Windenergie im Reichswald, Stellungnahme der Denkmalschützer

rd | 17. Juni 2015, 13:30 | 26 Kommentare

Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL) hat durch seinen Vorsitzenden Prof. Heinz Günter Horn eine Stellungnahme zum geplanten Windpark im Reichswald an die Gemeinde Kranenburg verschickt. Kopien der Stellungnahme gingen an den Landrat des Kreises Kleve, die Bezirksregierung, den Landesumweltminister Johannes Remmel sowie die Bundestagsabgeordnete und Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks. Die Stellungnahme erläutert eingehend die kulturelle Wertigkeit des Reichswaldes als landesbedeutsamer Kulturlandschaftsbereich. Dr. Marion Brüggler (Vorstandsvorsitzende des RVDL-Regionalverbands Niederrhein): „Mit der Errichtung der Windenergieanlagen einhergehenden Verluste im historischen Zeugniswert, die drohenden Zerstörungen archäologischen Kulturgutes und die erhebliche visuelle Beeinträchtigung des geschlossenen Reichswaldes sind nicht ausgleichbar. Wir raten daher dringend, die Planungen zur Errichtung der 12 WEA zu stoppen.“

Die Stellungnahme ist sehr interessant — und sehr lang. Da das Internet aber bekanntlich keine Seitenbegrenzung hat, leistet sich kleveblog den Luxus, sie hier in voller Länge zu veröffentlichen. Nach dem Weiterlesen-Button:

Stellungnahme zu den kulturlandschaftlichen Auswirkungen der geplanten Windenergieanlagen im Reichswald entlang des Kartenspielerweges

Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL) widmet sich seit seiner Gründung vor über 100 Jahren der Bewahrung und Entwicklung des historischen Erbes der niederrheinischen Kulturlandschaft mit ihren Bau- und Bodendenkmälern sowie dem landschaftlichen Kulturerbe.

In der 2009 in Xanten im Beisein des Ministers für Bauen und Verkehr verabschiedeten Niederrhein-Charta wird das reiche Natur- und Kulturerbe des Niederrheins hervorgehoben. Gleichzeitig werden aber auch die verschiedenen Bedrohungen dieses Erbes genannt. Die prägenden Merkmale der unverwechselbaren Kulturlandschaft, zu der am Niederrhein u.a. der besonders wertvolle Reichswald gehört, drohen verloren zu gehen.

Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz sieht daher die geplante Errichtung von Windenergieanlagen innerhalb des Reichswaldes mit größtem Bedenken. Wir fordern eine Kulturgüteranalyse, die über die Abfrage eingetragener Bau- und Bodendenkmäler hinaus geht. So ist aufgrund der jahrhundertelangen Bedeckung mit Wald von deutlich mehr archäologischen Relikten auszugehen, als bislang bekannt und eingetragen sind: Der Wald schützt diese Relikte zwar, doch werden sie wegen nicht vorhandener Bautätigkeit bzw. Beackerung seltener gefunden. Das Gebiet ist wegen der hervorragenden Erhaltungsbedingungen archäologischer Fundplätze, der kulturlandschaftsgeschichtlichen Einzelelemente und dem Reichswald als landesweit wertvollem Kulturlandschaftsbereich (KLB) laut dem Entwurf zum Landesentwicklungsplan NRW in toto für den Niederrhein und die angrenzenden Niederlande von großer Bedeutung.
Die mit der Errichtung der Windenergieanlagen einhergehenden Verluste im historischen Zeugniswert, und die drohenden Zerstörungen untertägigen archäologischen Kulturgutes und die erhebliche visuelle Beeinträchtigung des geschlossenen Reichswaldes sind nicht ausgleichbar.

Die vorliegende Stellungnahme gliedert sich in fünf Abschnitte. Darin sei zunächst in drei Abschnitten die besondere kulturlandschaftliche Wertigkeit des Reichswaldes dargestellt. Ergänzen wollen wir diese Ausführungen um grundsätzliche Aussagen zur Ermittlung der Bedeutsamkeit kulturellen Erbes.

  1. Der Reichswald im Entwurf zum LEP auf Grundlage der kulturlandschaftlichen Fachbeiträge von LVR und LWL
  2. des LVR-Fachbeitrages Kulturlandschaft zum Regionalplan Düsseldorf
  3. den Eintragungen in KuLaDig (Kulturlandschaft digital, siehe unter www.kuladig.lvr.de).
  4. Grundsätzliche Aussagen zur Ermittlung der Bedeutsamkeit kulturellen Erbes.
  5. Fazit

1. Der Reichswald im Entwurf zum LEP NRW

Die Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, Landesplanungsbehörde hat für den Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen im Juni 2013 einen ersten Entwurf vorgelegt. Darin heißt es unter

3. Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung, Ziele und Grundsätze

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„3-2 Grundsatz Bedeutsame Kulturlandschaftsbereiche
Die in Abbildung 2 gekennzeichneten 29 „landesbedeutsamen Kulturlandschaftsbereiche“ sollen unter Wahrung ihres besonderen kulturlandschaftlichen Wertes entwickelt werden.
Ihre wertgebenden Elemente und Strukturen sollen als Zeugnisse des nordrheinwestfälischen landschafts- und baukulturellen Erbes erhalten werden. Ihre landesbedeutsamen archäologischen Denkmäler und Fundbereiche sollen gesichert oder vor notwendigen Eingriffen erkundet und dokumentiert werden. In der Regionalplanung sollen ergänzend weitere „bedeutsame Kulturlandschaftsbereiche“ mit ihren wertgebenden Elementen und Strukturen berücksichtigt werden. „(Zitat S. 15)

Zu dem landesweit bedeutsame Kulturlandschaftsbereich Nummer 10 / Residenz Kleve – Der Reichswald (S.154) wird als wertgebend hervorgehoben: „Reichswald von hoher forstgeschichtlicher Bedeutung“.
Die Basis für diese Aussage bildet der nachfolgend genannte Fachbeitrag:
Landschaftsverband Westfalen-Lippe / Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2007): Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Grundlagen und Empfehlungen für die Landesplanung (Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen / Fachgutachten zum Kulturellen Erbe in der Landesplanung / LEP. Münster, Köln.
Damit ist ausdrücklich festzustellen: der Reichswald ist ein landesweit bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich.

2. Der Reichswald im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Düsseldorf

Der Reichswald ist im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Düsseldorf, (Landschaftsverband Rheinland 2013) weiterhin ein regional bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich (KLB). Die wertbestimmenden Merkmale werden für die Maßstabsebene der Regionalplanung folgend charakterisiert:

Rest eines ehemals größeren Waldgebiets mit Relikten der Waldentwicklung (Niederwald, Jagen, Meilerplätze, Pfalzdorfer Waldbahn),
Territorial- und Kriegsgeschichte (Schanzen und Stellungen des Ersten Weltkriegs) bis zu zahlreichen Überresten aus dem Zweiten Weltkrieg
Britischer Ehrenfriedhof an der L 424 (1945-48); Architekt Philip Dalton Hepworth.

Erhaltene urgeschichtliche, römische und mittelalterliche Besiedlungs- und Nutzungsareale, großflächige Grabhügelfelder insbesondere der Metallzeiten.

Kulturlandschaftliches und denkmalpflegerisches Ziel im Rahmen des Fachbeitrages zur Regionalplanung ist für den Kulturlandschaftsbereich Reichswald eine erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung, insbesondere

  • Bewahren des Kulturlandschaftsgefüges
  • Sichern linearer Strukturen
  • Sichern kulturgeschichtlich bedeutsamer Böden
  • Achten von Ereignisorten
  • Bewahren überlieferter naturnaher Landschaftselemente.

3. Zusammenstellung von Aussagen zu den wertgebenden Merkmalen des Reichswaldes aus KuLaDig

Die nachfolgenden Aussagen stammen aus dem LVR-Informationsportal „Kulturlandschaft digital“ KuLaDig (www.kuladig.lvr.de) mit jeweils vorangestellter Angabe der Objekt ID (URL) als Referenz.

3.1. Reichswald

Der heutige Reichswald ist nur ein Teil von einem ehemals größeren Wald, der sich bis zum Hochwald auf dem gesamten Höhenzug hin erstreckte und seit der Kultivierung der Waldhufensiedlung Uedemerfeld (1236) ständig durch Verheidung und Kultivierungen verkleinert wurde. Spuren der Besiedlung und anthropogenen Waldnutzung finden sich bereits aus prähistorischer Zeit, die durch eine Vielzahl von Grabhügeln am Südrand des Reichswaldes belegt sind. Bei Tacitus wird der Wald als „sacrum nemus“ bezeichnet. Im Mittelalter trug er die Bezeichnung „Ketelwald“ und diente vor allem als Lieferant für Brenn- und Bauholz und als Waldweide. Die alten Grenzen des damaligen herrschaftlichen Waldes werden noch von spätmittelalterlichen Landwehrabschnitten als Grenze der Waldgrafschaft Nergena und von Wallhecken markiert.
Von der bedeutenden Niederwaldwirtschaft sind noch wenige Relikte erhalten geblieben. Der Niederwald hing insbesondere mit der Köhlerei zusammen. In den Jagen 55-59 und 88-92 befinden sich kreisrunde, eingeebnete, ehemalige Meilerplätze. Die seit 1729 eingeführte preußische forstwirtschaftliche Nutzung brachte neben der Köhlerei weitere Nutzungen im Reichswald hervor wie die Lohgerberei, die eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung Kleves als Zentrum der Schuhherstellung bildete. In den ehemaligen Heideflächen im südlichen und südwestlichen Bereich des Reichswaldes wuchs Wacholder für die Schnapsbrennerei.Seit 1828 verringerte sich die Waldfläche von 11.600 Hektar bis ca. 7.600 Hektar 1950 und 6.100 Hektar heute. Um 1828 wurde der Wald mit einem rechtwinkligen Netz von Schneisen in Jagen eingeteilt, wodurch das alte mittelalterliche Wegegefüge fast verschwunden ist. Diese Jagen wurden um 1860 halbiert und nummeriert und mit Steinen versehen.
Während des Ersten Weltkrieges wurden Schanzen und Stellungen als Verteidigungslinie zu den Niederlanden hin ausgebaut. Im Frühjahr 1945 wurde die größte Panzerschlacht des Zweiten Weltkrieges hier ausgetragen, bei der umfangreiche Waldflächen zerstört wurden, von der sich noch viele Spuren wie ein Panzergraben, Laufgräben, Geschütz- und Flakstellungen sowie Bombenkrater im Wald befinden. Die benachbarten Siedlungen Reichswalde und Nierswalde sind als agrarisch geprägte Flüchtlingssiedlungen zwischen 1949-1951 errichtet worden. Hierfür wurden ca. 1.500 Hektar vor allem kriegsbedingte Waldflächen gerodet.
Prägende kulturlandschaftliche Elemente:

  • Grabhügel
  • Meilerplätze
  • Niederwaldrelikte
  • Grenzwälle (Landwehr)
  • mittelalterliche Wegetrassen
  • die frühneuzeitliche Straße Kleve-Gennep
  • historische Straßentrassen
  • rechteckige Jagen mit Jagenwegen
  • Jagensteine
  • Schützenstellungen des Zweiten Weltkrieges
  • Laufgräben
  • Forsthäuser
  • Brandtürme
  • Ehrenfriedhof mit Ehrenmal
  • Wallanlagen und Stellungen des Ersten Weltkrieges
  • ehemalige Wald- bzw. Munitionsbahn

Das Landschaftsbild wird vor allem geprägt von Mischwald, der forstlich bewirtschaftet wird. Als Schutzziel ist die Erhaltung der historischen Kulturlandschaftselemente sowie die Zeugnisse der beiden Weltkriege, die tradierte Laubwaldanteile mit älteren Laubbaumbeständen sowie die Bereiche mit Relikten der Niederwaldbewirtschaftung und die Meilerplätze anzustreben.

3.2. Hochwald

Der Hochwald war im Hochmittelalter noch ein Teil des Reichswaldes, der sich von Nimwegen bis Xanten erstreckte. Die heutige Waldfläche ist im Vergleich zum heutigen Reichswald sehr klein. Die Verkleinerung dieses großen Waldes begann mit der Rodung und Kultivierung der so genannten Odeheimero Gemarkung (Uedem), die nach Gorissen (1952, S. 1) im 9. Jahrhundert bezeugt worden ist. Seitdem hat die Waldfläche sich im Laufe des Hoch- und Spätmittelalters, der frühen Neuzeit sowie des 19. und 20. Jahrhunderts ständig verkleinert. Seit der Kultivierung und dem Bau der Reichswaldsiedlungen Niers- und Reichswalde 1950 hat der Reichswald seinen heutigen Umfang erreicht. Östlich von Uedemerbruch befindet sich heute noch der Hochwald, der damals ein Teil des Reichswaldes war.

3.3. Jagen

Um nachhaltig jedes Jahr eine gewisse Menge an Holz hauen zu können, hat man schon Ende des 16. Jahrhunderts den gesamten Reichswald in bestimmte Flächen, „Gehaue“, eingeteilt. Als Vermessungseinheit wählten die Förster damals die Waldhufe, eine Fläche von umgerechnet etwa 13,4 ha, das waren 16 Holländische Morgen. Bei der damals verbreiteten Nieder- und Mittelwaldwirtschaft mit einer Umtriebszeit von rund 30 Jahren teilte man die Waldfläche in 30 Gehaue auf, um jedes Jahr das Holz eines Gehaues als Holzeinschlagsfläche nutzen zu können. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundert schwankten die Größen der Gehaue zwischen 218 und 235 holländischen Morgen.

Zur Abgrenzung der Haublöcke schlugen die Waldmesser jährlich so genannte „Roojen“ in den Wald. Die Grundlinien, von denen die Roojen abgingen, nannte man „Hoofdroojen“. Im Laufe der Zeit bildeten sich feste Grundlinien heraus, die man dem natürlichen, relativ geradlinig verlaufenden Grenzen des Reichswaldes anpasste. Diese Wege oder Hauptgestelle, in der Waldordnung von 1649 auch als „Stelstee“, später oder „Stellstätten“ bezeichnet, haben sich bis zum heutigen Tage erhalten.

1826 haben preußische Forstbeamte den Wald gründlich neu vermessen, das damalige forstwirtschaftliche System verfeinert und die Grundlage für die heutige, detailliertere Einteilung geschaffen. Im Abstand von jeweils 200 Ruthen (742 m) wurden parallel zum Rendezvous die mit lateinischen Buschstaben bezeichneten Hauptgestelle eingerichtet (A bis K), die auch heute noch gültig sind. Senkrecht dazu wurden Feuergestelle errichtet: in der Folge war der gesamte Reichswald in 117 quadratische Flächen (Jagen) eingeteilt.

Aufgrund der Abteilungseinteilung der Forstverwaltung von 1826 ist das alte herkömmliche Wegenetz bis auf die Durchgangsstraßen und wenige Ausnahmen nicht mehr dargestellt und durch ein quadratisches Netz ersetzt worden. Hiermit könnte der Eindruck vermittelt werden, dass das alte Wegenetz keinen Bestand mehr hatte. Dieser Eindruck ist aber falsch. Trotz der neuen Abteilungseinteilung war das Wegenetz durchaus noch vorhanden und lässt sich noch heute an vielen Stellen im Wald erahnen. Es ist zu vermuten, dass die Ingenieur-Offiziere, die aus anderen preußischen Gebieten stammten, diese Wege, die durch die neuen Abteilungswege gequert wurden, nicht kartiert haben. Auf der Neuaufnahme von 1894 ist das vorhandene alte Wegenetz wiederum dargestellt.

In den nachfolgenden Zeiten sind einige „Gestell- oder Abteilungswege“ erweitert worden. Außerdem sind bei der Anlage der Reichswaldsiedlung 1949 einige „Gestellwege“ als Straße ausgebaut worden.

3.4. Waldgrenze

Von 1730 bis 1949/1950 sind ist die Waldgrenze des Reichswaldes bis auf wenige Kultivierungen unverändert geblieben. Die größte Rodungsfläche befindet sich südlich von Schottheide, die erstmalig auf der Topographischen Karte mit der Bearbeitungsstand von 1954 dargestellt worden ist.

3.5. Forstreviere

1826 haben die preußischen Forstbeamten den Wald gründlich neu vermessen und die Grundlage für die heutige Einteilung in Jagen (Abteilungen) geschaffen. Im Abstand von in der Regel jeweils 200 Ruthen (742 Meter) wurden damals parallel zum so genannten „Rendezvous“ die mit lateinischen Buchstaben bezeichneten Hauptgestelle eingerichtet (A bis K), die auch heute noch gültig sind. Senkrecht dazu wurden Feuergestelle errichtet, so dass der gesamte Reichswald in 117 quadratische Wirtschaftsfiguren (Jagen) eingeteilt wurde. Dieses System erfuhr 1856 eine Verfeinerung, indem man die Flächen halbierte und nun 231 Abteilungen erhielt.

Basierend auf den 1826 und 1856 vorgenommenen Einteilungen in Jagen wurden aus mehreren Jagen Blöcke als Hauptwirtschaftsteile gebildet. Die Grenzen der sieben Blöcke (nach 1856) umrissen auch im Wesentlichen die Flächen der Forstreviere, denen wiederum Forsthäuser als Dienstsitz für die zuständigen Förster zugeordnet waren. Dies waren die Forsthäuser Materborn, Pfalzdorf, Asperden, Grünewald, Nergena, Streepe und Frasselt.

3.6. Britischer Ehrenfriedhof

Auf dem Britischen Ehrenfriedhof im Reichswald sind gefallene alliierte Soldaten des Zweiten Weltkriegs bestattet; er liegt im Staatsforst Reichswald und hat eine Größe von 5,128 Hektar.

Während der Kriegshandlungen des Frühjahres 1945 folgten britische Gräberkommandos der kämpfenden Truppen und sorgten für Erstbestattungen mit genauen Angaben zur Lage und zur Person. Außerdem nahmen sie auch die Bestattungen der deutschen Gefallenen vor. Die Stiftung für britische Kriegsgefallenen – „Imperial War Graves Commission, North West Europe Area“ – wurde am 21. Mai 1917 als königliche Stiftung durch König Georg V. gegründet (Adresse: Elverdingerstraat 82, B – 8900 Ypern). Präsident wurde der Prinz von Wales und der erste Vorsitzende war Winston Churchill. 1969 erfolgte die Umbenennung in „Commonwealth War Graves Commission“ (CWGC).

1948 wurde der heutige Standort im Reichwald, wo sich das Forsthaus Streepe befand, vom Kreis Kleve als Sammelgräberstätte ausgewiesen. Die Gestaltung des Ehrenfriedhofs nahm der Architekt Philip Hepworth vor.

Unter der Aufsicht eines Beauftragten der CWGC begannen die Umbettungen, wozu auch deutsche Kriegsgefangene, die unweit des Standortes im Reichswald in einem kanadischen Barackenlager untergebracht waren, eingesetzt wurden.

Bereits im Januar 1948 konnte der Oberkreisdirektor des Kreises Kleve die ordnungsgemäße Überführung und Bestattung aller alliierten Soldaten, die im Kreisgebiet zu Tode gekommen waren, melden.

Der Ehrenfriedhof ist der größte der 15 in Deutschland liegenden Sammelfriedhöfe und der größte des Commonwealth in Deutschland. Dort befinden sich insgesamt 7.654 Gräber. Etwa 4.000 der Gefallenen gehörten der „Royal Air Force“ (Luftwaffe) an und sie waren bereits in den Jahren 1940 bis 1944 im Luftkampf gefallen. Aber auch die Toten der Kämpfe in und um den Reichswald sowie der Rheinüberquerung und der damit verbundenen Luftlandung bei Hamminkeln fanden dort ihre letzte Ruhe.

Der sehr gut gepflegte britische Ehrenfriedhof unterliegt einer strengen Gestaltung. Diese Regeln wurden bereits anlässlich der Gründung des CWGC im Jahre 1917 in London festgelegt. Hierbei spielen drei Gesichtspunkte eine Rolle:

  • Der Friedhof muss zwei zentrale Monumente enthalten: Ein Opferkreuz („Cross of Sacrifice“) in Form des irischen St.-Patrick-Kreuzes, mit einem aufliegenden bronzenen Kreuzritterschwert und ein rechteckiger Altarstein („Stone of Remembrance“) mit der Inschrift „Ihr Name lebt ewiglich“ („Their Name Liveth For Evermore“).
  • Das Gräberfeld muss flächenmäßig eingeebnet sein und gleichmäßig mit Kopfbeetstreifen bepflanzt werden.
  • Ein Grabstein muss die Form einer Stele haben. Auf dem Stein ist das Emblem der Konfession des Gefallenen anzubringen, um die Vielzahl der Konfessionen im britischen „Empire“ Rechnung zu tragen, und das Emblem der jeweiligen militärischen Einheit anzubringen. Am Fuße der Stelen kann eine persönliche Inschrift nach dem Wunsch der Hinterbliebenen eingemeißelt werden.

Der Ehrenfriedhof sollte den Eindruck von Frieden und Harmonie vermitteln, die durch diese einheitliche Gestaltung hervorgerufen wird.

Im Eingangsbereich befinden sich zwei Türme im maurischen Baustil, die einen weiten Blick über die Anlage gewähren. Links und rechts befinden sich zwei Schutzgebäude aus Oberkirchner Stein, die auch die Gräberbücher mit allen Namen der Gefangenen enthalten: Das ist eine zwingende Regel für britische Ehrenfriedhöfe.

Etwa in der Mitte der Anlage steht der Altarstein, der von Sir Edwin Lutyens entworfen worden ist. Gegenüber dem Eingang findet sich das von Sir Reginald Blomfield entworfenen Opferkreuz. Dem aufmerksamen Besucher des Friedhofs fällt die meisterliche Handwerkskunst auf, die gerade in der Feinheit der Steinmetzarbeiten bei der Gestaltung der einzelnen Grabstelen ihren Ausdruck findet. Die immer wieder verblüffend exakte Pflege der Bepflanzung erklärt sich wohl auch daher, dass einer von vier Pflegestützpunkten der CWGC im Reichswald angesiedelt ist.

Die Anlage weist heute eine hohe Besucherzahl auf. Nicht umsonst wurden um 1962 gleich drei Parkplätze in der unmittelbaren Nähe des Friedhofs angelegt. Allerdings werden diese auch von Besuchern des Reichswaldes genutzt, da dieser als Erholungsgebiet bekannt und von überörtlicher Bedeutung ist.

4. Grundsätzliche Aussagen zur Ermittlung des Kulturellen Erbes

Das Kulturelle Erbe besteht aus Bau- und Bodendenkmälern, Kulturgütern ohne ausdrücklichen gesetzlichen Schutz und historisch geprägten Kulturlandschaften. Daraus ergeben sich unterschiedliche Maßstabs- und Aussageebenen, die von einem Kleinelement bis zu einer Landschaft reichen können. Der im RVDL tätige Arbeitskreis „Kulturelles Erbe in der UVP“ hat 2013 die diesbezügliche Handreichung der UVP-Gesellschaft aktualisiert. Damit liegt eine entsprechende Handreichung für das Thema publiziert vor. Demzufolge ist eine landeskundliche Analyse der Kulturlandschaft Reichswald in ihren zeitlichen Schichtungen und Kontextualisierung der einzelnen landschaftlichen Kulturgüter mit Bestimmung der Raumwirksamkeit eine Voraussetzung für die Bewertung der Auswirkungen der Windkraftanlagen.

4.1. Kulturlandschaft als Thema der Raumordnung

Das Bundesraumordnungsgesetz [ROG] macht seit 1998 das Thema „Erhaltung und Entwicklung von Kulturlandschaften“ zu einer Aufgabe für die räumliche Gesamtplanung. In der geltenden Fassung heißt es im § 2 Abs. 2 Nr. 5 ROG dazu: „Kulturlandschaften sind zu erhalten und zu entwickeln. Historisch geprägte und gewachsene Kulturlandschaften sind in ihren prägenden Merkmalen und mit ihren Kultur- und Naturdenkmälern zu erhalten.“

Kulturlandschaft umfasst das aktuelle räumliche Erscheinungsbild in seiner charakteristischen Vielfalt und ist damit Zeitzeuge vergangener und heutiger Nutzung durch den Menschen. Sie enthält den Formenreichtum des Landschaftsbildes in toto, das auf Jahrhunderte menschlichen Einwirkens zurückzuführen ist. Diese Einwirkungen waren in erster Linie darauf gerichtet, sich aus dem, was dieser Landschaft als Ertrag abgerungen werden konnte, zu ernähren.

Sehr vieles von dem was üblicherweise Landschaftsbild, Kulturgeschichte und letzten Endes Identität ausmacht, ist durch rasante Entwicklungen sehr stark miteinander verwoben. Es gibt daher verschiedene Landschaftsbilder, die häufig von anderen überlagert sind oder im Zusammenspiel erst neue, sehr eigene Bilder schaffen.

Die Europäische Landschaftskonvention des Europarates hat eine kurze pragmatische Definition von Landschaft entwickelt: „Landschaft ist ein Gebiet, wie es vom Menschen wahrgenommen wird, dessen Charakter das Ergebnis der Wirkung und Wechselwirkung von natürlichen und/oder menschlichen Faktoren ist.“ Hierbei steht somit der Mensch im Mittelpunkt. Die Wahrnehmung der Landschaft Reichswald wird sich mit der Errichtung der Windenergieanlagen erheblich verändern.

Eine wahrnehmbare Eigenschaft ist der Wandel von Kulturlandschaft. Sie ändert sich durch Einflüsse von Natur und Mensch. Ein erster Schritt bei der Beschäftigung mit dem Thema ist es somit, die Landschaft erst einmal bewusst wahrzunehmen: es gilt, die Elemente zu erfassen, das Gesamtbild beschreiben, die Identität einer Landschaft herausarbeiten. Landschaft ist ein Archiv, deren Überlieferungen die gegenständlichen Archivalien. Zuweilen ist Kulturlandschaft auch nicht mehr sichtbar, sondern die Spuren sind nur noch im menschlichen Bewusstsein vorhanden, als Erinnerungslandschaften.

Kulturlandschaften sind zugleich Identifikationsräume für Menschen. Landschaft wird dabei aber auch aus dem Erlebten heraus, aus der eigenen Geschichte, wahrgenommen und bewertet. Kulturlandschaften spiegeln die Kultur und Geschichte der jeweiligen Regionen wider.

4.2. Kulturelles Erbe

Das räumliche Kulturelle Erbe besteht aus archäologischen Befunden, Boden- und Baudenkmälern oder Naturschutzgebieten, Kulturlandschaftselementen und lässt sich kartieren sowie erfassen. Dafür ist eine moderne landeskundliche Inventarisation in einem digitalen kulturlandschaftlichen Informationssystemen unabdingbar, damit raumzeitliche Beziehungen und Bezüge in der Komplexität von Kulturlandschaft deutlich werden.

Nicht alle Elemente des Kulturellen Erbes sind allerdings als solche unmittelbar als Objekte im Gelände erkennbar. Es existiert weiterhin eine eher mittelbare Ebene des Wissens um Ereignisse, welche ein Regionalbewusstsein in der Bevölkerung begründen. Dieser eher „diffuse“ Zugang in einer „Alltagswelt“ mit eigenen kulturellen Kodierungen der Bevölkerung bedarf einer erweiterten „Erfassung“ konstituierender Merkmale im Raum. In der Zusammenführung der inventarisierten Objekte entsteht eine Materialgrundlage zur kulturellen Wertbestimmung der Region. In einem Auswertungsprozess muss das Material in seiner Aussage analysiert und danach hinsichtlich der planerischen Operationalisierung zusammengefasst werden. Entscheidend ist das Verständnis für die Perspektive der Menschen vor Ort und deren Raumkodierungen und deren Kulturverständnis. Damit ist die Kulturlandschafts-Erfassung notwendigerweise mehr als die Abfrage von amtlichen Daten.

Im Rahmen der Umweltprüfungen ist der Träger eines Vorhabens verpflichtet, deren Auswirkungen auf die Umwelt zu ermitteln, zu beschreiben und zu bewerten. Hierzu gehören auch Ermittlungen zu der Entscheidungserheblichkeit von Kulturgütern (vgl. § 2, § 6 IV UVPG). Die UVP schließt somit ausdrücklich das kulturelle Erbe als Schutzgut ein, unter das neben baukulturellen und bauhistorischen Erbe auch historische Kulturlandschaften, ihre Teile oder einzelne Elemente fallen. Im Sinne des Gesetzes umfasst der Umweltbegriff sowohl natürliche als auch anthropogene Faktoren und bezieht sich damit auf das menschliche Handeln und dessen konkrete Wirkungen auf die Landschaft. Menschliches Handeln hat die heutigen Kulturgüter geschaffen. Sie sind somit ein wichtiger integraler Bestandteil der Umwelt. Kulturgüter werden wie folgt definiert:

Kulturgüter im Sinne der Umweltprüfungen sind Zeugnisse menschlichen Handelns ideeller, geistiger und materieller Art, die als solche für die Geschichte des Menschen bedeutsam sind und die sich als Sachen, als Raumdispositionen oder als Orte in der Kulturlandschaft beschreiben und lokalisieren lassen.

Die nachfolgende Definition des Begriffs der (historischen) Kulturlandschaft wurde von der Kultusministerkonferenz folgend vorgelegt und beschreibt die inhaltliche Anforderung:

„Die Kulturlandschaft ist das Ergebnis der Wechselwirkung zwischen naturräumlichen Gegebenheiten und menschlicher Einflussnahme im Verlauf der Geschichte. Dynamischer Wandel ist daher ein Wesensmerkmal der Kulturlandschaft. Die historische Kulturlandschaft ist ein Ausschnitt aus der aktuellen Kulturlandschaft, der durch historische, archäologische, bauhistorische oder kulturhistorische Elemente und Strukturen geprägt wird. In der historischen Kulturlandschaft können Elemente, Strukturen und Bereiche aus unterschiedlichen zeitlichen Schichten nebeneinander und in Wechselwirkung miteinander vorkommen. Elemente und Strukturen einer Kulturlandschaft sind dann historische, wenn sie in der heutigen Zeit aus wirtschaftlichen, sozialen, politischen oder ästhetischen Gründen nicht mehr in der vorgefundenen Weise geschaffen würden oder fortgesetzt werden, sie also aus einer abgeschlossenen Geschichtsepoche stammen.Die historische Kulturlandschaft ist Träger materieller geschichtlicher Überlieferung und kann eine eigene Wertigkeit im Sinn einer Denkmalbedeutung entfalten. Wesentlich dafür sind ablesbare und substanziell greifbare Elemente und Strukturen in der Landschaft, welchen man geschichtliche Bedeutung zumisst, ohne dass sie selbst denkmalwürdig sein müssen, aber ein kulturelles Erbe darstellen. Die historische Kulturlandschaft ist zugleich das Umfeld, also der materielle und assoziative Wirkungsbezugsraum einzelner historischer Kulturland-schaftselemente oder Denkmäler.“

4.3. Grundlagen zur Bestandserfassung der historischen Kulturlandschaft

Das einzelne Kulturgut geht häufig über die Ebene als Einzelobjekt hinaus. Der gemeinsame integrative und vernetzende Begriff hierfür ist „historische Kulturlandschaft“ einerseits als räumliche Bezugsebene der Denkmäler und kulturhistorisch bedeutsamer Elemente und andererseits als eigenes kulturelles Erbe. Es kommt dabei das Verständnis von einer durch den Menschen geprägten Landschaft zum Ausdruck, in der sich die naturräumlichen Faktoren im Wechselspiel und unter dem Einfluss des Menschen gegenseitig bedingen und vor allem durchdringen. In diesem engen Beziehungsgefüge haben sich persistente, d.h. in der Vergangenheit entstandene und bis heute raumwirksame, für bestimmte Epochen charakteristische Kulturelemente herausgebildet oder wurden vom Menschen bewusst geformt. In ihrer Einheit prägen die vereinzelten Elemente das Landschaftsbild und fügen sich in der Kulturlandschaft funktional und historisch zueinander. Dies gilt insbesondere für historische Waldgebiete wie der Reichswald.

Jedes Kulturgut hat einen Wirkungsraum der als Umgebung bei Kulturdenkmalen auch einen gesetzlichen Schutz genießt. Diese Umgebungsbereiche variieren je nach Kulturlandschaftselement und der betreffenden umgebenden Kulturlandschaft. Beim Reichswald ist der visuelle Umgebungsbereich erheblich größer als die Waldfläche an sich.

Ein Waldgebiet schlüsselt sich räumlich in die Nutzungsstruktur und erhaltenen Kulturlandschaftselementen auf. Wenn dies in eine Nutzungsphase datierbar ist, muss der Frage nachgegangen werden, ob diese ursprüngliche Struktur bis heute überliefert worden ist. Diese räumlichen Umgebungsbereiche müssen ermittelt und bewertet werden, damit bei einer Energieplanung die jeweiligen Auswirkungen in der Konsequenz auf diese Bereiche abgeschätzt werden können.

Der Begriff der Kulturlandschaft setzt ein geschichtliches Verständnis des Raumes voraus. Sie entsteht in einer fortlaufenden Entwicklung, die bis in die Gegenwart andauert und hineinwirkt. Erst das Verständnis für dieses Wirkgefüge ermöglicht es auch wesentlich, die eigene Gegenwart zu verstehen und die Zukunft zu gestalten. Die Ausräumung von Elementen und Strukturen der Vergangenheit schränkt also zukünftige Generationen in ihren Möglichkeiten ein, ihre Zukunft zu gestalten und jeweils das kulturelle Erbe neu zu bewerten. Im Rahmen des in den Umweltprüfungen geregelten Interessenausgleiches gilt es also die Vergangenheit vor allem für die Zukunft zu bewahren, ohne aber die Handlungsspielräume der heutigen und zukünftigen Generationen einzuschränken.

Für den Belang „Kulturlandschaftliches Erbe“ ist ein integratives Vorgehen notwendig. Die historische Kulturlandschaft lässt sich nicht zerlegen, sondern es kommt darauf an, den ganzheitlichen Charakter eines historisch wertvollen Waldgebietes als kulturelles Erbe anzuerkennen. Es ist ausdrücklich hervorzuheben, dass es sich bei historischen Kulturlandschaften überwiegend um nicht denkmalgeschützte Flächen handelt.

Insbesondere für die Bewertung der historischen Kulturlandschaft sind zudem „landmarks“ auf lokaler und assoziativer Ebene im Sinne der Europäischen Landschaftskonvention von Bedeutung. Es müssen somit auch nicht physisch fassbare Phänomene wie religiöse, politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und ästhetische Wertsysteme, Prozesse, Nutzungs- und Bewirtschaftungsformen, Traditionen, Bräuche, Erinnerungen an Ereignisse berücksichtigt werden, soweit sich diese lokalisieren lassen. Relevante Beispiele im Reichswald sind die forstlichen Nutzungsstrukturen, Kriegsrelikte mit memorialen Gedächtnisorten und der Britische Soldatenfriedhof.

Die notwendigen landeskundlichen Ausführungen dienen der Kontextualisierung der archäologischen, bauhistorischen und kulturlandschaftlichen Substanz sowie Struktur und deren Chronologie. Hierzu wird der Raum in einer zeitlichen Schichtung auf Grundlage des aktuellen Forschungsstandes beschrieben. Dabei kann sich die Betrachtungsebene von einer zunächst kleineren, an der lokalen Verwaltungseinheit bzw. am jeweiligen Bundesland orientierten Maßstabsebene auf eine größere Maßstabs- und damit Betrachtungsebene verschieben. Dies kann notwendig werden, da einzelne Objekte ohne diesen Hintergrund nicht verständlich werden und die Betrachtungs- sowie Bewertungsebene „Kulturlandschaft“ nicht erreichen. Erst die Zusammenschau führt zu einer angemessenen Analyse und den sich daraus ableitenden Korridor- und Flächenbewertungen.

Es muss überprüft werden, ob ein Element einen Teil eines größeren Ensembles oder Bereiches bildet oder für sich steht. Durch die intensiven Veränderungen in der Kultur-landschaft haben viele Elemente ihre Beziehungen zu anderen verloren und sind als Reste solcher Ensembles oder Bereiche zu betrachten. Durch Überprüfung der Zusammenhänge wird festgestellt, ob ein Element einen Teil eines größeren Ensembles oder Bereiches bildet oder allein und isoliert für sich steht. Für die Erfassung des landschaftlichen kulturellen Erbes ist eine differenzierte Geländeerhebung unverzichtbar, um die vorgenannten Elemente und Strukturen in ihren Bezügen und in den landschaftlichen Zusammenhängen und Abhängigkeiten beurteilen zu können. Kulturlandschaftsprägende Elemente und Merkmale können in drei Gruppen bzw. Typen gegliedert werden:

  • Flächenelemente (Jagen, Nutzparzellen, Soldatenfriedhof etc.),
  • Linienelemente (Straßen, Wege, Gräben, Wälle etc.) und
  • Punktelemente (archäologische Fundstellen, militärische Relikte, Grenzsteine etc.).

5. Fazit

„Als Ausschnitt aus diesem Siedlungsraum kommt dem Reichswald als ausgedehntem Waldgebiet für den Schutz der hier erhaltenen Bodendenkmäler eine herausgehobene Stellung zu, da dort Bauaktivitäten so gut wie nicht vorkommen.“

Die Planung der Windenergieanlagen und deren notwendigen Rodungsmaßnahmen sowie Trassen führt für den Umweltaspekt „Kulturgüter“ zu erheblichen Beeinträchtigungen, welche den Zeugniswert des Kulturgutes Reichswald gravierend einschränken.

Der Reichswald bildet einen Kulturlandschaftsbereich, der eindeutig ein kulturelles Erbe und damit Kulturgut darstellt, dessen historische Dimension sich aus der forstlichen Nutzungs- und europäischen Kriegsgeschichte ableitet. Räumliche, funktionale und physiognomische Beziehungen untereinander bilden eine Einheit. Zusammen bilden diese einen deutlich wahrnehmbaren Kulturlandschaftsbereich ab. Eine Durchschneidung durch eine Windkraftanlagenreihe würde diese Zusammenhänge in ihrem engeren Umgebungsbereich im historischen Zeugniswert zerstören und in der Erlebbarkeit erheblich stören.

Auswirkungen auf den Kulturlandschaftsbereich sind wegen dem Wirkfaktor der Flächeninanspruchnahme durch den Bau und Betrieb der Anlagen zu erwarten. Hier werden die kulturlandschaftlichen Flächen und ihre Elemente durch Freilegung in unmittelbarer Nähe der Trasse substanziell gestört. Neben der Flächeninanspruchnahme sind auch durch bau-, anlagen- und betriebsbedingte Barriere- und Trennwirkungen Störungen wegen vereinzelter Funktionsbeeinträchtigungen zu erwarten.

Darüber hinaus ist mit der Zerschneidung und Trennung einer Kulturlandschaft mit ihren unmittelbaren sensiblen Bereichen sowie ihrer strukturellen Einbettung zu rechnen, die eine Barriere- und Trennwirkung (zerteilende Wirkung) haben und somit wichtige einzigartige und authentische Strukturen zerstören bzw. stören. So können kulturlandschaftliche Strukturen sowie Blick- und Sichtbeziehungen visuell zerstört oder gestört und damit z.B. die Erleb- und Nutzbarkeit eingeschränkt werden. Auswirkungen in Form gestörter Blick- und Sichtbeziehungen verteilen sich sehr ungleichmäßig im Raum. Wechselwirkungen des kulturlandschaftlichen Erbes sind mit den Schutzgütern Landschaft und Mensch zu erwarten.
Wesentlich ist, dass Kulturlandschaftselemente einzigartig in ihrer Genese sind und deren authentische Rekonstruktion grundsätzlich ausgeschlossen ist.

Der Rheinische Verein für Landschaftspflege und Denkmalschutz rät daher dringend vom geplanten Standort der Windenergieanlagen ab.

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26 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 26. Benno

    Das Thema Windkrafträder ist zwar schon eine wenig älter, aber wer weiß wie lange es noch in der Mottenkiste schlummert….

    Wurde eigentlich bei der Planung dieses Szenario berücksichtigt?

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/emmerich/brennende-fluegel-stuerzen-von-windrad-aid-1.6218791

    Wenn eines dieser Dinger brennt und kontrolliert im Reichswald abbrennen muss, würde ich gerne wissen, wieviel Wald dabei verloren geht.

    Benno

     
  2. 25. jean baptiste

    CO2 aus Kohlekraftwerken
    Aktuell aus der Welt : Die Zweifel der Ministerin am Klimapaket
    http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article143524164/Die-Zweifel-der-Ministerin-am-Klimapaket.html

     
  3. 24. Anno Nühmer-Unfuch

    @ 23. tiste :
    ### „Johannes-der-Täufer-Köpfe wurden damals 1 : 1 gegen JungFrauen getauscht.“
    Sehen Sie falsch, war einfach die frühzeitliche Inszenierung von conchita farcimine . ###
    OK, offiziell ging es nur um einen SchleierTanz.
    Was nach der EntSchleierung folgte,
    verSchleiert die Überlieferung lieber.
    Dafür dürfte die heutige 72fache NachFrage nach „JungFrauen“
    wohl nur Dank einer speziellen Form der „ReProduktionsMedizin“ mit Nadel und Faden gedeckt ( Verzeihung für die 2Deutigkeit ) werden können.
    Hab von türkischen SpezialKliniken gehört :
    virgin 2.0, virgin 3.0, . . .
    „refurbished“ heißt das in der Technik, glaube ich.
    oder refurBitched ?

    Wohl so ähnlich wie mit FNPs und B-Plänen,
    in denen auch manches Loch mit feiner Spinnerei kaschiert wird,
    damit wir Bürger nicht merken sollen,
    was da längst schon angebaggert wurde.

    Der VoBaProtzKlotz paßte nicht in den alten B-Plan,
    wurde aber schon genehmigt,
    lange bevor der neue, für Ruffing und Sontowski maßGeschneiderte B-Plan beschlossen war.
    §33 im BauGesetzBuch macht’s möglich.

    Die gleiche FallGrube ist auch für den angeblich so sicher bevorStehenden Vergleich zum neuen B-Plan ausgebaggert worden.
    Wir sollten wieder artig reinPlumpsen.
    Nein Danke !

     
  4. 23. jean baptiste

    @22 Unfuch Also, für meine Begriffe hat Otto mit 19. den Schlußstrich gesetzt. Alles ist bereits gesagt.
    Wie seriös mein Vorschlag eines Duells ist, sehen Sie an meinem Vorschlag denjenigen zum Gewinner zu küren, der als erstes aktiv die Radboud verlässt.
    Daß die Römer keine Knüppel verwendeten ist Ihnen, wie mir klar, bei denen waren es meist die Schwerter.
    Aber hätte ich Schwerter , Pistolen oder ähnlichse vorgeschlagen, hätten meine Protagonisten vermutlich keine Aufnahme in der Radboud erwarten können, höchstens ins CWZ.
    Radboud schaffen Sie nur mit schwerem Schädeltrauma, war so ein kleines verstecktes Gimmik, das aber nicht zwingend gefinden werden musste.
    Deshalb mein Vorschlag für die Knüppel.
    Für den Rest verabschiede ich mich jetzt aus diesem selecten Wald , ich muß leider dringend in die Dorfschule.

    Grüßen Sie mir schön die Materborner die sich freuen, ihren Blick auf den Forst durch ein Industriegebiet aufgefrischt zu bekommen.
    Und einen Gruß an die Rinderner, die so natürlich selbst dafür plädierten, ihre schöne Landschaft, auf der die Gänse zu zu Tausenden ihr Winterquartier nahmen, zum Wohle der (welcher eigentlich ? hiesigen, oder eher externen) Bauwilligen in eine Kiesgrube mit unnatürlichen, potthäßlichen Sichtschutzwällen ummodeln zu lassen.
    Frühzeitiges Anpflanzen von Sichtschutzhecken, wie sie in der umliegenden Landschaft üblich sind verbot sich bestimmt wegen der Störung der Winterruhe der Graugänse.
    Ebenso einen Gruß an die Griethausener, die liebendgerne Megaställe en masse beherbergen wollen, und die Innerstädter die gerne den letzten freien Lappen Rasen mit Zweckbauten von kurz vor dem Ende stehender Institute zugepflastert sehen.

    „Johannes-der-Täufer-Köpfe wurden damals 1 : 1 gegen JungFrauen getauscht.“
    Sehen Sie falsch, war einfach die frühzeitliche Inszenierung von conchita farcimine .

     
  5. 22. Anno Nühmer-Unfuch

    @ 21. jean baptiste :
    Da Sie seit dem Ende von #18. es sich offenbar anders überlegt
    und die Knüppel rausGekramt haben, um sich samt Sekundanten auf 3 MausKlicks Abstand aufzustellen :

    Interessant, daß Sie nicht nur im 16. Jhdt. leben,
    sondern sich auch noch zur RömerZeit auskennen.
    Hoffentlich sind Sie seinerZeit nicht kopflos geworden,
    denn Johannes-der-Täufer-Köpfe wurden damals 1 : 1 gegen JungFrauen getauscht.

    Haben die Römer tatsächlich die Keulen geschwungen ?
    Das war dann doch wohl ein SchulFerienFreiZeitAngebot des Clubs Robinsonius :
    “ Leben wie in der SteinZeit
    – einschließlich ganzheitlichem FlintStoneDesignWellnessWochenEnde. “
    Jedenfalls “ KonfliktLösung anno 20.150 B.C. “ .

    Der „WaldRand“ reicht für Sie also bis zu 2 Jagen weit in den Wald.
    Ob Stürme das auch so sehen, auf deren WindBruch Sie sich berufen ?
    Wie die Bekanntmachung suf http://www.KranenBurg.de zeigt,
    sollen die GroWiAns ( GroßWindAnlagen ) auch nördlich des KartenSpielerWegs stehen.
    Damit verlagert sich der WaldRand um 2 bis 3 Jagen nach Norden.
    auf der ganzen Länge des KartenSpielerWegs westlich GruneWald !
    Von Norden her reicht ReichsWalde mit seinen Wiesen und Feldern am tiefsten in den ReichsWald.
    schneidet ihn bis auf eine relatv schmale Taille ein.
    Nach Ihrer Definition von „WaldRand“ bleibt zwischen den GroWiAns und ReichsWalde kaum mdehr übrig als schierer WaldRand.

    Sie klagen über St. Florian,
    kritisieren die Haltung “ not in my backYard “ !
    d’accord !
    Doch was plant KranenBurg ?
    Will die UnDinger in die allerBackeste Ecke des allerBackesten backYard’s verbannen.
    Für die allerMeisten kommt dann auch dieser Strom aus dem TetraPack.

    Besser, die Menschen sehen täglich,
    was der Strom SIE SELBER „kostet“.
    an Ruhe. an Ausblick, an Gefühl von Natur.
    Dann werden sie vielleicht eher auf den Trichter kommen,
    mit dem Strom sparsam umzugehen.

    Mal abgesehen davon,
    daß bestimmt eines Tages entdeckt werden wird,
    wie sehr selbst die ach so umweltFreundlichen „regenerativen“ Energien langFristig Umwelt, Klima, Natur beEinflussen, verändern, schädigen.

    Mag sein, daß ältere Bäume wirtschaftlich lukratiber sind.
    Na und ?
    Ist doch prima, wenn Wirtschaft und Romantik und Erholung und Natur mal so gut zu einander passen !

    Die Nachbarn haben ihren Wald längst zu Kies gemacht ?
    Deshalb sollen wir das, was uns vom Wald erhaltenGeblieben ist, nicht schützen ?
    Dann könnten Sie auch sagen :
    Ein RaucherBein ist schon amputiert ?
    Dann sofort auch das andere weg, denn laufen ist eh nicht mehr möglich.

    oder gleich : Kopf ab !
    Der WekselKurs ist gestiegen von 1 : 1 auf 72 JungFrauen !

    deshalb aufgepaßt :
    Nicht kopflos werden beim Argumentieren !

     
  6. 21. jean baptiste

    @19 otto das war schon lange meine Befürchtung.
    Wie haben die alten Römer solch ein Dilemma gelöst, ohne eine Massenschlachtung zu riskieren?

    Steins und Boot treffen sich morgens um 6.30 MESZ an der Staatsgrenze , jeder mit 2 Sekundanten.
    Waffen sind natürlich Holzknüppel.
    Wer anschliessend als erstes aus dar Radboud entlassen wird ist der Sieger, und dessen Stellungnahme ist Winner.
    So einfach funktioniert Konfliktlösung auch noch anno 2015

     
  7. 20. laloba

    @19 otto

    Besser lässt es sich nicht auf den Punkt bringen.

     
  8. 19. otto

    Die Argumente für „pro Windräder im Reichswald“ sind „ALLE“ an den Haaren herbeigezogen.

    Die Gefahr des Frackings wird durch die Reichswaldwindräder keinesfalls verhindert. Es kann noch nicht einmal von
    den Pro Schreibern zu Begründung ein rethorischer Dreisatz gebildet werden. Unfug bleibt eben Unfug und hier
    ist er auch noch zerstörend und gefährlich.

     
  9. 18. jean baptiste

    @17 ANU ### Bestände am Waldrand ###Es geht um Gelände am KartenSpielerWeg.Ist das für Sie WaldRand ?

    Kartenspielerweg ist für die meisten Jagen die Trennung zwischen letzem und vorletzten Jagen , mit 80 -150m Abstand zum „Grensweg“ . Das nenne ich nicht „hartje wout“, sprich Zentrum des Reichswaldes.
    Außerdem, die Sandabgrabungen „auf der anderen Seite“ sind nun auch nicht gerade die pure Natur.
    Muß man gleich alles so persönlich nehmen? OK, dann bitte ich vor alle Posts, wo Sie sich persönlich zu unrecht angesprochen fühlen ein virtuelles „@all“ einzufügen.
    Was das Baumalter betrifft, wieso läßt man die Bäume gerne viel älter werden ? Ökologie ? Nein ! Kommerz!
    Großer Stammumfang brint exponential mehr Geld / RM
    Ein jüngerer Baum ist, was Assimilationsleistung betrifft, erheblich leistungsstärker. Auch der Massenzuwachs läßt im Alter nach.
    Deswegen ist es romantisch den Wald als schönes Biotop zu sehen, für die Holzwirtschaft ist es reines Business.

    „welche den Wald schüizen wollen,weiterHin durch die Verbindung mit Fracking diffamieren“

    Das ist nicht meine Absicht. Aber Fracking steht vor der Türe, wenn selbst die SPD es nicht ausschliesst, und unsere Gegend Schiefergas im Untergrund bietet, fürchte ich, sieht es schlecht für uns aus, wenn wir uns der Windkraft als Beitrag zur Energiewende verschliessen.
    Jede Region ist gehalten, nach ihren Möglichkeiten an der Energiewende mitzuwirken.
    Was sagen wir denn der Regierung, wenn die Fracking-Frage akut wird ? Nein danke , wir haben schon die Windkraft widerwillig akzeptieren müssen?
    Oder nein, wir sparen keine Energie, und Beteiligen an der Energiewende können wir uns leider auch nicht.?
    Chemie bekomme i c h bereits genug in Nahrung und täglichem Umgang intus, da will ich liebend auf Gift im Untergrund verzichten, der angeblich nicht ins Grundwasser gelangen kann , oder zumindest fast nicht , oder auf jedenfall höchstens in nicht bedenklichen (ha ha ha ) Mengen.
    Über die Größe der Anlagen habe ich mich bereits eher negativ geäussert, die sind durch kommerzielle Gedanken eingegeben.
    Warum kommt denn keiner mit Gegenvorschlägen ?
    Jetzt mal ohne nachzudenken: 36 Anlagen, die die gleiche Kapazität wie die geplanten 12 ergeben?
    In der Geschäftswelt ist es doch so, wenn ich einen Finger haben will fordere ich die ganze Hand.
    Bieten Sie mir keinen Finger an, gilt das „erop of eronder“ Prinzip,entweder Sie können es abwehren, oder Sie verlieren die ganze Hand.
    So, das muß aber jetzt von meiner Seite als Beitrag an nutzlosen Nebenkriegsplätzen genügen.

     
  10. 17. Anno Nühmer-Unfuch

    @ 16. jean baptiste ;
    ### „Nur ahnte ich nicht, daß Sie im 16. JahrHundert leben“
    Wieso meinen Sie ? ###
    WieSo ich das meine ?
    Weil Sie in #3.. schrieben :
    ### Den Wald roden wir sukksessive im 30- jährigen Turnus ###
    „roden“ = Gegenwart !
    “ roden wir “ = Ihre Gegenwart !!
    und in #8. :
    ### Die 30 Jahre kommen nicht von mir, sonden aus dem Gutachten selbst. ###
    Dabei verweisen Sie auf :
    ### unter 3.3 Jagen ###
    dort allerdings werden Gebräuche des 16. JahrHundets geschildert.
    Deshalb schließe ich, daß Sie im 16. JahrHundert leben.
    ZeitSprünge kommen in KleveBlog ab und zu vor.

    ### Bestände am Waldrand ###
    Es geht um Gelände am KartenSpielerWeg.
    Ist das für Sie WaldRand ?

    ### Das Dilemma ist, daß ewig gestrige Idealisten die Notwendigkeit nicht sehen, irgendeine Kröte schlucken zu müssen. ###
    Schon vor 40 Jahren hieß es :
    “ Alle wollen zurück zur Natur – nur keiner zu Fuß ! “
    Darin sind wir uns einig.
    Nur schreiben Sie es in #16. als AN MICH gerichtet.
    Jammern / werfen Sie es bitte NICHT MIR vor.

    außerdem :
    Längst nicht jeder, der gegen RiesenRäder ist,
    die IM WALD Wind zu Strom für uns und zu EURos für andere ( möglicherweise recht windige ) mahlen sollen,
    lehnt die selben Mühlen ANDERSWO ab.

    Wenn Sie ausgerechnet dieJenigen,
    welche den Wald schüizen wollen,
    weiterHin durch die Verbindung mit Fracking diffamieren,
    machen Sie sich und Ihre Kommentare nur noch unglaubwürdiger als sie – leider – inzwischen ohneHin schon geworden sind.

     
  11. 16. jean baptiste

    @14 ANU „Nur ahnte ich nicht, daß Sie im 16. JahrHundert leben“
    Wieso meinen Sie ? Nur weil Ihnen neue Waldbewirtschaftungskonzepte nicht bekannt sind ?
    Bestände am Waldrand sind der Windwurfgwefahr unterworfen, sodaß die bei Fichten in die Kategorie Jungdurchforstung einzuordnen sind. Das bedeutet 25 bis max (max!!!) 45 Jahre Lebensalter bis zur Durchforstung.
    Das bedeutet gleichzeitig, daß der Einschlag dann handelsfähig ist , also was ist falsch mit 30 Jahre ?
    Aber 20 Jahre, 30 Jahre, 50 Jahre oder 80 Jahre ist ja nicht das Dilemma.
    Das Dilemma ist, daß ewig gestrige Idealisten die Notwendigkeit nicht sehen, irgendeine Kröte schlucken zu müssen.
    Und dann geht man verbissen auf die Suche, jeden und alles, was der Windkraft toleranter gegenübersteht, mit irgendwelchen herbeigeholten Argumenten den Wind aus den Segeln zu nehmen.
    Noch eben warten, und dann kommt die große Kröte (Fracking, Schiefergas) und bekommen wir Energie von unter der Erde.
    Von draußen nichts zu sehen, aber mit Eintrag von großen Mengen „Hilfsstoffen“, ein toller Mix hochtoxischer Stoffe in erheblicher Menge.
    Is that what you want ?
    Ich nicht !

     
  12. 15. jean baptiste

    @Silvia Schürmann CDU
    „Ebenfalls von den Zuhörern begrüßt wurde die Feststellung „…
    Wer hat das denn festgestellt? Ihre Fantasien sind Wunschdenken(ganz wohlwollend in die Kategorie Thesis (noch zu beweisende Annahme) , aber keine Feststellungen (lat. factum) .
    „Heimat durch den “ Bau und Betrieb von Windkraftanlagen nachhaltig stark beeinträchtigt.“
    Wieder so eine demagogische Floskel, was ist stark , woher nehmen Sie „nachhaltig“
    „Im Reichswald schaden Windkraftanlagen der Natur mehr als sie nutzen.“
    An anderen Stellen bringen sie erheblichen Nutzen, aber not in my backyard , alles klar.

    @ Boot
    “ Das gilt auch angesichts der Tatsache, daß hinter ihnen konventionelle Kraftwerke weiterbetrieben werden müssen ,“
    Um so wichtiger sind die WKA`s , es sei denn, Sie meinen Anlagen zur Überbrückung von kurzzeitigen Bedarfsspitzen.
    Wenn Sie das meinen, müssen Sie das auch sagen, dann kann man Ihnen wenigstens gleich entgegnen, daß Sie keine Ahnung haben.
    Konventionelle Kraftwerke sind dazu viel zu träge.
    Es sind gasbefeuerte Kraftwerke die z.Zt. wegen ihrer kurzen Reaktionszeit als Bedarfstruppe eingesetzt werden, wenn der Mix aus Solar – Wind und Stauwerk-Kraft nicht ausreichen.
    Grundlast wird momentan noch mit konventionellen Kraftwerken gefahren, aber da ist es ja gerade das Ziel, diese durch regenerative Anlagen zu ersetzen.

    @ ???
    „Wir stimmen dem Standpunkt von Frau Schürmann voll und ganz zu. Gleichzeitig wundern wir uns darüber, daß sich nicht viel mehr Ratsmitglieder … kundiger gemacht haben.“
    Haben Sie ja auch nicht, denn Kunde ist was anderes, als sich eine Argumentation zusammenzubasteln, die so schnell in sich zusammenfällt.

    „Wie auch in dieser Versammlung hören wir immer wieder, die Beeinträchtigung der Natur durch den Bau von Windkraftanlagen sei vorübergehend. Das ist aber schlicht und einfach nicht wahr.“
    Klar ist das wahr, das muß nur in der Genehmigung als Auflage mit hineingeschrieben werden oder vertraglich vereinbart werden.

    “ Nach den Rodungen wird der Boden durch die Bautätigkeiten extrem verdichtet.“
    Wieder viel Rhetorik, aber keine Fakten. Bodenverdichtung läßt sich messen.
    Hätten Sie einen realistischen Wert parat, wenn man Sie adhoc fragen würde, mit welchem Wert man denn rechnen müßte?
    Ja, haben sie denn wenigstens die Maßeinheit für Bodenverdichtung parat?
    Könnten Sie adhoc sagen. wie hoch die Verdichtung bei einem Wert X an der Bodenoberfläche gemessen, in 10cm Tiefe , in 50 cm Tiefe , in 1m Tiefe , in 2m Tiefe , und in 5m Tiefe sind, und wo liegt die Zone, daß Sie keinen einzigen Unterschied zu unbefahrenem Waldboden mehr finden ?
    Haben Sie eine Ahnung, wie sich Druck und Verdichtung verhalten und fortpflanzen, wovon diese Umstände abhängen und auch gezielt gesteuert werden können ?
    Wenn Sie es wüßten würden Sie sich beschämt davonstehlen.

    „Hier wächst auch nach dem möglichen Abbau der Anlagen in rund 20 Jahren nie wieder ein Baum.“
    Das ist völlig korrekt, wenn ich anschaue, wie Sie das Thema angehen und wie wenig Sachkenntnis anscheinend bei Entscheidern wie auch Planern vorhanden ist.

    Muß es auch nicht , analog dem Witz : wenn irgendwo Leute mit Sternen herumlaufen, was bedeuten 1 Stern , 2 Sterne , 3 Sterne, und 4 Sterne ?
    4 Sterne : kann lesen und schreiben.
    3 Sterne :kann lesen , kennt jemanden der auch schreiben kann
    2 Sterne :kann lesen
    1 Stern :kennt jemanden, der lesen kann.
    In Ihrem Fall kann ich Ihnen leider noch keinen Stern zuschreiben. Aber was nicht ist, kann noch werden.
    Suchen sie sich einen unabhängigen Experten auf dem Gebiet, und Sie werden sehen, es gibt sie , die Berater, die ohne selbst ein Interesse in das Ergebnis zu haben, weiterhelfen können .
    Wenn der dann nach obiger Skala zumindest 3 Punkt hat, haben Sie was gutes , auch wenn der nicht gratis ist , umsonst ist er auf keinen Fall .

    Derweil gebe ich Ihnen noch eine kurze Einweisung, wie man zu einem positiven Ergebnis kommen kann, mit dem Alle beteiligten leben können:
    Vertraglich (mit Vertragsstrafen) das Ende der Nutzungsdauer , die Renaturierung (Wiederaufforstung) und Beseitigung der Bodenverdichtung bis x Meter Tiefe vereinbaren.
    Da gibt es verschiedene Verfahren , Tiefenpflug , Tiefen- Hochdruck-Dampf und andere .
    Auch sollten im Vertrag Bedingungen und zeitliche Hinderungsgründe für bestimmte Arbeiten mit Vertragsstrafen festgeschrieben werden.
    So ist z.B., eine Befahrung bzw. Arbeiten am und Belastungen vom Untergrund nach intensivem Regenfall zu untersagen, ebenso ist die Feuchte im Untergrund zu berücksichtigen und ggf. die Pflicht von temporärer rechtzeitiger Absenkung des Grundwasserspiegels vorzuschreiben um der Tiefen-Verdichtung des Bodens entgegenzuwirken.

    So sehen Sie, konkrete Überlegungen, zugegebenermaßen vom (positiv) vorgeschädigten Autor führen allemal mehr zu einem ausgewogenen Urteil, als plumpes Phrasendreschen mit Vorspiegelung nicht vorhandenen Wissens bei völliger Ahnungslosigkeit.

     
  13. 14. Anno Nühmer-Unfuch

    @ 8. jean baptiste :
    ### Die 30 Jahre kommen nicht von mir, sonden aus dem Gutachten selbst. ###
    Ja. Nur ahnte ich nicht, daß Sie im 16. JahrHundert leben,.

     
  14. 13. rd

    Stellungnahme der Initiative: Mit fünf Enthaltungen und zwei Gegenstimmen hat gestern der Rat der Gemeinde Kranenburg u.a. den Teilflächennutzungsplan „Windenergie“ beschlossen. Er weist ein rund 5km langes und insgesamt ca. 500 Meter breites Gebiet am Südrand des Reichswalds als Konzentrationszone für die Errichtung von Windkraftanlagen aus. Rund 200 Gegner des Projektes  aus Kranenburg, Goch, Kleve, sowie aus den benachbarten niederländischen Ortschaften waren dem Aufruf des Vereins „Gegenwind im Reichswald“ gefolgt und zum Rathaus gekommen.

     

    Im Beisein deutscher und niederländischer Medienvertreter begann die Versammlung mit einer von Bürgermeister Günter Steins verlesenen Erklärung. Hierin bemängelte er u.a. einen Pressebericht, nach dem der Beschluss bewusst vor den Sommerferien gefasst werde. Diesen Darstellungen folgte u.a. eine Wiederholung der Gründe für das Vorhaben der Ausweisung einer Konzentrationszone für Windkraftanlagen im Reichswald. Hierzu zählten neben der Funktion als Steuerungsinstrument zur Vermeidung von Einzelstandorten für Windkraftanlagen im Gemeindegebiet auch Einnahmen für die Gemeindekasse. Von dem von Steins auf  200 Tausend Euro bezifferten Betrag aus einer Beteiligung an den Pachterlösen der Fläche durch das Land NRW würden alle Bürger in Kranenburg profitieren. „Wir nehmen die Stellungnahme zur Kenntnis,“ sagte Jeroen Boot, Vorstandsmitglied des Vereins Gegenwind im Reichswald. „Allerdings bleiben wir dabei: Wir halten es für äußert unglücklich, dass bei einem so wichtigen Thema die Unterrichtung der Öffentlichkeit rund 10 Tage vor den großen Sommerferien beginnt. Es ist klar, dass dies einer aktiven Beteiligung der Bürger in Form schriftlicher Eingaben innerhalb von vier Wochen nach der Bekanntmachung der Flächennutzungsplanänderung nicht zuträglich ist.“

    Im weiteren Verlauf der Versammlung stellten verschiedene Ratsmitglieder ihre persönliche Sichtweise auf das Projekt dar. Dabei betonten beispielsweise Manfred Maas (SPD) und Joachim Janßen (CDU) wiederholt,  die Ergebnisse schalltechnischer und anderer Gutachten müssten erst abgewartet werden. Mit dem Beschluss für die Änderung des Flächennutzungsplans ermögliche man erst die Erstellung von Umweltgutachten. Die bisher durchgeführten Potentialanalysen hätten das Gebiet am Südrand des Kartenspielerwegs als mögliche Eignungsfläche ausgewiesen. Zu demselben Schluss käme die Bezirksregierung Düsseldorf auch in ihrem aktuellen Entwurf des Regionalplans. „Wir können nicht nachvollziehen, wie der Rat den Regionalplan als Argument anführen kann,“ stellte der 1. Vorsitzende des Vereins Hubert Zillig fest. „Es handelt sich um ein Konzept, dessen zweite Offenlage erst nach den Sommerferien erfolgen wird. Mit der Änderung des Flächennutzungsplans greift der Rat dem Beschluss der Bezirksregierung vor. Es ist schwer vorstellbar, dass dies regionalplanerisch so gewollt ist.“

    Jürgen Franken (SPD) betonte, Bürger könnten ihre Bedenken bezüglich der Planungen nun schriftlich vortragen. Hiernach würden die Einwendungen im weiteren Verfahren abzuwägen sein. Dieses Recht stünde auch niederländischen Bürgern und im Rahmen der Beteiligung sowieso Trägern öffentlicher Belange zu. Applaus erhielt er von den Gegnern des Projektes für die Feststellung, noch vor wenigen Jahren habe Bürgermeister Steins u.a. aufgrund der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes den Bau von Windkraftanlagen in Frasselt abgelehnt. Nun ginge es im Kern der Planungen für den Bau von Windkraftanlagen am Kartenspielerweg aber vor allem um die Schaffung einer kreativen Einnahmequelle zur Schließung von Haushaltslücken. Wären die Bürger bereit, einen Beitrag zu leisten, seien womöglich auch Alternativen denkbar.

    Ebenfalls von den Zuhörern begrüßt wurde die Feststellung von Silvia Schürmann (CDU), den Begriff „Heimat“ mache in der Region v.a. die Natur aus. Und diese werde durch den Bau und Betrieb von Windkraftanlagen nachhaltig stark beeinträchtigt. „Im Reichswald schaden Windkraftanagen der Natur mehr als sie nutzen. Das gilt auch angesichts der Tatsache, dass hinter ihnen konventionelle Kraftwerke weiterbetrieben werden müssen ,“ erläuterte Boot. „Wir stimmen dem Standpunkt von Frau Schürmann voll und ganz zu. Gleichzeitig wundern wir uns darüber, dass sich nicht viel mehr Ratsmitglieder in der Zeit, die seit dem ersten Beschluss verstrichen ist, kundiger gemacht haben. Wie auch in dieser Versammlung hören wir immer wieder, die Beeinträchtigung der Natur durch den Bau von Windkraftanagen sei vorübergehend. Das ist aber schlicht und einfach nicht wahr. Nach den Rodungen wird der Boden durch die Bautätigkeiten extrem verdichtet. Hier wächst auch nach dem möglichen Abbau der Anlagen in rund 20 Jahren nie wieder ein Baum. Auch kann der Eingriff wegen der Lage der vorgesehenen Konzentrationszone inmitten eines Biotobverbundes nicht kompensiert werden. “ 

    Nach weiteren Wortmeldungen zum Beispiel von Michael Baumann-Matthäus (Bündnis 90/ Grüne) hinsichtlich einer ausbaufähigen Würdigung grenzüberschreitender Auswirkungen des Baus von Windkraftanlagen am Kartenspielerweg erfolgte die Abstimmung. „Es war uns klar, dass der Gemeinderat dem Beschlussvorschlag zustimmen würde,“ merkte Zillig an. „Aber natürlich hat es uns gefreut zu sehen, dass auch im Rat die Zahl der Befürworter abnimmt. Noch bei der Abstimmung zur Aufstellung der Änderung des Flächennutzungsplans im Februar 2014 gab es nur eine Gegenstimme. Jetzt stimmen sieben Ratsmitglieder nicht mehr für die Ausweisung der Konzentrationsfläche am Kartenspielerweg. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass das Bewusstsein dafür wächst, dass der Reichswald kein geeigneter Standort für Windkraftanlagen ist. In Zeiten, in denen Gutachten ihren Bau zum Beispiel an Premiumwanderwegen wie dem Soonwaldstieg in Rheinland-Pfalz ermöglichen, sollte man sich nicht alleine auf die Ergebnisse ebensolcher Untersuchungen verlassen.“, so Zillig abschließend.   

     

     
  15. 12. jean baptiste

    @9 Kle-Master ja, Mülltrennung praktiziere ich , bei Ihnen aber nicht nötig, Ihren Output stecken wir direkt in den Fermenter.
    Gibt zwar CO2- Ausstoß , das erhaltene Biogas stinkt aber weit weniger als Ihre Art, fundierte Meinungen Andersdenkender als Dünnschiß zu deklarieren.

     
  16. 11. dingdung

    Der Gemeinderat Kranenburg kann so viel beschließen wie er will. Eine Änderung des Flächennutzungsplanes muß vom Kreis abgesegnet werden.

     
  17. 10. Jürgen Böll

    Der Rat der Gemeinde Kranenburg hat in seiner abendlichen Ratssitzung am 18.06.2015 beschlossen, der geplante Windpark mit 200m hohen Anlagen kommt trotz Einsprüche und Prosteste am Kartenspielerweg im Reichswald.

     
  18. 9. Kle-Master

    Hallo Baptiste – schon mal was von Mülltrennung gehört?
    Die Dickstoffe zu diesem Blog – den Dünnschiss ins Klo.

    Der Windenergie-Erlass trennt die Nutzflächen der Region:
    Potenzialflächen links raus – Tabugebiete rechts raus.

    Ökologisch wertvolle Mischwälder gehören zu den Tabuflächen.
    Regional großflächige Mono-Nadelwälder sind Potenzialgebiete.

    Wälder des Kreises Kleve sind nicht für WEA geeignet.

     
  19. 8. jean baptiste

    6 ANU
    ### authentische Rekonstruktion grundsätzlich ausgeschlossen ###
    Dann können wir uns die ganze Waldwirtschaft also sparen?
    Kyrill hat gezeigt, was das Resultat ist, wenn man falsch bewirtschaftet, sprich aufhöhere Holzpreise spekuliert und der Bestand zu alt wird.
    Und im Amazonasgebiet braucht man auch nicht mehr aufzuforsten, oder wer wie was?
    Was heißt „authentisch“ authentisch war auch das Rathaus.
    Ist es nicht ein Zeichen, wie authentisch hässlich der Wiederaufbau gelingen kann ?

    unter 3.3 Jagen “ Bei der damals verbreiteten Nieder- und Mittelwaldwirtschaft mit einer Umtriebszeit von rund 30 Jahren “
    Die 30 Jahre kommen nicht von mir, sonden aus dem Gutachten selbst.

    ### Rodung von Reichswalde, Nierswalde ###
    Ja, Einwirkungen der verheerenden Kämpfe. Wer sagt Ihnen dennm wie es in Ihrem Wald aussah?
    Ich habe keine Ahnung, aber ich wette, es waren auch dort erbitterte Kampfhandlungen (Operation Market Garden).
    Trotzdem weiß ich noch aus eigener Erinnerung, daß ein Teil des Waldes durch die Siedler recht liederrlich gerodet war, weil sie hatten Zeitdruck, es galt ein Stichtag, bis zu dem gerodet werden durfte um landwirtschaftlich / gärtnerische Flächen sich zuzueignen.

    „Von mir aus auch in meinem back yard“
    Deal , dann gibt es gleich den geeigneten Standort für die WIFI Antenne dazu und wird für die ganze Stadt nur eine Antenne für das FreeLAN benötigt.

     
  20. 7. jean baptiste

    Folgende Punkte aus dem Gutachten kann man nach der Lektüre von
    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kleve/faehre-zur-schanz-soll-eingestellt-werden-aid-1.5174245
    auch getrost in die Tonne verfrachten:
    “ Grabhügel
    Meilerplätze
    Niederwaldrelikte
    Grenzwälle (Landwehr)
    mittelalterliche Wegetrassen
    die frühneuzeitliche Straße Kleve-Gennep
    historische Straßentrassen
    rechteckige Jagen mit Jagenwegen
    Jagensteine
    Schützenstellungen des Zweiten Weltkrieges
    Laufgräben
    Forsthäuser
    Brandtürme
    Ehrenfriedhof mit Ehrenmal
    Wallanlagen und Stellungen des Ersten Weltkrieges
    ehemalige Wald- bzw. Munitionsbahn “
    Wenn das alles für den Touristen so interessant ist, gibt es da bestimmt auch jede Menge Infomaterial in verschiedenen Sprachen (Chinesisch und Japanisch nicht vergessen , they love it) und
    ist selbstverständlich alles vernünftig beschildert, oder haben die „Sehenswürdigkeiten“ jetzt nur Alibifunktion?

    Oder möchte man gar keinen Tourismus.?

    400.000 Euro Ersparnis für die Stadtwerke , na das ist ja toll.
    Spart man sich statt dessen den ver* offenen Komiker aus Berlin als Galionsfigur,
    die dämliche Clever Gas/Strom – Aktion wo man die Bürger als tolles Angebot die Verpflichtung auf den Grundtarif aufschwätzen will, und sonstige kostspieligen Aktionen, hat man das Geld so wieder drin.
    Wie Kundenbindung geht zeigen z.B. die Stadtwerke Goch, Rabatt für Dauerkunden.
    Nur, aus Solidarität mit den Nachbar-Stadtwerken bieten die den Billig-Tarif in Goch und darüberhinaus bundesweit an, außer hier in der Region.
    Wenn wir dann unsere neue Bürgermeisterin nicht gleich nach Amtsantritt zusammen mir Frau Naderer nach China schicken, haben wir schon wieder was gespart.
    Übrigens, man hat doch hoffentlich im neuen Rathaus eine Ebene für Gästezimmer reserviert?
    Die braucht man, wenn die Uferstrasse zur Schanz unter Wasser steht und die Schänzer am Festland hocken und nicht nach Hause können.
    Oder hilft dann der Kanu und Yachtclub aus.
    Dann müssen wir aber die Schleuse aus Mitteln der Stadtkasse renovieren, wie kommen die sonst in den Altrhein?

     
  21. 6. Anno Nühmer-Unfuch

    @ 3. jean baptiste :
    ### authentische Rekonstruktion grundsätzlich ausgeschlossen ###
    eben ! : Einmal kaputt – für immer verloren.
    also : Gar nicht erst zerstören.

    ### 30-jährigen Turnus ###
    Da hätt ich ja schon 2 ReichsWälder erleben müssen.
    Oder meinen Sie 30 JupiterJahre ?

    ### Stadtmauer mit Tor ###
    Ja, StadtMauer, TurmStumpf, KaiMauer und vieles mehr
    werden verrottet, zerschnitten, zerstört, vernichtet.
    Doch nur weil aller Protest gegen VoBaProtzKlotz und anderes nichts half soll Protest gegen weiteren Frevel nicht erlaubt sein ?

    ### von dem durch die Historie durch stets wieder etwas abgeknabbelt wurde ###
    wie vor : Gerade weil nur noch Reste übrig sind ist es um so wichtiger wenigstens diese zu retten.

    ### Rodung von Reichswalde, Nierswalde ###
    Soweit ich Fotos von damals und die bErichter u.a. meiner Eltern kenne,
    war dort nicht mehr viel zu roden.
    jedenfalls nichts, das noch nach Wald aussah.
    Auf weiten Flächen standen nur noch Stümpfe und nackte Stämme.

    ### Vertriebenen ###
    genau !
    Das ist der Unterschied :
    Müßten Menschen angesiedelt werden,
    die sonst nirgends eine Bleibe fänden,
    wäre ganz anders abzuwägen.
    Aber 150m hohe WolkenKratzer würden wohl selbst für Menschen nicht dort gebaut.
    Hier geht es jedoch um Technik,
    die auch andersWo stehen könnte.

    ### WKA nur ein zeitliches Phanomen ###
    Also erst recht besser auf Flächen, die nicht so langFristig geschädigt werden.

    Von mir aus auch in meinem back yard.

    nur nicht in unser aller Wald !

     
  22. 5. jean baptiste

    @4 Friedrich Stoltze Nein, LIKE wäre fehl am Platze.
    Eher UNDERSTAND uns ACCEPT.
    Der einzige Grund, weshalb ich mich überhaupt um das Thema kümmere, ist meine Furcht. daß mitten im Winter die Lichter ausgehen.
    Beispiele gibt`s genug , http://www.nu.nl/binnenland/4019972/miljoen-huishoudens-getroffen-grote-stroomstoring-noord-holland.html
    https://nl.wikipedia.org/wiki/Stroomstoring_in_Europa_%28november_2006%29 Auslöser: Meyer Werft Papenburg .
    u.s.w.

     
  23. 4. Friedrich Stoltze

    Fulminanter Einstieg J.B. und das Tempo über 90 Minuten durchgehalten. Wo ist hier eigentlich der LIKE Knopf?
    Danke

     
  24. 3. jean baptiste

    Also , da hat jemand aber einen Dr. phil. rer. hist. for. (rerum historiae forestris) mit gemacht und verkauft uns das Ganze als Stellungnahme.
    Dabei sagt der letzte Satz schon alles :“ Wesentlich ist, dass Kulturlandschaftselemente einzigartig in ihrer Genese sind und deren authentische Rekonstruktion grundsätzlich ausgeschlossen ist. “

    Für nicht in die Materie eingeweihte: Den Wald roden wir sukksessive im 30-jährigen Turnus
    Jedoch jetzt einmal anstatt in einigen Parzellen einmalig für 15 Jahre aussetzen , danach sind die WKA sowieso Schrott und man kann die Parzellen neu aufforsten , nein, das geht nicht weil da haben Napoleon , Caesar und Drusus mal gelaufen.
    Erstaunlich, daß eine Stadtmauer mit Tor, am Ort des Volksbanksneubaus, das frühere Wohnhaus von Peter Minuit in Rindern und andere historische Zeitzeugen , z.Teil aus Römerzeit, zum Teil von viel früher, einfach wieder untergebuddelt werden bzw abgerissen werden.
    Aber ein Waldgebiet , von dem durch die Historie durch stets wieder etwas abgeknabbelt wurde, das ist zwingend als Wald zu erhalten.
    Stellt man sich mal vor, diese Stellungnahme hätte bereits 1947/48 vorliegen müssen,
    dann hätte sich logischerweise die Rodung von Reichswalde, Nierswalde und Rodenwalde verhindern lassen.
    Wir hätten allerdings keinen Platz für die vielen Vertriebenen gehabt .
    Die sind auf dauernden Verbleib hier im Reichswald angesiedelt worden , während die WKA nur ein zeitliches Phanomen sind, bis elegantere Techniken wie Ebbe/Flut und Wellenkraftwerke https://www.youtube.com/watch?v=BbauzHi6QXQ oder https://www.youtube.com/watch?v=Kitd_g3WlG4 die Windkraft überflüssig machen.
    Heute brauchen wir Platz für WKA , damit uns im Winter das Licht nicht ausgeht.
    Obwohl, wenn kein Strom und damit keine Heizung, können wir ja in den Wald gehen und Bäume roden, damit wir die Bude wärmen können .
    Die paar Seiten von dem Gutachten zu verbrennen bringt nämlich bitter wenig Wärme.
    Aber wie sagte ich doch schon in meinem ersten Post über das Thema : not in my backyard , oder auch Heiliger Sankt Florian …
    Wir sollten`s mal in der Wüste versuchen … nee geht auch nicht, bei El Alamein ist ja der Rommel über den Sand gelaufen / hat sich überlaufen lassen … wie auch immer , historischer Boden.

     
  25. 2. aboguru

    Die Ausführungen des Rheinischen Vereins für Landschaftspflege und Denkmalschutz sprechen für sich. Ein mir bekannter Archäologe erzählte mir vor geraumer Zeit von den aberhunderten Grabhügeln im gesamten Waldgebiet. Die meisten erkennt nur der Fachmann. Oft sind er nur geringe Erhebungen die einem Laien nicht auffallen. Das an manchen Wochenenden bis an die 20 niederländische Sondengänger sich im Wald illegal tummeln, mag den einen oder anderen Spaziergänger ev. nicht entgangen sein. Und nein, die suchen nicht nur WKII Funde sondern auch ältere Fundstücke.

     
  26. 1. Kle-Master

    Ja super, da wird dem Oberförster Ganser von Wald und Holz ja die Schamesröte ins Gesicht steigen.