und musikalischen Darbietungen, in der Stadt miteinander feiern?

    Viele Menschen gehen aus Angst vor Verletzungen wegen unkontrollierter Feuerwerkskörper, nicht einmal mehr auf die Straße.

    Der Müll wäre überschaubar und kontrolliert.

     
  21. 21. Martin Fingerhut

    @ 7. Lohengräm :
    ### irgendein unnützer BWL-„Controller“ […] auf die glorreiche Idee kommt, bei der Produktion der gelben Säcke Kosten zu sparen und sie noch dünner und „reissfreudiger“ herzustellen. ###

    Sie verkennen da etwas :
    Die großen gelben gefühlsEchten werden extra derMaßen hauchZart produziert,
    DAMIT sie nichts nutze sind !
    und folglich auch nicht “fremdVerwendet” werden.

    Wenn Sie Pech haben, erwischen Sie eine jener Rollen,
    welche derMaßen behutsam perforiert sind,
    daß schon beim AbTrennen von der Rolle die gelben HauchGebilde “freudig” zerreißen.
    reihenWeise !
    Diesen InstandPlastikMüll können Sie dann – zusammenGeknüllt – gleich wieder
    in den ersten der gelben PseudoSäcke stopfen,
    der sich endlich heil von der Rolle trennt.

    oder ?
    Ach nein, die gelben dürfen ja gar nicht in die gelben rein,
    weil sie keinen grünen Fleck haben.
    Dieses “System” hat so viel “Sinn” wie diese WindBeutel hauchDünn sind !

     
  22. 22. Klaus

    @20. ER
    Verbote sind der falsche Weg aber zusätzlich 50% “Feinstaubabgabe” auf jeden Feuerwerkskörper würde das Problem schlagartig reduzieren.

    @all
    Eigentlich sollten Gelbe Säcke nur noch limitiert ausgegeben werden, um die Menschen zu motivieren den FolienVerpackungswahnsinn endlich zu reduzieren.

     
  23. 23. Jens-Uwe Habedank

    Einem Vermieter von zwei Wohnungen, plus seine eigene, werden die Müllgebühren für alle drei Wohnungen berechnet und von ihm eingefordert -nicht von den Mietern; da muss der Vermieter sich selbst drum kümmern, dass er die entsprechenden Beträge von diesen bekommt…

    Kurzum, da zahlt jemand für 3 Haushalte.

    Aber – für drei Haushalte kann niemand der Hausbewohner die sogenannten Säcke abholen!
    Da muss von jedem Haushalt ( Z.B. aus Materborn, Reichswalde, Schanz…) jeweils eine(r) antanzen, denn:
    ” Wir dürfen das nicht..”

     
  24. 24. Herbert Jöken

    Wie war das noch gleich mit dem ganzen Plastikmüll in den Weltmeeren?? Plastikrührstäbchen in den to go – Bechern werden verboten?? Gelbe Säcke fliegen zerfleddert über die Straßen unserer Stadt……Diese Logik muss man erstmal verstehen…….Eine gelbe Tonne scheint mir da doch mehr Sinn zu machen…..

     
  25. 25. Michael Bay

    Lieber Ralf Daute,
    zunächst einmal alles Gute zum Neuen Jahr. Ich habe mich bei der Geschichte darüber gewundert, warum die Menschen, die warten mussten, so ungeduldig geworden sind. Hätten doch miteinander reden und so die Wartezeit überbrücken können.
    Wir waren im letzten Jahr in Griechenland, in einer kleinen Stadt; wohltuend waren die Grundgelassenheit und die Fähigkeit, sich zu gedulden.
    Als Nebenthema, wirklich nur als solches. Wie wäre es denn, mal zu überlegen, wie weniger gelbe Säcke gebraucht werden können. Also Müllvermeidung. Vielleicht ist es da einfacher, auf die Angestellten der Stadt und ältere Mitmenschen zu schimpfen. Es ist in Ordnung, dass nicht mehr beliebig viele Rollen pro Haushalt ausgegeben werden.
    Im Übrigen finde ich es gut, wenn Menschen sich für kulturelle Veranstaltungen nicht nur interessieren, sondern sogar Karten dafür erwerben. Da kann man ruhig schon einmal warten.

     
  26. 26. Unternehmer

    Es war 1991. Das Gesetz zum Grünen Punkt war gerade durch den Bundestag verabschiedet.
    Wir bekamen als Unternehmen auch jede Menge Verpackungen mit diesem Punkt.
    Nachdem ich das Gesetz gelesen hatte, rief ich beim Entsorger Schoemakers an, und fragte, wo ich den laut Gesetz kostenlosen Behälter zum Sammeln der Verpackungen bekommen kann.
    Jeder Käufer einer solchen Verpackung musste beim Kauf 5 bis 10 Pfennig für das spätere Recycling zahlen.
    Dafür war laut Gesetz das gesamte Entsorgungssystem für Grüne-Punkt-Verpackungen inklusive der Abholung kostenlos.

    Der Mitarbeiter von Schoemakers konnte mir angeblich nicht helfen und verwies mich an das Umweltamt der Stadt Kleve.
    Auf dem Klever Umweltamt wusste man angeblich auch von nichts und verwies an die Kollegen vom Kreis.
    Die schickten mich zur Kreis-Klever-Abfall-Wirtschafts-GmbH.
    Dort bekam ich eine Telefonnummer der Interseroh.
    Die konnte mir angeblich auch nicht helfen.

    Ich habe dann direkt beim Dualen System Deutschland (DSD) in Köln angerufen.
    Die sagten mir erstaunt, dass ich der sovielte Unternehmer mit dieser Frage sei.
    Und dann lief das ganze Spiel rückwärts.

    Die DSD teilte mir mit, dass sie Verträge geschlossen hatten mit der Kreis-Klever-Abfall-Wirtschafts-GmbH.
    Nach einer Wiederholung des sich Unwissendstellen und meiner wütenden Reaktion hierauf, bekam der Mitarbeiter die Eingebung, dass man Verträge mit der USK (Umweltbetriebe der Stadt Kleve) geschlossen habe. Auf meine Frage, wo ich denn da sein müsse, sagte er: “Beim Umweltamt der Stadt Kleve.”
    Nachdem ich dort meine 3 Stunden zuvor gestellte Frage wiederholte und sich der Mitarbeiter wieder unwissend gestellt hat, überschüttete ich ihn mit einer geballten Ladung Wut.
    Plötzlich hatte er eine Eingebung und wollte mich mit dem Steueramt verbinden. Warum? “Die legen die Gebühren fest.”
    Ich zitierte ihm dann aus dem Gesetz, dass ich mit dem Kauf von Verpackungen mit dem Grünen Punkt schon für die Entsorgung bezahlt habe.
    Er beharrte trotzdem auf eine Verbindung mit dem Steueramt.
    Das Steueramt bestand auf einen Besuch meines Unternehmens. Es wollte zunächst kontrollieren, wie wir die übrigen Abfälle entsorgen.
    Ich habe Ihnen am nächsten Morgen die 13 Stoffgrupen gezeigt, in der wir unseren Abfall sortieren.
    Da waren sie durchaus beeindruckt.
    Sie wiederholten den Unsinn, dass sie jetzt noch eine Gebühr für den Behälter festlegen wollten.
    Als mir dann der Kragen platzte und ich mit einer Beschwerde drohte, drehte der Steueramtsmitarbeiter sich um, zeigte auf eine freie Stelle meines Betriebsgeländes und sagte zu seinem Kollegen: “Da passt der Behälter doch hin.”
    Als ich fragte, woher der Behälter komme, war seine Antwort:
    “Hierzu hat das Umweltamt der Stadt Kleve einen Vertrag mit der Firma Schoemakers geschlossen”. Und was ist mit den Kosten. “Gratis”

    Als einige Jahr später ein Großbrand die einzige Recyclinganlage des DSD-Geschäftspartners, der für die DSD das Recycling ausführen sollte, in Schutt und Asche legte, berichtete das Magazin Monitor hierüber.
    Die Maschinen, die nach dem Brand gefunden wurden, reichten nur für ein Drittel der in der BRD anfallenden Grüne-Punkt-Menge.

    Und der Rest?
    LKWs mit Grüner-Punkt-Beschriftung fahren regelmäßig die Müllverbrennungsanlage bei Duiven/Niederlande an.
    Dort wird aus der Müllverbrennung Energie gewonnen. Sortierter deutscher Müll ist dort hochwillkommen.
    Der deutsche Verbraucher zahlt also beim Kauf für die Verpackungen, sortiert sie auch noch pflichtbewusst, damit in unserem Nachbarland die Energieproduzenten aus diesem sortierten Müll Strom und Fernwärme produzieren und verkaufen können.

    Ich halte dies alles für mafiöse Zustände. Geschützt und organisiert durch unseren Gesetzgeber.

     
  27. 27. LeClerc

    Die etwas leicht zerbröselnden Säckchen gibts auch bei den USK für Selbstabholer! Oder hat sich deren Qualität etwa in den letzten Jahren verbessert?

     
  28. 28. Jürgen Böll

    @ Dorfbewohner II

    Ich gebe Ihnen und rd recht das es bei der Müllsacklösung von Kleve, diese Variante nicht der Weisheit letzter Schluss ist und diese nicht optimal ist.
    Aber und jetzt bringe ich mal ein großes Aber, bei etlichen Häusern und Straßenzügen im Klever Stadtzentrum es sehr schwierig wird noch eine zusätzliche gelbe Tonne, in den Häusern bzw. hinter den Häusern dann unter zu bringen. Zumal viele Bewohner und Hausbesitzer ihre Mülltonnen teilweise von den Gärten durch die EG-Wohnung und die Hausflure bis nach vorne auf die Straße dann ziehen müssen. da die Gärten teilweise keine direkten Zugang an die Straße haben.

    Dazu muss man dann auch wissen, Kleve hat auch ein sehr auf die Anzahl der Bewohner in dem jeweiligen Haus ausgerichtetes Berechnungssystem. Die Stadt Kleve rechnet also bei ihrem Müllsystem mit ihrem Müllschlüssel pro gemeldeten Bewohner in einem Objekt, dass bedeutet dann für den Klever also 30 Liter Restmüll, 30 Liter Grünabfalle und 30 Liter Papierabfall in einem Objekt pro Person und Monat.

    Jetzt wird es lustig, denn die Stadt Kleve (in Form des USK) ist ein wahrer Meister darin die Müllbehältnisse fast auf den Liter genau, dann in Form von bereitgestellten Müllbehältnissen, dem Klever Bürger zur Verfügung zu stellen. Das bedeutet dann aber auch, zum Beispiel in Mietobjekten, dass hier nun ein wahrer Müllbehältnistanz bei Abmeldung eines Mieters wird umgehend die Müllmenge der Behältnisse neu berechnet und reduziert und bei Neuzuzug des neuen Mieters wird wieder aufgestockt, dann in diesem Objekt umgehend einsetzt.

    Machen wir mal die Rechnung für ein Mietshaus mit 6 gemeldeten Mietern auf!
    6 Mieter sind der Berechnung des USK also je 30 Liter, macht dann 180 Liter Restmüll, 180 Liter Papier und 180 Liter Grünabfalle! So weiter geht es, dass größte Müllbehältnis für Restmüll, Papier und Grünabfälle war früher eine einzelne 240Liter Tonne, passt hier aber leider nach dem Müllschlüssel nicht, also gibt es nun von USK ausgerechnet, in Grau=Restmüll 1x 120Liter + 1x60Liter (mit verkürztem Boden) macht 180Liter und damit 2 graue Tonnen, Top.
    Jetzt Papier, Rechnung dito 1x 120L + 1x 60L = 2 grüne Tonnen, jetzt noch schnell die Grünabfälle man ahnt es schon fast 😉 1x 120L + 1x 60L = 2 braune Tonnen.
    Ich habe also jetzt hinter dem Haus oder im Gemeinschaftskeller 6 Stück Müllbehältnisse und für jeden Mieter 3x Glascontainer (1x für Weißglas, 1x Grünglas und 1x Braunglas) macht 18 Container stehen, ach ist das schön. Der USK schafft es auch schon mal, wenn nicht genügend Behältnisse zur Verfügung stehen, dass man für den Restmüll dann nicht 2 Tonnen sondern einfach 3 Tonnen a 60 Liter dann hingestellt bekommt, macht ja auch 180 Liter, Top gerechnet!

    Sie können daher sicherlich verstehen das mir die gelben Müllsäcke für Kunststoffrestmüll bedeutend lieber (lassen sich besser stapeln) sind, als noch 2 oder 3 weitere gelbe Container nach dem Klever Müllschlüssel.

    Ich kann darauf also dankend verzichten.

     
  29. 29. Der Laie

    Da ist die Gemeinde Bedburg-Hau der Stadt Kleve mit der Entsorgung in gelben Tonnen wieder einmal einen Schritt voraus.
    Wie haben wir früher unseren Abfall mit einer einzigen 35 l Tonne nur bewältigen können.Gut die Tonnen wurden wöchentlich entleert,dagegen stehen heute vier 120 l bzw 240l Tonnen seitlich am Haus.
    Vll.lag es auch daran,das Obst und Gemüse in Papier Spitztüten abgewogen und nach Hause getragen wurde.
    Fleisch, Wurst und Käse von der Verkäuferin in Pergamentpapier eingepackt wurden.
    Die Milch noch lose in die mitgebrachten Milchkannen abgefüllt wurde.Andere Einkäufe wurden im Einkaufsnetz nach Hause getragen.
    Dann kam die Zeit der Verkaufsprofis, die Tragetaschen als Werbeträger erkannten,sowie darüber nachdachten
    wie verleitet man einen Kunden mehr zu kaufen als er benötigt,mit in Folie verpackter Ware.
    Die Hygiene Vorschriften im Lebensmittel Einzelhandel tragen ebenfalls ihren Beitrag zum Plastik Müll bei.
    Das Rad der Zeit wird sich nicht zurück drehen lassen,aber wer heute seine Einkäufe in einem Stoffbeutel oder einem Einkaufskorb nach Hause trägt macht schon mal einen richtigen Anfang.

     
  30. 30. Lohengräm

    @25

    >Wir waren im letzten Jahr in Griechenland, in einer kleinen Stadt; wohltuend waren die Grundgelassenheit und die Fähigkeit, sich zu gedulden.

    Genau. Deshalb läufts da auch so prima !

     
  31. 31. Jens-Uwe Habedank

    @ 27 LeClerc:
    Auch schon bei der USK/ Wertstoffhof versucht – die verweisen einen an das Bürgerbüro…

     
  32. 32. Chewgum

    So, jetzt sind (fast) alle wieder da

     
  33. 33. HP.Lecker

    Wir haben uns anlässlich unseres Umzugs seinerzeit in Abstimmung mit der USK eine gelbe Tonne (240 Liter) auf eigene Kosten angeschafft. Nach Rücksprache mit der USK wurde dem zugestimmt (die Abholung funktioniert bis jetzt einwandfrei). Als Auflage wurde jedoch gemacht, den gesammelten Abfall in die gelben Säcke zu füllen und diese dann in die Tonne zu verbringen. Doppelt gemoppelt – auch in Geld – hält dann wohl besser. 😉

    Fazit: Klappt subber!

     
  34. 34. Chewgum

    Ich glaub, Deutsche würden sich nur wegen Blockierung der Müllentsorgung, sei es im Rathaus oder zu Hause, gelbe Westen überstreifen.

     
  35. 35. Chewgum

    Schlage vor, die gelben Westen aus Gelben Säcken anzufertigen … ach nee, zu schwierig wegen der haushaltsüblichen Mengen … das wird wohl der wahre Grund sein, warum man nicht einfach Kisten mit dem Schild “Hier bitte Gelbe Säcke entnehmen” im Rathaus aufstellt.

     
  36. 36. Joseph Johann

    Dünne gelbe Säcke bekommt man problemlos bei USK Brabanter Straße. Auf die Frage, warum es keine stärkeren gelben Säcke gibt, wurde auf die Kosten und die Stadtverwaltung verwiesen. Es seien jedoch die Klagen vieler Bürger bekannt, aber man könne nichts machen.

    Den Erfolg der dünnen gelben Säcke kann man zum jeweiligen Abfuhrtermin zum Beispiel auf der Merowingerstrasse bei den Reppko-Bauklötzen sehen. Teilweise ist der Bürgersteig damit versaut.

    Ist das GRÜNE Politik?

     
  37. 37. Rüdiger Weizenkeim

    Stabile (!) graue Müllsäcke die aus Material bestehen was wiederverwertet wurde, sind in Deutschland nicht so gängig. Gibt es in den Niederlanden – 60 ltr. je 5 Cent. Die Firma hat ihren Sitz in Mönchengladbach – womöglich wird da auch produziert. Oder doch wieder China ?

     
  38. 38. Husky

    @36 ich bin mir nicht sicher ob die Grünen an den gelben Säcken schuld sind.

    Am Dosenpfand ist ja auch die CDU schuld (Vermutlich weil ein Schwippschwager von wem die Automaten baut…)

     
  39. 39. ???

    Es ist wieder so weit ……….. morgen ist Entsorgungstag …………. und heute “kugeln” die gefüllten “Gelbe Säcke” wieder überall herum, teils auch auf der Straße.

     
  40. 40. Joseph Johann

    38: Dosenpfand ist Trittins Parade. Seit wann ist der CDU?