Landrat Spreen kritisiert Kritik an Zuständen bei der Ausländerbehörde

rd | 21. Februar 2018, 18:00 | 39 Kommentare
Sagt, dass durchaus viel getan werde: Landrat Wolfgang Spreen

Sagt, dass durchaus viel getan werde: Landrat Wolfgang Spreen

Mitarbeiterzahl fast verdoppelt, Öffnungszeiten ausgeweitet, Wartebereich vergrößert und Wickelraum eingerichtet, „Kritik und überzogene Forderungen“ hülfen den Menschen auch nicht weiter – mit deutlichen Worten reagierte jetzt Landrat Wolfgang Spreen auf die seit Wochen anhaltende Kritik an den Zuständen bei der Ausländerbehörde. In die Reihen der Kritiker hatte sich zuletzt auch die Bundesregierung in Gestalt von Bundesbauministerin Barbara Hendricks eingeschaltet. Hier die vermutlich längste Presssemitteilung in der Geschichte des Kreises Kleve im Wortlaut:

„Überzogene Forderungen und Anträge
helfen den Menschen nicht“

Kreis Kleve – Die Situation in der Ausländerbehörde des Kreises Kleve, insbesondere der Wartebereich und das Thema „Terminvergabe“, ist derzeit Gegenstand der kritischen Presseberichterstattung. Zu Ursachen, Hintergründen und künftigen Planungen äußert sich nun Landrat Wolfgang Spreen: „Wir wissen um die unbefriedigenden, teilweise gar chaotischen Zustände in unserer Ausländerbehörde und bedauern diese sehr. Seit Monaten unternehmen wir alles Mögliche, dieser Herausforderung gerecht zu werden. Jedoch ist die Menge der vorliegenden und neuen Anträge auch mit dem bereits nahezu verdoppelten Personal in diesem Bereich weder kurz- noch mittelfristig zu bearbeiten. Es gelingt uns nicht, genügend qualifizierte Mitarbeiter zu finden, um allen Anfragen nach einem persönlichen Termin zeitnah gerecht zu werden. Dies können wir derzeit nicht ändern, arbeiten jedoch gemeinsam mit zahlreichen Maßnahmen an einer Verbesserung der Situation – im Interesse des Publikums und im Interesse unseres Personals. Denn auch die in der Ausländerbehörde tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dort seit vielen, vielen Monaten eine enorme Arbeitsbelastung und einen hohen psychischen Druck empfinden, erleben die derzeitige Situation als zutiefst unbefriedigend.“

Keine Beschleunigung der Sachbearbeitung möglich

In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der vorliegenden Anträge in der Ausländerbehörde drastisch gestiegen, ebenso die Zahl der Duldungsinhaber, freiwilligen Ausreisen und Abschiebungen. Deshalb wurde in den vergangenen Monaten die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 20 auf aktuell 38 aufgestockt. Weitere Stellen sind ausgeschrieben. Allerdings sind derzeit keine qualifizierten Bewerber auf dem Arbeitsmarkt verfügbar. So konnten bei den letzten Ausschreibungen keine Fachkräfte gewonnen werden. Daher wurden zur Unterstützung Assistenzkräfte eingestellt. „Der Kreis ist jedenfalls bereit, geeignete Personen sofort einzustellen“, so Landrat Spreen. Die Stellen-Erhöhung allein sorgt jedoch nicht sofort für eine Entspannung der Terminsituation in der Ausländerbehörde. Denn aufgrund der Komplexität der anspruchsvollen Sachbearbeitung in diesem Bereich dauert die Einarbeitung neuer Kollegen mehr als ein Jahr … und sie bindet bis dahin ebenfalls Personalressourcen. Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund der langanhaltenden Belastung immer wieder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ausländerbehörde des Kreises Kleve zu anderen Behörden wechseln. Es wird daher noch eine geraume Zeit dauern, bis es eventuell zu einer Entspannung der Situation kommt. Landrat Spreen: „Eine – wie auch immer geartete – Beschleunigung der Sachbearbeitung kommt nicht in Betracht. Die Vorgänge in der Ausländerbehörde erfordern ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit und Sorgfalt!“

„Es kommen aktuell an den Publikumstagen mehr Menschen zu uns, als wir beraten können“, so Landrat Spreen weiter. „Terminvereinbarungen binden einerseits Arbeitszeit und sorgen andererseits für eine nicht optimale Nutzung der Arbeitszeit des vorhandenen Personals, weil Zeitpuffer eingeplant werden müssen. Dies müssen wir deshalb bei jeder Änderung der vorhandenen Situation sorgfältig abwägen. Denn wir haben ja gerade zu wenig Mitarbeiter zur Verfügung. Und was wir haben, wollen wir optimal einsetzen.“

Neue Wartebereiche geschaffen

Zur Verbesserung der Gesamtsituation in der Ausländerbehörde und insbesondere im Wartebereich wurden in den vergangenen Monaten verschiedene Maßnahmen umgesetzt. So wurden die Öffnungszeiten zwei Mal ausgeweitet oder geändert. Aktuell öffnet die Behörde montags, dienstags und donnerstags von 8.00 bis 15.00 Uhr. In der übrigen Zeit werden die Anträge, Anliegen oder bestehende Rückstände aufgearbeitet. Aufgrund der gestiegenen Besucherzahlen wurde im Jahr 2016 vor der Ausländerbehörde ein zusätzlicher Wartebereich mit 60 Sitzplätzen eingerichtet. Aufgrund der unverändert hohen Besucherzahlen wurde im Herbst 2017 zusätzlich ein Wartebereich in einer fußläufig erreichbaren Immobilie errichtet. Dort sind 72 Sitzmöglichkeiten, Sanitäranlagen und ein Wickelraum vorhanden. Die Kapazitäten dieser Räumlichkeiten waren bislang ausreichend. Dennoch bleiben die Personalressourcen begrenzt. Landrat Spreen: „Da wir wissen, wie viele Anliegen die Kolleginnen und Kollegen an einem Besuchertag betreuen können, müssen wir die Termine kontingentieren, wenn absehbar ist, dass der oder die Wartende nicht mehr ‚bedient‘ werden kann. Es ist nachvollziehbar, dass eine frühzeitige Schließung der Wartekreise am Morgen bei den Kunden auf Unverständnis stößt. Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass diese Kontingentierungen zwingend erforderlich sind, damit wir ausreichend Zeit für die Beratung des bereits wartenden Publikums haben.“ Die von der frühzeitigen Schließung betroffenen Personen erhalten ein Formular, mit dem sie einen Termin beantragen können. Dieses Formular kann unmittelbar vor Ort ausgefüllt und abgegeben werden. Die Ausländerbehörde versucht dann, diesen Personen möglichst innerhalb einer Woche einen Termin anzubieten. Aktuell kann diese Wochenfrist aufgrund der akuten Arbeitsbelastung und der hohen Anzahl von Terminanfragen jedoch nicht immer eingehalten werden.

Geplante Maßnahmen

Aktuell wird ein elektronisches Terminvergabesystem für ausgewählte Themen der Ausländerbehörde getestet. Erst nach Abschluss des Probebetriebs kann entschieden werden, ob ein solches System dauerhaft für weitere Bereiche eingeführt wird. Die Einrichtung einer Zweigstelle der Ausländerbehörde in Geldern sei, so der Landrat, aufgrund der vorhandenen Personalstruktur nicht durchführbar. Da in diesem Fall einige Ressourcen doppelt vorgehalten werden müssten, würde eine Aufteilung des vorhandenen Fachpersonals die Situation insgesamt verschlechtern. Für die Studierenden der Hochschule Rhein-Waal sei geplant, dass diese künftig direkt an der Hochschule beraten werden können. Zur möglichst kurzfristigen Umsetzung wird es ein konkretes Gespräch des Kreises Kleve mit der Hochschule Rhein-Waal geben. Nach den Vorstellungen der Hochschule ist die Einrichtung erst zum Wintersemester sinnvoll.

Darüber hinaus hat der Landrat die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Kreisgebiet um Unterstützung gebeten, um einige einfache Servicefragen „vor Ort“ realisieren zu können, damit deutlich weniger Kunden bei der Ausländerbehörde persönlich vorsprechen. Landrat Wolfgang Spreen: „Richtig ist, dass die Situation in der Ausländerbehörde für Kunden und Mitarbeiter sehr belastend ist. Überzogene Forderungen und Anträge helfen jedoch nicht, die Situation der Menschen vor Ort zu verbessern. Unsere Instrumente sind begrenzt!“

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39 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 39. Bürger

    Der Kreis Kleve hat wirklich Riesenprobleme passende Mitarbeiter zu finden.
    Deshalb ist das Renteneingangsalter hier nicht nur auf 67 Jahre erhöht worden.
    Nein. Gibt man beim Kreis das Suchwort Suerick ein, findet man: Büro des Landrat Tel 02821 85265.
    Laut einem NRZ-bericht wurde der Vertrag mit dem damals 73jährigen im September 2016 um ein Jahr verlängert.
    Aber er durfte immer noch nicht in Rente, denn er arbeitet dort noch stets. Er muss also schon 74 oder 75 sein.
    Kann da jemand nicht von seiner Macht lassen? Oder kann Spreen nicht ohne den wahren Verwaltungschef?
    Suerick bezeichnet der Kreis als den „Beauftragten für Koordinierung und Verwaltungssteuerung“.(NRZ 2016)
    Wer die Karriere von Suerick, seine Taten und Erfolge kennt, weiß, dass dieses Szenario beim Ausländeramt so gar nicht zu ihm passt.
    Aber es geschieht unter seiner Koordination, Steuerung und Verantwortung.

    @30rd Du irrst. Suerick ist nicht der Mann, der dieses Problem lösen kann. Es findet unter seiner Verantwortung statt.
    Er sitzt seit fast 30 Jahren als eigentlicher Kreisdirektor und Machthaber im Büro des Landrat und weicht nicht zur Seite. Ca. die Hälfte der Zeit wies er Kersting und die andere Hälfte Spreen den Weg.
    Suerick muss endlich in Rente gehen und das Ruder aus der Hand geben.
    Ob Herr Spreen dann das Schiff Kreisverwaltung wirklich alleine steuern kann, daran habe ich wie JB große Zweifel.
    Aber die Stelle des Landrat kann man alle paar Jahre demokratisch neu besetzen.

    RD, recherchiere doch mal wie viele leitende Behördenstellen in der BRD mit einem 74 oder 75jährigen besetzt sind.
    Genau dort liegt m.E. der Kern des Problems.

     
  2. 38. Benno

    @ 37:

    ich werde Landrat 😉 Nach Abwahl womöglich schöne Pension, vielleicht 54 „Nebenjobs“ mit ein paar Extraeinkünften. einfach nur ein Geiler Job….

    Benno

     
  3. 37. Dietmar Shields

    Bleiben Herr Spreen bei all seinen weiteren Funktionen noch ausreichend Zeit sich um die Belange der Kreisverwaltung auch zu kümmern?

    Diese Frage stellt sich dem Bürger schon, wenn man sich die Auflistung der weiteren Nebenfunktionen anschaut die der Landrat ja veröffentlichen muss.

    Da wären dann die 54 weiteren Funktionen des Landrates, mit Stand vom 01.01.2018 im folgenden zu benennen:

    Leitung der Bildungskonferenz des Bildungsnetzwerks in der Bildungsregion Kreis Kleve im Kollegialsystem mit der Schulaufsicht
    Mitglied der Gesellschafterversammlung und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Dachgesellschaft Niederrhein Tourismus GmbH
    Liquidator der Entwicklungs- und Erschließungsgesellschaft Laarbruch mbH (EEL GmbH) Mitglied der Verbandsversammlung der Euregio Rhein–Maas–Nord (Zweckverband) Mitglied des Euregiorates der Euregio Rhein-Waal (Zweckverband)
    Mitglied des Aufsichtsrates der Flughafen Niederrhein GmbH (Airport Weeze)
    Mitglied des Kuratoriums des Freiherr – vom – Stein – Institutes (Initiative des Landkreistages) Vorsitzender des Kuratoriums des Gartenbauzentrums Straelen der Landwirtschaftskammer NRW
    Mitglied der Mitgliederversammlung und des Regionalbeirates Düsseldorf der Kommunalversicherung VVaG im Gemeindeversicherungsverband (GVV )
    Mitglied des Verwaltungsrates des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr – VRR AöR
    Vorsitzender des Aufsichtsrates der Haus Freudenberg GmbH
    Mitglied des Kuratoriums der Hochschule Niederrhein – Krefeld
    Mitglied des Vorstands und der Mitgliederversammlung des Fördervereins Hochschule Rhein-Waal e.V.
    Beisitzer des Vorstands und Mitglied der Mitgliederversammlung des Fördervereins der Hochschule Rhein- Waal Campus Cleve e.V.
    Mitglied des Präsidiums des Fördervereins der Universität Duisburg-Essen (Duisburger Universitäts- Gesellschaft e.V.)
    Mitglied der Gesellschafterversammlung der Kreis-Kleve-Abfallwirtschafts-GmbH (KKA GmbH)
    Mitglied der Gesellschafterversammlung der Kreis-Kleve-Bauverwaltungs-GmbH (KKB GmbH)
    Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve GmbH (KKW GmbH)
    Mitglied der Verbandsversammlung des Kommunalen Rechenzentrums Niederrhein (KRZN)
    Mitglied des Verwaltungsrates und stellvertretender Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses des KRZN
    Mitglied des Aufsichtsrates der KRZN GmbH
    Mitglied des Beirates der Kreisstelle Kleve der Landwirtschaftskammer NRW
    Mitglied der Mitgliederversammlung im Kulturraum Niederrhein e. V.
    Mitglied des Vorstands der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland
    Mitglied des Vorstands und des Ausschusses für Verfassung, Verwaltung und Personal des Landkreistages NRW
    Mitglied der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung – Kleverland e.V.

    Quelle Nebenfunktionen: https://www.kreis-kleve.de/C12570CB0037AC59/files/verzeichnis_der_weiteren_funktionen_des_landrats.pdf/$file/verzeichnis_der_weiteren_funktionen_des_landrats.pdf?OpenElement

     
  4. 36. Dietmar Shields

    Landrat Spreen wurde in der Kommunalwahl vom 26. September 2004 erstmals unmittelbar von den Bürgerinnen und Bürgern des Kreises Kleve für die Dauer von 5 Jahren zum hauptamtlichen Landrat gewählt.
    In der Kommunalwahl am 30. August 2009 wurde er entsprechend der gesetzlichen Regelung für die Dauer von 6 weiteren Jahren sowie in der Landratswahl am 13. September 2015 für weitere 5 Jahre wieder gewählt.

    Er bekleidet nun seit 14 Jahren das Amt des Landrates und ist damit maßgeblich an der in der Verwaltung vorherrschenden Situation von Ämtern und Mitarbeitersituation dieser Behörde beteiligt, wenn nicht zeichnet verantwortlich!
    Theoretisch müsste er noch 2 Jahre bis 2020, nur sollten ihm Verfehlungen in der Führung der Behörde nachzuweisen sein, dann wäre es vorab Zeit den Posten zu verlassen.

     
  5. 35. otto

    @14.j.b.

    denke bitte auch daran, dass, wenn ein Gau eintreten sollte, du nicht der einzige Mensch sein wirst, der schnell nach Weeze oder Düsseldorf möchte. Dort werden uns -ad hoc- keine freien Plätze zur Verfügung gestellt, wir
    werden uns lediglich in der flüchtenden Masse wiederfinden.

    Da hier in Kleve bestimmte Probleme einfach übersehen und erst bei öffentlichem Druck behandelt werden,
    können wir einfach nur beschränkt weiterleben, bis der Bus nach Nirgendwo vorbei kommt und
    uns mitnimmt.

     
  6. 34. Chewgum

    Ist die Personallage denn in Wesel eine andere?

     
  7. 33. Integration

    @32. rd

    Man hat mir schon oft den Rat gegeben, in nicht nachvollziehbaren und zum Nachteil der betroffenen Menschen geführten Situationen, mich an das zuständige Ministerium zu wenden……… dort wurde und wird das System entwickelt.

    Das stimmt 100%! Beim BAMF angefangen ……..niemand weiß etwas vom anderen…….da sind die Ursachen und Fehler, weil es keine Gesamterfassung gibt. Jede Anlaufstelle arbeitet für sich, ohne mit den anderen Stellen zu kommunizieren.

     
  8. 32. rd

    Was wiederum das übergeordnete Komplettversagen verdeutlicht.

     
  9. 31. Integration

    @27. rd

    Die fachlich qualifizierten MitarbeiterInnen der Ausländerbehörde machen sehr viele Überstunden. Sie sind oft von morgens 7:00 Uhr bis auch abends 21:30 Uhr dort.

    Es sind auch nur Menschen……….

     
  10. 30. rd

    Lasst den Wilfried Suerick ran!

     
  11. 29. Chewgum

    Vielleicht könnte man fitte und qualifizierte Rentner/innen für den Job gewinnen, Schnellschulung und dann z.B. halbtags

    In 10-15 Jahren müssen wir sowieso wieder alle arbeiten, weil es an allen Ecken und Enden fehlt

     
  12. 28. Jürgen Böll

    Frau Dr. Naderer hat im Interview in der aktuellen Stunde zu Recht die Zustände in der Kreisbehörde für ihre Studenten kritisiert.

    Der Bürger des Kreis Kleve fragt sich inzwischen wie lange kommt der Landrat noch mit dieser Haltung, der drei Affen des Nichts sehen, Nichts hören und Nichts sagen, durch.
    Landrat Spreen von der CDU, stand für ein Interview der “Aktuellen Stunde” nicht zur Verfügung.

    Wird es nicht so langsam, bei all den Missständen in der Kreisbehörde, Zeit den Posten des Landrates “neu” zu besetzen!

     
  13. 27. rd

    @Anonymus Die Fragen dazu (welche Stellen sind wie seit wann besetzt, welche Fluktuation) liegen der Kreisverwaltung vor. Außerdem habe ich nach Überstunden gefragt, was ja zumindest kurzfristig zu einer Entlastung beitragen könnte. Die offensichtlich nur rudimentär vorhandenen Englischkenntnisse halte ich aber in der heutigen Zeit für ein starkes Stück.

     
  14. 26. Anonymus

    Es ist ja nicht so, dass andere Bereiche nichts zu tun haben, sondern überwiegend ein normaler Arbeitsanfall herrscht. Die Bereiche Ausländerbehörde und Jobcenter haben extrem viel zu tun für das vorhandene Personal und von dieser Arbeit kann auch eigentlich nichts lange aufgeschoben werden.
    Kurzzeitige Aushilfe ist vielleicht möglich, langfristig reißt man nur in einem anderen Bereich ein Loch.
    Der Schlüssel liegt wohl eher in der Mitarbeitermotivation. Was kann man als Arbeitgeber tun, damit man qualifiziertes Personal findet und an sich bindet? Ähnlich wie in der freien Wirtschaft.

     
  15. 25. Chewgum

    @rd Ich weiß nicht, ob das so einfach ist. Zum einen sind in der Kreisverwaltung nicht alle verbeamtet, zum anderen sind die Stellen vielleicht nicht gleichwertig und dann wäre da noch die Einarbeitungszeit (da hätte man natürlich früher anfangen können). Aber das wäre natürlich alles mal zu prüfen.

    Der Eid geht übrigens so: “Ich schwöre, das Grundgesetz und alle in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Gesetze zu wahren und meine Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen, (so wahr mir Gott helfe).”

     
  16. 24. Husky

    @rd

    Die komplette Kreisverwaltung ist unterbesetzt, naja nicht ganz. Amtsleiter und Leute in höheren Besoldungsstufen sind natürlich genug da, aber die machen höchstens den Leuten die Arbeiten noch mehr Arbeit.

    Verwaltungsfachkräfte fehlen aber an jeder Ecke. Willst du Leuten die eigentlich nur 4 Stunden bezahlt werden Arbeit für 10 Stunden aufdrücken?… Obwohl das wird ja eh schon getan. Es gibt keine „weniger belasteten Abteilungen“ das ist ja das Problem.

    Frag doch mal im Jugendschutz nach, Unterbesetzt… Frag mal im Sozialbereich (ALG2 u. Beschwerdestellen) nach… Unterbesetzt. Frag mal im Verkehrsamt nach… Unterbesetzt.

     
  17. 23. rd

    @Chewgum Ich glaube zb, dass sich das Problem durch Abordnung von Kollegen aus weniger belasteten Abteilungen (und die gibt es ja offenbar) deutlich eingrenzen ließe. Und wenn jemand moppert, weil er sich womöglich zu schade dafür ist, könnte man ihn beispielsweise behutsam an einen Eid erinnern, den er zu Beginn seiner Beamtenzeit geschworen hat.

     
  18. 22. Stefan Schuster

    Vor 3 Stunden:
    Ich rede mit 2 mir bekannten indischen Studenten, das Gespräch kommt auf die Zustände in der Nassauer Allee. Einer der Studenten zu mir, tröstender Tonfall (locker übersetzt aus dem Englischen): „Sowas passiert überall, auch in Indien“.

    Danke für die Blumen. Aus Sicht der Betroffenen sind wir also mittlerweise auf gleichem Level wie Indien angelangt. Höhere Erwartungen werden nicht mehr an uns gestellt. Unseren Bonus als Land mit einer langen Tradition in effizienter Verwaltung und Termintreue haben wir mittlerweile verspielt.

    Keines der Argumente von Landrat Spreen ist falsch, die Schilderung der Umstände und der Chronologie ist ok. Jedoch lese ich, unausgesprochen im Hintergrund der Erklärung: „Schuld sind immer die Anderen“.

    Mir kommt die berühmte Formulierung der österreichischen Rundfunksprecher in den Sinn, wenn mal wieder im 1.Weltkrieg eine Niederlage der eigenen Truppen erklärt werden mußte: „…durch die Ungunst der Umstände und die Übermacht des Feindes…“. Tja, diese blöde Ungunst der Umstände, nun auch in Kleve.

    Jedenfalls sind die Zustände in der Nassauer Allee das Klever Alleinstellungsmerkmal am Unteren Niederrhein, und wahrscheinlich auch weit darüber hinaus. Aber von uns war’s ja niemand, die Ungunst der Umstände… *schulterzuck*

     
  19. 21. Chewgum

    Nachtrag 2: Aber was macht man, wenn man kein Personal findet? Auch eine effektive Terminorganisation löst das Problem ja nicht grundsätzlich.

    Und deshalb bringt es nichts, den Schwarzen Peter hin und her zu schieben.

     
  20. 20. Chewgum

    Nachtrag: Nicht die einzelnen Mitarbeiter des Ausländeramtes stehen in der Pflicht, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, sondern ihr Arbeitgeber. Es gehört neben der Veranwortung für die ausländischen Mitbürger auch zur Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, dass es nicht zu einer dauernden Überlastung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kommt.

     
  21. 19. Chewgum

    @Anonymus Ihr Statement entspricht dem, was ich von Anderen aus der Praxis auch gehört habe.

    @rd Sorry, aber der Vergleich mit dem Zugunglück ist hier nicht passend. Wenn die besagten Ärzte jeden (zweiten) Tag damit konfrontiert wären, wären sie nach kurzer Zeit am Ende. Nun will ich hier auch nicht die Arbeit von Ärzten mit denen von Verwaltungsangstellten vergleichen, aber es ist erwiesen, dass eine andauernde Überlastung am Arbeitsplatz, egal wo, in der Regel Folgeerkrankungen nach sich zieht, je nach Disposition.

     
  22. 18. rd

    @Anonymus Danke für die Darstellung der anderen Seite! Die Fragen werde ich weiterleiten. Auf Facebook hat ein Kommentator den Vergleich mit der medizinischen Versorgung gezogen, und das ist schon anregend: Ich glaube, dass zb bei einem Zugunglück kein Arzt sagt, ich habe aber gleich Feierabend, wenn die Verletzten massenweise ins Krankenhaus geschoben werden. Hier haben wir es mit einem bürokratischen Zugunglück zu tun. Die Verwaltungsdenke ist eine andere. Lieber irgendwo arbeiten, wo es weniger stressig ist. Bei leichter Unpässlichkeit wird gerne auch mal der Arzt aufgesucht. (Gilt sicher nicht für alle.) Letztlich aber stinkt bei solchen Missständen der Fisch immer vom Kopf, und hohe Krankenstände und Fluktuation sind immer auch Kennzeichen von Organisations- und Führungsversagen.

     
  23. 17. Anonymus

    Nachts anstehen müssen ist unmenschlich. Wenn das vermieden wird, läuft es mit Sicherheit besser.
    Aber ist damit das eigentliche Problem gelöst? Ist nicht andauernder Personalmangel das Problem in der Ausländerbehörde und im Jobcenter? Wer beide Bereiche kennt, weiß, dass es super spannende Rechtsgebiete sind. Allerdings hält es kaum ein Mitarbeiter lange dort aus, da man chronisch überlastet ist, weil zu wenig eingearbeitetes Personal dort ist. Aus gesundheitlichen Gründen bleibt einem somit kaum was anderes übrig sich wegzubewerben. Die Arbeitsmaterie ist komplex, somit dauert die Einarbeitung tatsächlich mindestens ein Jahr. Die meisten Mitarbeiter sind jedoch selten länger als drei Jahre dort. Viele noch nicht mal zwei Jahre. Ressourcenverschwendung. Man kann die Leute aber auch nicht zwingen dort zu arbeiten, wenn sie davon krank werden. Als Arbeitgeber muss man also Arbeitsbedingungen schaffen, damit man gesund und gerne dort arbeitet. Dies ist insbesondere ein gute Personalsituation mit eingearbeitetem, qualifiziertem Personal und ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Eventuell auch durch stellenbezogene Zulagen, um es finanziell interessanter zu machen und die Mitarbeiter zu binden. Außerdem muss viel mehr ausgebildet werden. Doch Fehlanzeige. Wenn ich einen sozialen und sicheren Staat haben möchte, muss ich auch dafür Sorge tragen, dass dies personell leistbar ist. Stattdessen wird schlichtweg weggeguckt. Wie viele Jahre ist die Situation nun so in der Ausländerbehörde und dem Jobcenter? Die Mitarbeiter dürfen nicht reden, die Verwaltungen reden es schön und die Politik guckt weg.
    Keiner geht der Sache mal auf den Grund.
    Stellen mögen vielleicht augenscheinlich besetzt sein, aber hat das Personal auch die entsprechende Qualifikation? Ist es eingearbeitet? Wie ist die Personalfluktation? Wie viele sind überhaupt länger als drei Jahre da? Wie ist der Krankenstand?
    Es ist sicherlich wichtig, dass die Leute nicht nachts und in der Kälte anstehen müssen. Aber die Anliegen müssen auch bearbeitet werden und das in einer vernünftigen Qualität.

     
  24. 16. rd

    @Anonymus Wie der NRZ heute zu entnehmen ist, arbeitet der Kreis Wesel mit Terminvergabe. Funktioniert.

     
  25. 15. Anonymus

    Hat jemand schon mal darüber nachgedacht, wie die Situation für die Mitarbeiter ist? Dauerhaft unterbesetzt bedeutet für die Mitarbeiter der Ausländerbehörde und im Übrigen auch für das Jobcenter dauerhafte Arbeitsüberlastung. Keiner will dort arbeiten, da man auf anderen Stellen in den Verwaltungen das gleiche Geld wesentlich entspannter verdienen kann.

     
  26. 14. jean baptiste

    @12 otto

    Ich bin da schon gespaltener Meinung.
    Das Problem ist in Erster Linie einmal, dass der Unwägsamkeiten bei Katastrophen Viele sind.
    In meinen 15 Monaten Bund hat man mich und alle damaligen Soldaten eigentlich gut über die verschiedenen und absolut widerstreitigen Problematiken bei den verschieden möglichen Katastrophenfällen aufgeklärt.
    Die eine nukleare Katastrophe ist halt nicht gleich der anderen nuklearen Katastrophe.
    Als Schütze Arsch in Kleve hat man allerdings nicht den sicheren Wissenstand über den realen Ablauf und die weiteren Parameter zum Katastrophenfall.
    In sofern ist eine pauschale Empfehlung, wie als Betroffener zu handeln, eigentlich nicht zu geben.
    Ob Wegrennen Richtung Osten das Mittel erster Wahl ist, wenn ein Wegkommen per Fahrzeug über den Rhein nicht mehr möglich ist , eine so attraktive Vorstellung ist es mir nicht, einen tage- wenn nicht wochenlangen Gewaltmarsch in radioaktiv verseuchter Umgebung zu absolvieren.
    Auch zuhause bleiben und sich im häuslichen Umfeld in Sicherheit zu wähnen, für mich -nein danke- .
    Das Ganze Problem ist meiner Meinung nach mangelndes Fachwissen und falsche Vorstellungen über Ausbreitung und Wirkungsmechanismen der Schadereignisse.
    Wer sich nur nach Windrichtung und Windgeschwindigkeit zur Abschätzung der Ausbreitung des Falloutbereichs orientiert, ist auf der richtigen Spur, wenn sich das Schadereignis in Spanien – Ascó , oder in der Schweiz – Mühleberg oder in Ungarn – Paks liegt, also j.w.d.
    Aber Probeme in „Sichtweite“ von 160 bis 190 km Luftlinie wie halt Doel und Tihange verlangen m.E. ein völlig anderes persönliches Krisenmanagement.
    Ich würde das Risiko nehmen, und, solange noch Luftverkehr stattfindet, schnellstmöglich nach Weeze oder Düsseldorf fahren und mich von dort nach wohin auch immer, absetzen.
    Die dabei derweil zusätzlich eingefangene Strahlung wiegt nicht auf gegen all die in der nachfolgenden Zeit aufgenommene Strahlung am heimischen Herd über eingeatmeten aktiven Staub, aufgenommener Nahrung und Flüssigkeiten. Allerdings, dieses abzuwägen mag jedem selbst überlassen sein.

    Zum Thema Jod: auch hier mag jedem überlassen bleiben, wie er sich verhält, aber ich persönlich benutze schon seit eh und jeh Jodtinkturen wie Sepso J (Povidon-Jod ) mit 11% verfügbarem Jod bzw. dessen Pendant aus der Drogerie im nahen Ausland zur Desinfektion von Wunden. Wer sich aber nicht sicher ist, ob ihm dieses keinen Schaden zufügt, frage einfach seinen Arzt.
    Im Notfall würde ich auch nicht zweifeln ein ganzes Fläschen von 30ml in einem Klaren aufgelöst auf Ex herunterzukippen, um meine Schilddrüsen zu fluten, wenn mir keine Jodtabletten zur Verfügung stehen.

    Allerdings, das ist ja nur eine Seite der Medaille, wenn es um lokalstaatliches Handeln und Entscheiden unserer Verwaltung und ihrer Spitzenfunktionär geht.
    Bei der Frage, wie fähig die Stelleninhaber für das jeweilige Amt sind, muss man stets auch auf die Situation achten, unter der der Kandidat seine Fähigkeiten beweisen muss.
    Und gerade dort offenbart sich ein grauslicher Abgrund.
    Während Gepräche um Metropolregion und Kreis -natürlich- ein überaus entspanntes Bild von Kaffee und den so gerühmten Konferenzkeksen liefert, offenbart sich beim Organisieren vom Umgang mit Extremsituationen , dass gewisse Kandidaten nicht zum Einsatz in Krisensituationen taugen.
    Welcher verständige Mensch kommt auf die Idee, um Asylsuchende- die Wickeltische#zeugen davon ,dass auch ganz junge Erdenbürger von diesem Wahnsinn betroffen sind- halbe Tage – und länger – in einer Warteschlange darauf warten zu lassen, um zu einem Sachbearbeiter vorgelassen zu werden?
    Im Gegensatz zu anderen Kommentatoren mache ich den Kreis-Oberen keinen Vorwurf daraus, dass das Ausländeramt mit nicht genug Personal bestückt ist. Wo Personal fehlt, kann man es nicht kurzfristig beschaffen, es sei denn, es bestünde die Möglichkeit, Personal aus anderen Regionen zeitweise von Kreisen, die einen solchen Ansturm nicht kennen, ausleihen zu können.
    Anstatt aber Menschen in langen Warteschleifen nutzlos ihre Zeit verbringen zu lassen könnte man auch um 08.00 h öffnen, die Wartenden mit dem Ausfüllen von Fragebogen zu beschäftigen, Fingerabdrücke abzunehmen, und dann mit einem Terminbogen für die Erledigung des unterliegenden Anliegens wieder nach Hause zu schicken.
    Diesen Teil der Erledigung kann man dann durchaus auch von -für Ausländerrecht weniger qualifiziertes – Kreishauspersonal erledigen lassen und bringt damit einen Teil Ruhe in das ganze Geschehen.
    Dafür bräuchte es aber Menschen mit Managerqualitäten an höchster Stelle, die den jetzt Verantwortlichen wohl deutlich abgeht.

     
  27. 13. Günter Hoffmann

    10.Cg)…und den Tisch unter dem mann sich beim A. Impact retten kann. Erinnerung an empfohlene Überlebensstrategien die in amerikanischen Schulen der 50/60-er aktuell waren.

     
  28. 12. otto

    @7.D.S.,

    soviel anderer Meinung kann kaum einer sein. Die möglichen Gau-Situationen sind wirklichkeitsnah
    mit ihren unausweichlichen Folgen dargestellt.

    Hier wartet schnelle und verantwortungsvolle Arbeit auf Behörden und Landesregierung um die Bevölkerung
    zu schützen und regelmäßig zu informieren.

    Solange jedoch Gepräche mit der – Metropolregion und Kreis- auf solch geistlosem Niveau geführt
    werden, können wir nur zur Selbsthilfe greifen, Türen schließen, Fenster verdunkeln, Kekse essen,
    bingo!.

     
  29. 11. Chewgum

    Man muss kein Fan von Wolfgang Spreen sein um zu erkennen, dass da ein Mann mit dem Rücken zur Wand steht und sich in seiner Funktion als Landrat verteidigt. Da ich selber im Öffentlichen Dienst arbeite, kann ich sagen, dass es in öffentlichen Einrichtungen immer eine Weile dauert, bis Dinge in Gang kommen. Selten ist eine einzelne Person die allein Verantwortliche. Aber immerhin werden wir von vielen anderen Ländern um unsere an sich gut funktionierenden Behörden, in denen vergleichsweise wenig Korruption vorkommt, beneidet.

    Aber dieses Land schlecht reden ist schon fast normal geworden.

     
  30. 10. Chewgum

    @Zecke Im Katastrophenfall steht keiner mehr Schlange. Was man dann braucht sind ggf. ein Fahrzeug, dichte Fenster, genug Vorräte, ein Satellitentelefon, einen Schlafsack … und angemessenes Schuhwerk.

     
  31. 9. Benno

    Ich bitte um konstruktive Meinung, sollte ich falsch liegen.

    Es sind anscheinend (nicht bös gemeint) zu viele Flüchtlinge nach Kleve gekommen/zugeteilt worden. Diese Zahl kam ja nicht von gleich auf jetzt, sondern vermutlich stetig in kleinen Gruppen. Ich könnte mir vorstellen, dass auch größere Gruppen Wochen vorher angemeldet worden sind. Wäre es dann nicht schon gescheit gewesen, vorrausschauend zu planen, sprich Personal zu suchen, zu schulen? Zudem wäre es auch bestimmt von Vorteil, eine Dependance der Ausländerbehörde in Form eines Zeltes, Containerbüros an zentraler Stelle wie zum Beispiel am Bahnhof – Oktoberfestplatz – aufzubauen.

    Schade, dass es dort nun unrund läuft. Der Bau der Hochschule (Planung Kreisverwaltung) ging super vonstatten, Planung bei der Bewältigung der Flüchtlingsanträge einfach peinlich. Das sind ja fast Zustände wie in der ehemaligen DDR, als Ausreiseanträge gestellt wurden…

    Benno

     
  32. 8. Max Knippert

    Erstaunlich ist immer wieder, das Einige sich selbst als fehlerfrei begreifen. “Seit Monaten unternehmen wir alles Mögliche…keine qualifizierten Bewerber…Überzogene Forderungen helfen nicht“, aber keine Silbe nach dem Motto- wir haben leider unterschätz oder es versäumt und nehmen jetzt die berechtigte Kritik zum Anlass aus den Fehlern zu lernen.

    Solche normalen Reaktionen würden Verständnis wecken.

    Diese selbstherrlichen Schwätzer sollten von Ihrer Verantwortung getrennt werden.

    ‘Wer Kritik übel nimmt, hat etwas zu verbergen.‘ Helmut Schmidt

     
  33. 7. Dietmar Shields

    @4 Zecke
    ja man bekommt das Gefühl das den Stadtverantwortlichen, dem Kreis Kleve, Politikern (auch in Berlin sitzend) aus der Region aber auch vielen Bürgern mögliche zu erwartende Katastrophen für die Region, ob nun ein Massive Rheinhochwasser oder ein Atom-Gau im Nachbarland einfach schlicht egal sind.
    Man lebt sorglos in den Tag, und solange Socialmedia und der Strom für viele Mitbürger funktioniert, diesr bis 22.00 Uhr auch noch bequem alles einkaufen kann, ja solange betrifft es diese Menschen ja auch nicjht, denn es hat ja bisher auch noch immer gutgegangen und was der Niederrheiner nicht kommen sehen möchte das gibt es dann auch als mögliches zukünftiges zu erwartendes Problem für diese Mitbürger dann auch nicht.

    Aber zum Thema Atomkraftwerke Doel und Tihange in Belgien und die im Falle eines Gau daraus resultierenden möglichen Folgen für unsere niederrheinsche Regionin Belgien!
    Ich führe das mal hier mal im Falle eines Störfalles in „Tihange“ oder auch im zweiten maroden Kraftwerk „Doel“ bei unseren belgischen Nachbarn etwas ausführlicher nun aus 😉

    Okay wenn, man sich schon mal mit dem Thema „GAU“ in einem der belgischen maroden AKW`s sollte es doch mal zum atomaren Unfall dort in Belgien kommen ein bisschen auseinander setzt, hat man wohl von folgender Ausgangslage für unsere hiesige Region, unabhängig was unsere Politiker beschwichtigend in der letzten Zeit von sich geben haben, dann auszugehen!

    Ich erläutere das mal, an einem Ortsbeispiel aus dem nördlichen Kreis Kleve die näher an den Kraftwerken rechnerisch liegen.
    Nun geht es los beginnen wir mal:
    Da wir meistens hier im Westen an der deutsch-belgisch-niederländischen Grenze eine Süd/West-Ost Windrichtung vorherrschend im Aachener Raum und dem Niederrhein haben, wird am Tage des GAU, je nach vorherrschender Windrichtung und Windgeschwindigkeit, mit dem radioaktiven Niederschlag in den südlichen Kreisgebieten als erstes dann zu rechnen sein.
    Sprich die Windrichtung kommt von der Nordsee meisten aus WSW bis SSW und weht zu uns über das Jahr mit im Mittel an Windgeschwindigkeit von 7-9 Knoten pro Stunde (also 13 – 17 km/h) herein.
    Das bedeutet zum Beispiel das, wenn man nun den Ort Straelen hier im Rechenbeispiel mit 122 Kilometer Luftlinie zum AKW Tihange als Muster-Rechengrundlage nimmt, bei einer gemittelten 17km/h Windgeschwindigkeit nach circa +- 7,18 Stunden den ersten radioaktiven Niederschlag zu erwarten hat!
    Die Stadt Emmerich mit 160 Kilometer Entfernung am rechten Rheinufer nach cirka rund 9,11 Stunden.
    Das ist aber alles von der dem Tag vorherrschenden tatsächlichen Windgeschwindigkeit letztlich abhängig.

    Bei dem AKW Doel sieht es ähnlich in der Entfernung zum Kreis Kleve aus, der Ort Straelen 140 Kilometer Lufline also 8,2 Stunden, ebenso bis Kleve 144 Kilometer, hier wäre das rechtsrheinische Emmerich mit 156 Kilometer nach 8,7 Stunden von Doel aus vom radioaktiven Niederschlag (Partikel) erreicht.

    Die Frage, die sich nun aus dieser Erkenntnis für die Bürger des Kreises Kleve dann stellt lautet:
    1) wie zeitig wird die Bevölkerung über die Warnmöglichkeiten wie Radio, Fernsehen und Warn-Apps wie „NINA“ und „KATWARN“ alarmiert,?
    2) wie viel Zeit verstreicht also nach dem Unfall GAU und bis die Bevölkerung hier in der Region gewarnt wird?
    3) die Bevölkerung muss wohl die Versuchungsgebiete am Niederrhein zum Schutz verlassen

    Nun zu einem weiteren anstehenden Problem, alle die „linksrheinische“ Bevölkerung muss dann über die vorhandenen Brücken des Rheins nach Osten hin ausweichen.
    Das heißt wieder am Kreis Kleve festgemacht, es stehen hier „nur“ 3-5 Brücken am Niederrhein Richtung Osten zum Ausweichen der Bevölkerung über den Rhein zur Verfügung!
    Das wären also die Brücken bei Emmerich, Rees, Wesel sowie im Kreis Wesel / Ruhrgebiet die weiteren Brücken bei Duisburg A42, Duisburg A40. Also 5 Brücken für hundertausende Bürger die gegen den OSten über den Rhein nun binnen weniger Stunden ausweichen möchten, soweit die Ausgangslage.

    Man denke jetzt nur an den kurzen Wintereinbruch im Dezember, da ging zum Beispiel bei Schnee und Glatteis auf der „Emmericher Rheinbrücke“ morgens um 07.30 Uhr garnichts mehr, die Fahrzeuge standen im Rückstau zurück bis zur Ortschaft Warbeyen 5 Kilometer.
    Jetzt spinnen wir das mal weiter, kommt nun noch die Panik der Bevölkerung bei einer Flucht gegen Osten aus den Verstrahlungsgebieten mit hinzu.
    Denn jeder der laufen kann will vermutlich schnellsten aus der Region weg „Richtung Osten“ und muss über diese „drei“ zur Verfügung stehenden Brücken am unteren Niederrhein!

    Was glauben denn unsere Politiker im Kreis und von der Landesregierung wie lange das denn dann auch reibungslos funktionieren wird?
    Wie schnell kann es durch Unfälle (jeder ist sich selbst der Nächste) auf den Straßen und zu einem verstopfen oder Verkehrskollaps der so wichtigen Brückenverbindungen über den Rhein dann in der Region kommen!

    Von daher erscheint es einem, bei dem auf den Straßen zu erwartenden Verkehrschaos, wohl dann am sinnvollsten zunächst doch zu Hause in den vier Wänden zu verbleiben, um den ersten Fallout (radioaktiven Niederschlag) durch das Gebäude geschützt im Inneren abzuwarten und um dann erst 5-10 Tage später dann dann Richtung Osten loszufahren oder wenn die Straßen verstopft sind, auch loszulaufen wenn sich draußen die Lage wieder etwas stabilisiert hat oder der Katastrophenschutz ggf die Bürger dann evakuiert.

    Noch ein wichtiges Thema der Katastrophenschutz in Deutschland
    Wobei man als Bürger momentan auf den Katastrophenschutz wohl nicht wirklich im Falle des Falles setzen kann, da dieser in der Fläche ja durch massive Abrüstung auch der Bundeswehrstandorte kaum bis gar nicht mehr vorhanden ist!
    Seit Ende der 80er bis Mitte der 90er in der Entspannung zwischen den Staaten des Warschauer Paktes und der NATO wurde dieser Katastrophenschutz ebenso wie die Bundeswehr von der damaligen Bundesregierung fast gegen Null, da als nicht mehr von Nöten angesehen, rückgebaut.
    Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz warnte die Politik noch Anfang Dezember 2017 noch einmal eindringlich, dass im Falle einer Katastrophe in Deutschland massive Engpässe bei der Versorgung der Bevölkerung drohten, denn davon geht aktuell das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn in seiner neuesten Stellungnahme aus.
    Dessen Präsident Christoph Unger sagte der Deutschen Presse-Agentur Anfang Dezember 2017 auf Anfrage: „Die Nato empfiehlt Betreuungsplätze für zwei Prozent der Bevölkerung. Das wären bei uns 1,6 Millionen. So weit sind wir noch lange nicht.“ Die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima von 2011 habe gezeigt, wie drängend das Problem „Katastrophenschutz“ sei.
    Christoph Unger definierte einen Betreuungsplatz „als einen festen oder mobilen Ort der Unterbringung, Versorgung und Betreuung von hilfebedürftigen Menschen in Krisen- und Katastrophenlagen“. Der Bevölkerungsschutz brauche genauso wie die Bundeswehr mehr Geld. „Wir reden hier von zweistelligen Millionenbeträgen“, sagte Unger am Rande einer Tagung seiner Behörde im rheinland-pfälzischen Bad Breisig.

    Der Behördenchef gab weiterhin zu bedenken, die aktuelle Zahl der Betreuungsplätze im deutschen Zivilschutz sei unbekannt. „Wir brauchen eine Bestandsaufnahme.“ Der Fachkongress des Bundesamts mit rund 100 Experten aus dem In- und Ausland sollte der Vernetzung von Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz und den Maltesern dienen. „Nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität von Betreuungsplätzen muss dringend verbessert werden“, sagte Unger. „Wir haben immer mehr ältere Menschen und viele Bürger mit ausländischen Wurzeln.“
    Die Risiken hätten drastisch zugenommen, sagte er mit Blick auf Terror, Klimawandel, internationale Konflikte und Cyber-Attacken. Unger nannte als Beispiele die Zunahme extremer Wetterereignisse wie Sturzfluten, die Ukraine-Krise sowie die Atomkatastrophe von Fukushima. „In den 90er Jahren haben wir geglaubt, nur noch von Freunden umgeben zu sein, der Rückbau war einkostspieliger Fehler“, so der Präsident des Bundesamts angesichts „wachsender Herausforderungen und zunehmender Gefährdungslagen“.

    Thema Jodtabletten im Kreis Kleve
    Zu dem Thema Jodtablettenausgabe im Raum Aachen und den Kreisen Kleve und Wesel sagte der Reaktorexperte Hans-Josef Allelein Professor von der RWTH Aachen noch im Frühjahr 2017: „Das ist momentan Panikmache, mich beunruhigen die Zustände der Reaktoren konkret aktuell nicht sehr. Was ich aber vor allem für falsch halte, ist die Panikmache, die jetzt im Raum Aachen passiert.“
    Das Problem dabei sei so Professor Allelein: „Man kann dem Laien gar nicht genau genug erklären, wie unwahrscheinlich das Szenario ist, das jetzt überall ausgemalt wird, weil das kein Mensch mehr versteht. Ein Humbug ist die Einnahme von Jodtabletten nicht. Von all den schlechten Lösungen, die hier im Raum Aachen diskutiert worden sind, halte ich die Ausgabe von Jodtabletten noch für die beste. Blödsinnig finde ich nur die Einlagerung von Jodtabletten und dann eine zentrale Versorgung: Eine geordnete Ausgabe wäre im Fall einer Atomkatastrophe und der ausbrechenden Panik in der Bevölkerung sowieso nicht mehr möglich. Aber wenn ich mich schon mit dem Ernstfall auseinandersetze, dann doch bitte richtig.“

    Professor Allelein weiter: „Durch die Einnahme von Jodtabletten schütze ich mich ja nur vor dem radioaktiven Jod, weil die Schilddrüse so gesättigt ist, dass sie das „schädliche Jod“ aus der Luft nicht mehr aufnimmt.

    Viel wichtigere weitere Maßnahmen zum Schutz vor Radioaktivität sind aber so Professor Allelein vor allem der tagelange Aufenthalt in geschlossenen abgedichteten Räumen für die betroffene Bevölkerung.
    Dazu müssen sich Menschen wirklich mal vor das geistige Auge führen das sie sich mit Grundnahrungsmitteln für mindestens 5 besser 10 Tage Zuhause versorgen müssen. Das bedeutet mindestens 2 Liter Mineralwasser pro Kopf und pro Tag für die im Haushalt lebender Person, ausreichend Abdichtungsmaterial für Fenster und Türen und für später wenn es denn dann raus geht Gummistiefel mit hohem Schaftrohr, Partikelschutzmasken, Schutzbrillen, Überziehanzüge mit Kopfhauben, Überziehgummihandschuhe eindecken müssen.
    Diese so wichtigen Informationen müssten dann jetzt in Aachen umgehend auch ausgegeben werden – denn wer A sagt, muss dann aber auch B mit allen Konsequenzen sagen“ so Professor Allelein im Presseinterview vom Frühjahr 2017 durch den WDR.

    So ich bin erstmal durch, wie oben geschrieben nur ein paar Gedanken zu dem Thema des möglichen atomarer GAU bei unseren Nachbarn in Belgien. Gerne auch andere Meinungen zu meinen hier ausgeführten Ansichten.

     
  34. 6. ???

    @4. Zecke

    Das ist das Problem! Hier ist einfach nichts mehr los!!!!!!

     
  35. 5. Böse

    Das an den Karnevalstagen geschlossen ist, sollte mal überdacht werden, denn ich muss an solchen Tagen auch arbeiten (oder wollen Sie vor einem Krankenhaus stehen-welches geschlossen hat?).
    Die Behörden sollten umdenken, auch mal Online mehr bereitstellen, die Öffnungszeiten anpassen und vor allem-mehr Personal…die gehen ja schließlich auch evtl. um 21.27 Uhr bei Kaufland noch Schmierkäse kaufen, oder?
    Was man vom anderen verlangt/kann man ja auch mal selbst machen-oder?
    Das Behördenwesen wird Stiefmütterlich behandelt. Ist ja halt eine Behörde – und wird so gefressen!
    Eine kleine Demo mit 50 Leuten, die rufen, “wir wollen rein- dann sollte einer/mehr da sein”, wäre vielleicht ein Anfang.
    Wenn Amazon – Prime nicht am folgenden Tag liefert, wird angerufen aber Menschen stehen um 3 Uhr nachts in der Kälte und warten auf Stempelchen -so sieht`s aus.

     
  36. 4. Zecke

    Da schaust du gerade aus dem Fenster, siehst den wunderschönen Sonnenaufgang in den Niederungen, kein Wölkchen am Himmel, auf dem Klever Ring stauen sich die Autos, aus den Schornsteinen der Wohnhäuser der Galleien, steigt Rauch auf und du denkst: „Läuft doch.“

    Doch dann hörst du in dich rein, und merkst an deinem rechten kleinen Zeh ein leichtes Kribbeln. Im gleichen Moment denkst du: „Das kommt bestimmt vom vielen Sitzen, ich sollte die Fußbodenheizung ein wenig höher drehen.“

    Sicherlich ist es so, dass viele Kleveblog Leser sich bei den Zuständen bei der Ausländerbehörde die Haare raufen.
    Aber sicherlich gibt es auch, ein oder zwei Leser, die darüber nachdenken, nun ja, das ist schon alles schlimm bei der Ausländerbehörde, das Warten, das weit Herfahren, die Kälte usw. aber, betrifft mich eigentlich nicht.

    Was aber, wenn es im Kreis Kleve zu einem richtigen Katastrophenfall kommt der tatsächlich alle Betrifft?

    Die Medien schreiben von: Zunahme von Unwettern, Starkstürme, schlechter Zustand der Atomkraftwerke in Belgien, und nicht zu vergessen wir liegen hier am „Rhein“. Was, wenn es tatsächlich zu einem richtigen, ernsthaften Hochwasserkatastrophe im Kreisgebiet kommen würde.
    Müssen wir dann auch alle „Schlangestehen“, vor der Verwaltung? Bei Minustemperaturen? Oder haben wir dann die Möglichkeit, in Wesel oder Duisburg bei der Behörde online ein Formular auszufüllen oder telefonisch Kontakt zu bekommen, damit uns in Katastrophenfall geholfen wird?

    Sowohl die Rheinische Post als auch die NRZ haben heute ganz deutlich berichtet, dass es die Probleme, die es hier in Kleve bei der Ausländerbehörde bei de Behörden in Wesel und Duisburg gar nicht gibt. Bitte? Was ist bei uns los?

    Also, wenn du nun in dich hineinhörst, und du merkst ein leichtes Kribbeln im Zeh, dann liegt es „nicht“ an der Fußbodenheizung.

    //

     
  37. 3. Husky

    Das kommt wenn man Jahr(zehnte)lang die Verwaltung kaputtspart, und dann aus den völlig unterbesetzten Abteilungen auch noch die Fachkräfte abzieht und durch Auszubildene(!) ersetzt die auch nur 2-3 Tage die Woche da sind weil die ja auch noch Berufsschule haben.

    Von Halbtags oder gar Stundenkräften (die wirklich nur einige Stunden die Woche da sind) reden wir da noch gar nichts. Wenn von sagen wir der einfachheit mal von 1000 Mitarbeitern nur 400 wirklich Vollzeit da sind, und der Rest aus Azubis, Halbtags und Stundenkräften besteht sieht das nach viel Leuten aus, ist es aber nicht.

    Von Krankenquote reden wir da noch gar nicht, wenn einer dort Ausfällt kann nicht einfach ein anderer die Arbeit übernehmen, die eigene Stapelt sich dort auch schon…

     
  38. 2. Kleevse jong

    Herr Spreen echauffiert sich über die Kritik an einem Zustand einer Behörde den er doch mit zu Verantworten hat.
    Wann ist denn, fragt sich der Klever Bürger das Maß an Herrn Spreen voll?

     
  39. 1. otto

    …………….so so, jetzt scheint sich doch einiges zu bewegen. Es sollte jedoch nicht vergessen werden,

    Wegen Betriebsauslug geschlossen;
    Wegen Altweiber geschlossen;
    Wegen Rosenmontag geschlossen;

    zumindest auf Englisch mit großen lesbaren Schildern aufmerksam zu machen.