Tief im Westen, tief im Osten: Mach’s gut, Markus!

rd | 06. Juli 2017, 17:45 | 8 Kommentare
Kann auch gut berühmte Skulpturen imitieren: Markus van Appeldorn, Journalist

Kann auch gut berühmte Skulpturen imitieren: Markus van Appeldorn, Journalist

Niemals geht man so ganz, sang einst Trude Herr, und im Falle von Markus van Appeldorn hat sich die Wahrhaftigkeit dieser Zeile bereits herausgestellt, denn in den Kommentarspalten unseres kleinen Angebots ist er auch weiterhin aktiv, dem Internet sei Dank, jener großartigen Erfindung, die es erlaubt, ein hyperlokales Angebot wie kleveblog.de auch 650 km weiter östlich, im Freistaat Sachsen aufzurufen und zu verfolgen. Dort sitzt Markus van Appeldorn jetzt nämlich, in der Redaktion der Sächsischen Zeitung in Löbau, tief im Osten und fernab seiner Heimat Kleve, und auch fernab von München, jener Stadt, der er lange Jahre als Gesellschaftsreporter der Bild-Zeitung verbunden war.

Hier fehlt er.

Im Klever Mikrokosmos und seinem spirituellen Zentrum in der Unterstadt, in einem Umfeld, das zwischen kleinen Gläsern und großen Gesten oszilliert, hatte Markus van Appeldorn die Rolle eines Higgs-Bosons inne. So, wie dieses Elementarteilchen andere Partikel auf magische Weise anzieht, gewann Markus die Menschen in seiner Nähe für sich – ganz einfach, weil er ein geistreicher und humorvoller Zeitgenosse ist.

Noch dazu einer, der sich stilvoll zu kleiden weiß. Menschen mit einem Clubjacket samt korrekt sitzendem Einsteckttuch sind eher selten in Klever Lokalen anzutreffen, ebenso solche in Krachledernen. Markus van Appeldorn verstand und versteht es, in beiden Welten würdig aufzutreten.

Mit Freunden am Tresen waren in Markus‘ Gegenwart lehrreiche und unterhaltsame Dialoge garantiert: Wie aus heiterem Himmel legt er plötzlich dar, warum im „Kapital“ von Karl Marx ein grundlegender Denkfehler enthalten ist. Oder er beschäftigt eine Runde damit, darüber zu sinnieren, wer denn damals, am 8. Mai 1945, die Kapitulationserklärung unterschrieben hat. Hitler war’s nicht, klar. Dönitz? Als dann die richtige Antwort – Keitel – in die Runde geworfen wird, ist es nicht weit, bis der erste ungläubig ruft: „Was?! Harvey Keitel hat die Kapitulationserklärung unterschrieben??“ Man muss sich, in geringen Dosen, Alkohol hinzudenken, um eine Ahnung dessen zu erhaschen, was an weiteren Kalauern folgt.

Ein Quell vielfacher Erheiterung ist auch die lange Leidensgeschichte der Beziehung von Markus zu seinem 28 Jahre altren Mercedes 420 SE, die von seinen Freunden stets voller Empathie mitverfolgt wurde. Es reichten die Erwähnung einzelner Bauteile (Kraftstoffpumpen-Relais, man hätte es überbrücken können, sagt Gerri) oder Orte (Karlsruhe), die sich vor dem geistigen Auge zu automobilen Dramen nie gekannten Ausmaßes auswuchsen. Im Freundeskreis ist das Fahrzeug als „der Raumgleiter“ bekannt. 

Auch für kleveblog schrieb Markus van Appeldorn mitunter, nicht nur in den Kommentaren. Diese Beiträge werden fehlen, aber bei alldem überwiegt die Freude für Markus – die Sachsen können sich glücklich schätzen, einen Mann wie ihn in ihren Reihen zu haben: Mach’s gut, Junge!

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8 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 8. Zecke

    @4 Andreas,

    …..Frank Wöbbeking… über 20Jahre Kleverland…

     
  2. 7. Markus van Appeldorn

    Ich sage das nur deswegen, weil die ursprüngliche Diskussion tatsächlich darum ging, wer die Kapitulationserklärung abgegeben habe. Die Mehrheitsmeinung war Dönitz. Dem entgegnete ich, dass es Jodl für die Westalliierten (7. Mai 1945 Reims) und Keitel für die Ostalliierten (8. Mai 1945 Berlin Karlshorst) gewesen sei. Da ich die Erfahrung gemacht habe, dass meinen Worten kein Glaube geschenkt wird, musste ich das belegen – was geschah. Dann kam tatsächlich die Nummer mit Harvey Keitel. I like.

     
  3. 6. rd

    @AvK Einige. Spontan fallen mir ein Peter Huth (Chefredakteur WamS), Markus Verbeet und Jörg Diehl (Der Spiegel), Anne van Eickels und Steffi Neu (WDR), Claus Lufen (war mal Reporter am Spielfeldrand, keine Ahnung, was er zur Zeit macht), Rolf Langenhuisen (ehemals stellvertretender Chefredakteur der NRZ), Tilman Pauls (Basler Zeitung), Robert Peters (stammt zwar aus Goch, hat aber viele Jahre in Kleve gearbeitet, Sportchef der RP)… und ich habe bestimmt noch einige nicht auf dem Schirm…

     
  4. 5. Markus van Appeldorn

    Danke, lieber Ralf! Dass ich es einmal schaffen würde, mit Hitler zusammen in einem Artikel erwähnt zu werden, hätte ich mir so schnell auch nicht ausdenken können. Es war übrigens Jodl. Allerdings bereits am 7. Mai in Reims. Und dann erst Keitel am 8. Mai in Berlin Karlshorst. Nee, ehrlich jetzt: Ich bin gerührt und geschüttelt von Deiner liebevollen Verabschiedung. Lieben Gruß. Appeldorn.

     
  5. 4. AvK

    Interessant. Da fragt sich nun der aufmerksame Leser, wie viele namhafte deutsche Journalisten in Summe ursprünglich aus dem Kleverland stammen?

     
  6. 3. VaniLLaTaRex

    Alles gute Markus!

     
  7. 2. Günter Hoffmann

    Für Markus wird der Kleve blog wohl die Nabelschnur nach Kleve bleiben.

     
  8. 1. otto

    @1 GüHo,

    hoffentlich!!!!!!!!!!!!!!