746 😯 – Abschied vom Blaulicht-Report Kleve

rd | 11. Februar 2019, 17:33 | 5 Kommentare
Wo immer etwas krachte oder loderte, war der Blaulicht-Report Kleve nicht fern

Der Blaulicht-Report Kleve war so wie der Gewehrschuss, den man hört. Nur, wenn man ihn nicht hört, steckt die Kugel bereits im eigenen Kopf. Las man auf Facebook im Blaulicht-Report, dass es wieder irgendwo einen Kraftfahrer zerlegt hatte, wusste man, dass man selbst die Nachricht noch lesen konnte  – und es einem somit vergleichsweise gut geht.

Daniel Böing, der Betreiber des Blaulicht-Reports, huldigte einem Lokaljournalismus, der in den Lokalredaktionen der gedruckten Zeitungen schon vor einem Vierteljahrhundert marginalisiert wurde – und 36.329 „Freunde“ des Informationsangebots zeigten, dass es vielleicht dennoch so etwas gibt wie eine unstillbare Neugierde am UnglĂŒck anderer, welches der Klever mit seiner Kamera als „Blaulicht-Report Kleve“ auf Facebook gewissermaßen amtlich dokumentierte.

Wenn nachts ein Dachstuhl brannte oder am frĂŒhen Morgen ein Kraftfahrer beim Linksabbiegen ein entgegenkommendes Fahrzeug ĂŒbersah, war Daniel Böing zur Stelle und berichtete mit der Gewissenhaftigkeit eines Chronisten mit den Spezialgebieten verkohlte Dachsparren und zerknĂŒlltes Blech. Hörte der besorgte BĂŒrger von irgendwo her ein Martinshorn, holte er flugs sein Mobiltelefon aus der Hosentasche, tauchte ins soziale Netzwerk ein und prĂŒfte, ob Böing schon geschrieben hatte, welches UnglĂŒck den Einsatz ausgelöst hatte. Die BeitrĂ€ge hatten eine karthartische Wirkung.

Doch mit dieser Art des Service-Journalismus ist es nun vorbei. Daniel Böing postete am Sonntag Morgen auf Facebook, dass er seine TĂ€tigkeit aus gesundheitlichen GrĂŒnden einstelle. Die Leserschaft reagierte geschockt, bis heute Mittag hatten bereits 746 Follower ihren GefĂŒhlen mit Hilfe von Emojis Ausdruck verliehen, die meisten davon mit TrĂ€nen-Smiley oder dem „Hushed Face“, welches – so das Ergebnis einer kurzen Recherche – ausdrĂŒcken soll, dass der Absender aufgrund einer schockierenden Angelegenheit unangenehm ĂŒberrascht ist und ihm die Worte fehlen. 

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5 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 1. Andreas Bulkens

    Nun ja, der Blaulichtreport war ganz okay. Es gibt ja noch Herrn Schulmann.
    Andere (z.B. der „Original-Blaulichtreporter“ aus Essen) mussten ihre TĂ€tigkeit auf Grund unanfechtbarer Gerichtsurteile einstellen.

     
  2. 2. Husky

    @1

    Sie meinen WieboldTV? Dieses Urteil ist absolut zurecht ergangen damals, sehr viele Videos auf der Website verstießen massiv gegen Persönlichkeitsrechte. Zig unverpixelte Kennzeichen, unverpixelte Gesichter. Solche Firmen gibts einige, die werfen ihr Rohmaterial aber nicht ins Internet sondern verkaufen das weiter und entsprechende Redaktionen pixeln dann die Videos (sollten die jedenfalls)

    Dazu kamen ja noch Herrn Wiebolds teilweise unertrÀgliche persönliche Meinungen, die eher an krude Verschwörungstheorien erinnerten. Um diese Firma ranken sich zudem so einige an Verschwörungstheorien, aber lassen wir das.

    Ganz davon ab, mĂŒssen sich einige der Mitarbeiter und Herr Wiebold selbst auch gegenĂŒber Polizei und Feuerwehr öfters mal, sagen wir „Wie die Gaffer“ aufgefĂŒhrt haben. Man filmt nicht in offene Rettungswagen wo gerade jemand reanimiert wird, man betritt nicht einfach irgendwelche Einsatzorte… … Zwischendurch gabs dort mal ein Video aus Geldern(?) das zeigte wie sehr ein Polizeibeamter scheinbar genervt wurde, so das diese fast handgreiflich wurde. NatĂŒrlich war das Material so gecuttet das man die Vorgeschichte nicht sah. …

    Wobei sich diese „Blaulichtreporter“ großteilig so auffĂŒhren. Leider ist der Digitalfunk alles andere als „Unabhörbar“

     
  3. 3. Rainer

    „Der Blaulicht-Report Kleve war so wie der Gewehrschuss, den man hört“. Ähh, nie was gehört von dem Mann, ich wunsch ihm aber Besserung und die Seinen StĂ€rke in diese schwere Zeite. Wo keiner mehr Bild von umgekippte Auto und arme Heimtierhund und tiere knipst.

     
  4. 4. Echte Kriminalpolizei

    So etwas braucht kein Mensch!

    Die „Feunde“ des BRK waren auch alles (wenn auch „nur“ virtuelle) Gaffer mit unstillbar sabbernder Neugier auf Tote, UnglĂŒck und Sensationen …

    … und wehe, die Sirene geht und ich weiß nicht warum …

     
  5. 5. Husky

    @4

    Absolut richtig.

    Die einzigen relevanten Websites sind:

    https://feuerwehr-kleve.de/einsaetze
    https://www.presseportal.de/blaulicht/nr/65849

    und nicht irgendwelche „Blaulichtreporter“ oder „Bild Leser Reporter“…