Marx und Michels: Heimatkalender 2018 widmet sich einer Zeit, in der Schüler noch protestierten (Spoiler: 1968)

rd | 05. Dezember 2017, 16:35 | 30 Kommentare
„Klever Rudi Dutschke“: Rolf Schönfeldt (Foto: Pegasus)

„Klever Rudi Dutschke“: Rolf Schönfeldt (Foto: Pegasus)

Inszenierte Wirklichkeit: Für die Lokalpresse präsentieren Jutta Nagels (Mercator Verlag), Wilhelm Diedenhofen, Wiltrud Schnütgen (beide Kalender-Redaktion) und Landrat Spreen (durch sein Amt Förderer der Publikation) die neue Ausgabe des Heimatkalenders. Die Fotografen sind Thomas Velten und Markus van Offern

Inszenierte Wirklichkeit: Für die Lokalpresse präsentieren Jutta Nagels (Mercator Verlag), Wilhelm Diedenhofen, Wiltrud Schnütgen (beide Kalender-Redaktion) und Landrat Spreen (durch sein Amt Förderer der Publikation) die neue Ausgabe des Heimatkalenders. Die Fotografen sind Thomas Velten und Markus van Offern

Dass der Kalender für das Klever Land, dessen 68. Ausgabe heute von Landrat Wolfgang Spreen im Beisein von Verlag und Redaktion vorgestellt wurde, eine Zeitreise ist, dürfte erfahrene Lesern nicht vom Hocker hauen. Meistens allerdings enden diese Rückblicke gefühlt in irgendeinem Chorgebälk oder Bombentrichter. Mittlerweile allerdings ist die Zeit so weit vorangeschritten, dass auch ganz andere Ereignisse in die Fänge der Redaktion geraten – und unter diesem Aspekt sei der Kauf des Buches (224 Seiten, 12,90 €, Auflage: 4000) dem heimatinteressierten Leser, der auch zeitgeschichtlichen Entwicklungen gegenüber aufgeschlossen ist, anempfohlen. Ab Seite 110 des Heimatkalenders berichtet der in Graz lebende, aus Kleve stammende Autor Norbert Mappes-Niediek auf satten 15 Seiten, wie die wilden 68-er Jahre in Kleve verliefen, natürlich mit autobiografischen Zügen: „Mit 15 Jahren habe ich in Kleve selbst an ersten Demos und an einem Schulstreik teilgenommen“, schreibt Mappes-Niediek.

Die linke Bewegung nahm in der Kreisstadt ihren Anfang, als die NPD sich organisierte und die junge Generation dagegen rebellierte – was in der niederrheinischer Welt gepflegter Vorgärten gar nicht gut ankam. Nach einer Protestaktion gegen die Rechten vor dem Hotel Verweyen schrieb der frühere Landgerichtsdirektor Karl A. Dinnendahl einen langen Brief an die Schülerzeitung Pegasus, die im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium erschien. Er habe sich an die SA erinnert gefühlt, schrieb der Jurist – wohlgemerkt nicht wegen der NPD, sondern wegen der Demonstranten. „Sind wir schon wieder so weit?“, fragte Dinnendahl spitz.

Einigen Raum nimmt in dem Artikel auch ein, wie die örtliche Presse auf das neue Phänomen reagierte. Insbesondere die Rheinische Post war damit, wohlwollend ausgedrückt, etwas überfordert. Die Mitstreiter der Außerparlamentarischen Opposition (APO) wurden in Artikeln als „Kontingent langmähniger APO-isten“ bezeichnet, und als Aktivist Rolf Schönfeldt – er stammte aus Emmerich und galt als der Klever Rudi Dutschke – einmal bei einem Ladendiebstahl erwischt wurde, hieß es in dem Blatt, bei dem Täter handele es sich um den „in den Kreisen von niederrheinischen langmähnigen Knaben sattsam bekannten“ Rolf Sch. (20). Tauchten die Aktivisten einmal irgendwo nicht wie erwartet auf, war dies auch eine Meldung wert: „Langhaarige junge Männer erschienen gar nicht. Offenbar hatte König Fußball das Interesse auch bei den avantgardistischen Jugendlichen verdrängt.“

Eine überraschende Rolle im Zusammenhang mit der Studentenbewegung – bei der es sich in Kleve genau genommen um eine Oberstufenschülerbewegung handelte – spielt Wilhelm Michels, Studienrat am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium und den Klevern als Autor des Buches „Niederrheinisches Land im Krieg“ bekannt.

Als Lehrer war Michels wegen seiner Strenge, die sich auch in Gewalt den Schülern gegenüber entladen konnte, gefürchtet, sein Auftreten war bürgerlich-konservativ, als als Beispiele dafür seien die getönte Brille und das Tweedjackett genannt. Michels lud ausgewählte Schüler persönlich in seine „Politische Arbeitsgemeinschaft“ ein und diskutierte mit ihnen in einer Klever Gaststätte die frühen Schriften von Karl Marx, das Kommunistische Manifest sowie die Philosophen Hegel und Feuerbach.

Dennoch wandten sich die Mitglieder des Aktionskreises Demokratische Schule (ADS) 1969 gegen den Lehrer, der doch ein Bruder im Geiste zu sein schien. Der ADS publizierte ein „Extrablatt“ mit dem Vorwurf, Michels, den alle Schüler nur „Levi“ nannten, habe einen Schüler geschlagen. Im Gefolge der Aktion berief die Schülervertretung eine Vollversammlung aller Klassen in die Aula ein, an der auch Michels als Beobachter teil. Schönfeldt, kurz vor dem Abitur stehend, bezeichnete Michels als „Sadisten“. Die denkwürdige Entgegnung des Pädagogen, in den Worten von Mappes-Niediek: „Der Angesprochene erhob daraufhin mahnend den Zeigefinger und wies auf die Strafwürdigkeit der Bemerkung hin. In der Sache allerdings stritt er den Vorwurf nicht ab.“

Dann aber bekam Michels unverhofft einen Fürsprecher – in Wolfgang Hagen, der ein Jahr zuvor am Stein-Gymnasium das Abitur gemacht hatte und der in einer denkwürdigen Abiturrede seine Auffassung kundgetan hatte, dass Deutschland kurz vor einer Revolution steht. Nun verfasste er ein Flugblatt, in dem er die Aktion der Schüler als „objektiv konterrevolutionär“ abqualifizierte. Später, in einem in der Schülerzeitung Pegasus veröffentlichen Artikel, kam er zu folgendem Schluss: „Wo wir damals sehr ausgedehnt Marx/Engels und die folgenden Revolutionstheorie betrieben haben, das war die Politische Arbeitsgemeinschaft des Herrn Michels. Drei von den früheren Teilnehmern stehen heute aktiv in der Studentenbewegung.“

Kann so jemand ein schlechter Mensch sein, so die unausgesprochene Frage.

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30 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 30. Chewgum

    Oder kürzer gesagt: Die 68er wollten Grenzen überschreiten bzw. neu ausloten, während die Neue Rechte Grenzen verschiedenster Art in Gefahr sieht und angetreten ist, diese zu verteidigen/aufrecht zu erhalten.
    Ich würde mal sagen, die Situation der 68er war luxuriöser und lustvoller.

    Ich glaube, dass die Welt vor einem gewaltigen Erneuerungsprozess steht, in dem nationale (Un-)Sicherheiten immer weniger Bedeutung haben werden. Es wird auch neue Allianzen geben, das deutet sich jetzt schon an. Große Veränderungen erzeugen oft Angst und rufen die auf den Plan, die die alten Gegebenheiten aufrecht erhalten wollen bzw. wieder herstellen wollen, mit dem Ziel, die Angst loszuwerden. Es gibt auch Menschen, die die Angst nicht (mehr) spüren, sondern zu einem Teil ihrer Persönlichkeit werden ließen, der durch Fremdenfeindlichkeit etc. auf sich aufmerksam macht

    Bei großer Angst stellt der Körper schnell auf Notfallversorgung um, das kann auch das Mitgefühl beeinträchtigen. Wer schon mal mit chronischen Angstpatienten zu tun hatte, weiß, dass ein bestimmtes Angstlevel lange bestehen und das Leben eines Menschen nachhaltig beeinflussen kann.

    Bitte nicht falsch verstehen: Es geht mir um Erklärungen, nicht um Entschuldigungen.

     
  2. 29. Chewgum

    @Wolfgang Look „Die 68-er von heute sind doch in gewissem Sinne die Vertreter der “Neuen Rechten” …“ – um die Inhalte dieser Bewegungen scheint es bei Ihren Thesen nicht zu gehen

    Im Übrigen glaube ich nicht, dass die „Neue Rechte“ provozieren will, sondern sich wesentlich bedrohter fühlt in Ihrer Identität (ob berechtigt oder nicht) als die 68er, die auf der Suche waren und die Verlogenheit der Nachkriegszeit incl. nicht stattfindender Vergangenheitsbewältigung satt hatte – die 68er wollten aus meiner Sicht zum Kern des Menschen jenseits von Rollen und Herkunft vordringen (auch deshalb der Aufschwung von „bewusstseinerweiternden“ Drogen), während die Neue Rechte sich abgrenzend auf Rollen und Herkunft zurückzieht.

     
  3. 28. ???

    @27. Auditor

    Dazu ein großer „Dank“ an Don. Tr. aus A….. und an Re. Er. aus der T….., die diese Themen als hetzende und kriegsbefeuernde Anlässe nehmen!

    Man kann nur hoffen, dass die Menschen Klugheit und Ruhe anwenden und beweisen, und nicht auf diese Machtspiele hereinfallen……..

    Weder Don.Tr. noch Re.Er. haben das Recht, sich dort zu profilieren. Sie haben dort überhaupt Nichts zu sagen oder zu melden……..dieses Land und diese Stadt gehören nicht zu ihren Regierungshoheiten.

    Es handelt sich anscheinend um religiöse Themen, die verstaatlicht werden sollen.

     
  4. 27. Auditor

    @24 Max Knippert

    Wo erkennen Sie denn bei der AfD „ein Kulturbild des Rassismus“ und wer „predigt (letztlich) Judenfeindlichkeit“? An eine ablehnende Haltung gegenüber dem Islam kann ich mich erinnern, die deutlich im Wahlprogramm formuliert und keinesfalls PC-konform war, ansonsten glich dieses nach meiner Meinung in vielen Punkten dem der CDU aus den 90er und 2000er Jahren.

    Das Problem „Judenfeindlichkeit“ ist anscheinend größtenteils ein eingewandertes, zu sehen u. a. an den jüngsten Ereignissen an geschichtsträchtigem Ort in Berlin, wo unter der Maske der Kritik an Israel blanker Judenhass zu sehen war.

    Ich denke der Erklärungsansatz zur Entstehung „neuen Rechten“, so Sie denn AfD, Pegida usw. dazuzählen, ist viel zu akademisch. Diese sind lediglich entstanden, da die ursprünglich konservative CDU ihre traditionellen Positionen aufgegeben hat und viele Menschen sich durch das Spitzenpersonal der etablierten Parteien nicht mehr vertreten fühlen.

     
  5. 26. Max Knippert

    25. ???

    ‘Wieso weshalb warum? Wer nicht fragt bleibt dumm.’

    Es gibt Unterschiede, auch bei den sogenannten Rechten. Und das ist doppelt spannend, weil sie ja eben für völlige Gleichförmigkeit stehen. Aber es gibt einen Kern, der für Gespräche unerreichbar ist. Diese Menschen muss man in Auge behalten, weil sie NICHT im Alltag zu erleben sind.

     
  6. 25. ???

    Die „neuen Rechten“ kann man real im Alltg erleben……….man braucht dafür keinen Vortrag……

     
  7. 24. Max Knippert

    @22. Wolfgang Look
    Mit der neuen Rechten verhält es sich etwas anders, wie ich gestern durch Matheus Hagedorny im Theater im Fluss
    lernen konnte.

    Die sogenannte Neue Rechte geht unter anderem auf Carl Schmitt (1888-1985) zurück und ist logischerweise keine Gegenbewegung der 1968er, sondern entstammt der Weimarer Republik. Auch Armin Mohler (1920-2003) ist ein Vordenker und hat auch nichts mit den 68er zu tun.

    Aktuelle neurechte wie Götz Kubitschek von der rechten Denkfabrik „Rittergut Schnellroda“ stehen in dieser ‚Tradition‘ und Diskussionen mit diesen Menschen sind praktisch unmöglich weil sie Menschen kategorisch ablehnen, die ‘ANDFERS’ sind. Eine Synthese mit diesen Hardliner ist ausgeschlossen und lediglich ein unangenehmes Nebeneinander ist, bis zu einem gewissen Punkt, möglich. Diese Leute fordern autoritäre Gewaltherrschaften als seien sie auf einer Neger Safari in Deutsch-Ostafrika.

    Aber das Betrifft sicher nicht die ganze afd. Aber wen man sich die Identitäre Bewegung ansieht sowie die Wortführer von afd&co wüsste ich nun wirklich nicht, wo Berührungspunkte zu Freiheitlich-demokratischen bestehen? Diese Leute vertreten ein Kulturbild des Rassismus und alle predigen (letztlich) Judenfeindlichkeit.

    Synthese ?

     
  8. 23. rd

    Liebe kleveblog-Leser, ihr seid die Besten. Dass schafft nicht mal der Spiegel, dass seine Leser über Hegel diskutieren!!

     
  9. 22. Wolfgang Look

    FS: Das ist ein Mißverständnis: Ich habe die 68er als Sammelsbegriff für eine Revolution von links verstanden, d.h. von Freiheitsideen im politischen und weltanschaulichen Sinne, ein Sammelbecken für familiäre Experimente, Forderung nach Bürgerrechten gegen ein Establishment, als Revolte gegen jahrhundertealte christliche Traditionen, gegen autoritäre Erziehungsstile, konservatives Kulturverständnis usw. Diese Ideen haben die letzten 40 Jahre wesentlichen Einfluss ausgeübt, der proklamierte “Marsch auf die Institutionen ist erfolgt”, bis zum Gipfel der Macht (Beispiel J. Fischer). Die neue Rechte ist exakt eine Gegenbewegung, die Revolte gegendie, wie diese formuliert “linksliberale Gesinnungsdiktatur”, die Rückkehr zu Geschlechterunterschieden, Werten wie Strenge, monoethnischen Kulturräumen, Patriotismus und Heimatliebe etc. Sie tritt heute gerne provokativ auf (siehe Gauland, Höcke), meint es aber aber ernst, wie auch damals die 68er. Die Dialektik dieser zwei Pole versuchte ich aufzuzeigen. Ich hoffe dabei, dass sie am Ende zu einer gelungen Synthese führt

     
  10. 21. Freidrich Stoltze

    Sehr geehrter Herr Look,
    Sie formulieren Ihren ersten Satz recht ungegeschickt. Die 68er sind die Vertreter der Rechten nur im Sinne des
    Marsches der Vernunft durch die Welt und erst recht nicht der Sammelbegriff rechter Ideen. Antagonist zum
    Herrschenden wäre vielleicht besser gewesen. Ferner befürchte ich, die Ideen, die Sie als reine Provokation
    beschreiben, sind durchaus auch ernst gemeint. Und zum Schluss, an den Marsch der Vernunft kann man glauben, man könnte aber auch zB. Theodor Lessing lesen. Nur um die Erwähnung des Frankfurter Gottseibeiuns zu vermeiden.
    Danke

     
  11. 20. Max Knippert

    @18. Wolfgang Look

    Ich glaube nicht, das es in der Kultur Naturgesetzte gibt. Das Naturvolk der Aché töteten alte Frauen wenn sie zur Last wurden. Ich will damit sagen, das Kultur eine Sache der Perspektive ist. Es ist völlig offen, was passiert, wenn Nationalstaaten sich wieder einrichten & einmauern. Kulturelle Zeitzyklen können mitunter menschlich individuelle Dimensionen aushebeln. Syrien wird vermutlich in 75 Jahren nicht so dastehen wie unser Land heute.

    Heute sind 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht. Im Schnitt einer von 113 Menschen weltweit. Das Pendel wird noch eine ganze Weile nach rechts ausschlagen. Aber letztendlich haben Sie vermutlich recht? Im Rückblick von Jahrhunderten waren auch zwei Dreißigjährige Kriege überschaubar.

    In gut einer Stunde (19:30) gibt es einen Vortrag im Theater im Fluss (Ackerstarße) über die neue Rechte.

     
  12. 19. Norbert Mappes-Niediek

    Der Vergleich trägt nicht weit, lieber Wolfgang Look, und auch Hegel hätte keine Freude an der gegenwärtigen Bewegung. Sie ist ja Rückschritt und will auch gar nichts anderes sein. Alle sollen brav zurück in ihre nationalen Mauselöcher. Männlein und Weiblein sollen wieder deutlich unterschieden sein, möglichst alles so wie früher. Für einen Hegel mit seinem zielgerichteten Weltbild sind solche Rückwärtsbewegungen ein lästiger Störfaktor. Für mich übrigens auch. Schließlich hatten wir dergleichen ja schon: im Biedermeier, dann in den 1930-er Jahren. Das lädt nicht zur Nachahmung ein. An den 68-ern dagegen hätte Hegel bei aller Kritik im Detail seine Freude gehabt. Da war doch tatsächlich eine Antithese greifbar! Auch ein „harmonisches höheres Niveau“ hatten wir dann in den 1990-er Jahren. Dass die Welt dabei nicht stehen bleiben würde, war Hegel klar. Aber zurückgehen?

     
  13. 18. Wolfgang Look

    Die 68-er von heute sind doch in gewissem Sinne die Vertreter der “Neuen Rechten”, als Sammelsbegriff für rechte Ideen aller Art: Gegner der liberalen Einwanderung, der Homoehe, Genderideologie, von Abtreibung die konservativen, die nicht auf Avantgarde sondern Klassik stehen, die Europagegner. Wenn man heute so richtig provozieren und Schlagzeilen machen will, muss man solche Ideen verkünden, dann regt sich das Establishment wahnsinnig auf. Genau dass, was die 68er in ihrer Jugend machen. Hegel sprach in der geistesgeschichtlichen Entwicklung von einer Dialektik der Bewustseinsgestalten, d.h. eine Bewegung entsteht als Gegenbewegung, entwickelt sich, findet ihren Höhepunkt und erstarrt dann, verfällt in Einseitigkeiten, ist geistlich nicht mehr beweglich, erkennt die neuen Realitäten nicht. Darum entsteht dann eine harte Gegenkraft, die die Schwächen aufgreift, provoziert, überzeichnet. Am Ende, dass sah Hegel positiv, entsteht eine Hebung des Bewustseinsniveaus des Ganzes auf ein harmonisches höheres Niveau. Und genau das geschieht heute. Das Pendel schlägt nach rechts derzeit und bald wieder in der MItte. So war es auch in der Geschichte, Materialismus und Idealismus, Reaktion und Avantgarde wechselten aufeinander

     
  14. 17. Chewgum

    „Menschenverächter“, was für ein hässliches Wort.

     
  15. 16. Max Knippert

    @ 15. Integration

    Unser Austausch tritt etwas auf der Stelle 🙂

    Pessimismus und lautes Geschrei ist selbstredend kein Zukunftsmodell. Herausforderungen vor der wir alle stehen, afd&co ist davon bloß Eine, werden aber nicht durch Tugenden gelöst.

    Die einzige Möglichkeit zu einer Lösung – ist die Kontroverse, der Dialog – das Aushandeln NEUER Werte. Und dabei geht es mitunter auch sehr laut zur Sache. Kulturen haben die erstaunliche Fähigkeit sich selbstständig zu verändern und dies geschieht ausschließlich durch Sprache. Der lange überfällige gesellschaftliche Paradigmenwechsel in Bildung, Wirtschaft, Landwirtschaft usw. wird von den Entscheidern nicht mal ansatzweise laut und breit diskutiert. (In Kleve redet man noch über Parkplätze…)

    Die Schere geht täglich weiter auseinander und Populisten sind unseren neuen Scherenschleifer.

    Angst vor der Veränderung und Risikolosigkeit als Zukunftsbremse spielt auch Populisten in die Hände. Die brechen Tabus und mit hirnlosem Aktivismus sind sie aber nun mal nicht Risikolos und kreischen ständig Veränderung.

    In den Niederlanden formiert sich gerade eine neue Partei und Wilders schrumpft erfreulicherweise. Aber Thierry Baudet vom Forum voor Democratie tritt für den Nationalstatt ein. (http://ef-magazin.de/2016/04/01/8695-rezension-der-angriff-auf-den-nationalstaat) den Link bitte nicht falsch verstehen!

    Thierry Baudet & Österreichs Sebastian Kurz sehen sich erstaunlich ähnlich. Die sind so glatt das man beim hinsehen ausrutscht. Wenn solch Einer hier bei uns auf die große Bühne kommt, werden die Menschen zu spät merken, das es nicht Horst Schlämmer ist.

     
  16. 15. Integration

    @14. Max Knippert

    Es ist eine “Aufzählung”, von vielen positiven Möglichkeiten, mit denen man auf ruhigen Wegen, Menschenverachter machtlos machen kann……..mit Erfolg.

    Pessimismus und lautes Geschrei ist zukunftsweisend, der falsche Weg.

     
  17. 14. Max Knippert

    13. Integration

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Aber Ihre wunderbare Aufzählung wird (leider) nicht ausreichen.

    Besten Gruß

     
  18. 13. Integration

    @12. Max Knippert

    Das “Konzept”, um Menschenverachter machtlos zu machen, ist ganz einfach und “hinter den Kulissen” gibt es viele Menschen, die sich dafür einsetzen.

    Es ist die, zu jeder Zeit einzubringende, friedbringende Menschlichkeit und tatsächliche Hilfe- und Schutzgebung für andere Mitmenschen.

     
  19. 12. Max Knippert

    @11. Integration

    Sie haben völlig recht, Angst wäre nicht die richtige Reaktion. Und hinter den Kulissen passiert eine Menge, aber ich denke, das genau dieses Engagement, wenn es öffentlich ist, eine größere Wirkung hätte und im Besten Fall, ansteckend wirkt.

    Meiner Meinung nach, ist die schreierische und provozierende Art von afd & Co ein Grund ihres ‚Erfolges‘. Einige empfinden es mutig jegliches Tabu zu brechen und als Maß aller Dinge sich selbst zu erklären. Darum müssen die Gegenargumente zumindest eine gewisse Lautstärke haben.

    Aber ich bin schon neugierig auf Ihr Vorgehen, wie Sie ‘Menschenverachter machtlos machen’?

    (Die Veranstaltung am 10.12. im Kurhaus beginnt übrigens erst um 11 Uhr.)

     
  20. 11. Integration

    @5. Max Knippert

    Man muss Menschenrechte nicht nur ansprechen, man muss auch tatsächlich danach handeln und die Menschen und ihre Rechte schützen.

    Ich habe keine Angst davor, dass der Ton & Umgang durch bestimmte Menschengruppierungen, bodenlos werden könnten……..man kann sich auch “hinter den Kulissen” schützend einbringen, und Menschenverachter machtlos machen.

     
  21. 10. Josef K.

    Zum FOTO: Inszenierte Wirklichkeit, zum neuen Heimatkalender.

    Gut 100Jahre nach Kafka, sind dessen Texte aktueller den je.

    Kann man nur hoffen, dass es für einen besser endet als bei Kafka.

    Josef K.

     
  22. 9. Nicht selbstverständlich

    Ein schönes Leben ist Grund genug, dafür zu kämpfen

    Letztens zufällig diese Band getroffen, tolle Truppe – hier der Song “Schönes Leben”
    https://kurtsweg.bandcamp.com/track/sch-nes-leben-2

     
  23. 8. Bürgerin

    Hier der Link zum Kontaktformular von Kernie’s Wunderland … für Anfragen, Beschwerden, Anregungen etc.

    https://www.wunderlandkalkar.eu/de/kontakt

     
  24. 7. Bürgerin

    AfD-Landesparteitag in Kalkar?? War wohl schwierig, eine Lokalität zu bekommen, aber Kernie’s Wunderland nimmt alles mit

     
  25. 6. otto

    levi und nös,
    was sind sie geworden,
    nur pförtner des hades,
    trotz bürgerlicher masken.

     
  26. 5. Max Knippert

    Am 10.12.1948 wurden die Menschenrechte verabschiedet. Jedes Jahr wird am 10.12. daran erinnert und in Kleve wird durch das Leben des Klevers Anacharsis Cloots auch daran erinnert. Zwischen 10 und 13 Uhr (kostenlos) ist jeder eingeladen.

    Auf der anderen Seite findet am 9. und 10. Dezember der 14. Landesparteitag der Alternative für Deutschland Landesverband NRW statt. Und wo? Vor unser aller Haustür in Kalkar Griether Straße 110 -120 in Kalkar.

    Im Kurhaus wird Sonntag das Büchlein ‘Empört Euch’ (14.Seiten) von Stéphane Hessel angeboten.

    Ich denke die Zeit ist wieder da, wo man Menschenrechte ansprechen muss. Wenn z.B. einige Schwachköpfe darüber nachdenken, Geflohene wieder nach Syrien zu schicken sind die Sitten verroht. Wenn die afd nach Kleve ins Rathaus kommt, und davon müssen wir heute ausgehen – wird der Ton & Umgang bodenlos.

    Am Sonntag kann ein (kleines) Gegengewicht entstehen… und es wird keinem der Kopf abgeschlagen.

     
  27. 4. Wolfgang Look

    GH, genau den meine ich, meine Deutsch-Lehrerin, damals noch Referendarin, fand ihn unheimlich noch, es gibt im „Kasper“ um die Zerbrechung von Bewustseinschablonen, von Milosevic war damals noch nicht die Rede, wir haben ihn nicht unter politischem Aspekt behandelt, es ging darum Denkschemen, und – traditionen, eingeschliffenen Reaktionsmuster und in bestimmten Situationen vorhersehbare Musterredewendungen zu zerbrechen und dadurch frei zu werden, ein Individuum ohne Gehirnwäsche durch bürgerliches Kulturerbe

     
  28. 3. Günter Hoffmann

    W. L. Bei allem Respekt, meinen Sie den Peter Handke der sich besonders als Fürsprecher und Freund des Schreibtisch Mörders, Kriegs Verbrecher und psychopathischen serbischen Nationalisten Slobodan Milosevic hervor getan hat und der bis zum Ende des Elends wohl nichts gemerkt hat ? Das war allerdings Avantgarde Theater vom aller Feinsten.

     
  29. 2. Wolfgang Look

    Unsere Generation hatte das Glück oder Unglück beide Lehrergenerationen zu erleben. Die Lehrer, die durch Krieg, Not der Nachkriegszeit und klassische Traditionen von deutschem Idealismus mit Hegel, Goethe, Hölderin und Schiller, konservativen Katholizismus und autoritärem Deutschland der Kaiserzeit geprägt war und die lockeren 68-er, wo man Avantgarde-Theater von Handke, Zen-Buddhismus, Beuys-Kunst und den Zivildienst als Opposition gegen Pershing-Raketen besprach. Vielleicht ist gerade diese Mischung eine Form von spannendem “buntem Deutschland”, gelebte Diversität.

     
  30. 1. Alfons A.Tönnissen

    In Rindern hatten wir einen wöchentlichen politischen Arbeitskreis, es tobte der Algerienkrieg. Wemken Michels war ein großer Sachkenner! Ach, im 2.Weltkrieg war Wemken Chefdolmetscher im besetzten Griechenland der Wehrmacht—-