Darf ich mit Weltschmerz, leichtem Unwohlsein oder „nur mal so“ ins Fieberzelt? Nein!, sagt das Krankenhaus

rd | 29. Februar 2020, 18:38 | 8 Kommentare
In Kleve noch nicht gesichtet: Coronavirus (elektronenmikroskopische Aufnahme)

Das Fieberzelt am Klever Krankenhaus, seit Samstag 14 Uhr geöffnet, wird überrannt – offenbar auch von Leuten, die unspezifisches Bauchgrummeln, verstauchte Daumengrundgelenke und einen rauen Hals haben! So aber war das nicht gedacht, weshalb das Krankenhaus jetzt zur Klarstellung die Aufnahmekriterien für die zentrale Fieberambulanz genannt hat. Rein dürfen ausschließlich Menschen, die alle – hier noch einmal in Großbuchstaben: ALLE – folgenden Symptome aufweisen:

  • Fieber
  • Krankheitsgefühl
  • Husten/Schnupfen

Was passiert in der Fieberambulanz? Die Einrichtung dient ausschließlich zur Diagnostik und nicht zur klinischen Behandlung.

Wenn sich Patienten mit grippeartigen Symptomen in der Fieberambulanz vorstellen, folgen (in dieser Reihenfolge) :

  • Anamnese
  • Grippeschnelltest (Speichelabstrich, Ergebnis ca. 20 Minuten)
  • und bei negativem Grippebefund eine Testung auf das Coronavirus (Speichelabstrich, Ergebnis aktuell nach 48 Stunden)

Wichtig: Die Ausstellung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ist dem Klinikum nicht möglich.

Die Fieberambulanz ist am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Kreises Kleve wurde der Zuständigkeitsbereich unserer Fieberambulanz auf folgende Städte und Gemeinden beschränkt:

Kleve, Kranenburg, Bedburg-Hau, Kalkar, Uedem, Goch, Weeze und Kevelaer.

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8 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 1. Chewgum

    Warum zentrale Anlaufstellen gut sind, zeigt auch das Interview mit einer Ärztin auf Spiegel.de: https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-schutzkleidung-muss-ich-bei-amazon-kaufen-hausaerztin-ueber-den-umgang-mit-covid-19-a-22bc2910-1811-43ad-8cbc-325dbed390f0

     
  2. 2. jean-baptiste

    Dass die aufgestellten Protokolle auch nicht immer durchdacht sein müssen, kann man an dem Fall einer Patientin aus Gorinchem ca. 40.000 EW SO von Rotterdam) ablesen, die dort schon eine Woche mit schweren Atemwegsproblemen auf der Intensivstation lag.
    Da der Zustand sich nicht besserte, hat man sie auf die Intensiv des EMC in Rotterdam verlegt, wo Samstag erst einmal ein Test auf Corona 19 durchgeführt wurde.
    Nach geltenden Protokollen des Gesundheitsamts hatte man im ersten Krankenhaus keine Veranlassung gesehen, einen Test durchzuführen.
    Als jetzt in Rotterdam das Ergebnis vorlag, hat man sofort das Krankenhaus in Gorinchem gesperrt, es dürfen ab direkt weder Ärzte oder Pfleger, und auch keine Patienten oder Besucher, das Gebäude, vorerst für 24 Stunden, betreten oder verlassen.
    Hoffentlich haben die genügend Verpflegung und Betten für alle Betroffenen.
    https://www.telegraaf.nl/nieuws/1289436505/live-ziekenhuis-gorinchem-op-slot-om-coronavirus

     
  3. 3. jean-baptiste

    Ich zweifle an der Wahrheit dieser Geschichte, aber wenn sie wahr ist ?
    Niederländische Frau mit Kleinkind, wohnhaft in Kessel, müssen vor dem Zelt der Fieberambulanz Kleve im Regen stehen, nach mehr als einer viertel Stunde im Regen und noch weiterhin keine Aussicht um schnell ins Zelt zu kommen fährt sie nach Boxmeer zum Krankenhaus.
    Ein Fall für rd. ?
    https://www.hartvannederland.nl/nieuws/2020/sandra-en-haar-dochtertje-mogelijk-besmet-met-coronavirus-maar-ze-krijgen-geen-hulp/

     
  4. 4. Chewgum

    @3 jb Ergänzung für die, die nicht den ganzen Artikel lesen wollen:

    Niederländische Frau mit Kind war vorher in der Lombardei, Italien, wo es relativ viele Corona-Fälle gibt. Von Kleve fuhr sie nach Boxmeer, wo ihr der Zugang zum Krankenhaus verweigert wurde. Sie fuhr dann nach Kessel zurück, wo sie wohnt.

     
  5. 5. jean-baptiste

    inzwischen hat die Dame kräftig die (Negativ-)Werbetrommel ob des Gesundheitssystems hüben und drüben der klever Grenze gerührt, den Fall hat inzwischen in NL landsweit Beachtung gefunden, von L1 Limburg über de Gelderlander bis hin zum Algemeen Dagblad AD.
    Und so sind meine Zweifel an der Authentizität denn auch stark vermindert.
    Übrigens ein sanfter Hinweis Richtung klever Krankenhaus, die Chinesen schaffen es, die Menschen innerhalb weniger Sekunden auf Fieber zu testen.
    Braucht das in Kleve über eine Stunde ? Und wozu braucht es so ein grosses Zelt, wenn die paar Menschen, die sich melden, draussen in Regen und Sturm stehen müssen ?
    Und dann noch die Geschichte der Dame, gerade kommt sie aus der Lombardei, hat 38 Grad Temperatur gehabt, klingelt da nicht ein Glöckchen, nicht nur in Kleve, aber auch im niederländischen Gesundheitssystem?

     
  6. 6. rd

    Die ganze Geschichte der Frau ist auf Facebook nachzulesen. Offenbar wird im Fieberzelt immer nur einer gleichzeitig untersucht, was vermutlich schlicht und einfach ein Gebot der Vernunft ist (was, wenn ein Corona-Patient unter 20 Wartenden ist?). Die Prozedur dauert 20 Minuten, sodass bei drei Wartenden eine Stunde Wartezeit die Folge ist. Die Frau war mit ihrem Kind in der Lombardei gewesen. Das Kind und dann auch die Frau hatten Erkältungs-/Grippesymptome entwickelt, ob diese für das Fieberzelt-Raster qualifizierten, geht aus dem Post der Frau m. E. nicht eindeutig hervor.

     
  7. 7. Chewgum

    Lombardei und Fieber müssten reichen für einen Test. Dass ins Fieberzelt immer nur einer kommt, macht Sinn. Vielleicht sollte man Wartemarken (mit ungefährer Zeitangabe) vergeben, dann hätte die Frau im Auto warten können.

    Das Gesundheitsamt sollte in dem Fall nun direkt tätig werden.

     
  8. 8. Niederrheinstier

    Mmuuuh, das Fieberzelt des Karl-Leisner-Klinikums war heute in den Acht-Uhr-Nachrichten, mmuuuh!