Wo tote Tauben in trüben Tümpeln treiben

rd | 17. September 2014, 09:22 | 41 Kommentare
Grün, immer und seit jeher auch die Farbe der Hoffnung

Grün, immer und seit jeher auch die Farbe der Hoffnung

Der Anblick des Spoykanals in diesen Tagen: Tote Tauben treiben in einem trüben Tümpel. Ein fetter Teppich aus Algen und Unrat verleiht dem Gewässer in Höhe der Fachhochschule den Anschein einer gärenden Müllkippe – was aber wohl keinen stört, oder?

Vor einigen Wochen beschäftigte kleveblog in seiner nunmehr siebenjährigen Geschichte erstmals einen Praktikanten. Als er auf Facebook das Bild eines verwesenden Hechtes im Spoykanal entdeckt hatte, gab ich, der boulevarderfahrene Journalist, ihm, dem frischgebackenen Abiturienten, den Auftrag, der Sache nachzugehen. Ich dachte in Kategorien von „Fischsterben“ und „Umkippenden Gewässern“, also immer dem großen Skandal auf der Spur. Er recherchierte eine Woche sehr gewissenhaft. Das Ergebnis: Fische sterben manchmal, und das Wasser im Kanal und im daran anschließenden Kermisdahl ist in Ordnung.

Die Geschichte war also „totrecherchiert“, wie man in Journalistenkreisen sagt, aber dort sagt man auch, manchmal muss man sie nur gut abhängen lassen, dann ist sie wieder wie neu. So gärte die Geschichte gewissermaßen vor sich hin, was in diesem Fall wörtlich zu verstehen ist. Und da ist sie wieder!

Denn einen Teil seiner Recherche verwandte er auch darauf, herauszufinden, wer überhaupt für die Pflege des Gewässers zuständig ist. Die Antwort von Jörg Boltersdorf, Sprecher der Stadt Kleve, sei hier in voller Länge dokumentiert:

Bis (km 1,770) nördlich des Wendebeckens in Höhe der alten Bunkeranlage Briener Straße ist der Spoykanal Bundeswasserstraße I. Ordnung. Zuständig für die Unterhaltung ist hier das Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein.

Von km 1,770 bis km 0,440 (ehem. Eisenbahnbrücke) ist Hafenbereich, der in der Zuständigkeit der Stadt Kleve liegt. Vor einigen Jahren wurde die Hafensohle entschlammt und die Hafenmauer saniert. Ebenfalls sind auch die Brückenzuführungen der Schleuse in Brienen instand gesetzt worden

Der Bereich von der ehem. Eisenbrücke (km 0.440) bis zur Brücke Brücktor (km 0,000) liegt in der Zuständigkeit des Landes. In diesem Gewässerabschnitt hat die Stadt Kleve vor 2 Jahren ebenfalls Sandablagerungen beseitigen lassen.

Der Abschnitt von Brücktor bis zur Wetering ist in der Unterhaltungsverpflichtung der Stadt und des Deichverbandes. Der Abschnitt von der Worcester-Brücke bis zur Wetering wurde vor einigen Jahren zu Lasten der Stadt mit einer Kostenbeteiligung des Deichverbandes entschlammt. Für den Bereich von der Worcester-Brücke bis zum Brücktor gibt es eine Planung zur Verbesserung des Uferbereiches, der im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll.

Den Bereich der Wetering von der B9 bis zur B 57 in Qualburg hat der Deichverband Xanten-Kleve ebenfalls vor einigen Jahren entschlammt.

Im Rahmen der allgemeinen Unterhaltungspflicht entsorgen die Umweltbetriebe der Stadt Kleve (USK) als sogenannter öffentlich-rechtlicher Entsorger Müll aus dem Spoykanal. Aufgrund der innerstädtischen Lage, der Lage im Bereich der Hochschule Rhein-Waal und im Hinblick auf den Wassertourismus genießt der Spoykanal besondere Bedeutung. Daher veranlassen die USK regelmäßige Mäh- und Reinigungsarbeiten über das erforderliche Maß hinaus.

Soweit die Antwort. Man sieht, die Lage ist kompliziert, aber mit deutscher Gründlichkeit und vielen Zuständigkeiten geregelt, und dann wird noch „über das erforderliche Maß hinaus“ gearbeitet. Dann aber schaut wohl irgendjemand zwei Wochen nicht mehr in den Spoykanal – und das Gewässer präsentiert sich dort, wo Kleve mit all seinen Ambitionen so zukunftsgewandt auftreten möchte wie nirgendwo sonst, am Gelände der Hochschule, wie ein Absetzbecken in einer Kläranlage. Schaut wirklich keiner hin?

Selbst der Umweltausschuss diskutierte das Thema bereits, dort fiel das böse Wort „Kloake“. Der Geschäftsführer der Umweltbetriebe der Stadt Kleve (USK), Rolf Janssen, gestand ein, dass noch keine optimale Lösung gefunden sei, man das Problem aber nicht vor sich herschieben werde. Dabei wäre genau das vermutlich die Lösung: das Problem vor sich herschieben – bis es in den Rhein gelangt!

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41 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 41. Niederrheinstier

    @23
    Muuuh,
    die Wetering ist (im heutigen Zustand) zu schwach. Richtig! Aber in den letzten Jahren wurden gerade entlang der Wetering so viele historische Anlagen instandgesetzt, daß man ja mal überlegen könnte, das mit der Wetering auch zu machen. Wenn man auf Google-Maps der Wetering gen Ursprung folgt, verläuft die sich irgendwo bei Kalkar. Ein Ast reicht sogar (bis fast?) an die Kalflack. Also könnte man ja irgendwie wieder ein Verbindung vom Rhein her herstellen. Und immer, wenn der gut Wasser führen würde, würde dann eine ordentliche Welle durch die Wetering und den Spoykanal schwappen, die allen Unrat gen (oder in die?) Schleuse schwemmt – und vielleicht würde es auch mal wieder einen (geteerten und gefederten) Lohengrin an die stadtnahen Gestade (also nicht Bimmen, Schenkenschanz, Griethausen, Warbeyen und so) spülen… Ohne diese Welle darf man sich im Übrigen nicht wundern, daß sich das grüne Zeugs immer genau zwischen Opschlag und Hochschule (vor allem dort zwischen der Eisenbahn- und der Klappbrücke) ansammelt – ist halt so, wenn man Strömungserschwernisse und Verengungen einbaut – siehe Klever Ring zwischen dem alten Hotel Kleve und der Kreuzung mit der B 220 und anderswo, Muuuuuuuuuuh.

     
  2. 40. Lohengräm

    @37:

    Die problematik mit der überdüngung ist nicht neu, auch überhöhte Nitratwerte im Boden nicht. Gab es auch schon in den 80er Jahren und wahrscheinlich auch davor, mit wahrscheinlich viel höheren Werten.

    Trotzdem ist, soviel ich weiss, noch kein Säugling im Raum Kleve an einer Nitratvergiftung infolge Überdüngung gestorben.

     
  3. 39. Husky

    Weiss eigentlich jemand warum die Fontänenanlage am Spoycenter so lange brach lag? Kostensparnis? Da lief doch bestimmt 10 Jahre nix bevor da neu gemacht wurde

     
  4. 38. Rainer Hoymann

    Die USK wird heute mit den Reinigungsarbeiten beginnen.

     
  5. 37. Jürgen Böll

    @PW

    ich glaube noch nicht einmal das Rasenschnitt hier der ausschlaggebende Verursacher für die Algenbildung ist, sondern nur ein Baustein an der jetzigen Situation, das ist vielmehr wie schon richtig beschrieben mehr Umfeldverschmutzung oder einfache kostengünstige Entsorgung der Grundstückanlieger.
    Es wird vielmehr wie schon korrekt beschrieben die Landwirtschaft sein, die im Bereich der Wetering links und rechts mit ihren Feldern liegt.
    Gerade vor 4 Wochen wurden noch einiger diese Felder wieder massiv mit Gülle bespritzt, das Nitrat wird dann bei Regen wieder aus dem Boden in die Wetering ausgewaschen und landet dann in der Spoy.

    Hierzu passt ein Bericht des ZDF von Christine Elsner
    Wenn Nitrate über das Grundwasser ins Trinkwasser gelangen, kann das schlimme Folgen haben. Bei Säuglingen kann Nitrat zu verminderten Sauerstofftransport führen – Folge Blausucht sowie Erstickung. Im erwachsenen Körper wird Nitrat zu Nitrit umgewandelt. Eine Verbindung, die Krebs auslösen kann.

    Die Düngepraxis auf deutschen Äckern ist Auslöser für die steigenden Nitratwerte. So düngen die Landwirte, was die Ställe hergeben. Ständig liefern die industrialisierten Massentierställe Gülle. Sie enthält Nitrat und ist damit ein natürlicher Dünger. Gerade für die Futter- und Energiepflanze Mais ist Nitrat unersetzlich, garantiert Ertragsmaximierung. Zudem kommen noch nitrathaltige Gär-Reste aus Biogasanlagen auf die Felder. Gelangt mehr Nitrat in den Boden, als die Pflanzen aufnehmen können, wird der Stoff mit dem Regenwasser ins Grundwasser ausgespült.
    Hierbei gilt der der Kreis Kleve als extrem Grundwassergefährdet durch hohe Belastung.

    Wer nachlesen möchte hier der Link
    http://www.zdf.de/wiso/nitratbelastung-im-grundwasser-wasserversorger-schlagen-alarm-33238452.html

     
  6. 36. HP.Lecker

    Mal dumm nachgefragt:

    Wenn es Aufgabe der Stadt ist, die Wasserstrasse in einem Teilbereich zu reinigen, dann könnten die hierdurch anfallenden Kosten theoretisch an die angrenzenden Anlieger weitergegeben werden – wie bei der üblichen Strassenreinigung auch?

    Oder?

     
  7. 35. Fisch

    Es löst sich alles wieder auf!

     
  8. 34. otto

    @ 33 PW,

    wieder einmal hervorragend und allgemeinverständlich beschrieben. Was bleibt ist die kontinuierliche Pflege und
    Säuberung des Kanals mit geeignetem „Fuhrpark“ und entsprechendem Gerät.

    Kann es sein, dass die Stadt sich vor diesen Kosten drücken möchte? Jahrzehnte jede Pflege wie beim alten
    Rathaus scheuen, um dann gezwungener Maßen neu zu bauen, das funktioniert nun mal beim Kanal nicht.

     
  9. 33. Peter Wanders

    Gibt es eine Analyse des Wassers im Spoykanal?
    Eine starke Algenbildung legt die Vermutung nahe, dass das Wasser überdüngt ist.
    Die häufigsten Verursacher dafür sind Landwirte.
    Wer regelmäßig den Kanal bzw die Wetering ab Stadthalle aufwärts betrachtet, sieht dort vor allem am Wochende regelmäßig Rasenschnitt treiben. Es gibt also Anlieger, welche organisches Material ins Wasser entsorgen und damit Nährstoffe einbringen.
    Vielleicht kann das Ordnungsamt mal versuchen diese Verschmutzer zu ermitteln.
    Ein warnendes Schreiben an die Anlieger könnte auch wirken.

    Hier sprechen mehrere Schreiber an, dass man Strömung braucht.
    Um eine Algenbildung zu verhindern ist diese nicht notwendig. Das zeigen die vielen gesunden Kolke und Seen in der Niederung.
    Der Kanal wird nicht, wie hier angenommen, über die Schleuse entwässert, sondern über ein Wehr an der Westseite der Schleusenanlage. Davor wird mit einem Greifer auch der Unrat aus dem Wasser geholt.

    Auch ein Kolk kann schon mal kippen.
    Am Drususdeich kann man das gerade zum zweiten Mal in wenigen Jahren beobachten.
    Wenn man von der Kirche aus nach Norden fährt ist es der erste Kolk an der linken Seite.
    Dieser ist nun seit mehr als 3 Monaten vollflächig bedeckt durch Wasserlinsen. Davor gab es starke Fadenalgenbildung.
    Als man den Nabu telefonisch um Rat und Hilfe fragte, hieß es, es kann schon mal ein Fisch sterben.
    An der Oberfläches dieses Kolkes trieben zu diesem Zeitpunkt mehr als 10 große tote Karpfen, welche qualvoll erstickt waren.

    @Otto
    Es gibt ein paar gravierende Unterschiede zwischen Niers und Spoykanal.
    Die Niers wird u.a ständig gespeist mit Sümpfungswasser aus dem Tagebergbau.
    Dabei ist die Niers in ihrem gesamten Verlauf sehr flach, viel schmaler und hat daher eine richtige Strömung. Deshalb kann es dort nicht zu einer Algenbildung wie im Spoykanal kommen.

     
  10. 32. Husky

    Die paar Fontänen am Spoycenter dürften auch nur im genau dem Bereich was nutzen. Die haben viel zu wenig Wasserdurchsatz um größere AUswirkungen zu haben.

    Wobei man natürlich auch auf Hotelhöhe oder im Hafenbecken solche Fontänen anbringen könnte.

     
  11. 31. otto

    @ 30. Erich,

    dann kannst du dich auch noch gut daran erinnern, dass früher, wenn es anfing unangenehm zu werden, die Spritzer eingeschaltet wurden! Aber jetzt, wo das Parade-Ufer nahezu fertig ist, sehe ich keine Fontänen mehr, das
    nur zur Erinnerung.

    Die schnellste und wirkungsvollste Beseitigung der Algenzucht wäre die Schwimm-Barriere auf der Höhe des
    Cafe-Live einzurichten. Die Algenzucht würde sich vor dem Hotel-Cleve und der Volksbank etablieren. RufMom
    wären begeistert.

    Gäste sowie demnächst Bankmitarbeiter könnten diesen Klever Duft genießen. Das KRK (Klever-Rote-Kreuz) hätte die einmalige Gelegenheit, bewusstlose Menschen öffentlich zu reanimieren.

     
  12. 30. Erich

    Immer wieder „lustig“ zu lesen, dass es scheinbar keine neuen Theman gibt… ständig werden alte Propleme als TOPAKTUELLE verkauft…

    @
    23. Der Laie
    Am 17. September 2014 um 22:03 Uhr
    Die Wetering ist zu schwach um eine dauerhafte Strömung im Spoykanal zu erzeugen, damit die Verunreinigungen am Schöpfwerk in Brienen über ein Rechengitter entfernt werden können. Auch das Regenwasser das als Oberflächenwasser der Klever City direkt in den Kanal eingeleitet wird, reicht nicht aus um eine ausreichende Strömung zu erzielen. An einer wiederkehrenden temporären Reinigung der Wasseroberfläche dürfte kein Weg vorbeiführen, es sei denn man baut auf Höhe des jetzigen Hallenbades eine Staustufe mit einem vorgeschaltetem Rechengitter ein, um so den Ablauf von Kermesdahl und Wetering zu beeinflussen. Das Thema wäre doch mal eine praktische Arbeit für die Diplomarbeit eines angehenden Wasserbauingenieur oder nennen die sich jetzt auch Master of Wasserbau?

    …vor allem, wenn es seit Tagen/Wochen nicht wirklich regnet, sodass der Zufluss gleich Null ist.
    Bereits viel früher (Bereich Luisenbrücke) wurde zeitweise eine Schwimmsperre, provisorisch, ins Wasser gelegt um den größten Teil des schwimmenden Grüns zurück zu halten. Dies fand, vermutlich, bei den Wassersportlern nicht den gewünschten Anklang und wurde „geöffnet“, sodass der Effekt zerstört war. Gerade im Moment kann man sehr gut erkennen, wo der überwiegende Teil des Grüns herkommt sehen, schaut man sich den Bereich oberhalb der Worcester Brücke an.

    @
    13. HP.lecker
    Am 17. September 2014 um 13:06 Uhr
    Mal pragmatisch nachgefragt: Was wäre denn zu tun, um dauerhaft ein positives Erscheinungsbild der Spoy zu erreichen?

    diese Frage steht schon seit über 25 Jahren im Raum…

    Jeden Tag einen Mitarbeiter zur Besichtigung schicken? Das Thema Wind ist ja bereits angesprochen worden:
    ostwind in Kombination mit wenig Wasser= Unrat am der Eisenbahnbrücke. Wasser kann aber durch die Schleuse nicht abgelassen werden, da ja kein „neues“ nachkommt und der Spoykanal nicht leergezogen werden kann…

     
  13. 29. otto

    Wie reinigt Goch eigentlich seine Nierswelle? Gibt es dort auch so ein Zuständigkeitsproblem? Dass sich bei
    soviel Schmutz das Klever-Marketing nicht einschaltet, ist zu verstehen.

    Der Klever-Canu-Club veranstaltet am Sonntag sein jährliches Abpaddeln. Diese Drecksituation birgt auch noch
    Gefahren, wenn die Kanusportler diese Jauche durchqueren müssen.

    Können hier am Ufer die gelben Liegestühle helfen?

    Ralf liegen einige weitere Bilder für sein Archiv vor, sie können Kleve, die Stadt am Wasser, in besonderer Form
    herausstellen, z.B. Einrichtung einer Tang-Plantage für Sushi Restaurants, nicht zu vergessen die Ideen vom
    Klever Justiziar.

     
  14. 28. Lohengräm

    @23:

    Water&Spoyonics MarketingScienceCommunicationEngineering

     
  15. 27. Friedrich Foerster

    @ Jürgen Böll (Beitrag 18):

    Der Begriff „Brackwasser“ wird leider oft und auch hier falsch verwendet.
    Brackwasser gibt es im Bereich von Flussmündungen in Meerwasser,
    denn es ist Wasser mit mehr als 0,1 % und weniger als 1 % Salzgehalt.
    Wasser mit weniger als 0,1 % Salzgehalt ist Süßwasser und trinkbar,
    Wasser mit mehr als 1 % Salzgehalt ist Salzwasser und wie Brackwasser
    für Menschen ungenießbar.

    @ Alle:

    Das Problem mit der schlechten Wasserqualität hängt wohl ursächlich
    mit der geringen bis gar nicht vorhandenen Fließgeschwindigkeit zusammen.
    Und die hängt nicht zuletzt mit der Schleuse zusammen,
    die nun einmal wie der Stöpsel in der Badewanne wirkt,
    zumal dann, wenn sie fast nie bis nie geöffnet wird.
    (Deshalb war es noch nicht so schlimm,
    als im Klever Hafen noch Hafenbetrieb stattfand
    und die Schleuse mehrmals täglich geöffnet wurde.)
    Und damit dürfte auch zusammenhängen,
    dass der Sauerstoffgehalt dieses im Grunde stehenden Gewässers
    immer wieder so gering ist,
    dass es für Fische und andere darin befindliche Lebewesen
    manchmal lebensbedrohlich wird.

    Den Vorschlag von „Der Laie“, diese Angelegenheit möglichst bald mal
    zum Thema einer Diplom-Arbeit zu machen, finde ich wirklich sehr gut! 😉

     
  16. 26. rL

    @25 Hp.Lecker

    Es gibt tatsächlich einen Studenten (meines Wissens nach von der HRW) der ein „Müllboot“ entwickelt hat, welches jedoch die Ausmaße in der Spoy nicht bewältigen kann, dennoch eine tolle Idee.

    @24 Klever_Justiziar

    Tatsächlich ist nicht die gesamte Spoy von Algen und Müll überhäuft, sodass es nur bestimmte „Problemzonen“ gibt. Die Fahrt mit einem Boot über die Spoy (Kanuten, Tretboot, Grillponton) ist tatsächlich trotzdem eine Freude und spätestens auf dem Althrein fühlt man quasi ein Stückchen Freiheit…daher unbedingt in welcher Form auch immer ausprobieren 😉

     
  17. 25. HP.Lecker

    @23 Der Laie

    Die Idee mit der Studentenaarbeit finde ich gut.

    Manchmal verbergen sich einfache Lösungen. In meinem Terrassenteich als nicht fließendes Gewässer habe ich Posthornschnecken, die das Wasser frei von Algen halten. Also keine mechanische Klärung, sondern eine biologische…

     
  18. 24. Klever_Justiziar

    Schauen wir uns einmal die Werbung von Flussfeuer an: Sandstrand, blaues Meer – Grillen, Chillen usw. heißt es da. In weichen Farbtönen – mediterran und maritim gehalten. Und jetzt: Sehen wir uns das Bild oben an. Was stimmt hier nicht? Wer mit so einem Ding in der Kloake rumschippert und dazu noch lecker „Gegrilltes“ verzehrt, der muss wirklich einen besonderen „Kick“ brauchen. Bon Appètit.
    @8 rd – köstlich, ich glaube nur der ist „untergegangen“. Aber ich habe laut gelacht.

     
  19. 23. Der Laie

    @13 HP.lecker
    Die Wetering ist zu schwach um eine dauerhafte Strömung im Spoykanal zu erzeugen,damit die Verunreinigungen am Schöpfwerk in Brienen über ein Rechengitter entfernt werden können.Auch das Regenwasser das als Oberflächenwasser der Klever City direkt in den Kanal eingeleitet wird, reicht nicht aus um eine ausreichende Strömung zu erzielen.An einer wiederkehrenden temporären Reinigung der Wasseroberfläche dürfte kein Weg vorbeiführen,es sei denn man baut auf Höhe des jetzigen Hallenbades eine Staustufe mit einem vorgeschaltetem Rechengitter ein, um so den Ablauf von Kermesdahl und Wetering zu beeinflussen.Das Thema wäre doch mal eine praktische Arbeit für die Diplomarbeit eines angehenden Wasserbauingenieur oder nennen die sich jetzt auch Master of Wasserbau?

     
  20. 22. Husky

    Aber selbst ich kann mich erinnern, selbst in den 80er/90er/00er Jahren (wie passend 00) war der Kanal eine Kloake. Da wird doch seit eh und je nur das nötigste Gemacht.

    Vielleicht sollte man den Kanal entleeren und einfach Blau anmalen, damit es sauber aussieht

     
  21. 21. Jürgen Böll

    Unser altes, in den 70er selbstgebautes Floss aus alten riesigen Ölfässern, damals von Schmetz Landmaschinen (da waren die noch auf der Kalkarerstraße ansässig) bekommen, mit seinen 3x6m Fläche liegt sicher auch noch irgendwo stromaufwärts im Bereich des Klever Umgehungsrings auf dem Grund des Kirmesdahl.
    Hat Spaß gemacht bis uns ein paar Lausbuben, Gido ich weiß das du es warst ;), über Nacht dort versenkt haben.

     
  22. 20. Jürgen Böll

    Die sind doch größtenteils raus, in den 70er und Anfang der 80er wurden mal große Aktionen gestartet, um diese Bestände rauszuholen!
    Was da so alles zu Tage kam, war schon korrios unter anderen ein alter Opel Admiral 😉

     
  23. 19. Günter Hoffmann

    Als Kinder in den 50 gern haben wir oft gesehen wer all seinen Dreck in den Spoykanal gelassen hat,besonders die Fa. Hokovit ist da hervor zu heben die aus einem ,sicher mehr als einem Meter,dicken Rohr ihren Dreck Tag und Nacht ablaufen ließ,es gab zwar schöne dicke Aale und es stank bei Zeiten wie die Pest uns Kindern war es ziemlich egal. Ich bin mir auf Grund dieser Erfahrung sicher diese P…rinne für die nächsten 100 Jahre ausreichend gedüngt ist um den kommenden Generationen ein “ gepflegtes Leben“ am „Wasser“ zu ermöglichen. Wo wir gerade dabei sind, laut Auskunft der (damals) Alten müssen auch große Mengen Waffen und Munition im Kanal gelandet sein…..aber was soll`s .

     
  24. 18. Jürgen Böll

    Nachfrage, zum einen haben wir ja durch den Sommer der keiner war, ja überall eine höhere Algenbelastung!
    Höhere Algenbelastung bedeutet weniger Sauerstoff im Wasser ergo steht ein Fischsterben an, wobei man den Hecht nicht als Fischsterben im großen Stiel bezeichnen kann.
    Aber was sich mir als Frage aufdrängt ist folgendes, ist den die Schleuse, die ja in früheren Zeiten immer wieder für einen Wasserabfluss sorgte, den überhaupt noch in Betrieb oder dauerhaft wegen ihrer Mängel stillgelegt?
    Wenn früher die Schleuse IHre Arbeit verrichtete dann war Bewegung in der Spoy, die dürfte aber jetzt natürlich fehlen, wenn die Schleuse schon seit geraumer Zeit immer zu ist.
    Wasser ohne Bewegung ist nun mal Brackwasser, das lernt jeder Aquarist ganz schnell, sein Fischbesatz verenden dann nämlich sehr schnell und teibt mit dem Bauch nach oben.
    Den Müll und Unrat wird man wohl so schnell nicht Herr werden, den der Mensch entsorgt ja ganz gerne kostengünstig und da ist ein städtischer Fluss natürlich das ideale Refugium!
    Von A wie Autos, überT für Tresore und Z wie Zinkwannen wurde ja schon alles rausgeholt aus der Spoy.

    Es wird mal wieder ein entloses Kompetenzgerangel zwischen USK, Stadt, Stadtwerke, WSA (Wasser- und Schifffahrtsamt) geben bis hier ein Lösung gefunden wird.

    Die Freiwilligen Reinigungsaktion wird die Stadt (Ordnungsbehörde) aus haftungsrechtlichen Gründen, wohl so nicht ohne weiteres wohl nicht genehmigen können.

     
  25. 17. otto

    @ 8 rd.

    gute Idee. Das Zeug trocknen und statt Gummibärchen etc. während des Zuges verteilen.

     
  26. 16. Bataver

    „Ein bis zwei Mal im Jahr reinige man vom Schiff aus, 2 bis 3 Mal im Jahr mit einem Bagger und Mähkorb. Die Kosten betragen 5000 bis 7000 Euro.“

    Da findet sich sicherlich ein gutes privates Unternehmen, das für diesen Betrag eine Dauerlösung hinbekommt :-).

     
  27. 15. rd

    Hier übrigens der Beitrag der NRZ zum gleichen Thema: Kampf der Kloake

     
  28. 14. Lohengräm

    Ich glaube, die haben sich mit „Gravitationszentrum“ vertan.

    Denn in Kleve ist die offiziell von CDU und kath. Kirche herausgegebene Direktive, dass die Erde eine Scheibe ist.

    Daran hat sich auch die Hafengesellschaft zu halten.

    😀

     
  29. 13. HP.lecker

    Mal pragmatisch nachgefragt: Was wäre denn zu tun, um dauerhaft ein positives Erscheinungsbild der Spoy zu erreichen?

     
  30. 12. Der Laie

    Wie immer im Leben, man kann nicht alles gleichzeitig haben.Eine Zugbrücke die keiner braucht,einen Hafenkran ohne arbeit,eine Bundeswasserstraße ohne Berufsschiffahrt,dafür darf weiter von einer touristischen Marina geträumt werden.Wenn jetzt schon das Geruchsinternet erfunden wäre,die Touristen würden Schlange stehen um etwas von der niederrheinischen Auenlandluft abzubekommen.

     
  31. 11. Lohengräm

    Wer braucht diese FH ?

     
  32. 10. Fisch

    Was den „verwesenden Hecht“ betrifft……… diesen habe ich, da er noch lebte, ein paar Wochen immer an ein und derselben Stelle beobachtet ( Brücke, Cafe Live ) bis er plötzlich an einer Angel hing………

    So kann man immer wieder auch Menschen zwischen ca. 8 und 13 Jahren sehen, die Fische angeln und wenn diese zu klein sind oder nicht dem Wunsch entsprechen…. etc., werden sie verletzt einfach wieder in den Kanal hineingeworfen werden.

    Wenn man mal höflich nachfragt, ob das so in Ordnung ist, wird man ausgelacht…….man hätte keine Ahnung.

    Kann ja sein………… aber eine korrekte Antwort würde eventuelle Mißverständnisse ausräumen……..

    Eigentlich kenne ich den Spoy-Kanal „saisonbedingt“ so, aber………er sah auch schon mal leider viel schlimmer aus…….mit versenkten Bauabsperrungen, jede Menge Sekt- und Bierflaschen, „vergessene“ Sitzgelegenheiten, entsorgter Hausmüll, und vieles, vieles mehr.

     
  33. 9. rd

    @HP.lecker Gravitationszentrum würde zumindest einiges erklären.

     
  34. 8. rd

    @otto Und vielleicht auch beim KRK?

     
  35. 7. HP.lecker

    Was Marketing-Macher daraus machen:

    „Der KLEVER HAFEN ist ein architektonisches Jahrhundertprojekt und mittlerweile das Gravitationszentrum einer ganzen Region: Zwischen alten Hafengebäuden und zeitgenössischem Campus-Gelände befindet sich direkt am Spoykanal ein Wohnstandort von besonderer Güte.“

    Quelle: http://www.klever-hafen.de

    Wie sieht es in solchen Fällen eigentlich mit der Propekthaftung aus?

     
  36. 6. rabauke

    der wechselnde wind und die natürliche, wechselnde strömung sorgen dafür, dass die zuständigkeit bei den in der verantwortung geteilten streckenabschnitten ebenfalls nahezu täglich wechselt. warum nimmt man das angebot der freiwilligen helfer nicht an ? was soll schon schief gehen, oder schlimmer werden ? eine freiwillige verpflegung der fleißigen helfer würde sie motivieren und dem stadtsäckel sicherlich nicht wehtun. also, packt’s an.

     
  37. 5. otto

    Alter, immer währender Zustand. Fragt mal beim KRC und KCK nach.

     
  38. 4. rd

    @Lohengräm Nein, der heißt Philip Janßen.

     
  39. 3. rL

    Schade das sich da keiner von beiden Parteien den Schuh anziehen will! Auch wenn das Wasserschifffahrtsamt zuständig für diesen Bereich ist, so sollte der Stadt Kleve doch etwas am Erscheinungsbild der Stadt Kleve liegen!

    Es steigt eine leichte Übelkeit auf, fährt man über die Spoy und sieht aufgeblähte tote Ratten und Fische sowie Müll (sogar Fahrräder werden entsorgt) jeglicher Art im Wasser treiben.

    Darüberhinaus sind die Wasseralgen nicht gerade förderlich für die Ruderer sowie motorisierten Boote.

    Auf den Socialmedia Plattformen wollten sich schon Bürger um eine „Aufräumaktion“ bemühen bspw. die Betreiber der Firma Flussfeuer (Pontons auf dem o.a. Bild) wollten hier eine Aktion starten.

    Die Aussagen des GF der USK sind meines Erachtens fragwürdig, wird das Problem doch schon seit geraumer Zeit vor sich hergeschoben.

     
  40. 2. Lohengräm

    Wenn so viel entschlammt wurde: Kann man irgendwo Angaben über die Tiefe(n) des Spoykanals bekommen?

    Nebenbei: Heißt der Praktikant zufällig auch Daute?

    🙂

     
  41. 1. Bataver

    Statt sich in ein Ruderboot zu setzen und mit Netzen der Kloake den Garaus zu machen, wird unter der Regie von Rolf Janssen eine Windkraftanlage in der Sichtachse „Kupferner Knopf – Eltener Berg“ geplant.
    Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kot… muss!
    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kleve/windenergieanlage-auf-salmorth-geplant-aid-1.4531130