Pleustophytenkreuzer stößt an Kapazitätsgrenzen, Haas erwägt Einsatz von Killerkarpfen

rd | 11. Juli 2017, 13:48 | 14 Kommentare
Drei Mann, verloren in der grünen Hölle: MS Theo d'oro im Kampfeinsatz

Drei Mann, verloren in der grünen Hölle: MS Theo d’oro im Kampfeinsatz

Es ist ein Kampf gegen Windmühlenflügel. Eine Sisyphusaufgabe. Es geht zu wie im Rennen zwischen dem Hasen und dem Igel. Wenn das dreiköpfige Einsatzteam der MS Theo d’oro, des ersten und bisher einzigen Pleustophytenkreuzers in Diensten der Stadt Kleve, seinen hochmodernen Kampf gegen die Wasserpflanzen in Spoykanal und Kermisdahl an der einen Stelle erfolgreich abgeschlossen hat, sind woanders schon wieder neue Wucherungen herangewachsen.

Der Einsatz in der grünen Hölle ist aussichtslos!

Ulrich Sander, der Mann vom Kanuverleih am Opschlag, ist bereits verzweifelt (siehe: Frohe Pfingsten – nicht für jeden), ebenso der Chef des Kanuclubs Kleverland.

Sogar der WDR machte sich ein Bild von der verheerenden Lage des Gewässers, das eigentlich ein Aushängeschild für die Stadt Kleve sein sollte. Sogar Unterwasserkameras kamen zum Einsatz. Weit sehen konnten sie nicht – alles zugewuchert.

Vor den Kameras des Senders kündigte deshalb Kämmerer Willibrord Haas in seiner Funktion als Algenadmiral eine beträchtliche Ausweitung des Einsatzes an. Man denke daran, so der Feldherr, an den Wochenenden zusätzliche Einsätze gegen den Feind zu fahren. Damit nicht genug – es sollen auch biologische Waffen getestet kommen, natürlich unter Einhaltung der Genfer Konvention.

Exklusiv erfuhr der WDR, dass die Stadt Kleve den Einsatz von Killerkarpfen erwägt. Die gefräßigen Tiere sollen das Grünzeug einfach wegfressen. Kurz vor Silvester könnte die Stadt Kleve die auf diese Weise gemästeten Viecher dann auf dem Weihnachtsmarkt verkaufen, um zusätzliche Mittel in die Stadtkasse zu spülen. Es ist eine klassische Win-Win-Lose–Lose-Situation. (Verlierer sind, hoffentlich, die Wasserpflanzen. Und die Karpfen am Ende auch.)

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14 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 14. jean baptiste

    @ 3. Jan Groen

    „riecht es nicht mehr“ , na ja sagen wir mal so, es verhält sich wie das Geld an der Börse.
    Es ist nicht weg, nur woanders.

     
  2. 13. jean baptiste

    @11. Norbert Ballmann

    die Frage stellt sich nicht, in Kleve ist jeder Spezialist, und als solcher hochqualifiziert für Alles, was er nich gelernt hat.
    Egal, ob es sich nun um ein Gerät zur Aberntung der Pleustiphyten handelt, oder den biologischen Einsatz gegen die wucherende Pest.
    Da werfen sich die Herren der Zahlen schon mal zu Experten im Einsatz von Fressfeinden auf.
    Man sollte mal die Geschichte von Australien und deren Erfahrungen mit dem Aussetzen von Kaninchen vor Augen führen, oder unsere Erfahrungen mit Neobiota wie Waschbär, Bärenklau und anderen eingeschleppten Arten die unsere indigene Artenvielfalt bedroht.

    Irgendwelche fressenden Fische auszusetzen ohne fundierte Forschung betrieben zu haben sehe ich als Verbrechen gegen unsere Natur an.

     
  3. 12. Günter Hoffmann

    Der Kanal ? Würde mich nicht wundern wenn mann unbekanntes biologisches Leben finden würde Er wurde sehr viele Jahre,aus einem ca.Meter hohem Beton Rohr, von der Futtermittel und Pitjes Fabrik ständig mit feinster,ungefiltert ,grau brauner stinkender Brühe großzügig versorgt. Als Kinder bevorzugter, mit schönstem Modder und anderem Dreck, veredelter Spielplatz , Aalen so dick wie Kinder Arme und Garantie auf ein gutes Immun System für das spielende Klientel.

     
  4. 11. Norbert Ballmann

    Wer hat eigentlich dieses Arbeitsgerät entwickelt und gebaut? Stammt der Mann aus dem Mittelalter ? Wenn ich mir das Bild ansehe kriege ich Schnappatmung!

     
  5. 10. Husky

    War das nicht so das über Jahrzehnte diverse Abwässer der dort ansässigen Industrie (Die dann abgebrannt ist) in den Kanal geleitet wurden? Das dürfte sehr sehr lange reichen.

    Zudem ist der Spoykanal ja mittlerweile ein stehendes Gewässer, jeder der einen Gartenteich hat kennt das Algenproblem. Da einfach Karpfen reinsetzen bringt nix sondern macht es noch schlimmer…

     
  6. 9. Jürgen Böll

    Na da sollte der Algenadmiral mal seine Streitkräfte optimieren.
    Jeder Segler und Bootführer weiß das Wasserpflanzen bis zu 8m unter Wasser hoch werden können. Dieses ineffektive abhaken oder abrechen nutzt gelinde gesagt kaum etwas, da mann nur an der Oberfläche an den Pflanzen zupft.
    Mit der richten Technik auf dem Wasser, sprich mit einem Schneid- oder Mähboot (kann man sogar leihen) kann man den Wasserpflanzen bis zu einer Schneidtiefe von cirka 3,5 unter der Wasseroberfläche zu Leibe rücken. Danach können das gerne die Herren mit ihren beiden Rechen kommen und die Wasseroberfläche abhaken, obwohl das bei einem professionellen Mähboot garnicht notwendig ist.
    Link Mähboot: https://www.youtube.com/watch?v=J4vRh-wEURw

    Der Kanuverleih am Spoyufer wird wohl ein ziehmliches negatives Geschäftsjahr erleben.
    Seit seinem Brandbrief in der Presse hat der nicht mehr einen Tag offen gehabt.
    Was mich nur wundert oben an der Worcester Brücke läuft das Verleihgeschäft mit Kanu und Booten.

     
  7. 8. K. Brückenbauer

    .

    The Clever floating piers….

    ….nicht immer alles negativ sehen; als Brückenbauer könnte Herr Christo sicherlich was raus machen….

    http://www.christojeanneclaude.net/projects/the-floating-piers

     
  8. 7. Gallus

    D a s war eine ärmliche Stellungnahme von Herrn Haas.

     
  9. 6. Niederrheinstier

    Muuuuhhh, eigentlich müßte der Spoykanal doch längst auch zu den großzügigen Dauergrünflächen der Stadt Kleve gehören, die die so genannte grüne Lunge Kleves ausmachen. In dem diesbezüglichen RP-Artikel aus dem letzten Jahr anläßlich der Überprüfung der Verwaltung durch die Gemeindeprüfungsanstalt (http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kleve/kleve-stadt-mit-teurer-gruener-lunge-aid-1.6208760) ist aber gar keine Rede von dem dauergrünen Spoykanal, muuuuhh! Weiss jemand mehr, warum diese Dauergrünfläche dort nicht erwähnt wurde, muuuh?

     
  10. 5. HerbertMatthias

    Für das Problem des explosionsartigen Algen- und Pflanzenwachstum im Kermisdahl gibt es eigentlich eine einfache Lösung.
    Das wäre die drastische Reduzierung des Nährstoffeintrags in das Gewässer.
    Da das Wassereinzugsgebiet des Kermisdahl über die Wetering bis hinter Schloß Moyland reicht und mitten durch stark landwirtschaftlich genutzte Flächen verläuft, die häufig gedüngt werden. So gelangen große Menngen an Nährstoff in das Gewässer. Dies führt zur Überdüngung des Gewässers.
    Ein Fischbesatz mit Graskarpfen würde dem Gewässer nur den Todesstoß versetzen. Da diese nicht das Problem beheben, sondern verschlimmern würden und diese wie unter Fachleuten bekannt die wichtigen Wasserpflanzen zerstören würden.

     
  11. 4. Zecke

    Kleve steht nicht alleine vor diesem Problem…..

    http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/baldeneysee/segler-demo-auf-baldeneysee-gegen-wasserpest-52498520.bild.html

     
  12. 3. Jan Groen

    Wäre es nicht einfacher die Schleuse wieder mal zu öffnen , für eine bessere Durchströmung , riecht es auch nicht mehr .

     
  13. 2. AvK

    Da empfehle ich die Karausche sehr widerstandsfähig insbesondere in sauerstoffarmen / stehenden Gewässern. Sehr gefrässig hat mir sogar die Teichrosen vertilgt.

     
  14. 1. Knecht

    Schon wieder 1.April ?