Lob der Milchtankstelle Düffelward

rd | 28. Juli 2016, 11:13 | 6 Kommentare

Weißes Gold aus Edelstahlautomat

Weißes Gold aus Edelstahlautomat

Vermutlich bin ich der letzte Journalist am gesamten Niederrhein, der noch nicht über das Thema „Milchtankstelle“ geschrieben hat. Dafür habe ich es jetzt vier Wochen ausgiebig getestet und kann nur sagen: ein uneingeschränktes Lob für diese Idee, die darin besteht, Milch gewissermaßen direkt aus dem Euter anzubieten.

Der kleine Zwischenschritt ist ein Automat in einem schicken, angenehm kühlen Kabuff, der meiner Wahl steht bei Familie Tißen an der Stegstraße 27 in Düffelward, das liegt Richtung Keeken links ab und ist aufgrund eines großen Werbeplakates nicht zu übersehen. (Es gibt meines Wissens noch weitere Milchtankstellen im Raum Kleve, deren Adresse ich gerne ergänze.)

Der Verbraucher muss nicht mehr machen als Geld einwerfen, ein Gefäß leicht schrägt unter den Zapfhahn halten und dann auf den silbernen „Milch“-Knopf drücken. Wer schon einmal Zigaretten oder Kaufgummis am Automaten gezogen hat, wird das problemlos schaffen. Vor Ort sind auch Glas- oder Plastikflaschen erhältlich, das Geld dafür kann in eine Kassette geworfen werden. Ein Liter kostet einen Euro, also mehr als im Supermarkt, aber das weiße Gold aus der Milchtankstelle ist meiner Meinung nach jeden Cent Preisunterschied wert.

„Bei uns bekommt ihr frische, unbehandelte Landmilch von glücklichen Kühen!“, versprechen die Erzeuger. Der Unterschied zum Industrieprodukt aus der Kühltheke ist beachtlich, um nicht zu sagen phänomenal. Der Geschmack ist angenehm sahnig (der Fettgehalt wird auch etwas höher sein), vielleicht mit einer feinen Note von Heu, aber womöglich spielt einem da auch die Einbildung einen Streich. Auf jeden Fall handelt es sich um Rohmilch, deren einzige Bearbeitung darin besteht, dass sie sofort nach dem Melken auf vier Grad Celsius heruntergekühlt wird. Sie sollte innerhalb von 96 Stunden verzehrt werden. Im Milchhäuschen findet der Kunde einen Hinweis, die Milch vor dem Verzehr abzukochen, was ich aber noch nie gemacht habe (ich denke, dabei handelt es sich um irgendeine Vorschrift, der Genüge getan werden muss).

Fazit: Unbedingt empfehlenswert!

Übrigens: In der Hütte können auch noch andere Dinge wie Marmelade, Honig, Eier und Kartoffeln erworben werden.

Einen Kommentar schreiben





6 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 6. rd

    @Darknet Der Kommentar macht keinen Sinn. (Und bevor die Sprachpuristen jetzt loslegen: In meinen Augen ist „Sinn machen“ eine verständliche Redewendung, auch wenn aus dem Englischen entlehnt.)

     
  2. 5. rd

    @Tembaco Ich werfe immer brav Münzen ein.

     
  3. 4. Tembaco

    Haben Sie für diesen Artikel „Freimilch“ erhalten?😉

     
  4. 3. R K H

    Es gibt keine glücklichen Kühe. Kühe sind domestiziert. Schon seit Jahrtausenden. Die Milch von einer Kuh aus intensiver Haltung unterscheidet sich weder qualitativ noch geschmacklich von extensiv gehaltenem Vieh.

     
  5. 2. Markus van Appeldorn

    Ein tolles Produkt. Bei Hannen in Reichswalde habe ich auch schon wiederholt Milch getankt. Bakteriologisch ist Rohmilch freilich nicht völlig unbedenklich – und zusätzlich darf man nicht ängstlich sein bezüglich der Gefäß-Hygiene der Mitbenutzer.

     
  6. 1. schnurz

    Hier muss dann auch die Milchtankstelle Hannen erwähnt werden, in Reichswalde auf der Engelsstraße. Von der Oberstadt mit dem Fahrrad gut zu erreichen (5 km)! Hannens Milchtankstelle ist vor zwei Wochen leider aufgebrochen worden und leider zahlen auch nicht alle Kunden den Quark, die Kartoffeln etc, die sie mitnehmen.