Deconstructing Cleve, ein privater Workshop

rd | 04. Mai 2009, 22:25 | 10 Kommentare
Wäre ein grünes M nicht einladender gewesen?

Wäre ein grünes M nicht einladender gewesen?

Stadtentwicklung, zweifellos das Thema des Jahres! Jeder plant und gestaltet, kaum ein Bierdeckel zwischen Bodega und Früh, der nicht zu nächtlicher Stunde mit einer neuen Vision vollgekritzelt wird. Ideen flirren, blitzen auf und vergehen im Dunkel niederrheinischer Frühlingsnächte. Insgesamt ist alles so konstruktiv wie schon lange nicht mehr.

Bekanntlich aber schreibt hier ein Meister der Dekonstruktion (ein gescheiterter Schüler eines gefühlten Schülers von Paul de Man!), und der hat unter der Prämisse “Wollen wir nicht erst mal ein bisschen aufräumen, bevor wir hier lauter neue Sachen hinsetzen?” einen privaten, mehrstündigen Innenstadt-Workshop abgehalten, an dessen Ende eine Top 5 der Gebäude stand, die – sobald die Eigentumsverhältnisse geklärt sind, von mir aus aber auch gerne vorher – der Abrissbirne zum Opfer fallen dürfen:

Platz Gebäude Typ Begründung
5 Stadthalle Veranstaltungshalle Hässlich
4 Spoycenter Wohn-/Geschäftshaus Noch hässlicher
3 Woolworth Kaufhaus Etwa so ansprechend wie ein großstädtischer Weltkriegshochbunker
2 Sparkasse Bank Kleinstädtischer Geldbunker, im Grunde wie Woolworth, nur mit mehr Penunzenverbratung beim Bau
1 Salon Helga Friseursalon Der Kleinbuchstabe “h” aus Beton, knallgelb gestrichen, als Fassadenidee, darauf muss man erst mal kommen

Neuvorstellung für die kommende Woche: Dresdner Bank, Stechbahn (wird ohnehin wegfallen, wetten, dass?)

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  1. 1. rainer

    Hallo, ich hab noch einen: schwanenburg, märchenbelasteter altlasthistorizismus in bester innerstädtischer hanglage

     
  2. 2. rkh

    Hallo, ma ehrlich, mittlerweile sollten die konzept- powerpoint- IdeenEntwerfer/gruppendingens- und “bunte striche + flächen mit eddings malen” abdanken. für so spielgruppen möchte ich keine steuern zahlen müssen. + lasst bitte das Beton-B stehn

     
  3. 3. frau H

    Helga ist nicht schlecht. Das H, welches ich nicht als solches erkenne, könnte man auch als Erich Tönnissen Gedächnis-Fertigbetonteil bezeichnen. Vieleicht noch von Ihm selber gegossen und montiert. So etwas darf man nicht abreißen und gehört dann bestimmt in 20 jahren zu den Top Punkten jeder Stadtführung. Nun gut, oder man beginnt damit die Verfüllung des Tweestroms. Die Stadthalle bräuchte nur Cosmetic, weil die Akkustik nämlich ausgezeichnet ist, außerdem gibt es dort keine Betonfertigteile, aber die gibt es in Hülle und Fülle bei der SPK. Ganz zu schweigen am Spoy Center. Also abreißen und die Teile in den tweestrom, dann hat die Verfüllung wenigstens einen Sinn und erich muss für die ganzen Neuen Objekte viele Betonteile produzieren und die Verfüllung hat Ihren Sinn ( Arbeitsplätze zu sichern ) erfüllt.

     
  4. 4. ralf.daute

    @ frau H Die Optik meiner Kamera reichte nicht, um die ganze Fassade zu erfassen. Es fehlt der linke senkrechte Strich. Die Tür gibt die Konstruktion, mit einem Betonschnörkel zu viel, verkleinert wieder

     
  5. 5. ichglaubetnich

    Ist Fassadenfarbe in den Klever Baumärkten nicht mehr verfügbar? Das sieht ja schlimm aus! Oder haben Sie, Herr Daute, da etwa retuschiert? 😉

    Aktion >>>> Mehr Farbe für Kleve!

    Schlage die sofortige Gründung eines Arbeitskreises vor. Oder ein paar nette Workshops mit Schnittchen und lecker Bier.

     
  6. 6. Pete

    Der Frisoersalong ist doch eines der einzigen Gebaeude, die aus dem Backstein-Kupfer Einerlei noch halbwegs erfreulich herausragt. Bei allen anderen Gebaeuden gebe ich dir recht. Obwohl, wenns um die Sparkasse geht, die fuer mich ins Einerlei hereinpasst, dann muss man’s schon fast wie Beuys planen: Alles abreissen und nochmal neu bauen.

    Was ist eigentlich mit dem Kaufhof, der kann ruhig weg… natuerlich das Gebaeude 😉

    Als Anregung fuer Ralf: autostitch, ICE oder gleich zu
    http://photosynth.net/create.aspx

    Pete

     
  7. 7. Billy Idol reloaded

    Idee: bitte voting-tool für/gegen salon helga installieren, ich find´den nämlich ganz ok!

     
  8. 8. Flaccus

    Die Fassade vom Salon Helga in diese Liste zu nehmen ist für mich komplett unverständlich. Das Ding bräuchte nen Anstrich. Davon abgesehen ist es eine der GANZ wenigen Fassaden in Kleve, die über einen durchschnittlichen Kleinstadtmut hinausgehen und das schon vor Jahren gemacht haben. Für mich ist diese Fassade eher auf die Denkmalschutzliste zu stellen — ein Zeichen dafür, dass Kleve auch BEVOR es “groß” wurde schon Leute und Architekten hatte, deren Phantasie und Entschiedenheit über dem normalen Dorfniveau lag.
    Wer diese Liste erstellt hat, kann von Architektur und Gestaltung keinen Cent Ahnung haben!
    Sorry..

     
  9. 9. stefank.

    “Helga’s” Fassade ist natürlich nicht mehr die modernste aber sicher auf dem Weg zum Klassiker.

    Wurde übrigens entworfen von ihrem Ex-Ehemann Prof. Hannes Hermans
    http://www.f05.fh-koeln.de/personen/professoren/hannes.hermanns/index.html

    Ein bisschen Farbe würde sicher gut tun.

     
  10. 10. Franz

    nach meinen Informationen steht die Fassade auch unter Denkmalschutz. Natuerlich waere ein ordentliche Recherche hierzu jetzt angebracht. Ich kann also nur den Ralf dazu auffordern!!