Klever Künstler Max Knippert findet ältestes Foto der Schwanenburg

rd | 13. Dezember 2018, 18:40 | 34 Kommentare
Max Knippert mit dem Neudruck des vermutlich ältesten Schwanenburg-Fotos überhaupt, Fotograf Markus van Offern hält das Original

Auf den Fund zu stoßen, war relativ einfach. Knapp ein Jahr ist es her, dass der Klever Künstler Max Knippert auf dem Online-Marktplatz Ebay den Suchbegriff Cleve eintippte. Mit C, wohlgemerkt. Eine solche Recherche macht Knippert regelmäßig, meist kommt nichts Brauchbares heraus. Doch an diesem Abend warf die Datenbank des Handelsplatzes  ein Ergebnis aus, das bei Knippert die Neugierde weckte: Zu versteigern war eine Fotografie der Schwanenburg – und zwar eine, die der Künstler vorher noch nirgendwo gesehen hatte.

Einen unbekannten Mitbieter gab es, doch bei 20 Euro hatte Knippert den Zuschlag. Per Post gelangte das Bild zu ihm. Es sollte sich als kleiner Schatz entpuppen: Bei der Aufnahme handelt es sich um die vermutlich älteste Fotografie der Klever Schwanenburg, womöglich sogar die erste überhaupt.

Stadtarchivar Bert Thissen schätzt, dass das Bild irgendwann zwischen den Jahren 1850 und 1875 entstanden sein muss. Genauer lässt sich der Zeitpunkt der Aufnahme nicht datieren, auch kein Fotograf oder eine sonstige Zuschreibung sind ersichtlich.

Dafür wartet das Original mit einer Besonderheit auf: Es ist eine so genannte stereoskopische Aufnahme. Die Schwanenburg wurde aus zwei Perspektiven abgelichtet, sodass sich bei der Betrachtung durch ein Stereoskop ein räumlicher Eindruck einstellt. „Das Verfahren stammt aus den Anfängen der Fotografie“, weiß Knippert.

Zur Datierung können neben der Methode noch die auf dem Bild ersichtlichen Gebäude herangezogen werden, von denen heute (von der Schwanenburg einmal abgesehen) allerdings kein einziges mehr steht. Einer der Herrn, die auf dem Bild im Vordergrund zu sehen sind, trägt einen Zylinder, auch dies könnte nähere Rückschlüsse zulassen. Die beiden Fässer und Kisten rechts auf dem Bild sind vermutlich einkopiert, sie sind mit dem Wort „Cleve“ beschriftet.

Der Fotograf Markus van Offern hat sich der Aufnahme unter restauratorischen Gesichtspunkten angenommen. Zunächst fotografierte er er die beiden Originalbilder, die nicht größer als der Bildschirm eines  Smartphones sind, in hoher Auflösung ab, danach setzte er behutsam ein Bildbearbeitungsprogramm ein, um zerstörte Stellen zu rekonstruieren. „Das war eine Gratwanderung“, so van Offern. Einerseits ging es ihm darum, die Qualität zu verbessern, andererseits bemühte er sich, den Charakter des Originals zu erhalten.

Die rekonstruierte Aufnahme ist als gerahmter Druck in der Buchhandlung Hintzen erhältlich. Die Auflage ist limitiert auf 75 Stück, der Verkaufspreis beträgt 125 Euro. Wer das Bild zu Weihnachten verschenken möchte, sollte allerdings rechtzeitig sein Interesse signalisieren.



Rock in Hasselt – für einen guten Zweck

rd | 13. Dezember 2018, 12:18 | 1 Kommentar

Laut und lässig: Eine besondere Vorweihnachtsparty startet am Samstag, 22. 12., im Teamsports in Hasselt – die „1. Hasselter Rocknight“. Sechs bekannte und aufstrebende Bands aus dem Kreis Kleve spielen ab 17 Uhr bis tief in die Nacht auf, der Eintritt ist frei! Zum Line-up gehören unter anderem „Akustik Disco“ mit Jan Hendricks (Frontmann von „Massive Beat“), „One Trick Pony“, „One Way Street“ und „Ted’s Basement Connection“.

Das Besondere an dieser Idee: Der Veranstalter und die Bands stellen sich in den Dienst der guten Sache und führen eine Spendensammlung zugunsten der Aktion Lichtblicke e.V. (in Zusammenarbeit mit Antenne Niederrhein) durch. Die Spenden sollen möglichst komplett – nach Abzug der Kosten – dem guten Zweck zufließen. Besonders erwähnenswert ist, dass alle Bands ohne Gage an den Start gehen. 



Hochschule streicht „mfg“, Grußformeln müssen künftig ausgeschrieben werden

rd | 11. Dezember 2018, 20:44 | 36 Kommentare
Pläne für die nächsten Monate: Prof. Eberhard Menzel, Michael Strotkemper, Prof. Jens Gebauer, Prof. Marion Halfmann und Prof. Georg Hauck

Kleve hat die beste Hochschule der Welt, zumindest aber die beste zwischen Nimwegen und Krefeld. Das war, grob zusammengefasst, das Ergebnis einer Pressekonferenz, in der Interimspräsident Prof. Eberhard Menzel gemeinsam mit Kanzler Michael Strotkemper und den Vizepräsidenten Prof. habil. Jens Gebauer, Prof. Marion Halfmann und Prof. Georg Hauck präsentierten, was sich unter der neuen Führung ändern soll.

Menzel stellte sich vor als Mann der Tat, der schlecht Nein sagen könne und sich vorgenommen hat, die Umgangsformen zu verbessern. Emails sollen künftig nicht mehr mit „mfg“ berschlossen werden, statt dessen rief der Elektrotechniker ein neues Zeitalter der Freundlichkeit aus: Fortan seien die Grußformeln auszuschreiben, „mit freundlichen Grüßen“ also z.B. Die Zahl der Studenten soll so bei 7000 bleiben (aktuell 7500), eine Konsolidierung, die – soweit ich mich erinnere – auch von der Vorgängerin bereits ausgerufen worden war.

Die anschließenden Vorträge des Kanzlers und der vier Vizepräsidenten zeichneten ein glorioses Bild der Hochschule, was zumindest mit Fortschreiten der nunmehrigen Eigenlobeshymnen den Eindruck entstehen ließ, dass es unter der Vorgängerin vielleicht doch nicht so schlecht und womöglich sogar in die richtige Richtung gelaufen war. „Digitalisierung ist das Thema der heutigen Zeit“, diktierte Kanzler Strotkemper den insgesamt vier Pressevertretern in die Notizblöcke. Oha! Prof. Halfmann erklärte, dass Deutschkurse für die ausländischen Studenten als Wahlpflichtveranstaltungen eingeführt werden sollten – was seit einem Jahr festgeschrieben ist. Alter Wein in neuen Schläuchen, sagt man. Grundsätzlich aber sind Deutschkenntnisse in Deutschland keine so ganz schlechte Idee.

Insgesamt bildeten die Vorträge einen hübschen Klangteppich, der wohl vergessen machen sollte, was in den vergangenen Monaten an der Hochschule gelaufen war. Um 17 Uhr stand ein vom Förderverein ausgerichtetes Weckmannessen auf dem Programm, „eine Möglichkeit, um miteinander zu reden“, so Eberhard Menzel.

Wie schon in der Mail an die Studenten erzählte Menzel, dass er „vor einigen Wochen“ von Prof. Aloys Krieg, dem Vorsitzenden des HSRW-Hochschulrats, gefragt worden sei, ob er die Klever Hochschule vorübergehend leiten wolle. Auf Nachfragen präzisierte er, der erste Kontakt sei bereits „im Sommer“ erfolgt, und „irgendwann im Juli“ habe es dann das erste persönliche Treffen zwischen ihm und Krieg gegeben. Interessant daran ist: Zu einem Zeitpunkt also, als zumindest für Außenstehende und auch für die amtierende Präsidentin noch nicht feststand, wie die Verhandlungen über das zu diesem Zeitpunkt vorliegende Rücktrittsangebot ausgehen, hatte der Vorsitzende des Hochschulrats bereits den Stab über der Präsidentin gebrochen. 

Der RP hat auch schon berichtet, hier der Link zum Artikel: Präsidium stellt Ziele vor


Applaus für Klever Jazzfreunde

rd | 10. Dezember 2018, 14:27 | 4 Kommentare
Günter Winands, Kulturbeauftragter der Bundesregierung, Elena Kreßin und Christoph
Berens bei der Preisverleihung in Mannheim

Schöne Ehrung für ein beständiges Highlight des Klever Kulturlebens: Die Klever Jazzfreunde erhielten für ihre Konzertreihe den Preis APPLAUS 2018, mit dem das nach Ansicht der Jury „herausragende
Livemusikprogramm“ des Vereins gewürdigt wurde. Der Preis, dem 1,8 Millionen Euro Fördergelder zufließen, ist der höchstdotierte Musikpreis des Bundes für unabhängige Musikclubs und Veranstaltungsreihen. Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters: „Der APPLAUS ist vor allem den vielen kleinen Musikclubs gewidmet, die mit ihren ambitionierten und innovativen Rock-, Pop- oder Jazz-Angeboten für eine lebendige und vielseitige Musiklandschaft im ganzen Land sorgen.“


Die Vereinsvorsitzenden Elena Kreßin und Christoph Berens nahmen bei der Preisverleihung in Mannheim die Urkunde entgegen. Begleitet wurden sie von Joachim Marx, der als Mitglied der Klever Jazzfreunde an der Programmgestaltung beteiligt war. „Dass wir den Preis gewonnen haben, ist für uns ein Ansporn. Auch in Zukunft möchten wir mit einem mutigen und leidenschaftlichen Programmangebot die städtische Kultur bereichern“, sagt Elena Kreßin, Vorsitzende der Klever Jazzfreunde. „Das Preisgeld investieren wir vor allem in die Gagen für die Musiker“, sagt Christoph Berens, der sich vor allem beim treuen Publikum bedankt: „Wir haben einen guten Schnitt von 130 Zuschauern pro Konzert. Ein tolles Publikum, vielseitig interessiert, das sich vom Liveerlebnis begeistern lässt und für eine gute Atmosphäre sorgt.“ Und Elena Kreßin ergänzt: „Ohne die 145 Mitglieder des Clubs wären unsere Konzerte gar nicht möglich.“


Mit dem sehr gut besetzten und abwechslungsreichen Programm des Jahres 2017 konnten die Jazzfreunde die Jury überzeugen: Es spielten unter anderem das Johan Leenders Trio, das Ka MA Quartett mit Katharina Maschmeyer, Choo Choo Panini, Tape Five oder Stephan Max Wirth. In insgesamt elf Abendkonzerten konnte die ganze Bandbreite des Jazz abgebildet werden.

kleveblog gratuliert und sagt: Weiter so!