Hochschule lobt Arbeit der Präsidentin, vergisst aber, ihren Namen zu nennen

rd | 09. Oktober 2018, 13:58 | 22 Kommentare
War da was? Prof. Dr. Aloys Krieg auf der Akademischen Jahresfeier in Kamp-Lintfort (Foto: HSRW)

Als Real Madrid, zweifacher Champions-League-Sieger und gerade spanischer Fußballmeister geworden, am Ende der Saison 2002/03 den Vertrag mit Vicente del Bosque nicht verlängerte, fand einer der Verantwortlichen eine rhetorisch brillante Begründung für die Ablösung des Trainers: Wenn del Bosque nicht Meister geworden wäre, wäre es die erfolgloseste Saison aller Zeiten für den Klub gewesen. Der Meistertitel wurde schlichtweg ignoriert.

An diesen bemerkenswerten Ansatz der Realitätsverleugnung erinnert die jüngste Pressemitteilung der Hochschule Rhein-Waal, die zur Akademischen Jahresfeier versandt wurde. Darin lobt der Vizepräsident, Prof. Georg Hauck, die Entwicklung der Hochschule in den höchsten Tönen.

Zitat: „Professor Dr. Georg Hauck, Vizepräsident für Personal- und Organisationsentwicklung, Diversity, begrüßte die anwesenden Gäste zur Akademischen Jahresfeier, die eine hervorragende Möglichkeit böte, die Hochschule Rhein-Waal als vielfältigen, ausgezeichneten und außergewöhnlichen Ort zum Studieren, Arbeiten und Forschen zu würdigen. Er freue sich zu sehen, dass weiterhin ein so hohes Interesse an der Hochschule Rhein-Waal als wissenschaftliche[r] Institution besteht. Seine Rede nutzte Vizepräsident Hauck dazu, die bisherige erfolgreiche Entwicklung der Hochschule in all ihren Facetten aufzuzeigen und eine Standortbestimmung vorzunehmen. Dabei ging er insbesondere auf das bisherige Wachstum und die damit verbundenen Fragestellungen sowie auf den Hochschulentwicklungsplan und der Umsetzung der ersten Schritte und Maßnahmen ein.“

Selbst unter Zuhilfenahme eines Mikroskops ist allerdings in der Pressemitteilung kein Hinweis darauf zu entdecken, wer in den vergangenen drei Jahren für diese Entwicklung mit verantwortlich war, die genannten Dinge angestoßen und die „Fragestellungen“ als erster überhaupt mal in  die Runde geworfen hat. Die Belohnung für diese erfolgreiche Arbeit ist bekannt – Methode Madrid. Prof. Aloys Krieg, der Vorsitzende des Hochschulrats, verkleisterte das Geschehen als „jüngste Entwicklungen“.

Formulieren wir es testweise einfach mal um: Herr Krieg, warum wurde die Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal zum Rücktritt gezwungen? Krieg: Wenn die Hochschule kein vielfältiger, ausgezeichneter, und außergewöhnlicher Ort zum Studieren, Arbeiten und Forschen wäre, wenn sie sich nicht erfolgreich entwickelt hätte, wenn sie nicht gewachsen wäre, wenn der Hochschulentwicklungsplan nicht aufgestellt worden wäre, dann wäre die Hochschule total gescheitert. Deshalb musste die Präsidentin gehen.



Krankenhaus übernimmt Gerichtskantine!

rd | 02. Oktober 2018, 12:05 | 10 Kommentare
Zum Fototermin posierten Landgerichtspräsident Gerd Waldhausen und DELI K-Verpflegungsmanager Bernd Knipper noch vor leeren Vitrinen, aber schon bald dürfen sich die Mitarbeiter des Gerichts, Angeklagte, Strafverteidiger, Staatsanwälte, Sachverständige, Gerichtsreporter und auch Gäste ohne Bezug zur Justiz über frische Speisen in den Auslagen freuen (Foto: KKLE / Thomas Momsen)

Die Kantine des Landgerichts hat einen neuen Betreiber: Unter der Marke „DELI K“ betreut ab 4. Oktober das Verpflegungsmanagement der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft hungrige und durstige Gäste im Torbogen der Schwanenburg. „Wir freuen uns sehr, dass wir echte Gastronomie-Profis an Bord haben“, so Gerd Waldhausen, Präsident des Landgerichts Kleve. „Qualität und Vielfalt des DELI K-Angebotes haben uns überzeugt. Ich bin sicher, dass auch unsere Gäste begeistert sein werden.“
Das klassische DELI K-Angebot reicht vom Frühstück über Mittagstisch bis zu Kaffee und Kuchen. „Unsere Küchen-Philosophie ist einfach, aber gut“, betont Verpflegungsmanager Bernd Knipper. „Wir setzen auf frische Küche, regionale Produkte und natürliche Zutaten.“


Zum Neustart der Kantine dürfen sich die Gäste über das ausgewogene gastronomische Angebot und eine große Auswahl an Snacks freuen. Dazu reicht das DELI K-Team kalte und warme Getränke, die klassische Tasse Kaffee für Puristen und Kaffeespezialitäten von Cappuccino bis Latte Macchiato.


Mit vielen Sonderaktionen sorgt das Team von DELI K laufend für Abwechslung: Los geht es schon am kommenden Montag (8.10.) mit der Bayrischen Woche. Deftige Schmankerl wie Leberkäse, Fleischpflanzerl und Haxen ergänzen dann das Mittagsangebot. DELI K gehört zum Verpflegungsmanagement der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft. Das Team um Bernd Knipper versorgt täglich mehr als 30 Einrichtungen und Kantinen, produziert jährlich mehr als 2,5 Millionen Mahlzeiten – Tendenz steigend. Die Kantine im Torbogen der Schwanenburg öffnet täglich um 7.30 Uhr.



O’Learys Rache? Ryanair halbiert Flughafen Weeze

rd | 02. Oktober 2018, 11:29 | 18 Kommentare
Bald nicht mehr Ryanair-Basis: Eindhoven

Die Abhängigkeit des Flughafens Weeze (NRN) von einer einzigen Airline war immer ein Problem – und seit gestern ist deutlich, welche gravierenden Folgen diese einseitige Ausrichtung haben kann. Die irische Fluggesellschaft kündigte an, die Zahl der Flugzeuge, die in Weeze stationiert sind, von fünf auf drei zu reduzieren – und zwar schon ab November, also in weniger als 30 Tagen.

Das kommt fast einer Halbierung des Standorts gleich, zumindest der Bedeutung des Standorts. Die Flüge selbst sollen allerdings – zumindest weitgehend – von anderswo stationierten Maschinen übernommen werden. Andere Flughäfen erwischte es noch schlimmer: Von den Flughäfen in Eindhoven und Bremen zieht Ryanair alle Maschinen ab.

Die Gewerkschaften werten die überraschende Entscheidung als eindeutige Reaktion auf die Streiks, mit denen die Beschäftigten in den vergangenen Monaten eine Verbesserung ihrer Rechte erreichen wollten. Die Arbeitsniederlegungen hatten dazu geführt, dass Hunderte von Flügen ausgefallen sind. Die Gewerkschaft Ver.di warf der Airline vor, die Verlegung sei „ein Vergeltungsschlag“ für die jüngsten Streiks. „Wir fordern Ryanair auf, diese Entscheidung sofort zurückzunehmen und nicht die Existenz der Beschäftigten zu bedrohen“, so Ver.di-Vorstand Christine Behle mit. 


Noch Fragen? Hochschule lässt kleveblog abmahnen

rd | 28. September 2018, 19:51 | 98 Kommentare
Hochschule: Gesichter, die nicht gezeigt werden wollen

Die Hochschule Rhein-Waal lädt zu einer öffentlichen Sitzung über die Abwahl der Präsidentin ein, hält dafür sogar das Audimax mit seinen 500 Sitzplätzen frei – und möchte aber hinterher nicht, dass darüber mit Bildern berichtet wird. Ein neues Stück aus dem Tollhaus Hochschule, dass diesmal kleveblog selbst betrifft: Die Verwaltung der Hochschule beauftragte die Anwaltskanzlei KBM Legal, kleveblog wegen der Veröffentlichung von drei Bildern abzumahnen. Die Nerven sind offenbar sehr, sehr dünn. Das Fax ging heute in der Redaktion ein, verbunden mit einer Kostennote von 958,19 Euro.

Wer also zum Verständnis von Demokratie und Öffentlichkeit an dieser Hochschule künftig noch etwas kommentiert, wird freundlich gebeten, diesen Vorgang einzuberechnen. Öffentlichkeit ja, aber nur so, wie es der Hochschule in den Kram passt? 

kleveblog wird das Ganze natürlich nicht hinnehmen und im Sinne einer freien Berichterstattung über Ereignisse, zu denen öffentlich eingeladen wurde, für die Pressefreiheit kämpfen.

Fun fact: Zu dem Zeitpunkt, als die Hochschulwahlversammlung tagte, amtierte übrigens noch – de jure, laut Hochschulgesetz NRW, die zurückgetretene Präsidentin Dr. Heide Naderer, die zu diesem Zeitpunkt somit auch noch das Hausrecht hatte. kleveblog vermutet einfach mal, dass diese gegen eine Berichterstattung nichts einzuwenden gehabt hätte.