Volles Haus

rd | 03. September 2015, 01:09 | 18 Kommentare
Einige, wenige freie Plätze: die Stadthalle zum 50.

Einige, wenige freie Plätze: die Stadthalle zum 50.

Toutes Cleves war versammelt, als der 50. Geburtstag der Stadthalle gefeiert wurde. Unterhaltsame Musik (Bigband der Kreismusikschule), interessante Wortbeiträge (als Wilfried Szubries, ehemals Schauspieler am Theater am Niederrhein, erzählte, welche Stücke hier früher aufgeführt wurden, musste man fast weinen), ein wie immer blendend aufgelegter Bürgermeister („Klever Rheinbrücke“, „hydraulische Anhebungen“) und ein launige Moderator Ludger Kazmierczak (WDR), der an einer Stelle des Abends sagte: „Theo, wir sind alle gespannt, wer deine Nachfolgerin wird.“

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18 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 18. Andre Gerritzen

    Der neue Name zeigt eben das es in eine andere Richtung gehen soll. Weg vom Kulturzentrum zu einem „populären Platz“.

    Sehr schöner Artikel. Auch musste ich gerade an einige Bands denken die ich im alten Roosje gesehen habe und eine Partie die böse endete. Ich frage mich heute noch wie ich wieder nach Kleve gekommen bin.
    Die Toten Hosen, Melvins (2x), Green Jelly, Cosmic Psycho, Fear Factory, Anilahtor, Pearl Jam, Die Krupps, L7, ………..

    Beim aktuellen Programm sind viele Bands dabei mit gar nichts sagen und wo ich mich dann wundere das sie 27,50€ im großen Saal ausverkauft sind.
    http://www.doornroosje.nl/agenda/
    Und bei ein paar Bands wie K´s Choice, Balthazar, Circa Waves würde es mich hinziehen.

    Ob sowas 1 zu 1 auf Kleve übertragen werden kann bezweifel ich, aber diese massive Subventionierung von „Kulturzentren“ in Deutschland, in der Regel mit 80%, muss auch nicht sein.
    In Kleve gibt es ja schon ein Kulturzentrum und da läuft es ähnlich wie im Roosje nur nicht extrem Professionell/Kommerziell und da liegt die Bezuschussung bei 11%.(Die Stadt bezahlt sozusagen Strom, Wasser & Gas)

    Deshalb weg vom Denkverbot des Udo Janssen und nur mal schauen was den möglich wäre.

     
  2. 17. laloba

    … ok, der Name wurde erweitert, aber eben kein neuer …

    … bevor die Diskussion über das neue Zentrum weiter geht, möchte ich nochmal an das alte erinnern, dessen frühere Bedeutung hier sehr gut beschrieben ist …
    http://www.voxweb.nl/als-roosje-doornroosje-wordt/

     
  3. 16. laloba

    „das das Roosje aus einem altmodischen Kulturzentrum hervor gegangen ist“

    … das Roosje war früher ein weit über Nimwegens Grenzen hinaus bekanntes, ‚legendäres‘ Zentrum für eine alternative, wilde Szene …

    … die von Drogenfahndern regelmäßig beobachtet wurde … wer vom Roosje nachts Richtung Grenze fuhr, wurde etwas genauer kontrolliert …

    … altmodisch erscheint mir da jetzt nicht das richtige Wort

    Es kommt auch nicht von ungefähr, dass der Name beibehalten wurde, denn damit ist ein Mythos verbunden …

     
  4. 15. Andre Gerritzen

    12-14
    Ihr seid super Stichwortgeber. Jetzt wird es etwas ausführlicher.

    @12
    Das Fortarock gehört auch irgendwie zum Doornroosje-Universum, aber wenn du mal die Festivallandschaft anschaust sind das eigentlich ganz normale Preise. Und warum die Preise so sind, wird sich hoffentlich gleich zeigen.

    Das was du dir unter Kulturzentrum vorstellst ist die Hippie/Punk/Grungekultur der 70er-90er Jahre.(Zitat von Donnerstag)
    Das haben die Holländer über Bord geworfen, da sie gemerkt haben, das das bei der Jugend nicht mehr ankommt.
    Bei der Besprechung wurde wörtlich gesagt, das die jungen Gäste das alte Roosje mit den Grafittis und dem dunklen Gemäuer Gruselig fanden und sie deutlich weniger junge Besucher hatten. Deshalb auch der neue offene Neubau.
    Mir ist vor einigen Jahren mal aufgefallen, das sie ihre Bezeichnung von Cultureel Centrum in Poppoddium geändert haben. Dabei hatte ich mir nichts gedacht, aber nach gestern macht es Sinn.

    @13
    Das Doornroosje mit der Stadthalle zu Vergleichen ist wirklich wie Äpfel mit Birne.
    Das eine ist ein 50 Jahre alter Zweckbau, der damals wahrscheinlich auf der Höhe der Zeit war und das andere ist ein 2 Jahre alter Zweckbau der den aktuellen Bedürfnissen/Erkenntnissen angepasst ist. Die Holländer haben es gewagt ihr 40 Jahre altes Doornroosje aufzugeben und ein neues gebaut das für die nächsten 15-20 Jahre funktionieren soll und dann kann man ja sehen wie es weiter geht.
    Das neue Roosje ist zwar in Beton gegossen aber nicht wie die Klever Stadthalle für die Ewigkeit gebaut. (Wir sehen uns bei der 100. Jahr Feier in der Stadthalle)

    @14
    Klar hat es Nijmegen da einfacher, weil doch einige Faktoren deutlich günstiger sind, aber wenn man die Größenunterschiede betrachtet, dann ist die Differenz zwischen den Besucherzahlen doch gewaltig. Und da wollte ich gleich darauf eingehen, da die dort eine ganz andere Zielsetzung haben als wir Deutschen.

    —-

    Vielleicht fange ich erst mal damit an das neue Doornroosje zu beschreiben, damit jeder sich ein Bild machen kann worum es geht.

    Lage
    Das Roosje liegt wirklich im Zentrum von Nijmegen.
    Steht man davor ist links davon der Busbahnhof, rechts direkt die Polizeizentrale.
    Hinter den Gebäude sind die Bahnsteige des Nijmeger Bahnhofs und auf dem Roosje drauf ist noch ein Studentenwohnheim. In der Nähe sind mehrere grosse Parkhäuser und Parkplätze.
    ca. 300m bis zum großen Kreisverkehr.
    Die Stelle wurde ganz bewusst gewählt, da sich die Nähe zu den öffentlichen Verkehrsmitteln direkt auf die Besucherzahlen auswirkt. Raus aus dem Bus, rein ins Roosje. Nicht noch 10min bei Sturm durch die Gegend irren.
    Die Nähe zur Polizei ist ein Kostenfaktor für die Gemeinde und erlaubt auch einen schnelleren Zugriff bei Problemen. Im alten Roosje war die Anfahrtszeit 10min und wenn das alte Roosje zu gemacht hat, ist immer eine Streife losgeschickt worden um nach dem rechten zu sehen. Jetzt stehen die Streifenwagen direkt vor der Tür.
    Sehr schön war das Argument warum das Roosje nicht nach draussen vor die Stadt nach Wijchen ins Industriegebiet gesteckt wurde. Da wäre massenhaft Platz für ein deutlich geräumigeres Gebäude bei günstigeren Grundstückpreisen gewesen.
    Es läßt sich irgendwie berechnen das pro 2 Kilometer mehr Entfernung vom Centrum die Zuschüsse pro Jahr um 100.000€ steigen müssten oder die Einnahmen um 100.000€ sinken würden. Oder waren es 10.000 Besucher weniger? (Der Gastgeber hat das alles in Holländisch berichtet und an der Stelle bin ich mir nicht mehr über den genauen Wortlaut sicher)
    Auf jeden Fall je weiter man das Roosje nach draussen auf die grüne Wiese schiebt, desto schlechter läuft der Laden. Will man Erfolg mit dem Laden haben muss er ins Zentrum an die richtige Stelle.

    Gebäude
    Auf den Fotos kann man sehen wie das Gebäude errichtet wurde und es drinnen aussieht.
    https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10150223546567483.312534.223023867482&type=3
    https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10151884727447483.1073741968.223023867482&type=3
    https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10152328327212483.1073742039.223023867482&type=3
    Das Gebäude war mit 14.000.000€ geplant worden und das ist auch gezahlt worden. Wie viel es am Ende wikrlich gekostet hat, wusste unser Gastgeber nicht, aber wenn die Baufirma Effizient und Kostengünstig gearbeitet hat konnte sie die Differenz behalten. Auch ein Konzept das in Deutschland keiner versteht. 😉
    Dann ist das Roosje nochmal für 4.000.000€ eingerichtet worden. Sieht alles sehr hochwertig und solide aus. Kein sinnloser überteuerter Edelschnickschnack sondern das was man braucht und was lange hält.
    Sehr witzig ist die Ladebucht für LKW. Schau euch einfach das Video an.

    Müssten sie Einbauen, damit die 40-Tonner nicht rückwärts über Nijmegens wichtigsten Fahrradweg fahren.
    Vorne zur Strasse der übliche Eingang, von da geht es ins Foyer mit einem großen Kassenbereich.
    Links geht es durch eine Doppelttür zum Café mit Empore und kleiner Bühne, sowie dem großen Saal (1100 Besucher) und rechts zum kleinen Saal (400 Besucher).
    Alles sehr praktisch eingerichtet, aber in einer angenehmen Atmosphäre. Nicht wie im alten Roosje, wo die Nutzung dem Gebäude angepaßt war. So kommen sie bei 3facher Besucherzahl mit weniger Security aus und zudem liegt einer der beiden Eingänge zum großen Saal nur 5m vom Eingang zum kleinen Saal entfernt und durch eine Schiebewand läßt sich der Weg versperren, wenn z.b. 2 Konzerte gleichzeitig stattfinden.
    Im Grossen Saal macht eine Metalband für 25€ Krach und im kleinen Saal spielt jemand Violine für 10€. Da kann sich keiner mit dem 10€-Ticket eben in das 25€-Konzert mogeln. Die haben das Gebäude auch so gebaut, das man die Metalband mit 105db nur 5m weiter beim Violinen-Konzert nicht mehr hört.
    Bei Tanzveranstaltungen wird die Trennung zwischen den Sälen entfernt und man kann über die kurze Distanz die Säle wechseln. Das wirkt sich direkt auf den Besucherandrang und den Umsatz aus. Sie hätten die Räume auch weiter auseinander Bauen können, aber hätte sich negativ auf diesen Umsatz bei den Tanzveranstaltungen ausgewirkt. (Darauf gehe ich gleich beim Konzept ein.)
    Toiletten gibt es mehrere, so das jeder Saal eigene Toiletten und sogar eigene Raucherbereiche hat.
    Die Säle sind technisch auf der Höhe der Zeit, hoch, praktisch, mit einer starken Lüftung und Klimaanlage. Kein Vergleich mit dem alten Roosje wo bei den Toten Hosen Ende November das Kondenswasser von der Decke tropfte.
    Backstage ist großzügig und praktisch eingerichtet und so angelegt das die Security jederzeit Backstage schnell an alle wichtigen Punkte kommt ohne durch die Besucher rennen zu müssen. Wer regelmäßig bei solchen Veranstaltungen ist weiß wie wichtig das ist.
    Die Ladebucht ist riesig und hat mindestens die Abmessungen des Innenraums der Klever Stadthalle. Da stehen schon mal 4 LKWs mit Equipment drin, daher auch der Kran, weil wenden da dann nicht mehr möglich ist.

    Über dem Roosje ist dann noch ein Studentenwohnheim, ich glaube mit 200 Einheiten. Ob das jetzt auch in den Baukosten von 14Mio enthalten war und ob es zum Roosje dazugehört, haben wir vergessen zu fragen. Kann mir aber gut vorstellen, das das zur Finanzierung des Betriebes verwendet wird.
    Das alte Roosje hatte ja auch ein Fitness-Studio und eine Druckerei im Gebäude um damit zusätzliche Einnahmen zu bekommen.

    Zusätzlich zum neuen Doornroosje haben sie noch das Merlyn auf der anderen Seite der Innenstadt in der Nähe der Rheinbrücke. Da ist dann in der Nähe der Kneipenszene mit max. 200 Besuchern Platz für kleine Konzerte und Parties.

    Wie das alte Doornroosje aktuelle genutzt wird, weiß ich gerade nicht. Scheint in den aktuellen Konzert und Partyveranstaltungen aber nicht mehr auf zu tauchen.

    Konzept
    Jetzt wird es Interessant.
    Der Betrieb des Doornroosje trennt sich in 2 Sparten. Konzerte & Dance.
    Wie sagte der Gastgeber so schön: “Konzerte sind der Zweck und mit Dance machen wir unser Geld”

    – Konzerte
    Das Doornroosje hat für Konzerte 4 Räume zur Verfügung.
    Bis 200 Besucher fasst der Saal im Merlyn.
    Bis 400 Besucher der kleine Saal.
    Bis 1100 Besucher der große Saal.
    Bis 1800 Besucher im Konzertsaal in “De Vereeniging”.
    und zusätzlich gibt es noch OpenAirs im Valkhof-Park(10.000) & Goffertpark (50.000)
    So kommt man auf 250.000 Besucher pro Jahr.

    Sehr interessant fand ich den “Verwertungszyklus” von neuen Bands. Da kommt dann doch der Ursprung aus einem Kulturzentrum durch.
    Beim Valkhof-Festival (7Tage / jeden Tag ca 10.000 Besucher) dürfen unbekannte Bands spielen. Nur die Headliner sind bekannt.
    Beim Fortarock (1 Tag / 50.000 Besucher / Nur Metalbands) dürfen auch unbekannte Bands ran.
    Diese Bands werden dann im Jahr danach ins Merlyn eingeladen.
    Bands, die auf dem Valkhof & Fortarock gespielt haben, haben in der Regel 100-120 Besucher. Bands, die nicht da waren, nur 30-40 Besucher.
    Die Bands mit 40 Besuchern sind ein Minusgeschäft, Bands mit 120 Besuchern decken ihre Kosten und bei mehr Besuchern bleibt sogar was übrig.
    Waren die Bands im Merlyn erfolgreich. Dürfen sie das nächste Mal in den kleinen Saal im Roosje mit max. 400 Besuchern.
    Klappt es dann da geht es dann vielleicht in den grossen Saal und später als Headliner auf die OpenAir-Bühne.
    So helfen sie neuen Bands erfolgreich zu werden und stehen als sehr innovativ da.
    Und es gibt bei erfolgreichen Bands dennen man früh geholfen hat bessere Konditionen bei einem späteren Auftritt.
    Den Nachwuchs gefördert und noch Geld damit gespart/verdient.

    Und sie bieten ein sehr breites Spektrum an Konzerten an.
    Von dem Violinisten bis hin zur Todesmetalband und das teilweise gleichzeitig.
    Der Gastgeber sagt Sie sprechen ein Publikum von 15 bis 85 Jahre an und verteilen ihr Konzerte auch so auf die Zielgruppen, das alle gleich bedient werden.
    Ein Band aus den 70er zieht natürlich auch die Gäste aus der Zeit an und eine aktuelle HipHop-Truppe mehr die Jugendlichen.
    Er meinte das Doornroosje ist ein Zentrum für POPKULTUR des Gemeinde Nijmegen und muss daher für alle Bürger offen sein. Daher die breite Streuung auf alle Alters und Interessengruppen.
    Wieder eine Detail das mit Geld zu tun hat. Sie streuen die Verteilung auf die Zielgruppen auch deshalb so, damit sie nicht nur eine Zielgruppe bedienen und die am Ende des Monats kein Geld mehr übrig haben und deshalb nicht mehr zu ihnen kommen können. Auch ein interessanter Gedankengang.
    Ein zweites Detail. Sie konnten ermitteln das ca. 10% ihrer Besucher “Ausländer” sind, also jetzt nicht die Deutschen die nach Nijmegen fahren sondern die Besucher die Bewohner von Nijmegen sind. Nijmegen hat aber nur einen Ausländeranteil von 8%. Ein Zeichen das das Doornroosje zur Integration von Ausländern beiträgt.
    (Wenn man das jetzt mal auf die Klever Stadthalle überträgt ….)

    Die Preise richten sich nach dem Saal und Bekanntheit der Band.
    Im Merlyn kosten die Konzerte zwischen 5€ – 10€.
    Im kleine Saal so zwischen 10€ -20€.
    Im großen Saal 20€ – 35€.
    Und in De Vereening dann über 30€.
    Die Zahlen sind jetzt ganz grob und aber geben die Richtung vor.
    Das sind reele Preise wie sie andere Anbieter auch haben und da ist nicht viel von Subvention zu erkennen. Konzerte, mit bekannten Bands, die die Besucher sehen wollen, kosten eben ihren Preis und unbekannte Bands die gute Musik spielen kann man für kleines Geld ausprobieren. Es ist nicht deren Ziel die kommerziellen Anbieter durch öffentliche Subventionen zu unterbieten, sondern nur das Angebot für alle zu vergrößern.

    – Dance (Disco)
    Jetzt werden einige Deutsche sich wundern.
    Sie bieten auch wöchentlich kommerzielle Tanzveranstaltungen an.
    Das was normale Discotheken machen um Geld zu verdienen, machen sie genauso um ihren Betrieb zu finanzieren.
    Sie buchen dann mehr oder weniger bekannte DJs und ziehen damit das zahlende Publikum an.
    Im Merlyn nehmen sie dann 5€ Eintritt, im Roosje selber ab 10€ und aktuell sehe ich da gerade Parties bis zu 18€ mit bekannten DJs. Da dann auch wechselnde Themen. Techno, Reggae/Dancehall, Hiphop, 80er/90er damit nicht nur einer Zielgruppe das Geld aus der Tasche gezogen wird.
    Da hat der Gastgeber vorgerechnet 10€ Eintritt & 10€ Getränke bei 1500 Leuten.
    Das macht die Kasse auch voll.
    Auch hier wieder ein Detail an dem man dann doch erkennt, das das Roosje aus einem altmodischen Kulturzentrum hervor gegangen ist.
    Bei den Parties legen im grossen Saal bekannte DJs auf, die die Leute ziehen. In den kleinen Saal daneben kommen unbekannte DJ oder nicht kommerzielle Musikrichtungen um denen eine Plattform zu bieten und neue Talente/Stile zu entdecken. Das wird sehr gut angenommen und steigert die Attraktivität der gesamten Veranstaltung und somit den Umsatz. Oben habe ich ja schon beschrieben das sie deshalb die Türen direkt nebeneinander gelegt haben.
    Wie bei den Bands Nachwuchs gefördert und noch Geld damit verdient.

    Aktuelle haben sie ca. 500 Veranstaltungen pro Jahr im Merlyn und Roosje zusammen und wenn ich die Zahl richtig verstanden habe einen Umsatz von 1,4Mio .
    Sie erhalten auch noch Zuschüsse von der Gemeinde wollen aber davon unabhängig werden. Wie hoch die sind wurde uns nicht berichtet. Es gab dieses Jahr wohl einen ganz speziellen Zuschuss aus Den Haag, weil sie so extrem Erfolgreich waren. (50.000€) Neben einem anderen Projekt waren sie die einzigen im Westholland die diesen Zuschuss als Belohnung bekommen haben.
    Auch interessant – In Holland werden nur die unterstützt die Erfolgreich sind und nicht die die es nicht sind.

    Wenn meine holländisch Kenntnisse mich in dem Moment nicht im Stich gelassen haben, habe ich es so verstanden, das sie ihre Baukosten innerhalb von 15 Jahren wieder einspielen sollen.
    Es gab wohl bei den 18Mio Kosten Geld von der EU und Den Haag. Das waren aber nur 5,5Mio. Bleiben 12,5Mio übrig die wieder rein kommen sollen.

    Sie haben 18 Festangestellte mit Vollzeitjob (Verwaltung, Planer, Hausmeister…) und ca 100 Teilzeitangestellte (Thekenpersonal, Security …) und dann gibt es noch 100 Freiwillige, die auch noch Aufgaben übernehmen.

    Was mehrmals in dem Vortrag und der Besichtigung zu erkennen war ist das die Gemeinden Nijmegen hinter dem Projekt stand und sich durch Studien und wissenschaftliche Erkenntnisse schnell überzeugen lies, was der beste Standort und die beste bauliche Umsetzung für maximalen Erfolg war. Da wurde nicht nach dem Baugefühl oder Ego einzelner Politiker gehandelt, sondern nach dem was Belegbar das Beste ist. Und der Erfolg und das Programm scheinen dem Recht zu geben.

    In diesem Fall ist der Grundgedanke mehr „Kultur ist für die Menschen und muss ihnen gefallen. Was keinen Interessiert muss man auch nicht unterstützen“.
    Bei uns ist mehr wir müssen laut 5-Jahresplan folgende Mittel für Kultur aufwenden und werden sie laut Plan verwenden. Das Interesse der Bevölkerung kann bei Bedarf berücksichtig werden.

    Um jetzt wieder auf die Stadthalle zurück zu kommen.
    Mein Gefühl ist das in der Stadthalle Veranstaltungen abgehalten werden, weil man eine bestimmte Anzahl an Theater & Konzertveranstaltungen machen muss und ein bestimmtes Budget zur Verfügung hat. Damit wird dann gewirtschaftet und ein Programm erstellt. Das das vielleicht nicht ganz den Geschmack & Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht.
    Das ist keine Kritik an der Verwaltung und dem Kulturamt. Habe letzte Woche noch neben Frau Wier gesessen und ich weiß das sie bei den Kulturschaffenden Hoch angesehen ist, aber sie eben nur das Umsetzen kann was ihr die Politik vorgibt.
    Also geht meine Kritik mehr in Richtung der Politik, die die Vorgaben macht.
    Da herrscht eine “Das war schon immer so. Wieso soll man das ändern”-Mentalität und eine “Nein. Das geht nicht”-Argumentation.

    Das mit dem Doornroosje war jetzt nur ein Beispiel aus der unmittelbaren Nähe von Kleve an dem man sehen kann, das man auch andere Wege gehen kann und nicht das alles zu 80% beschußt werden muss.
    Man kann ja mal drüber nachdenken. “Was wäre wenn” und sich zuerst mal die Argumente dafür durch den Kopf gehen lassen und danach erst die dagegen rausholen.

    Ach ja. Ein Punkt des Gastgebers bei dem einer der männlichen Bürgermeisterkandidaten wahrscheinlich dumm gekuckt hätte.
    Es gibt eine internationale Studie die belegt, das Städte die über so ein Popcentrum verfügen, allgemein Interessanter für die Menschen sind und es sich in allen Bereichen positiv auf die Stadt auswirkt. Langfristig ziehen sogar mehr Menschen in Gemeinden mit solch einem Zentrum.
    Museen haben diese Wirkung gar nicht. Die bringen nichts.

    Habe jetzt genug geschrieben und die letzte Seite die mir durch den Kopf schwirrt lasse ich weg.
    Stellt ruhig ein paar Frage, wenn etwas nicht klar ist und sagt auch wenn ihr was anders seht.

     
  5. 14. laloba

    „Nijmegen nur 3,5 mal mehr Einwohner hat als Kleve“

    Dass Nimwegen mehr als 100.000 Einwohner mehr hat als Kleve, macht aber doch einen ziemlichen Unterschied … hinzu kommt, dass es seit mehr als 90 Jahren eine Universität hat mit vielen Fachbereichen und u.a. dadurch schon seit langem junge Leute anzieht … von der ausgeprägten Szene dort mal ganz abgesehen … halte den Erfolg des Doornroosje für multifaktoriell …

     
  6. 13. Klaus

    @11. AG

    Den Vergleich zwischen den Stadthallenkonzerten und dem Doornroosje verstehe ich nicht. Das ist wie Äpfel und Birne. Aber die weiteren angekündigten Infos sind bestimmt interessant. Das in NL alles auf Erfolg getrimmt ist, kann ich bei der Mentalität der Nachbarn nur bestätigen. Im Klever Museumsbereich gibt es da seit Jahren leider deutlichen Nachholbedarf.

     
  7. 12. pd

    Ähm Fortarock hat jetzt aber eher weniger mit einem Jugend und Kulturzentrum zu tun.

    Die Veranstaltung ist purer Kommerz. Karte 80,–€ Bierchen 4,–€ sowas und alles andere waren auch Apothekenpreise. Unter Kulturzentrum stell ich mir irgendwas mit bunten Blümchen und leben von Luft und Liebe vor, nicht ein Festival mit 10 Millionen Umsatz. Sowas ist jetzt nur bedingt Sache der Politik wie ich finde.

    Ich hätte aber auch nix gegen Anthrax und Maiden in Kleve, von mir aus auch unsubventioniert für nen Hunni, man möchte ja nicht schmarotzen wie die scheinbar bettelarmen Kurhaus/Moyland Gänger oder andere Anhänger der so genannten Hochkultur :-)=

     
  8. 11. Andre Gerritzen

    Gestern war ich mit dem Wahlkampfteam Northing zu einer Besichtigung im Doornroosje.
    Die hatten letztes Jahr 130.000 Besucher und dieses Jahr werden es wohl 150.000 werden.
    Mit den Outdoor-Veranstaltungen wie Valkenhof-Festival, Fortarock usw sogar 250.000!

    Dem stehen 8300 Besucher bei den Konzerten der Stadt gegenüber. 😉
    Und das obwohl Nijmegen nur 3,5 mal mehr Einwohner hat als Kleve.
    Da ist eben alles auf Erfolg getrimmt und die Gemeinde hat das getragen.
    Wenn ich richtig verstanden haben sollen die nach 10-15 ihren Baukosten wieder einspielen.

    Der Ansatz in Holland ist da eben ein kompletter andere als es hier in Deutschland üblich ist.
    Wenn ich heute Abend etwas mehr Zeit haben schreibe ich mal auf was wir da erfahren haben.

     
  9. 10. rd

    @André Aber nicht wesentlich.

     
  10. 9. Andre Gerritzen

    Kleine Korrektur zu meinem Text gerade.
    Mir ist eingefallen, das die Kulturschaffenden wie z.B. die Klangfabrik auch Konzerte in der Stadthalle veranstalten und mein Vergleich bezog sich nur auf die Veranstaltungen die die Stadt selber in der Stadthalle macht.
    Da sieht es dann vielleicht etwas besser für die Stadthalle aus.

     
  11. 8. Andre Gerritzen

    @4
    Wenn ich mir anschaue was die Stadthalle an Besuchern mit Kultur zieht und was die freien Kulturschaffenden an Besuchern anziehen, dann finden die Kultur in Kleve wohl mehr außerhalb der Stadthalle statt. 😉

     
  12. 7. Fisch

    @6. otto

    Es gibt auch noch dankbare Menschen unter uns……….. und ja, jedes „Dorf“ feierts so etwas… 🙂

     
  13. 6. otto

    Nahezu jedes Dorf hat ein Gemeindezentrum und eine Stadt ohne Stadthalle oder ähnliche Funktionsgebäude ist
    kaum zu finden.

    Was gibt es hier zu huldigen und zu danken?

     
  14. 5. Fisch

    @3.otto

    ….der Einlass war für die interessierten Bürger/Innen also „kostenlos“…….ich gab nur mit „umsonst“ die, an diesem Veranstaltungsabend, gehörte hiesige Umgangssprache und Kommentare mehrerer interessierter Besucher/Innen, wieder………

     
  15. 4. Fisch

    @2. jean baptiste

    ….ich gehe davon aus, wenn man u.a. mit „Kultur in Kleve“ oder so…….den „Wahlkampf trommelt“ sollte man dann doch bei dem 50. Geburtstag der Stadthalle Kleve, dabei sein.

    Diese Stadthalle wurde in sehr schwierigen Zeiten ge- und erbaut…..und das sollte man doch huldigen und der „Erbauergeneration“ danken!

    „Mediale Grinsefrau“………den Namen hat man dann eben……….. 😉

    Fotos sind immer jeweilige „Ansichtssache“……….

     
  16. 3. otto

    ………..dann war der Einlass also kostenlos?

     
  17. 2. jean baptiste

    @1 Fisch

    nee, die hat keinen Platz bekommen 🙂

    Aber mal im Ernst, „muss“ die denn bei jedem Event dabei sein ?
    Die soll Bürgermeisterin werden, nicht Grinsefrau in den lokalen Medien.
    Wenn ich mir das Foto so anschaue war das eh mehr eine CDU-lastige Veranstaltung.

     
  18. 1. Fisch

    Wenn man richtig hingehört und zugehört hat, musste man feststellen, dass die Stadthalle für diese „Geburtstagsfeier“ eigentlich „ausverkauft“ war………nur da der Einlass „umsonst“, also nichts zu bezahlen…..frei war, wurden einige Plätze mit „vergeben“ besetzt, wobei dann doch die Kartenbesitzer nicht kamen……..eben weil „Freier Eintritt“!
    Andere Personen, die sehr gerne gekommen wären, hatten somit keinen „Platz“ mehr bekommen!!!

    Aber da es ja auch um das Thema „Kultur in Kleve“ ging, wurde eine Dame, die unbedingt um eine Wahl „kämpft“, nicht gesichtet…….oder hatte sie sich versteckt?