Dr. Katsoulis – vom Krankenhaus nach Kreta

rd | 12. Dezember 2019, 16:30 | 3 Kommentare
Besseres Wetter und näher am Meer: Dr. Katsoulis (l.) verlässt den Niederrhein, Dr. Ufuk Gündug wird sein Nachfolger am Wilhelm-Anton-Hospital in Goch

In dem Lied „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens gerät der Erzähler abends auf dem Heimweg zufällig in ein von griechischen Gastarbeitern besuchtes Lokal, wird auf ein Glas Wein eingeladen und bekommt zu hören, dass das Getränk „wie das Blut der Erde“ sei. Dann offenbart sich einer der ungenannten Gäste und sagt, dass er traurig werde, wenn er von seiner Heimat träume. Die Kombination aus dem Wein und „altvertrauten Liedern“ führe dazu, dass er die Sehnsucht wieder fühle, während er in seiner neuen Heimat („in dieser Stadt“) immer nur ein Fremder sein werde – „und allein“. Der Zufallsgast bekommt schließlich noch Erzählungen zu hören von grünen Hügeln, Meer und Wind, von alten Häusern und jungen Frauen, die alleine sind, und von einem Kind, das seinen Vater noch nie sah. „Sie sagten sich immer wieder, irgendwann geht es zurück“, das Ersparte genüge für ein kleines Glück, und bald denke schon niemand mehr daran, „wie es hier war“.

Der Inhalt dieses Schlagers lässt sich natürlich nicht eins zu eins auf Dr. Stavros Katsoulis übertragen, allein schon deshalb nicht, weil er in seinen nunmehr 17 Jahren als Chefarzt im Gocher Krankenhaus auch am Niederrhein heimisch geworden ist. Doch nun, im Alter von 62 Jahren, gibt der aus Griechenland stammende Mediziner, übrigens ein großer Freund des Basketballsports, die Leitung des Gastroenterologischen Zentrums im Wilhelm-Anton-Hospital ab und übersiedelt mit seiner Frau nach Kreta, wo er sich als Arzt niederlässt.

Im Kreis Kleve leistete Katsoulis gastroenterologische Pionierarbeit, er etablierte zahlreiche Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten in der Region. Unter seiner Leitung wurde 2013 die hochmoderne endoskopische Abteilung des Wilhelm-Anton-Hospitals in Betrieb genommen. Mehr als 6.000 Endoskopien werden in Goch jährlich durchgeführt, endoskopische Interventionen gehören zum Standardrepertoire des erfahrenen Teams und ersparen vielen Patienten größere Operationen. „Die Technik ist das eine, der menschliche Faktor das andere“, weiß Gabriele Theissen, Regionaldirektorin des Wilhelm-Anton-Hospitals Goch. „Wir verabschieden mit PD Dr. Stavros Katsoulis einen sehr geschätzten Kollegen, für den das Wohl der Patienten immer an erster Stelle stand.“

kleveblog wünscht den Mediziner für die neue Phase seines Lebens in der alten Heimat alles Gute!

Nachfolger von Katsoulis wird Dr. Ufuk Gündug (45), der erst vor anderthalb Jahren als Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Diabetologie, Hypertensiologie und Infektiologie nach Kleve kam und sich in dieser Zeit einen ausgezeichneten Ruf erworben hat. „Wir freuen uns sehr, dass unsere Patienten künftig noch mehr als bisher von Dr. Gündugs großer Expertise und Erfahrung im Bereich der Gastroenterologie profitieren werden“, so Holger Hagemann, Geschäftsführer des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums.

Auch hier sei alles Gute für die neuen Aufgaben gewünscht!

Einen Kommentar schreiben





3 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 1. HerRmann

    Für diesen Transfer musste aber jetzt nicht ein neuer Hubschrauberlandeplatz gebaut werden – oder?
    https://rp-online.de/nrw/staedte/goch/goch-wilhelm-anton-hospital-baut-hubschrauberlandeplatz_aid-47719753

     
  2. 2. Chewgum

    Kriti, wie die Griechen sagen, ist eine wunderschöne Insel mit einem besonderen Licht, ein Sehnsuchtsort nach Urlauben dort geworden, mit sehr gastfreundlichen Menschen.

    Alles Gute, Dr. Katsoulis.

     
  3. 3. Andreas Bulkens

    Toll.