Vier Eröffnungen und ein Stromausfall

rd | 01. September 2016, 18:42 | 18 Kommentare
Barbara Jacobs bei der Eröffnung des BioMarkts in der Hoffmannallee

Barbara Jacobs bei der Eröffnung des BioMarkts in der Hoffmannallee

Sicherer Blick für die modischen Bedürfnisse des Mannes: Ulrich Schulte zur Wißen

Sicherer Blick für die modischen Bedürfnisse des Mannes: Ulrich Schulte zur Wißen

Viel Bewegung in der Klever Geschäftswelt, also schnell zur Sache.

Beginnen wir in der Hoffmannallee, wo Barbara Jacobs Ende der vergangenen Woche ihren zweiten Bio-Supermarkt eröffnete. Er heißt BioMarkt, in feiner Abgrenzung zum BioLaden, der von ihr an der Kalkarer Straße betrieben wird. Zur Eröffnung kamen alte und neue Kunden sowie langjährige Weggefährten, und geschätzt 98 % der Gäste kamen auf die nahe liegenden Idee, der erfolgreichen Geschäftsfrau einen Blumenstrauß mit integrierten Sonnenblumen zu schenken. Nur einer nicht: Bruno Schmitz, dichtender Weggefährte aus ganz frühen Tagen („Der Laden voll mit viel gesunden Sachen – und ein Café zum Lesen, Singen, Lachen. Drum wenn ihr Müsli mögt und auch gerne klönt, dann klemmt euch auf die Fiets und kommt zum Mittelweg!“), gratulierte mit einer gerahmten fotografischen Gegenüberstellung des ersten Ladenlokals und des heutigen. Das aber traf es auch: Denn die Bio-Idee ist den Kinderschuhen längst entwachsen und präsentiert sich an der Hoffmannallee wie ein moderner, sehr gut ausgestatteter Lebensmittelmarkt, nur mit dem Unterschied halt, dass die Produkte „bio“ sind.

Am Fischmarkt eröffnete eine Filiale der Bekleidungskette „vero moda“, was sich meiner Ansicht nach mit „wahrer Mode“ ins Deutsche übertragen lässt. Die Filiale wird, wie die NRZ berichtete, mit zwei oder drei Vollzeitkräften und rund zehn Aushilfen geführt. Lob für die großzügige und helle Fassade gab es von vielen Seiten, doch dies wird die Kunden vermutlich weniger interessieren, die die Sorge um die eigene Fassade in das Geschäft führen wird. Sie kommen zur Eröffnung auch auf ihre Kosten, wenig überraschend werden sie mit Rabatten angelockt.

In der Kavarinerstraße geht Ulrich Schulte zur Wißen mit einem neuen Konzept an den Start. Sechs Wochen ließ er sein Ladenlokal, in Kleve eine der wenigen Adressen für das gehobene Modesegment, neu gestalten und verzichtet fortan auf Damenoberbekleidung. Fündig wird der modeinteressierte Herr, der in einer hellen, großzügigen und mit frischen Farben aufgepeppten Umgebung eine große Auswahl von Möglichkeiten findet, den eigenen Auftritt von Kopf bis Fuß stilvoll zu veredeln.

Die Eröffnung von Speed Queen, Kleves ersten Waschsalon (obwohl es Experten gibt, die auf frühere Läden verweisen, lassen wir das hier einmal so stehen) sollte eigentlich schon Ende des vorvergangenen Monats stattgefunden haben. Doch das Kassensystem kam nicht. Dann sollte die Eröffnung am Sonntag sein. Doch ein Blitz schlug ein, ein Stromausfall war die Folge. Gestern vermeldete Speed Queen Anja Kersjes dann auf Facebook Vollzug: „… auf der Suche nach schmutziger Wäsche – hier: Spoyufer 5 in Kleve. Müde, aber glücklich und mega stolz 😅 Endlich ist es soweit ! Es darf gewaschen werden.“ Öffnungszeiten montags bis samstags von 7:00 Uhr bis 23:00 Uhr.

Ein Wechsel noch in der Kavarinerstraße: Liza Dorissen wird ihr Blumengeschäft „Löwenzahn“ aufgeben, dafür zieht „Miss Minty“ von der Hoffmannallee in das Ladenlokal, die sich, wie das heute auf Neudeutsch heißt, dem Home Improvement, also der dekorativen Verfeinerung der eigenen vier Wände, verschrieben hat.

Schöne Fassade, Eröffnungsrabatte: vero moda

Schöne Fassade, Eröffnungsrabatte: vero moda

Wie von Hopper gemalt: Speed Queen-Waschsalon in der Innenstadt, von Geschäftsführerin Anja Kersjes fotografiert

Wie von Hopper gemalt: Speed Queen-Waschsalon in der Innenstadt, von Geschäftsführerin Anja Kersjes fotografiert

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18 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 18. Heini

    Lustig, wie hier manche Leute erwarten, dass man sie unterhält während ihre Wäsche gewaschen wird. Wenn ihr Entertainment braucht, dann gibt es sicher geeignetere Orte dafür als einen Waschsalon. Heute hat doch jeder ein Smartphone oder kann sich ein Buch mitnehmen wenn er weiß dass es mal länger dauern kann. Niemand ist schuld, dass ihr euch nicht selbst beschäftigen könnt. Hauptsache die Wäsche wird sauber, das ist doch die Hauptsache.

    Beste Grüße

     
  2. 17. Beobachter

    … und noch eine Eröffnung …

    Ralf, Herzlichen Glückwunsch zum Schritt der heutigen Eröffnung der „Zentrale“ in der Gasthausstraße in Kleve. Um 17 Uhr geht’s los und es wird hoffentlich immer viel zu tun sein …

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kleve/ein-journalist-wird-zum-wirt-aid-1.6462813

    PROST

     
  3. 16. Joseph Johann

    Unternehmer kommt von unternehmen. Es ist erfreulich, dass immer wieder Neubeginn festzustellen ist. Leider ist manchmal nach kurzer Zeit wieder eine Aufgabe des Vorhabens festzustellen. Daraus resultieren Leerstände, die es in unserer Stadt reichlich gibt. Nachdem nun das Stadtmarketing von einem Wirtschaftsförderer geleitet wird, darf man gegenüber der Vergangenheit mit Aufbruch zu neuen Taten rechnen. Bis jetzt ist da nichts festzustellen.

     
  4. 15. Beobachter

    Das Q beim Waschsalon erinnert mich, auch aus der Nähe betrachtet, arg an das Quelle-Logo …?

     
  5. 14. Andre Gerritzen

    Und vielleicht wird es ja auch ein neuer Kulturtempel. Bruno Schmitz könnte mal Knacki Deuser fragen, ob er nicht seinen Nightwash in Kleve machen will.

    Der könnte ja seine Show von 2009 recyceln.
    Einfach Köln durch Kleve und U-Bahn durch Rathausneubau ersetzen. Passt!

     
  6. 13. Eli

    Der Waschsalon ist super Klasse! Unsere Waschmaschine hat momentan den Geist aufgegeben und unsere Tochter musste ihre Wäsche gewaschen haben, da ihr Studium beginnt. Frau Kersjes war vor Ort und hat uns kompetent geholfen und uns alles genau erklärt. Alles ist sehr sauber und der Waschgang dauert nur eine halbe Stunde. Eine Waschmaschine für Tiertextilien ist auch vorhanden. Was will man mehr:-)
    Ich wünsche Ihr von Herzen viel Erfolg!

     
  7. 12. laloba

     
  8. 11. Markus van Appeldorn

    Günter, sieh es als Kristallisationspunkt urbaner rheinischer Sozialisation.
    Wie BAP schon sang: Ich jonn su unwahrscheinlich jähn met dir enn der Waschsalon, weil du häss Ahnung vun dä Technik, vunn der ich nix verstonn.

     
  9. 10. Günter Hoffmann

    Hoppers… Night Hawks ? (bekannt ? )…. toll… im neuen Wasch Saloon……Welche Klever lassen wir dann da rum hängen ? z. B. Sonja die Brauer endlich einen leeren Persil Karton um die Ohren haut ? Was für schöne Perspektiven…..so ein Wasch Saloon hat doch einiges Potential für das kulturelle Kleve…oder ?

     
  10. 9. KlePeter

    Endlich hat Kleve einen Ort zum schmutzige Wäsche waschen.

     
  11. 8. kleinendonk

    @1 – da wird jetzt ein Knobbeltisch für Markus aufgestellt

     
  12. 7. laloba

    Man darf den Waschsalon auch verlassen, während die Wäsche dort sauber wird …

     
  13. 6. Chocolatelover

    @ 5. rd

    Immer diese Vorurteile. Wir behaupten ja auch nicht, dass in journalistischen Kreisen kein Wert auf Ehrlichkeit und Authentizität gelegt wird, sondern lediglich auf Sensationslust und fette Schlagzeilen.

     
  14. 5. rd

    @Student Gute Idee, aber wäre es in euren Kreisen nicht authentischer, sich dass Ganze über xyxy.to aufs Handy zu streamen?

     
  15. 4. Student

    Ein Sky-Abo und Fernseher und ich komm jeden Samstag zum Waschen =)

     
  16. 3. Klaus Toonen

    Also den Waschsalon hätte ich mir auch mit einem Bistro kombiniert vorstellen können. So sitze ich eine halbe Stunde in einem Aquarium……

     
  17. 2. rd

    @Markus Ist das nicht das Wesen von Waschsalons?

     
  18. 1. Markus van Appeldorn

    Also zumindest was den Waschsalon betrifft, hätte man es langweiliger nicht gestalten können. Wenn man sich darin Kunden vorstellt, läuft es auf ein Motiv heraus: Menschen, die in Bullaugen schauen.