Holzwurm befällt Schwanenburg, Justizbücherei muss geräumt werden

rd | 29. September 2017, 15:21 | 4 Kommentare
Wird bald ultrahocherhitzt: Justizbücherei in der Schwanenburg

Wird bald ultrahocherhitzt: Justizbücherei in der Schwanenburg

Zeuge der Anklage: Holzmehl auf dem Lesetisch

Zeuge der Anklage: Holzmehl auf dem Lesetisch

Zeuge der Anklage war feines Holzmehl, das von den Deckenbalken auf den Lesetisch der Justizbücherei in der Schwanenburg rieselte. Ein hinzugezogener Fachmann erledigte die Beweisaufnahme: Der Holzwurm hat die Justizbücherei befallen, die Deckenbalken aus Eiche sind geschädigt. Doch jetzt wird mit den Holzschädlingen kurzer Prozess gemacht. Sicher ist: Sie werden ihn nicht überleben!

Beim Holzwurm handelt es sich um den Gemeinen Nagekäfer, ein etwa 2,5 bis 5 Millimeter langes Insekt, das seine Eier in Holzritzen ablegt. Daraus schlüpfen Larven – die so genannten Holzwürmer –, die sich unter Umständen bis zu acht Jahre lang durch das Holz fressen können. Eigentlich ist das Tier in zentralbeheizten Räumen nur selten anzutreffen, Risiken bergen allerdings Räume mit einer gewissen Feuchtigkeit. So gesehen, war das alte Gemäuer der Schwanenburg prädestiniert für den Holzwurmbefall.

Klassischerweise wird der Holzwurm bekämpft, indem entweder die Oberfläche des befallenen Holzes chemisch behandelt wird oder aber Injektionen in die Bohrlöcher erfolgen. Beide Methoden kamen jedoch für den Lesesaal in der Schwanenburg nicht infrage, da der Befall zu weit fortgeschritten ist. Deshalb kommt dort das so genannte Heißluftverfahren zum Einsatz. Justizsprecher Alexander Lembke: „Die gesamte Bibliothek wird ausgeräumt und der Raum anschließend mehrere Tage lang auf 70 Grad erhitzt. Dadurch werden die Larven abgetötet.“

Diese Hitze aber kann die Heizungsanlage der Schwanenburg selbst nicht liefern. Die beauftragte Spezialfirma stellt im Hof der Schwanenburg einen Container auf, der eine mobile Heizung enthält. Über Rohre wird von dort aus die heiße Luft in den versiegelten Raum geleitet. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass die enorme Hitze nicht versehentlich ein Feuer auslöst: An der Schwanenburg wird rund um die Uhr eine Brandwache gehalten.

Sobald das Holz länger als eine Stunde auf mehr als 55° erhitzt worden ist, beginnen die Larven und Eier abzusterben. Das ist bei einem gewöhnlichen Dachstuhl in der Regel binnen eines Tages erledigt, für den großen Raum in der Schwanenburg mit seinen schwer befallenen, massiven Holzbohlen in der Decke mussten allerdings mehrere Tage veranschlagt werden.

Einen Kommentar schreiben





4 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 4. Messerjocke

    Ralf, hattest Du schon mitbekommen, dass die feucht-nasse Schwanenburg vom Holzwurm befallen sein soll?

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kleve/holzwurm-befall-in-der-bibliothek-des-landgerichts-aid-1.7135409

     
  2. 3. Joseph Johann

    Danke Herr Rainer. Kleve kann Massnahmen. Es ist leider so, dass hier in vielen Problemfeldern der Wurm steckt. Die Burg sollte Anreiz sein, dafür Lösungen zu finden.

     
  3. 2. Rainer

    Hallo Herr Johann, mit ihrem Kleve hat das wenig zu tun. „Das Landgericht Kleve ist mit 1.668,85 km² flächenmäßig der größte dem Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf Externer Link zugehörige Landgerichtsbezirk. Der Zuständigkeitsbereich des Landgerichts Kleve umfasst die Amtsgerichte Emmerich am Rhein, Kleve, Geldern, Rheinberg und Moers sowie die Ambulanten Sozialen Dienste – hier Fachstelle Bewährungshilfe – Kleve, Geldern und Moers“

     
  4. 1. Joseph Johann

    Problem erkannt und Lösung gefunden. Prima! Wo bleiben Lösungen für die anderen Problemfelder in Kleve, in denen der Wurm steckt? Schönen Sonntag.