Minoritenplatz: Jetzt spricht das Volk!

rd | 20. September 2016, 21:14 | 21 Kommentare
So sieht Bürgerbeteiligung heute aus (Foto: M. Cox)

So sieht Bürgerbeteiligung heute aus (Foto: M. Cox)

(Bürgerreporter mal anders: Wenn Sie zu den 49600 Klevern gehören, die gestern nicht in der Stadthalle waren und auch der „Presse“ nicht mehr so unbedingt vertrauen, warum nicht einfach auf die kleveblog-Leser hören – hier, passend zusammengeschnippselt aus den bisherigen 30 Kommentaren, eine Art Gesamtkunstwerk:)

Leider ist mir eine Teilnahme nicht vergönnt. Rege Teilnahme und Interesse war schon von Seiten der Bürger vorhanden. Die Stadthalle war brechend voll. Bestimmt mehr als 400 Personen.

Fest steht leider, dass die Klever Bürger jahrzehntelang – vorsätzlich – mit Unwahrheiten „gefüttert“ wurden. Nun wird alles anders? Diese Art „Bürgerbeteiligung“, drei Vorgaben für Bebauungsvarianten, klingt für mich ziemlich unlogisch. Da wird jetzt wieder so eine „Veranstaltung“ vorgeschoben, und dann gibts eh wieder Klever Klüngel.

Wort des Tages: Grünausgleich. München freut sich ja auch über den Englischen Garten und will den nicht vollbauen, nur um kurzfristig Geld in die Schatulle zu spülen. Stärkster Applaus des Abends im Saal während der (nicht-repräsentativen) Vorstellung einiger Kommentarkarten bei der Erwähnung der hohen Anzahl von Stimmen für Nicht-Bebauung. Zugleich gab es dann auch Applaus, als dargelegt wurde, dass vielen der Anwesenden der Entwurf für den grössten Rathausplatz schlichtweg zu groß sei. Es waren teilweise dieselben Gäste, die bei beiden Applausen (?) dabei waren.

Irgendwie hatte man immer wieder den Anschein, dass das Endergebnis lange, lange in Hinterzimmern ausbaldowert war. Leider ist die Soupe Minorite schon lange vorgekocht und den bekannten Gourmets zum finanziellen Verzehr frei gegeben worden. Wir Bürger dürfen nur noch über Größe und Aufteilung entscheiden.

Man kann es aber auch so sehen, dass eine Minoritenplatzbebauung nötig ist, um den Blick von diesem unglücklich wirkenden “Rathaus” abzulenken. Überhaupt, der Opschlag, Spoycenter, Hotel und Bank werden behandelt, als handele es sich um denkmalgeschützte Objekte, um die uns ganz NRW beneidet. Und dann kam etwas unvorbereitetes: „Das Turmcafé, mit seinem Platz am Minoritenplatz, “ – stopp, dachte er, korrigierte sich – „nein, Café Live meine ich natürlich.“ Jeder der Anwesenden dachte natürlich: Habe ich hier was verpasst, da war doch bis gestern noch das Café Solo drin.

Mein Vorschlag: Minimal 5 Jahre Verschnaufpause, das gibt allen Beteiligten Zeit, sich über die Finanzlage der Stadt klar zu werden, den dann aktuellen Bedarf zu ermitteln und alle anderen angefangenen Projekte einmal in Ruhe fertig zu stellen, anstatt die Stadt mit Resttrümmern wie Rathaus-Fertigstellung, Abbruch Lohstätte immer weiter ins Elend zu stürzen. Und eine Denkpause ist ja bekanntlich zum Denken da.

Es wäre demokratisch, ein befristetes Moratorium ebenfalls zur Abstimmung zu stellen. Ich ich lasse mich nicht gerne überfahren. Kleve hat die Schwanenburg die aus der Stadt herausragt. Von hier oben wurde Jahrhunderte herunter regiert. Ein horizontales Wahrzeichen, wie Arnold Voss es formuliert hat, könnte die heutigen Bürgerrechte symbolisieren.

Eine solch Fläche nicht (sinnvoll) zu bebauen ist großer Blödsinn. Der Platz hätte schon vor 40 Jahren (sinnvoll) bebaut werden müssen! Das bedeutet nicht „Einkaufszentrum“. Das bedeutet auch nicht „Klotz“. Sinnvoll wäre vielleicht ein Pavillon mit einer Eisdiele oder einem Café, den Platz zu begrünen, ein paar Bäume, eine Bühne. Wenn man 40 Jahre keine Not gesehen hat, das Ding zu bebauen, ist das schon verwunderlich, dass man jetzt so grosse Eile damit hat.

Ich habe eine gelbe Karte (= Anregung) ausgefüllt. Der Wunsch, es beim Alten zu belassen, ist schlimmste Niederrhein-Mentalität.

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21 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 21. HP.Lecker

    @20 jb

    Wieso zurück auf Null?

    Es war doch schon längst der politische Wille, kein Gebäude mit der Konfiguration der ehemaligen Sonto-Planung mehr zu verfolgen. Daher doch das inzwischen neue B-Plan-Verfahren, für das nun die vorgezogene frühe Burgerbeteiligung initiiert wurde. Der politische Wille hat sozusagen das von der Denkpause angerufene Gericht uberholt. Insofern ist der Vergleich richtig um die Bürger und Bürgerinnen vor noch vermeintlich höheren Kosten durch das Verfahren zu schützen. Letztlich – so zeichnet es sich heute ab – war das Gerichtsverfahren überflüssig. Damals mag das noch anders ausgesehen haben.

     
  2. 20. jean baptiste

    Betrifft Denkpause: Vergleich mit der Stadt Kleve
    „Am 23. August 2016 hat die Stadt Kleve sich vor dem Oberverwaltungsgericht Münster verpflichtet, auf dem Minoritenplatz solange keine Bebauung zuzulassen, bis ein neuer Bebauungsplan beschlossen worden ist.

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kleve/initiative-denkpause-klagte-gegen-bebauungsplan-aid-1.6284597

    Deshalb jetzt also Alles „Zurück auf Null“

     
  3. 19. Kopfschüttler

    14: keine Leute verunglimpfen, wenn man keine Ahnung hat. Wilmsen ist nur das Opfer einer mal wieder völligen Unfähigkeit der Stadt Kleve

     
  4. 18. Klaus

    @17. iwaw

    Stimmt, den Link hatte ich auf die Schnelle nicht gefunden. Nothing hat die große Möglichkeit nicht genutzt eine dringend notwendige Änderung und Verbesserung in den Führungsstrukturen herbeizuführen. Warum, das bleibt ihr Geheimnis. Nach meinen persönlichen Erfahrungen handeln so hernzensgute Menschen („Auswechseln, das kann man ihm doch nicht antun.“) oder Führungskräfte die selbst nicht stark genug sind und Angst davor haben, dass ihre eigenen Schwächen bekannt werden („Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.“). Manchmal kommt auch beides zusammen.

    Eine Ausschreibung ist für den reinen Grundstücksverkauf nicht mehr notwendig (Ich denke sie meinten den Minoritenplatz). Hoffentlich setzt sich die FDP mit ihrem Vorschlag durch, dass die Grundstücke auf jeden Fall an verschiedene Käufer verkauft werden, um eine kreative Vielfalt zu erhalten.

     
  5. 17. iwaw

    @klaus, dieser Link wäre besser gewesen:

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kleve/juergen-rauer-bleibt-weitere-acht-jahre-beigeordneter-in-kleve-aid-1.5827473

    Hier wird klar, wie das System in der Verwaltung funktioniert. Viele haben gedacht eine neue Bürgermeisterin wird etwas ändern. Geändert hat sich nur das Geschlecht, das sieht man jeden Tag in der Zeitung. Der Sumpf bleibt und deswegen wird sich nichts ändern. Ich bin mal auf die Ausschreibung gespannt.

     
  6. 16. rd

    Das schreiben die Profis: http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-kleve-und-der-region/viele-ideen-fuer-den-minoritenplatz-id12211341.html

     
  7. 15. r k h

    Da haben jetzt ein paar Leute eine Wunschzettel ausgefüllt (sowas macht man normalerweise mit Kindern vor Weihnachten oder Geburtstagen) und das war dann Bürgerbeteiligung. Ihr habt se doch nich mehr alle. War einer mit Kohle da? Der bebauen könnte? Oder nur empörte Rentner? Gabs den Kuli zum Zettelausfüllen umsonst? Erhöhen sich für Abgaben und Gebühren wegen irgendeiner Prozesshansellusche? Fragen über Fragen. Hat dieses minoplatzdingens mal ein Ende. Oder Schlepp ich dat bis zur Rente durch + nochmal Ideen nochmal Workshops nochmal Konzepte usw usw usw usw. Auch Moses hat 40 Jahre gebraucht

     
  8. 14. Jürgen Böll

    @jb Das dürfte dann Willmsen in Kalkar gewesen sein

     
  9. 13. Husky

    Der Verantwortliche ist in dem Fall natürlich der Amtsleiter, bzw der Bereichsleiter.

     
  10. 12. Klaus

    @ 9. Husky

    „Warum sitzt der immer noch auf seinem Stuhl?“ Na ganz einfach, weil er wieder gewählt wurde.

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kleve/rat-kleve-beigeordneter-juergen-rauer-steht-zur-wiederwahl-aid-1.5816037

     
  11. 11. otto

    @9 Husky,

    was du für Fragen stellst!, Verantwortliche gibt es grundsätzlich, auch wenn es sie vielleicht doch gäbe, bei der
    Stadt nicht! Hinzu kommt, dass das Rechtsamt schon seit langer Zeit als die direkte Außenstelle des Orakels
    von Delphi anzusehen ist.

     
  12. 10. rd

    @Husky „Den“ Verantwortlichen gibt es nicht.

     
  13. 9. Husky

    Wer ist der verantwortliche für beide Desaster?

    Warum sitzt der immer noch auf seinem Stuhl?

     
  14. 8. jean baptiste

    Neues kostspieliges Debakel für die Verwaltung.
    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kleve/stadt-kleve-verliert-naechstes-verfahren-vor-vergabekammer-aid-1.6273866

    Ich kann unsere Bürgermeisterin nur aufrufen, jegliche Aktivitäten der zuständigen Verwaltung per direkt zu stoppen und sich mit dem Kreis ins Benehmen zu setzen.
    In der Stadtverwaltung sitzen die Leute, die diese Stadt in Windeseile in den Abgrund steuern.
    Der Kreis hat gezeigt (Bau Hochschule) daß er das gleiche Metier nahezu perfekt beherrscht.

    Vielleicht dämmert es jetzt den Fraktionen und dem Rat, daß eine längere Pause für alle noch nicht vergebenen Projekte überlebenswichtig ist.

     
  15. 7. R K H

    Hallo, ich war zwar nicht da. Andererseits war ich auch noch nie auf einer Minoritenplatzbebauungsveranstaltung, werde sicherlich auch nie auf einer sein. Gabs Ergebnisse oder söderle??

     
  16. 6. otto

    @3 Jean,

    thank you very much!

     
  17. 5. HP.Lecker

    Das Publikum war heute wieder wundervoll und traurig klingt der Schlussakkord für Mom… 😉

    Frage- oder Ausrufezeichen?

     
  18. 4. Nasenbär

    Aber eine Stadt kann nicht nur von einem Museum leben. Museum ist nicht Alltag. Alltag ist Schule, ist Nahverkehr, ist es mehr als einen Kinderarzt zu haben usw.
    Museum und Kunst ist die Kirsche auf der Sahnehaube des Eisbechers zum Dessert. Die gesunde, abwechslungsreiche Hauptmahlzeit kommt vorher.
    Und jetzt fragen wir uns: Was leisten Politik und Verwaltung auf allen Ebenen (Kommune, Kreis, Regierungsbezirk, Landaschaftsverband, Land, Bund, EU) für Schule (z.B. Hoffmannallee) fürs KAG (Neubau ggf. doch für G9?) gegen den idiotischen Berufsverkehrstau (z.b. auf der Gruft) und für eine ordendliche Bahnanbindung? usw.
    Vielleicht mag das ja mal der halbe mitlesende Rat beantworten. Angesichts der Probleme und Herausforderungen für eine langjährige Zukunft diesbezüglich werden das Museum und auch der M-Platz ziemlich klein und unwichtig. (Und sowas banales wie eine Schule oder eine funktionierene Bahnanbindung dann verdammt schwer.)

     
  19. 3. jean baptiste

    Vielleicht sollte man einmal die Geschichte des Turia- Flussbetts in Valencia als Pflichtlektüre allen Verwaltungsangestellten und natürlich auch Ratsmitgliedern und Ausschussmitgliedern aufgeben.
    http://www.urlaube.info/Valencia/FlussbettTuria.html
    Erkennen Sie den Sinn dieser Aufgabe nicht?
    Dann sind Sie eine Fehlbesetzung in Ihrer Position !
    So simpel ist die Sache.

     
  20. 2. laloba

    Sehr schöne Zusammenfassung 🙂

     
  21. 1. otto

    Nix alles beim Alten belassen, geschweige denn Niederrh.-Mentalität.

    Erneut als Beispiel das Museum, Dr. Gorissen, Drs. de Werd, Prof. Kunde, alles versierte Kapazitäten, alles Leistungsträger in ihrem Metier, europaweit anerkannt.

    Klever Stadtgestaltung, alles Laienspieler, Provinzleute auf dem Niveau Gelsenkirchener Barock, bekannt
    im Nirgendwo, ausgezeichnet beim Fassanstich und Eröffnung von Festzelten.