Wie sicher ist die Hagsche Straße wirklich?

rd | 24. Juli 2017, 18:37 | 18 Kommentare
Ihr Design mag vom Jugendstil inspiriert sein, doch nach 35 Jahren bergen die Straßenlaternen der Hagschen Straße den Keim des Todes in sich

Ihr Design mag vom Jugendstil inspiriert sein, doch nach 35 Jahren bergen die Straßenlaternen der Hagschen Straße den Keim des Todes in sich

Die Hagsche Straße ist so etwas wie das ADHS-Kind unter den Klever Straßen. Menschen laufen durch die Große Straße und die Kavariner Straße, sie halten sich auf in der Gasthausstraße und zumindest auch im oberen Abschnitt der Herzogstraße. Aber am Fischmarktbrunnen (dessen Verkleinerung vor Jahren bereits gefordert wurde) machen fast alle Menschen kehrt und gehen wieder stadtabwärts. Was sehr schade ist, weil es dort immer noch lohnenswerte Geschäfte gibt (Reformhaus, Hintzen, Kürvers, Hofladen Slütter, Mystic Garden, Samocca – nur so als erste Auswahl) und solche Niederlassungen, um deren Besuch man nicht herumkommt (Sparkasse). Doch die Zahl der Läden schrumpft: Unlängst berichtete die Rheinische Post einmal mehr über die Tristesse in der Neuen Mitte, die fast nur noch aus Ausstellungsflächen besteht. Gegenüber strich jetzt auch der niederländische Fahrradhändler die Segel, weiter oben stehen derzeit drei Ladenlokale leer.

Kein Wunder, dass die verbliebenen Geschäftsleute die Initiative ergriffen und die Straße wenigstens optisch aufwerten wollten – mit Blumen, was zurzeit sehr angesagt ist. In der Kavariner Straße schmücken seit langem Blumenarrangements die Laternen, und zuletzt landete die Gasthausstraße mit ihren Pflanzkästen, deren Anschaffung vom städtischen Verfügungsfonds sogar bezuschusst wurde, einen beträchtlichen Erfolg in der Außendarstellung.

Warum nicht auch unsere Laternen etwas aufhübschen, dachte sich Brigitte Kürvers-Will, Inhaberin vom Schuhhaus Kürvers. Flugs trommelte sie binnen drei Tagen alle Anlieger zusammen, es fanden sich 22 Anlieger, die die Begrünung von 20 Laternen an der Hagschen Straße finanzieren wollten.

Drei städtische Ausschüsse prüften das Anliegen, alle waren im Prinzip dafür, aber dann erteilten die Umweltbetriebe der Stadt Kleve dem Projekt den Blattschuss. Einer Belebung der Einkaufszone in Form einer Begrünung stehe man zwar grundsätzlich positiv gegenüber, heißt es in einem Brief der Stadt an die Initiatorin der Aktion, gleichwohl müsse man aus Gründen der Verkehrswegesicherungspflicht von einer „positiven Zusage“ (gibt es auch negative?) „aber leider“ absehen.

Was aber heißt Verkehrswegesicherungspflicht? Wie gefährlich ist die Hagsche Straße wirklich?

In der Begründung wird angeführt, dass die Laternen aus Alumiumguss gefertigt und bereits 35 Jahre alt sind. Die Blumenkästen würden 30 Kilogramm wiegen. Die Stadt schreibt: „Aufgrund des Alters der Laternen kann leider keine belastbare Aussage getroffen werden, ob mit der dargestellten zusätzlichen Gewichtsbelastung und der daraus resultierenden höheren Windlast die Stand-/Bruchfestigkeit noch in ausreichendem Maße gewährleistet ist.“

Es sei sogar ein Gutachter eingeschaltet worden, berichtet Brigitte Kürvers-Will. Der habe dem Projekt eine mehr als 99-prozentige Sicherheit attestiert. Aber eben keine hundertprozentige. „Das ist doch lächerlich, das kann nicht sein“, echauffiert sich die Geschäftsfrau.

Bleibt die Frage, wie sicher die in die Jahre gekommnenen Laternen überhaupt sind. Zu Karneval klettern Menschen daran hoch, die den Rosenmontagszug besser sehen wollen. In Zeiten von Wahlkämpfen dienen sie zur Befestigung großer Plakate, zum Beispiel 2015 von großen Motiven der Bürgermeisterkandidatin Sonja Northing, die wie ein Segel im Wind stehen. Kaum auszudenken, wenn ein Windstoß eine solche Laterne umreißen würde.

Es scheint, als stehe Karsten Koppetsch, der neue Chef der Umweltbetriebe der Stadt Kleve, vor seiner ersten großen Bewährungsprobe!

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18 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 18. mike

    @17.jean baptiste
    leider übersehen.
    Die Finanzierung sollte in Kleve auch ohne Steuerzahler durch Anlieger erfolgen.

     
  2. 17. jean baptiste

    @16 mike

    ja, und das sogar ohne direkte Finanzierung durch den Steuerzahler.
    Aber haben Sie auch die letzte Passage
    „In der Steinstrasse ist diese Aktion aufgrund der Statik der Laternen leider nicht möglich“ gelesen?

     
  3. 16. mike

    http://emmerich.de/de/aktuelles/bunte-blumen-in-der-innenstadt

     
  4. 15. jean baptiste

    nö, 14.Zecke
    geb ich dir Recht, Fahrradträger ohne ABE macht riesig Spass, und hält auch fit, da lässt sich sinnvoll laufen, mit Weiterfahren ist da so nix mehr. Payback-Punkte kann man bestimmt auch noch sammeln, wenn man sich wegen der blöden Missverständnisse als mündiger Bürger mit der Verwaltung in Diskurs geht.
    Unser Motto:viva Clivia, viva la revolution, vinceremos.

     
  5. 14. Zecke

    @12 …. wat für ein Quatsch….

    -bitte keine Fahnen mehr an der Schwanenburg aufhängen… dafür hat diese keine Betriebserlaubnis…

    -Fahrradträger auf PKW’s, geht gar nicht. Ist ausschliesslich zur Personenbeförderung konstruiert…

    -bitte schalten Sie als mündiger Bürger Ihren Kopf aus und lassen das Denken nur noch der Verwaltung… dann können wir in der Zukunft nur noch bei Amazon bestellen… ganz toll!

    -kritische Fragen muss eine Verwaltung schon aushalten. Da braucht sich keiner vor diese zu stellen, denn, dass hat sie auch nicht nötig. Oft sind es Missverständnisse, die leicht aufgeklärt werden können.

    Wir sind hier weder bei VW, noch in der Türkei oder bei Herrn Trump.

    …mal hören wie es weiter geht…

     
  6. 13. Jürgen Böll

    @12. jb

    hier greift beim Treppenlift garantiert die Maschinenrichtline für “kraftbetätigte Maschinen”.
    und diese kraftbetätigte Maschine (Treppenlift) ist dann einmal im Jahr zu überprüfen und im Prüfbuch zu dokumentieren.

     
  7. 12. jean baptiste

    @6 , 9, und 10.
    Jetzt muss ich mich aber einmal schützend vor die Mitarbeiter in der Verwaltung stellen.
    Eine Laterne ist eine Laterne, Standfestigkeit , Tragfähigkeit und Belastungsfähigkeit sind vom Hersteller garantiert und zertifiziert. Da ertwas dran zu hängen widerspricht jeglicher Unfall-Verhütungs-Vorschrift.
    Beim PKW weiss und versteht jeder, daß nicht zugelassene Anbauteile die gesamte Betriebserlaubnis erlöschen lassen.
    Nur weil das in der Kavarinerstrasse mit äusserster Blauäugigkeit jahrein-jahraus wieder zelebriert wird muss das nicht als verantwortbar und sicher gelten.
    Ich habe da schon 2 mal gesehen, wie ein Kasten, der nur lose eingehängt ist, durch LKW-Einwirkung einseitig ausgehängt wurde.
    Wenn da mal ein Passant, oder gar ein Kind von so einem Kasten getroffen wird, ist das Problem riesengross und wird man dann irgend einen armen Hampel von der USK als Sündenbock anweisen.
    Anders sieht es mit den alleine stehenden Blumenampeln entlang des Fussweges Minoritenplatz aus.
    Die stehen auf sich, haben durch ihre Kegelform eine ordentliche Standsicherheit und lehnen sich auch nicht auf andere, nicht dazu konstruierte Objekte an.
    @otto , sonst kann ich ja meist in Deinem Gedankengang mitgehen, aber in der heutigen Zeit der Zertifizierung, UVV, TÜV-Prüfung u.s.w. hilft ein Vergleich mit und Verweis auf andere Kommunen nicht mehr weiter.
    Nur mal ein X-beliebiges Beispiel: wer kann sich vorstellen, daß ein privater Treppen-sessel-lift der nur von einer einzigen Person, und nur für ihn selbst, betrieben wird und in den 1.Stock, zum nur ihm zugänglichen Schlafzimmer führt, trotzem periodisch vom TÜV geprüft werden muss?

     
  8. 11. jean baptiste

    @3. ohne worte

    wo soll denn da das Lob stecken ?
    Bei der HSRW Kanzler (kommissarisch, aber Rang ist Rang) ist allererster Rang, mit der Präsidentin im Präsidium und quasi auf gleicher Stufe ,
    bei de USK Rang 3 unter BM und _Kämmerer.
    Aber der Mann denkt wahrscheinlich pragmatisch. Lieber was festes weniger (bestimmt nicht wenig!) bezahlt, als die feste Voraussicht, an der HSRW bestimmt nicht regulärer Kanzler zu werden.

     
  9. 10. Benno

    So bremst man Eigeninitiative aus. Bravo 🙁

     
  10. 9. otto

    Wo gibt es bisher in anderen Städten oder in benachbarten Ländern bereits Schäden wie seitens der Stadt befürchtet?
    Wie sieht die Stadt die Hochwassergefahr in der Oberstadt?

     
  11. 8. Niederrheinstier

    @K. Brückenbauer
    Muuuhh, BGV A 3 ist schon Geschichte! Das heißt inzwischen korrekt DGUV Vorschrift 3, muuuuh!. Ich weiß das, weil der Bauer die Rücken- und Klauenbürsten und anderes Kuhpflegeequipment inzwischen sogar vor jeder Nutzung prüft, nachdem ich mal mit dem Equipment Hornkatapultieren gespielt habe und der Bauer beim nächsten Gebrauch so einen supergeilen Technotanz mit metagalaktischen Zuckungen aufgeführt hat, wie er ihn bis heute nicht wieder auf den Spaltenboden gelegt hat, muuuhhh! Wirklich beeindruckend! Vielleicht sollte ich mal wieder eine Runde Hornkatapultiren spielen, muuuuhhhh?

     
  12. 7. kleinendonk

    Ralf an der HSRW ist eine Pressestelle wieder frei

     
  13. 6. K. Brückenbauer

    Als Ingenieuer kann man hier nur mit dem Kopf schütteln,wie die Unternehmer an der Nase herum geführt werden.
    Diese Laternen sind für eine 50jährige Lebensdauer gefertigt.
    Meines Erachtens kann die Ablehnung nur bedeuten, dass die Wartung und Instandhaltung, der Laternen der Stadt nicht ordnungsgemäss bzw. lückenhaft ist. Somit liegt der schwarze Peter bei denjenigen, die hierfür verantwortlich sind.
    Dies muss den Unternehmern gegenüber auch so klar kommuniziert werden.
    Einfach mal in die Wartungsunterlagen schauen!
    .
    Instandhaltung

    Von den Gesamtkosten der Straßenbeleuchtung entfallen in vielen, vor allem kleineren Anlagen 60% bis 70% auf die Instandhaltung und Wartung und 30% bis 40% auf die Energiekosten. In Großanlagen wurde der Anteil für Wartung und Instandsetzung durch diverse Rationalisierungsmaßnahmen bis 50% und mehr reduziert. Aus der Sicht des Betreibers ist der Kostenanteil
    Instandhaltung von entscheidender Bedeutung. Instandhaltung umfasst

    Inspektion, das sind Maßnahmen zur Feststellung des Istzustandes,
    Wartung, das sind Maßnahmen zur Bewahrung des Sollzustandes und
    Instandsetzung, das sind Maßnahmen zur Wiederherstellung des Sollzustandes.

    Instandsetzungen sind erforderlich

    bei Schäden durch Verkehrsteilnehmer oder durch Vandalismus, die im Extremfall auch eine teilweise oder gänzliche Erneuerung der Leuchtstellen erfordern kann, und
    bei Störungen der Funktion der Beleuchtungsanlage infolge Komponentenausfalls.

    Instandsetzungsarbeiten gehen Inspektionen der Leuchtstelle durch Sichtprüfung bis zu acht Mal pro Jahr voraus. Sie erstrecken sich auf Kontrollen, Prüfungen und Wartungsarbeiten in Abständen von 2 bis 4 Jahren und werden aus Kostengründen meist in gleichen Arbeitsprozessen durchgeführt. Kostengründe und neue Lampen- und Leuchtentechnologien erlaubten
    es, das Zeitintervall dafür schrittweise auf 4 Jahre (das in der berufsgenossenschaftlichen Regel BGV A 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ zwingend vorgeschriebene Prüfintervall) zu verlängern.

    Instandhaltungsarbeiten umfassen allgemeine Arbeiten aufgrund Verschmutzung, Alterung, Korrosion und Beschädigung sowie speziell Arbeiten im lichttechnischen, elektrotechnischen, bautechnischen und mechanischen Bereich.

     
  14. 5. Joseph Johann

    Wünschen wir ihm gutes Auskommen mit Herrn Haas!

     
  15. 4. rd

    @ohne worte Weggelobt ist sicherlich das falsche Wort. Er hat wohl keine Perspektive mehr gesehen, das angestrebte Ziel HSRW-Kanzlerschaft zu erreichen und einen neuen Karrierepfad eingeschlagen, der langfristig auch interessante Ausblicke bietet.

     
  16. 3. ohne worte

    Koppetsch?? Hat die HSRW ihn weggelobt? Anschlussverwendung gefunden👍👍

     
  17. 2. Petra Scholz

    Wie war das noch in Kleve?Es wird doch „Auf-und Abgerundet “ 😉

     
  18. 1. Günter Hoffmann

    Wie sicher ist die Hagsche Straße ist wenn es dunkel wird ? Das kann jeder für sich persönlich im Herbst testen mit und ohne Laterne .Dabei bin ich ,by the way, offen für einen Racing Track für div. Bike speet Junkies.