Rosenmontag frei? So halten es die anderen

rd | 28. Januar 2016, 00:31 | 17 Kommentare
Es ist teilweise teuflisch. Am Ende passt aber immer jemand auf, dass nichts passiert…

Ein Archivbild. Vielleicht ist eine Volksbank-Kreditsachbearbeiterin darunter. Wenn sie 2016 wieder so ausgelassen feiern möchte, müsste sie einen Urlaubstag dafür opfern

Die Volksbank Kleverland hat ihren Mitarbeitern den Rosenmontag als Brauchtumstag, an dem gefeiert werden konnte, ohne dafür einen Urlaubstag opfern zu müssen, gestrichen. Die Kommentare zu der Berichterstattung in kleveblog und nun auch in der NRZ (hier der Link: Rosenmontag kostet Urlaubstag) sind kontrovers. Grund genug also, einmal nachzufragen, wie es andere Arbeitgeber damit halten. Hier der Überblick:

  • Stadt Kleve: Um den Bediensteten die Teilnahme an den karnevalistischen Aktivitäten sowie am Rosenmontagszug zu ermöglichen, ist am Montag, 08.02.2016
    (Rosenmontag), dienstfrei. Soweit der Rosenmontag in den Urlaub eines Bediensteten fällt, wird er als Urlaubstag angerechnet.
  • Bäckerei Reffeling: Normaler Arbeitstag, aber um 13:00 Uhr ist Feierabend.
  • Justiz: Feiertag. Und nicht vergessen: Altweiberkarneval in der Gerichtskantine ist auch feinste Brauchtumspflege.
  • Volksbank an der Niers: Der Rosenmontag ist ein Feiertag zur Brauchtumspflege. Die Mitarbeiter haben frei und müssen keinen Urlaub nehmen, wenn sie an diesem Tag Karneval feiern möchten. Es ist auch nicht geplant, das zu ändern.
  • Sparkasse Kleve: Feiertag. Allerdings ist André Budde, Privatkundenbetreuer der Sparkasse, ehemaliger Karnevalsprinz (André der Sonnige, 2004) und aktiver Mitarbeiter der Karnevalsgesellschaft Schwanenfunker nicht unbedingt von der Zukunft dieser Einrichtung überzeugt: „Auch wenn ich mit Leidenschaft Karnevalist bin, meine ich, dass es auch in der heutigen Zeit und im Vergleich mit anderen Branchen ein ‚Auslaufmodell‘ ist.“
  • Metzgerei Quartier: Lothar Quartier: „Im CURRYQ ist der Rosenmontag ein ganz normaler Arbeitstag! Die Karnevalisten möchten ja alle lecker essen ;).
    Was für unsere Mitarbeiter auch selbstverständlich ist und noch nie zu einer Diskussion geführt hat. In der Metzgerei ist das anders. Wir haben teilweise am Vormittag geöffnet oder aber in Kranenburg und der City geschlossen! Da wir mit Stundenkonten arbeiten, spielt der freie Montag bei uns keine Rolle. Die Mitarbeiter bekommen also keinen Sonderurlaub müssen aber auch keinen Urlaub für den Karneval ‚opfern‘.“
  • Klever Krankenhaus: Ist ein normaler Arbeitstag. Wer feiern will, muss Urlaub nehmen.
  • Paessens Zahnwelten: Praxis geschlossen, war nie ein Thema.
  • Kaufhof Kleve: Rosenmontag wird dem Arbeitstagkonnto als zusätzlicher Freizeittag verrechnet.

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17 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 17. Bernd Derksen

    #8
    Das ist doch ein Scherz, oder?
    Traurig.
    (Auch, dass ich die Mitgliederversammlung der Volksbank letzte Woche ganz vergessen habe… )

     
  2. 16. Bernd Derksen

    @#15
    Diese indirekte Verharmlosung war ja auch ein Hauptkennzeichen der Wortmeldungen zu Köln aus der „feministischen“ beziehungsweise rot-grünen Ecke.
    Die Glaubwürdigkeit, sich ernsthaft für Frauen einzusetzen ist aus meiner Sicht gegenüber im Konfliktfall als wichtiger angesehenen Werten (wie Toleranz gegenüber anderen Kulturen) aufgegeben worden.
    Ich bin gespannt, ob eine solche strategische Entscheidung dauerhaft durchgehalten und von der eigenen Klientel unterstützt wird.

     
  3. 15. laloba

    @11 … und falls Sie das irgendwie in Hinblick auf die Vorfälle von Silvester meinen, dann ist das eine indirekte nicht akzeptable Verharmlosung dieser Vorfälle …

     
  4. 14. laloba

    @11 „die ganzen besoffenen deutschen „Säcke“, die an Karneval die Frauen begrapschen“

    Hab ich in Köln noch nicht erlebt … auch nicht im Gedränge

    … was nicht heißt, dass das nicht vorkommen kann, aber sicher nicht als Normalfall

     
  5. 13. otto

    @11 A.G,

    stimmt leider. Mein Post war lediglich eine satirische Antwort auf einen Zeitungsartikel. Narr und JR hatten
    es sofort erkannt.

     
  6. 12. Narr

    @11. Andre Gerritzen

    richtig….nicht nur Karneval, da gibt es auch noch die Schützenfeste, seit einiger Zeit auch hier Oktoberfeste, usw., ……..und bitte nicht ganz vergessen, wir hatten hier auch mal das „Schweizerhaus“…….wieviele Anzeigen sind der Polizei bekannt? 😉

     
  7. 11. Andre Gerritzen

    @otto
    Und um die ganzen besoffenen deutschen „Säcke“, die an Karneval die Frauen begrapschen machst du dir keine Sorgen?
    Eine Bekannte aus einer Tanzgarde hat mal davon erzählt. Die größte Gefahr geht von den Prinzengarde und den Besuchern der Sitzungen aus.

    Die Frauen reden nicht gerne darüber, aber an Karneval wir von den hiesigen Eingeborenen auch mal gerne im Gedränge die Hand irgendwo hin ausgestreckt, wo sie nichts zu suchen hat.

     
  8. 10. Narr

    @8. rd

    Nun wissen Sie, wer mitliest….. 🙂

     
  9. 9. otto

    Seht ihr, alles wird gut; nur im VB-Palais tut man sich damit schwer.

     
  10. 8. rd

    Sachen gibt’s, die glaubt man kaum. Auf dem zufällig ausgewählten Foto zu diesem Artikel (keine der abgebildeten Damen ist dem Verfasser bekannt, es war einfach das erste in der Datenbank, das zum Thema passte) befand sich nun tatsächlich eine Volksbank-Mitarbeiterin, und ausgerechnet ihr sollen nun Unannehmlichkeiten bei ihrem Arbeitgeber entstanden sein. kleveblog bedauert dies sehr und hofft, dass alle Teufelchen, Mäuschen und Polizistinnen auch weiterhin den Karneval mit ihrer guten Laune bereichern.

     
  11. 7. Narr

    @6. otto

    …ich habe die „satirischen Zeilen“ auch satirisch verstanden……. deshalb meine ernstgemeinte Antwort……… 🙂

     
  12. 6. otto

    @4-@5,

    das glaube ich auch. Nur eine Bitte, dass hoffentlich alle im Blog die satirischen Zeilen richtig verstehen mögen!

    BGGB

     
  13. 5. JR

    ad 3: Hier kann nun wirklich nichts passieren. Die Polizei hat doch extra eine Kollegin ( ganz rechts im Bild ) zur Gruppe abkommandiert. Wirklich vorbildlich die Präventionsmaßnahmen hier in Kleve. Da kann Köln nur staunen!

     
  14. 4. Narr

    @3. otto

    Ich denke und hoffe, dass Menschen aus anderen Kulturen, registriert haben, dass man sich hier kleiden kann, wie man möchte…besonders zu Karneval.

    (…)

     
  15. 3. otto

    An die Direktion von Kleve-Blog,

    als besorgter Bürger gebe ich zu bedenken, dass dieses leichtbekleidete Bild der Karnevalsdamen unsere Gäste aus
    fremden Ländern negativ in der Behandlung weiblicher Personen beeinflussen könnte.

    Meine Besorgniis resultiert aus dem heutigen Artikel im Lokalteil der RP, dass Damen jeden Alters zumindest in der Karnevalszeit, sich ohne Schutz nicht in der Öffentlichkeit bewegen sollten (Empfehlung zwischen den Zeilen).

    Auch Kinder, wie besorgte Familien sich in der RP äußerten, müssen um ihre Unversehrtheit fürchten. Die Zukunftswerkstatt macht uns nun im Pegida-Ton auf die Gefahren aufmerksam, mit denen wir uns derzeit zu befassen haben.

    Ein Dank gebührt der Lokalredaktion, die das Besorgnis einiger Klever Bürger unkommentiert weiter gibt, um
    uns vor Gefahren, die auf uns zukommen könnten, zu bewahren.

     
  16. 2. Andreas Bulkens

    laloba, jaja, die Stundenkonten … Müll 😉
    Der Straßenkarneval ist ja spürbar auf dem Rückzug – die Zeiten ändern sich halt.
    Wer zu lange an alten Traditionen festhält, der fällt halt irgendwann vom Schlitten.
    Andererseits: Wenn ein Unternehmen es sich nicht leisten !kann!, seine Mitarbeiter entgeltlich einen Tag freizustellen, dann ist dieses Unternehmen ggf. nicht leistungsfähig?
    Das Polizei, Rettungswesen, medizinische Dienste – aber auch der ÖPNV, Taxiunternehmen, die Gastrobranche und noch viele andere Menschen an Rosenmontag arbeiten müssen war immer schon „normal“.
    Was unsere „Feiertage“, also sowohl die Tage christlicher Feste als auch die Tage der Brauchtumspflege betrifft: Erhöht doch mal den Mindesturlaubsanspruch um fünf Tage und streicht dafür im Gegenzug ALLE Feiertage.
    Mich nervt es ganz ehrlich, wenn ich wegen eines Feiertags nicht arbeiten darf.

     
  17. 1. laloba

    „Da wir mit Stundenkonten arbeiten, spielt der freie Montag bei uns keine Rolle“ … prima Sache, so ein Stundenkonto …