Ein Brief der Klasse 9a: Dionis ist weg

rd | 11. April 2017, 16:17 | 57 Kommentare

„Trauriges Ende einer Integration: Seit zwölf Monaten bei der fünfzehnjährige Dionis aus Albanien in unserer Klasse, mittlerweile 9. Schuljahr an der Sekundarschule in Bedburg-Hau. Niemand hat uns gefragt, auf einmal war Dionis da und wir mussten miteinander auskommen, mussten uns verständigen trotz Sprachproblemen, zusammen leben und lernen. Doch schnell entstanden neue Freundschaften, Dionis fand Anschluss im Unterricht, strengte sich an. Am 21. März fehlte Dionis in der Schule. Er war nicht krank, er wurde in der Nacht mit seiner Mutter nach Albanien abgeschoben. Niemand hat uns gefragt, auf einmal war Dionis nicht mehr da. Wir konnten uns nicht verabschieden, ihm keine guten Wünsche mit auf den Weg geben. Wir sind sehr traurig. Solche „Nacht-und-Nebel-Aktionen“ führen dazu, dass wir beim nächsten Asylbewerber lieber auf Distanz bleiben. Einen mutmaßlichen Terroristen konnte/wollte man nicht abschieben, aber unser Freund ist jetzt weg. Zum Glück gibt es noch Handy-Kontakte, Dionis hat ein Dach über dem Kopf und lebt, doch auch er ist traurig. Ist das das Richtige?“

Für die Klasse 9a der Sekundarschule Bedburg-Hau: Simon Tillemann, Klassensprecher und Standortsprecher

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57 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 57. jean baptiste

    Kann ich nicht umhin, das als Nachtrag zu posten, fällt mir gerade in der Zeitung auf.
    Während um 1 oder 2 Cent gekämpft wird geht der Behördenwahnsinn an anderer Front munter weiter.
    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/14-jaehrige-aus-duisburg-aus-unterricht-geholt-und-abgeschoben-aid-1.6857321
    Dafür holen wir dann aber wieder Flüchtlinge und ihre nachziehende Familie zu uns, ach, was ist Deutschland doch für ein moralisch hochstehendes Land.

     
  2. 56. jean baptiste

    @53 Verehrer von Klum Bohlen Geißens
    Das kann man auch anders sehen.
    Weshalb kamen die Befürworter in den USA und Kanada nur auf ca 15% ?
    Nicht dass ich die „yes sir!“ Kultur über den grossen Teich für so toll finde, aber die 2. und 3. Genaration No Future hier lebt in Saus und Braus ,hat falsche Ideale und zieht sich im Zweifelsfall auf ihre Privilegien zurück, die ihnen ihr 2. Pass gewährt.

     
  3. 55. ???

    @54. laloba

    ….das sind sehr positive Worte…….und genau deshalb kann ich persönlich überhaupt nicht verstehen, dass so viele Menschen, die die doppelte Staatsbürgerschaft besitzen, so leichtfertig mit ihrer Abstimmung umgehen…….mit dem Demokratieentzug bis hin zur Wiedereinführung zur Todesstrafe………

    Warum bestimmen diese Menschen, die hier leben, für ihre Verwandten und Freunde in der Türkei solche Maßnahmen?
    Ich frage tatsächlich bewusst und voller Ernsthaftigkeit……..warum gehen diese Menschen nicht zurück zu ihrer Wahl, zur bevorstehenden Diktatur……..warum genießen sie hier die Demokratie und bestimmen für andere Menschen die tatsächliche Unfreiheit in vieler Hinsicht?

    Wenn man doch für so etwas stimmt, soll man auch tatsächlich die Konsequenzen ziehen und selber sofort dort leben und am eigenen Körper erleben!

     
  4. 54. laloba

    Auch das gibt es … ein Statement von Bülent Babur, der offenbar doch Willkommenskultur in Deutschland erlebt hat … alles eine Frage der Sichtweise?
    http://www.theeuropean.de/buelent-babur/11945-ich-kann-die-deutschlandhasser-nicht-verstehen

     
  5. 53. Verehrer von Klum Bohlen Geißens

    Man muß zur Kenntnis nehmen, das die fehlende Willkommenskultur dazu beigetragen hat, das selbst Menschen, die ihr ganzes Leben in Deutschland verbracht haben, die hier geboren sind, sich dennoch fremd fühlen. Man sollte über neue Bemühungen zur Integration nachdenken.

    Spiegel

     
  6. 52. ???

    @49. Günter Hoffmann
    ………..man kann mitnehmen, dass wir mit Meinungsfreiheit leben……… !

     
  7. 51. Günter Hoffmann

    Ich frage mich was die Klasse 9a aus dem Wusel von Kommentaren von den offensichtlich, lebenserfahrenen Schreibern zu ihrem Problem gelernt und evtl. mit auf dem Weg nehmen können . Wäre ich ein Zyniker würde ich sagen …..eigentlich nichts.

     
  8. 50. Martin Fingerhut

    @ 45. otto :
    ### Er hat mir einen Post gestrichen. ###
    Willkommen im Club !
    Mein Kommentar
    http://www.kleveblog.de/ein-brief-der-klasse-9a-dionis-ist-weg/#comment-287265
    gefiel ihm auch nicht.

     
  9. 49. otto

    @47 rd,
    dann habe ich vielleicht meine Mail überhaupt nicht abgeschickt, dafür selbst gelöscht? Please, execuse me🙀!

     
  10. 48. rd

    @otto Gestrichen? Nicht, dass ich wüsste!

     
  11. 47. otto

    @44.laloba,
    nicht, dass ich Ralf besondere Weisheit zugestehen möchte! Er hat mir einen Post gestrichen. Mit
    deinen Zeilen hast du meinen (geistigen) Frieden wiederhergestellt🤝👍

     
  12. 46. laloba

    Angesichts dieser ausufernden Diskussion, bei der am Ende immer rauskommt, dass die einen auf der richtigen Seite stehen und die anderen auf der falschen, kann man tatsächlich nur aufgeben.
    Schöne Ostern.

     
  13. 45. Martin Fingerhut

    @ 39., 40. jean baptiste :

    Auch ich möchte hier eigentlich nicht auf die Zahlen eingehen ( s.die ersten beiden Zeilen in # 34 ).
    Allerdings hatten Sie behauptet,
    in NL würden deutlich weniger Menschen Asyl suchen als in der BRD.
    Weil ich bisher den Eindruck hatte, Ihre Kommentare hätten Hand und Fuß,
    habe ich angenommen, Sie würde die Zahlen kennen.
    Dann wäre es doch am einfachsten gewesen,
    Sie hätten diese Zahlen und deren Quellen genannt..

    abgesehen davon :
    Sind Sie sicher, daß Google mir die gleichen Ergebnisse aufTischen würde wie Ihnen ?

    Danke, daß auch Sie meine Beobachtung bestätigen :
    Unsere Nachbarn scheinen mal wieder pragmatischer vorzugehen.

    Dank auch an Dietmar Shields :
    Sein Zitat aus der Welt beschreibt,
    daß es wohl genau so gekommen ist,
    wie es für jeden vorherZuSehen war, der weiter denkt als bis zur InnenSeite seiner fest verschlossenen AugenLider.
    Das „AusSchaffen“ mitten in der Nacht ist nicht nur – selbst ohne Nebel – inHuman – sprich : unMenschlich –
    sondern auch noch recht erfolglos.

    zurück zum Tema dieses threads :

    Meinen Hut ziehe ich vor den Schülern dieser 9a dafür,
    daß sie nicht alles hinNehmen sondern aktiv werden und an die Öffentlichkeit gehen.

    Meine Generation hätte das damals nicht gemacht.
    Und es ist zu einem großen Teil meine Generation,
    die heute die Polster der MandatsSessel plattSitzt.

    Ich hoffe, die Generation dieser 9a wird sich nicht so entwickeln.

    Sie, j.b., kritisieren die Eltern und Lehrer der 9a.
    Bitte bedenken Sie :
    Auch von denen gehören viele zu meiner Generation.

    Die 9a lobe ich NICHT dafür, daß sie das Problem durchSchaut hätte.
    Erst recht nicht, weil sie eine perfekte Lösung hätte.
    Wie sollte sie auch !

    Die 9a hat Lob dafür verdient, daß sie sich überhaupt einsetzt.
    Die meisten unserer gewählten VolksVertreter bequemen sich noch nicht einmal dazu.

    Die Schüler der 9a ermutige ich, weiterZuDenken.
    Dazu gehört, die Argumente z.B. von Ihnen, j.b., zu berücksichtigen.
    Sie gemeinsam mit allen anderen Aspekten sorgsam abzuwägen.

    Die 9a steht noch am Anfang eines weiten Weges.
    Aber sie hat sich auf den Weg gemacht.
    Hoffentlich hält sie durch.

    Mir ging es um Lob für den 1. Schritt.
    Nicht um Schelte, den Mond noch nicht erreicht zu haben.

    nochmals :
    Danke, 9a !
    Schreitet weiter voran auf diesem Weg.

    Im übrigen schließe ich mich # 43. ??? an.

    Der 9a und ihren AltersGenossen wünsche ich UmSicht, Kraft, Verstand, AusDauer und Entschlossenheit.
    Sie werden die Trümmer aufräumen müssen, die derZeit angerichtet werden.
    oder Sie müssen in den Ruinen hausen.

     
  14. 44. otoo

    @42 Max,

    ja Max, ich stimme dir zu.
    Was sind 30Tage für eine Mutter mit Kind, die ins Nichts abgeschoben wird und ihrer Zukunft und der
    des Kindes beraubt wird.
    Bei einem großen Teil der geäußerten Ansichten findest du weder Demut vor Menschen noch Verständnis für
    diese Situation, man versteckt sich hinter Gesetzen und ihren Auslegungen, Gnade vor Recht auf keinen Fall!

     
  15. 43. ???

    Manchmal hört man einfach auf, zu kommentieren…..das heißt aber nicht, dass man aufgibt, nein……man gibt was und wie es die Möglichkeiten geben, das Beste…….

     
  16. 42. Max Knippert

    Dieser schöne Brief der Klasse 9a bringt `das Thema auf den Punkt.
    Wir sind alle Menschen und je jünger wir Menschen sind, desto tiefer und selbstverständlicher fühlen wir es.
    Es gibt keinen, der nicht dazu gehört oder gar welche, die durch Gottes Gnaden ein Sonderrecht auf Völlerei hätten. Heute vor ein paar Jahren wurde Jesus verurteilt und gekreuzigt. Die Urchristen feierten in der Osternacht die Auferstehung Jesu und die Rettung der Menschen vor dem Tod.
    Heute zitieren Einige das Asylrecht, als sei es ein Naturgesetz. Aber Alles ist menschengemacht und kann verworfen, ergänzt oder umgeschrieben werden. Aber alle dem geht eines voraus. Was will man überhaupt? Ich will in einer Welt leben wo sich Menschen gegenseitig helfen und sich nicht lachend in den Arsch treten.
    Hier im blog werden verschiedene Glauben und Herkunftsländer aufgezählt, als würde daraus irgendeine Wahrheit hervorgehen. Auch wenn die Klasse angeblich bescheid wusste das Dionis abgeschoben werden sollte/konnte, ändert das überhaupt nichts an dem tiefen Gefühl des Unrechts. Jeder Mensch ist frei und Freiheit ist ein Zustand in dem ein Mensch nicht dem willkürlichen Zwang durch den Willen eines anderen unterworfen ist.
    Ob Migration oder Asylsuche, es geht um Menschen ohne Zukunftsperspektive.
    Ich kenne einen konkreten anderen Fall aus Albanien. Eine sechsköpfige Roma Familie sollte abgeschoben werden. Alle sprechen gut deutsch sind in Schule und Kindergarten und die Eltern haben Jobangebote. Nur die Tatsache, das der traumatisierte Tochter eine derartige Abschiebung nicht zuzumuten ist hat letztlich dazu geführt, das Sie jetzt endgültig bleiben können.
    Es gibt das Recht auf körperliche Unversehrtheit und ist als Menschenrecht in verschiedenen Verfassungen und internationalen Vertragswerken garantiert. In Albanien ist das definitiv nicht garantiert. Das sollen sich einige Schwätzer mal zu Gemüte führen.
    Gestern hat Papst Franziskus in Rom in einem Therapiezentrum zwölf Menschen die Füße gewaschen.
    Demut vor dem Menschengeschlecht ist alternativlos.

     
  17. 41. Martin Fingerhut

    @ 35. laloba,
    @ 36. ???,
    @ 38. Rainer Hermanns :
    https://de.wikipedia.org/wiki/Citius,_altius,_fortius
    Hatte Baron de Coubertin einen KlumpFuß ?
    Oder wird der – heute wohl kaum bekannte – DoninikanerPater Henri Didon
    verwekselt mit einem berühmt-berüchtigten JesuitenSchüler ?
    Ich war so frei,
    in ” schneller, höher, stärker ”
    das “stärker” in “weiter” zu wandeln,
    weil ich das dem Denken für angemessener halte.
    Nur an das (Be)Siegen zu denken, ist zu kurz gedacht.
    Wird wirklich weit gedacht,
    wird über die erste Idee hinaus WEITERgedacht,
    dann führt das m.E. zum besten für ALLE.
    Erst Recht, wenn dabei HÖHERe Ansprüche an Anstand und Moral gestellt werden.
    Je SCHNELLER damit begonnen wird,
    höher und weiter zu denken,
    um so besser.
    Viele meinen wohl wirklich
    ” DabeiSein ist alles ”
    im Sinne von
    ” schiere körperliche Anwesenheit reicht aus “.
    Schließlich wird ausschließlich gezählt, wieViele Ärmchen gehoben werden.
    ärmlich !
    Wenn wenigstens alle gedanklich dabei wären
    – bei dem, über das beraten und bestimmt wird –
    wäre es zwar noch nicht alles
    aber ein guter Anfang.
    Bislang allerdings sind viele sogenannte “Debatten” tatsächlich zum K…

     
  18. 40. jean baptiste

    @34. Martin Fingerhut

    Die Zahlen lassen sich natürlich einfach über Google finden, aber um die Zahlen geht es mir gar nicht.
    Die Niederländer gehen mehr vom wirklichen Asylgedanken aus, das heisst Schutz des Lebens und Schutz vor Verfolgung.
    Das kann dann auch bedeuten, dass Männlein und Weiblein in der Anfangsphase (für vorher angekundigt etwa 4 bis 6 Wochen) des Asylverfahrens getrennt, eventuell sogar in einem Zeltlager wie Heumensoord untergebracht werden und sich während des Asylverfahrens nicht frei im Land bewegen dürfen.
    Ergebnis: Protestmärsche eines Teils der „Asylanten“ in Nijmegen , weil , man wollte sich ja nicht schlechter stellen als es im Herkunftland ist, sondern besser. Und das weist laut niederländischer Lesart nicht unbedingt auf Verfolgung oder Lebensbedrohung im Herkunftsland hin.
    Viele der Asylsucher (grösster Teil kam vom Balkan) sind denn auch schnell wieder verschwunden, ein Teil, um postwendend in Deutschland einen Asylantrag zu stellen.

     
  19. 39. jean baptiste

    @ 19 und 34. Martin Fingerhut
    Also, auch wenn ich mir jetzt viele „Daumen `runter“ einhandele.
    Ich ziehe meinen Hut nicht vor der 9a , und schon gar nicht vor den Eltern und Lehrern dieser Schüler.
    Den Schülern halte ich noch deren emotionale Betroffenheit zugute.
    Allerdings wenn es sie emotional so hart mitnimmt, werden sie doch wohl mit ihren Eltern über das Thema gesprochen haben ?
    Und was die Schule betrifft, bevor solch ein Brief im Namen der Klasse an die Presse geht, da wären doch wohl einige Gespräche zum Zusammenhang des „Verschwindens“ von Dionis angebracht gewesen.
    Oder sieht sich heute ein Lehrer einer Realschule nur noch als Lehrer (=jemandem etwas beibringen) und nicht
    als Pädagoge (παιδιά αγωγειν Kinder begleiten,führen ) ?
    Was die Mutter von Dionis betrifft (und vielleicht auch ihn selbst, weil auch ein 14-jähriger ist ja nicht blind, taub und blöd) , schon beim Verlassen von Albanien war Jedem, auch in diesem Land, klar, dass sie keine Chance haben würden, in Deutschland bleiben zu können.
    http://www.tagesspiegel.de/politik/anzeigenkampagne-in-albanien-warnung-vor-wirtschaftsasyl-in-deutschland/11968368.html

    Sie alle hätten es (besser) wissen müssen und längst auf dieses Szenario vorbereitet sein müssen.

    Da berührt mich schon viel mehr dieses Schicksal :
    http://www.nrz.de/region/niederrhein/sie-ist-doch-eine-von-uns-id1601936.html
    aber das ist ja anscheinend trotz aller juristischen Widrigkeiten doch noch gut ausgegangen, jedenfalls ergibt die Google-Suche daß die Familie immer noch in Deutschland ist.
    https://de.linkedin.com/in/raphaël-pungwe-mulapi-8a90b764

     
  20. 38. Rainer Hermanns

    hallo,
    hähh?
    “Denkt olympisch :
    denkt schneller, höher, weiter !”
    Woher kam denn die Idee?
    Von dem Klumpfuss mit seinen Durchhalteparolen?

     
  21. 37. laloba

    Reportage-Protokoll der nächtlichen Abschiebung (einer albanischen Familie) …
    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/Protokoll-einer-Abschiebung,sendung537840.html

     
  22. 36. ???

    @34. Martin Fingerhut
    Ohne Sie jetzt zu kritisieren!!!
    Aber ich persönlich, vielleicht auch andere Menschen (?) sehen im Olympischen Gedanken eher den Sinn
    “Dabei sein, ist alles….. auch im Leben…….. nicht zu besiegen, sondern sein Bestes zu geben…”

     
  23. 35. laloba

    @34 Da haben Sie sich ja jetzt mal rundum ausgekotzt.

     
  24. 34. Martin Fingerhut

    Zur Sache “ AsylRecht oder -UnRecht “ möchte ich mich hier nicht ausbreiten
    – es ist ein viel zu weites Feld.
    und mein Beitrag hier wird eh schon schrecklich lang …

    Ganz im Sinne von rd ( #20 ) geht es mir vor allem darum,
    vor dieser 9a soZuSagen meinen Hut zu ziehen.

    Chapeau 9a !

    Vor gut 40 Jahren wären wir in unserer 9b gar nicht auf die Idee gekommen,
    uns öffentlich und kritisch zu Wort zu melden
    – und gewagt hätten wir es schon erst recht nicht.

    Deshalb hoffe ich, daß aus solchen Schülern auch mündigere Bürger
    und überhaupt gründlicher nachDenkende Menschen werden,
    aus deren Reihen dann auch verantwortungsVollere Politiker hervorgehen.

    2 Passagen, die ich als DenkAnstöße gemeint hatte,
    hat rd aus #19 gelöscht
    – zu Recht gelöscht,
    denn inzwischen habe ich erkannt,
    daß in der damaligen Fassung meine Intention nicht deutlich genug wurde.

    zum einen an die 9a :
    Worte tragen einen Sinn.
    Die Worte “ Nacht & Nebel “ – die Ihr in Eurem Brief verwendet –
    haben seit bald 80 Jahren eine besondere Bedeutung.
    Schaut mal bei wikipedia nach dem Nacht-und-Nebel-Erlaß
    und nach dem Film “ Nacht und Nebel „,
    den es hoffentlich immer noch bei YouTube gibt.
    Habt Ihr von dieser Bedeutung gewußt ?
    Haltet Ihr – angesicht dieser Bedeutung – Eure WortWahl “ Nacht und Nebel “ noch für angemessen ?

    zum anderen an jene,
    welche die Vorschriften verfassen, beschließen oder „exekutieren“ ( im Sinne von ausführen ) :
    Die Metode, jemanden mitten in der Nacht aus dem Bett zu reißen und abzutranportieren,
    gehörte zum StandardRepertoire von GeStaPo, StaSi, NKWD & Co.,
    weil sie die Opfer überrumpelt und entwürdigt.
    Ihnen unterstelle ich nicht, daß Sie solches beabsichtigen.
    Jedoch stellen Sie sich mit dieser Praxis zumindest äußerlich in deren Tradition.
    Halten Sie das für angemessen ?

    Es wird argumentiert,
    sonst seien die Vögel ausgeflogen und nicht mehr zu erwischen.
    Was bitte hindert jemanden daran,
    grundsätzlich an anderer Stelle zu übernachten als dort,
    wo deutsche Behörden ihn erwarten ?

    Wer wirklich schaden will oder gar böses plant ,
    braucht nur mit anderen das Quartier zu tauschen.
    Wenn deutsche Beamte ihn abholen wollen,
    finden sie dort andere vor,
    und sie müssen wieder abziehen,
    Ihre ZielPerson aber ist nun erst recht gewarnt
    und kann in aller Ruhe unterTauchen.

    Nur die dummen und harmlosen werden sich so leicht „schnappen“ lassen.
    Und eben ausgerechnet jene, die sich gut integriert hatten.

    Es ähnelt der Empfehlung eines Gärtners :
    “ Jetzt im April sprießt so viel in den Beeten. Wie kann ich das Gemüse vom Unkraut unterscheiden ? “
    “ Ganz einfach : Reißen Sie alles raus ! – Das, was wiederKommt, ist das Unkraut ! “

    @ 22. jean baptiste :
    “ weshalb eine so grosse Zahl von Asylsuchenden in Deutschland einer so kleinen Anzahl in den Niederlanden gegenübersteht? “
    Nun, ich kenne die Zahlen nicht.
    Falls Sie sie liefern würden, könnte ich dann zunächst selber einschätzen kann,
    ob auch ich den Unterschied für relevant halte.
    Allerdings möchte ich mich hier auf das konzentrieren,
    was hier wichtig ist :
    Das, was die 9a erlebt hat,
    wie sie darauf reagiert hat
    und vor allem : Was heutige Schüler lernen sollten,
    damit die Zukunft nicht den Trampeln dieser Welt in die Hände fällt.

    Ich schrieb ganz allgemein von unmenschlichen Gesetzen.
    Ja, ich halte es für unmenschlich, Leute derArt „auszuschaffen“.
    Allerdings halte ich es ebenfallls für unmenschlich,
    ihnen zuErst falsche Hoffnungen zu machen.
    Und ebenSo, sie monateLang im Ungewissen hängen zu lassen.

    In Gesprächen mit NiederLändern habe ich in den vorigen 40 Jahren immer wieder erlebt,
    wie viel pragmatischer und handFester sie denken.
    Und daß sie fast jedes Mal ungläubig staunen,
    wenn sie deutsche Regelungen hören.

    z.B. galt ( und gilt vielleicht immer noch ) in Teilen des öffentlichen Dienstes
    daß jeder, der mehr als 3 Jahre mit befristeten Verträgen auf der selben Stelle „saß“
    automatisch einen unbefristeten Vertrag bekommen muß.

    Als das eingeführt wurde
    wurde es dem deutschen StimmVieh allen ernstes als soziale WohlTat angepriesen.
    – und viele haben es sich als solche andrehen lassen.

    Jeder NiederLänder, dem ich davon erzählte, erkannte sofort die Konseqenz :
    Nach spätestens 3 Jahren werden die Leute gefeuert !

    Genau so ist es meiner Ex2 ergangen :
    Sie hat 3 Jahre lang an einem Institut gearbeitet,
    dann konnte ihr Vertrag nicht verlängert werden,
    – ganz einfach weil es keine unbefristeten PlanStellen gab !

    Sie wurde dann beim NachbarInstitut angestellt
    und von dem an ihr ursprüngliches Institut ausgeliehen.
    Sie machte den gleichen Job wie vorher
    – natürlich auch wieder nur 3 Jahre lang.

    Ist nicht neulich erst beschlossen worden,
    daß LeihArbeiter nach x Monaten vollen Lohn bekommen
    und nach y Monaten direkt angestellt werden müssen ?
    – Hurraaa ! welch soziale Errungenschaft ! ???

    Wie lange werden LeihArbeiter künftig bei einer Firma bleiben
    und wann „dürfen“ sie zur nächsten wandern ?

    Wollen wir wirklich WanderArbeiter ?
    Wollten das dieJenigen, die so ein Gesetz fabriziert oder beschlossen haben ?

    Gesetze, Vorschriften, Satzungen und BebauungsPläne,
    bei denen keiner durchDacht zu haben scheint, welche Konsequenzen sie haben,
    gibt es zu Hauf.

    Ich wette, auch das AsylRecht wimmelt von soWas.

    Wenn in Kleve die Bürger vor zu scheußlichen KlinkerKlötzen stehen,
    tönt es von den einen : “ Das hat doch niiieeemand ahnen können ! “ .
    Doch ! Jeder, der den B-Plan ernst nahm, konnte sich solches ausmalen.
    Andere protestieren : “ DAS ist doch niiieeemals das, was wir beschlossen haben ! “
    Der technische BeiGeordnete korrigiert dann völlig zu Recht :
    “ Doch, das ist genau das, was Sie beschlossen haben ! “

    Das kommt davon, wenn Leute über Dinge entscheiden,
    mit denen sie sich nie ernsthaft befaßt haben.
    Warum solte es im BundesTag besser sein ?

    Immerhin ein Mal hat sich jemand wenigstens nachträglich „informiert“:
    Im Klever StadtRat sollte schon der nächste TOP aufgerufen werden,
    da meldete sich ein RatsMitglied :
    “ Jetzt, nachdem ich DAFÜR gestimmt habe,
    will ich doch gerne wissen, WOFÜR ich gestimmt habe ! “

    Ich hoffe, eine künftige Generation wird sorgfältiger, weitsichtiger und verantwortungsVoller werden..

    darum
    9a :vergeßt nie, was Ihr gerade erleben müßt !
    informiert Euch,
    kritisiert, was Euch falsch erscheint,
    und überlaßt Eure Gemeinde, Euer Land, die Welt
    weder den bequemlichen noch den kurzSichtigen.

    Denkt olympisch :
    denkt schneller, höher, weiter !

     
  25. 33. Zecke

    @ 20 rd. – Ich bin mir sicher, dass es nicht zu unterschätzen ist, wie schwerwiegend das Erlebnis für die Schüler ist. Diesen „Entzug von Menschlichkeit“, werden die Schüler in ihrem Leben nicht vergessen.
    Das hier Effizienz antritt, da habe ich meine Zweifel. (Schlechte) zivilisierte Umgangsformen sind es, die keiner haben möchte. Hier möchte die Politik einfach nur Fakten schaffen. Aber das geht auch mit Menschlichkeit, hierzu müssen Menschen bereit sein Verantwortung zu übernehmen. Die Verantwortung beginnt darin, das man die Schüler und Lehrer ernst nimmt. Zu hört. Erklärt, was ist und war.
    Zur Effizienz: Hier ein Beispiel aus dem echten Leben (ist wirklich genau so passiert):
    Ein Arzt, schreitet nachts gegen ca. 2:30 zu einem Einsatz (Südkreis), wobei er über die Leitstelle des Kreises Kleve gerufen wurde. Vorort eingetroffen, stellt er fest, dass er Beamte vom Gesundheitsamt benötigt. Also, der Arzt ruft dann die Leitstelle an, bittet um Kontakt zum diensthabenden Beamten des Gesundheitsamtes. Nach langen hin und her, teilt die Leitstelle mit, dass sie den Bereitschaftsdienstabenden Beamten nicht erreichen kann. Der Arzt gibt sich nicht zu frieden, und sagt, dass er dann den nächsthöheren Verantwortlichen sprechen möchte. Dann bleibt der Leitstelle die Spucke weg, und stottert nur was von: „Das ist der Landrat“. Der Arzt erwidert nur, dass ihm das ziemlich egal ist, es ist 2:30Uhr und wenn ich gerufen werden zu einem Einsatz, dann kann der Landrat auch aus dem Bett.“
    Dank der Effizienz, bekam der Arzt 15Minuten später einen Anruf von dem Beamten des Gesundheitsamtes, der Bereitschaftsdienst hatte!
    Irgendwie erinnert die Arbeitsmoral an einen Bericht der RP vom Montag, wo niemand erreichbar war….

     
  26. 32. otto

    @29,

    eine nicht unintelligente Antwort, die jedoch jede Klugheit vermissen lässt. Bei diesem Abschiebefall wurde das Gesetz strengsten
    im Sinne der Bestimmungen angewandt.

    Die Verursacher von Milliarden nicht notwendiger Kosten (falsche Planungen, mangelhafteste Ausfühungen, in Rechnung gestellte
    Nicht-Ausführungen, Verteilung nützlicher Abgaben, Leerkosten etc.) wohin wurden diese Personen denn abgeschoben, bzw. wie
    bestraft?

    Es wird mit zweierlei Maß gemessen und der schwächste bleibt auf der Strecke.

     
  27. 31. Markus van Appeldorn

    @26 jean baptiste
    Ich treffe hier keine Schuldzuweisungen – auch nicht gegenüber der Behörde. Ich habe nur frei nach Schiller gedichtet.

     
  28. 30. Dietmar Shields

    Warum werden abgewiesene Asylbewerber bei Nacht und Nebel inzwischen von den Ausländerbehörden abgeschoben?
    Ganz einfach, damit diese sich nicht in den Untergrund absetzen und illegalt in Deutschland leben.
    Drei von Vier abzuschiebenden tauchen nach Bekanntgabe des Abschiebetermins in Deutschland samt Kind und Kegel unter und tauchen garnicht oder unter falschen Daten höchstens wieder auf.

    Dazu passt ein Bericht in der Welt:
    Neue Zweifel an der Abschiebepraxis in Nordrhein-Westfalen:
    Drei von Vier abzuschiebenden Asylbewerber können kurz vor dem geplanten Abflug offenbar untertauchen. Der weitere Verbleib verschwundener Gesuchsteller ist ab da dann unklar.

    Dazu passt ein Bericht der Welt, die Redaktuere konnten Einblick in nicht für die Öffentlichkeit vorgesehene Unterlagen der Rückführungsexperten nehmen. Anschließend wurde ihr Vorsitzender zu den Dokumenten befragt. Daraus ergibt sich ein Blick auf die Schwierigkeiten, abgewiesene Personen außer Landes zu bringen, die trotzdem unbedingt bleiben möchten.

    Die fünf wichtigsten sogenannten Vollzugshindernisse für eine Abschiebung werden hier vorgestellt:

    1. Problem: Feststellen der Identität

    Aus gutem Grund kann niemand abgeschoben werden, dessen Identität nicht geklärt ist.
    Das wissen allerdings nicht nur deutsche Behörden.
    Sozialpädagogen, die mit Flüchtlingen arbeiten, berichten der „Welt“, dass fast alle ihrer nichteuropäischen Klienten keine Papiere haben.
    Vor allem für Migranten aus Staaten, in denen kein Krieg oder keine Verfolgung herrscht und die nur aus dem Wunsch heraus nach Deutschland kommen, um hier dann ein besseres Leben zu haben, sei dies ein klarer Vorteil um hier bleiben zu können bis Ihr Status, wenn überhaupt zu klaren, zweifelsfrei geklärt ist.

    Wilfred Burghardt berichtet aus seiner langjährigen Zusammenarbeit mit allen asylrechtlich relevanten Akteuren: „Mehr als 80 Prozent der eingereisten Asylbewerber geben wenn Sie in Deutschland ankommen an, keine Pässe oder sonstige Dokumente bei sich zu haben. Viele haben Ausweis, Geburtsurkunde und andere identifizierende Dokumente angeblich auf der Flucht verloren, vor der Einreise nach Deutschland zuvor mit Vorsatz vernichtet oder sie werden den deutschen Behörden garnicht vorgelegt und vor diesen dann versteckt.“
    Die Identitätsfeststellung beziehungsweise die Beschaffung von Pässen oder Ersatzpapieren wird in den AG-Rück-Unterlagen als zentrales „Vollzugshindernis“ genannt.

    Der Europareferent von Pro Asyl, Karl Kopp, hält diese Praxis für unausweichlich: „Eine Flucht ist keine Charterreise, weil es so gut wie keine legalen Wege nach Deutschland gibt, gehören gefälschte Papiere zum Wesen der Flucht.“ Die deutschen Behörden interessiere nicht der Fluchtgrund zuerst, sondern der Fluchtweg.

    Neben der fehlenden Mitwirkung vieler Betroffener, die aus nachvollziehbaren Gründen das Asylverfahren in die Länge ziehen möchten, verhindern auch einige Herkunftsstaaten Abschiebungen.
    Burghardt erklärt: „Um die Identität und die Rückübernahmeverpflichtung des Herkunftsstaates festzustellen brauchen deutsche Behörden immer ein Dokument aus dem Herkunftsstaat – einen Pass oder eine Geburtsurkunde. Doch die Diplomaten einiger sogenannter Problemstaaten kooperieren kaum. Anträge an die Botschaft werden etwa nicht beantwortet, dann zieht sich die Identitätsfeststellung über Jahre hin.“

    Einige dieser derzeit etwa 28 „Problemstaaten“, die auf einer geheimen Liste der Bundesregierung geführt werden, nutzen laut „AG Rück“ ihre Migranten in Deutschland als Druckpotenzial für diplomatische Verhandlungen. Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach fordert ein Einschreiten Berlins: „Die Bundesregierung sollte sich nicht scheuen, gegenüber diesen Ländern auf die Notwendigkeit von Rückführungen der eigenen Staatsangehörigen deutlich hinzuweisen.“ Wer seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkomme, „kann nicht gleichzeitig Hilfe von Ländern erwarten, die wegen fehlender Kooperation die Ausreisepflicht nicht durchsetzen können“.

    2. Problem: Abschiebungshaft

    Erst wenn ein Asylbewerber abgelehnt wurde, mögliche Folgeanträge gescheitert sind und auch keine Duldung aus gesundheitlichen oder anderen humanitären Gründen gewährt wurde, kann er zur Ausreise aufgefordert werden. Wenn der Abgewiesene dieser nicht nachkommt, folgt die Abschiebung.
    Doch wer einmal ausführlich mit Betroffenen redet und sich die zerstörten Hoffnungen vergegenwärtigt, die eine Rückführung bewirkt, versteht, warum Abschiebungsversuche oft scheitern.
    „Die Ausreisepflichtigen tauchen einfach unter, sind am Abschiebetermin, der Ihnen vorher ja schriftlich bekannt gegebene wird nicht zu Hause oder bringen ein Kind der Familie dauerhaft bei Freunden oder Verwandten unter, um somit den Abbruch einer Abschiebungsmaßnahme zwingend zu erwirken“, so Burghardt.

    Er fordert deshalb, dass Ausreisepflichtige, bei denen ein begründeter Verdacht besteht, dass sie untertauchen oder sich am Tag der geplanten Abschiebung der Abholung entziehen, kurzzeitig in Haft genommen werden können. Doch nach Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte und des Bundesgerichtshofes im vergangenen Juli dürfen Abschiebehäftlinge nicht mehr in einem gesonderten Trakt einer normalen Justizvollzugsanstalt eingesperrt werden.

    Zum anderen dürfen sogenannte Dublin-Fälle, die bereits in einem anderen Staat einen Asylantrag gestellt haben, gar nicht mehr inhaftiert werden. Waren vor der Entscheidung noch bundesweit bis zu hundert Ausreisepflichtige in Abschiebungshaft, sank die Zahl danach auf nahe Null.

    3. Problem: Rechtliche Hindernisse

    Grundsätzlich darf laut Aufenthaltsgesetz jeder Bewerber befristet im Land bleiben, der staatenlos ist oder den kein anderes Land aufnehmen will. Doch abgesehen von diesen Fällen, ist aus Sicht der „AG Rück“ seit einigen Jahren die Tendenz zu beobachten, dass Betroffene alle Rechtsbehelfe und gerichtliche Instanzen voll ausnutzen, um sich gegen Abschiebung zu wehren. So informieren Organisationen wie der Flüchtlingsrat Niedersachsen unanfechtbar abgelehnte Asylbewerber etwa über die Möglichkeit, eine Ehe mit Deutschen anzustreben oder einfach Kinder zu bekommen, die dann zwangsläufig die deutsche Staatsangehörigkeit dann Status Quo bekommen.

    Dies oder der Nachweis von Krankheiten oder Therapien können dann zur Duldung führen. Wenn keine Duldung gewährt wird, bleibt noch die Ermessensduldung – falls dringende humanitäre oder persönliche Gründe oder ein öffentliches Interesse den weiteren Aufenthalt erfordern. Ist auch das nicht erfolgreich, kann ein Härtefallantrag eingereicht werden. Als letzter Strohhalm bleibt manchen noch das Kirchenasyl.

    4. Problem: Zu wenige Bearbeiter

    Durch die stark steigenden Asylzahlen herrscht in vielen Ausländerbehörden und im BAMF Personalmangel. 340 Entscheider mussten dort im vergangenen Jahr über mehr als 200.000 Anträge befinden. Insgesamt sollen in der Behörde schnell 650 Mitarbeiter hinzukommen, um die Verfahrensdauer von derzeit etwa fünf auf drei Monate zu verkürzen. Auch klagen Mitarbeiter von Ausländerbehörden laut der internen Papiere der AG Rück über die oft fehlende Mitwirkung der Ärzteschaft: Nur wenige seien bereit für die Behörden die Reisefähigkeit von Abzuschiebenden zu klären.

    5. Problem: Vollzugswille der Länder

    Für 95 Prozent der 10.884 Abschiebungen im vergangenen Jahr waren die Bundesländer verantwortlich. Die „AG Rück“ beobachtet, dass in vielen Ländern zwingende Ausweisungen unbearbeitet bleiben, weil Ausländerbehörden den großen – auch rechtlichen – Aufwand scheuen und eine Durchsetzung von Abschiebungen im eigenen Land wenig opportun erscheint. Niedersachsen etwa betrachtet Abschiebungen als letzten Ausweg und hat die Ausländerbehörden per Erlass angewiesen, auch bei Abschiebungen möglichst human vorzugehen.

    Aus Sicht der „AG Rück“ steht hinter all diesen einzelnen Abschiebungshindernissen ein zentrales Metaproblem, das man als Norm des Widerstands gegen Abschiebungen beschreiben könnte. Burghardt sagt, aus Rücksicht auf ihren Ruf, würden Bundes- und Landespolitiker Rückführungsentscheidungen selten offensiv vertreten.
    „Und Lokalpolitiker brechen eingeleitete Vollzugsmaßnahmen immer wieder in letzter Minute dann doch durch intervienieren ab, um eine für Sie mögliche negative öffentliche Darstellung zum Abschiebungsvollzug zu vermeiden.“

    Quelle: Bericht die Welt
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article13669557/Warum-Deutschland-wenige-Asylbewerber-abschiebt.html

     
  29. 29. John Doe

    @27
    2 mal Falsch ergibt außerhalb der Mathematik kein Richtig. Die durch illegitime Asylbewerber entstandenen Kosten seit Sommer 2015 sind auch nicht gerade ohne. Da jetzt Äpfel mit Birnen zu vergleichen finde ich eher unpassend.

     
  30. 28. ???

    ….es ist schon beschämend…..zuerst holt und lädt man die Menschen aus allen Himmelsrichtungen ein, lässt sie eigenmächtig über andere Ländergrenzen hinweg die Länder stürmen………….ruft lauthals eine Willkommenskultur aus……..und dann?

     
  31. 27. otto

    Können die entstandenen Kosten für die abgeschobene Mutter mit ihrem Sohn in ein Verhältnis zum
    Milliarden Grab des Berliner Flughafens gebracht werden? Kann jemand, ohne sich lächerlich zu
    machen, das ausrechnen?

     
  32. 26. jean baptiste

    @6. Markus van Appeldorn

    Nun ja, das mit dem Einreiseverbot haben Dionis und seine Mutter auch noch sich selbst (oder ihrem Anwalt, der seinen Job nicht gut macht) zuzuschreiben.
    Ich hab mich mal schlau gemacht, die Verfahrenskette scheint ja Folgende zu sein.
    1. Zuerst: Ablehnung des Asylantrags mit der Auflage, aus Deutschland innerhalb von (Zeitspanne) auszureisen.
    2. Dann : Aufforderung das Land innerhalb von (Zeitspanne) selbständig zu verlassen.
    Kommt man der Aufforderung von 1. oder 2. nach, gibt es Wiedereingliederungsmassnahmen (Geld) und wird normalerweise kein Einreiseverbot und keine Visumsperre verhängt.
    Erst im dritten Schritt erfolgt die zwangsweise Ausweisung (Der Schweizer spricht von Ausschaffung) .
    Da das eine Stange Geld kostet sind halt keine Mittel zu Wiedereingliederung übrig und gibt es normalerweise eine 5-jährige Visumsperre mit Einreiseverbot.
    Damit ist halt auch kein (ansonsten legaler) visumfreier Aufenthalt (Tourist) für 90 Tage, bzw. als Arbeitsvisum mehr möglich.

    Damit ist das Kind total in den Brunnen gefallen.
    Schuldige möchte ich hier absichtlich nicht anweisen, jedoch eine Regelung, die Menschen für ein Jahr oder länger hier duldet, obwohl jedem klar ist, wie das Verfahren enden wird, d a s hat ganz klar die Politik verbockt und das hat nichts mit Humanität zu tun. Im Gegenteil, das ist unmeschlich und Menschenverachtend.

     
  33. 25. jean baptiste

    @4. Messerjocke

    Da hilft kein Einwanderungsgesetz !
    Einwanderungsgesetze sind dazu da, Menschen die der Gesellschaft etwas hinzuzufügen haben, ins Land zu holen.
    Z.B. im Fall Australien : die suchen Fachleute bestimmter Fachgebiete.
    Malta : die haben (EU) Staatsbürgerschaften an reiche Russen vergeben
    USA : potetielle Arbeitgeber mit Kapital gesucht, gehst Du pleite, bist Du die Greencard wieder los.

    Aber Dionis und seine Mama haben uns nichts zu bieten, da wäre das Gesetz (ich sage mit Absicht nicht „Recht“ knallhart.

     
  34. 24. jean baptiste

    @17. Martin Fingerhut

    „Leider gilt hierzulande erst recht, was ich in den Niederlanden gelesen habe…“

    lassen wir uns eine grössere Diskussion ersparen, aber haben Sie sich schon gefragt, weshalb eine so grosse Zahl von Asylsuchenden in Deutschland einer so kleinen Anzahl in den Niederlanden gegenübersteht?

     
  35. 23. jean baptiste

    @18 rd „Es treten gegeneinander an: Effizienz und zivilisierte Umgangsformen, vermutlich ein unlösbarer Konflikt“
    Ich würde die Frage sogar auf …. rechtsstaatliche Effizienz…. erweitern.

    Ob der Konflikt in diesem Fall wirklich so unlösbar ist ?

    Die rechtliche Seite:
    Wer nach Deutschland einreist, ohne daß er dazu befugt ist macht sich strafbar. Gleiches gilt z.B. auch für die Schweiz und Ungarn, während der unerlaubte Grenzübertritt in Österreich und Spanien nur als OWI gilt,

    Damit sind a priori alle Personen, die keinen Aufenthaltstitel haben, oder eine Staatsangehörigkeit besitzen, die einen legalen Aufenthalt hier erlauben, von Gesetzes wegen Straftäter.

    Aus dem Blickwinkel der Etikette betrachtet:
    Wenn ich als Gast gebeten werde, zu gehen , bleibt mir keine andere Wahl, als zu gehen.
    Das gilt im Umgang untereinander im kleinsten Kreis genauso, wie im Umgang mit Institutionen.

    Berufe ich mich darauf, durch irgendwelche Rechte in meinem Begehren gestützt zu werden, bleibt halt nur der Rechtsweg.

    Somit stehen beide Standpunkte nicht wirklich im Gegensatz zueinander.

     
  36. 22. Markus van Appeldorn

    @9 Lohengräm
    Ich kann nicht ganz nachvollziehen, wieso Sie sich mit Ihren Vorwürfen gerade gegen meinen Kommentar richten.

     
  37. 21. laloba

    Wo gewachsene Bindungen nicht weiter gelebt werden können, tut es immer weh. Um so mehr, wenn noch nicht mal Abschied genommen werden kann. Gestern saß Dionis noch in der Klasse, heute ist sein Platz … leer. Es ist gut, wenn Mitschüler nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Machtlosigkeit und Trauer sind starke Gefühle.
    Und ein Recht auf die eigenen Gefühle gibt es immer.

     
  38. 20. rd

    Möglicherweise ist es hilfreich, einige ergänzende Informationen dazu zu liefern, warum dieser Brief hier veröffentlicht wurde. Er wurde nicht online gestellt, um die geltende Rechtslage infrage zu stellen (das ist ein anderes Thema). Es ist auch klar, dass die Art der Durchführung natürlich von dem Gedanken beseelt ist, dass die Menschen, die abgeschoben werden sollen, nicht zuvor abtauchen. Es treten gegeneinander an: Effizienz und zivilisierte Umgangsformen, vermutlich ein unlösbarer Konflikt. Das Beeindruckende an dem Dokument ist für mich allerdings in erster Linie, wie diese Realität auf die Menschen wirkt, die – pathetisch ausgedrückt – noch die Unschuld im Herzen tragen.

     
  39. 19. Martin Fingerhut

    alle Achtung 9a !
    Respekt, daß Ihr so mutig seid und einen so klugen Brief geschrieben und öffentlich gemacht habt.

    Leider gilt hierzulande erst recht, was ich in den Niederlanden gelesen habe :
    “ Es gibt keine ungesetzlichen Menschen – aber viele unmenschliche Gesetze ! “

    Gesetze werden von zu vielen Leuten geschrieben und beschlossen,
    die viel zu wenig über die Folgen nachdenken.

    Und dann von anderen ausgeführt, die ausschließlich den Buchstaben des Gesetzes folgen.
    den Buchstaben !
    also nicht dem Sinn.
    Buchstaben einzeln ergeben keinen Sinn.

    Worte können Sinn ergeben.

    Solche Aktionen vor Morgengrauen hatten – und haben leider immer noch – eine schlimme Tradition. […] Warum aber wehrt sich keiner ?

    IHR wehrt Euch.

    Danke !

    Bleibet im Lande und wehret Euch redlich.

     
  40. 18. John Doe

    @9:
    Die Abschiebung erfolgt nun mal so plötzlich, damit möglichst wenig abgelehnte Asylbewerber die Gelegenheit nutzen und vorher untertauchen. Mit einem Bescheid 6 Wochen im Voraus, in dem Datum und genaue Uhrzeit drin stehen, wäre die Rückführungsquote wesentlich geringer als sie jetzt schon ist.

     
  41. 17. laloba

    Hier kann man sehen, dass nur wenige Länder als sichere Herkunftsländer eingestuft sind – Anlage II aufklicken:

    https://dejure.org/gesetze/AsylG/29a.html

     
  42. 16. laloba

    Würde gerne eine ganze Menge Leute abgeschoben sehen, bevor eine albanische Mutter mit ihrem Kind gehen muss.
    Aber Albanien ist als sicheres Herkunftsland eingestuft. Und das Asylrecht beruht nicht auf dem Recht auf ein besseres Leben in einem anderen Land.
    Wer das Asylrecht auf Wirtschaftsflüchtlinge (ist keine Abqualifizierung, sondern eine Beschreibung) ausgeweitet sehen möchte, kann sich doch sicher vorstellen, was das bedeuten würde. Oder gibt es immer noch Leute, die glauben, wir hätten hier unbegrenzt Platz, Geld und personelle Kapazitäten??? Die brauchen wir für kriegsgebeutelte Syrern u.a.
    Wäre wünschenswert, wenn in der Schule mal ausführlich über das Thema Asylrecht gesprochen wird.

     
  43. 15. ???

    Leider, leider müssen aber sehr viele wirklich schutzsuchende Menschen, die durch Verfolgung und Krieg nur noch ihr bisschen Leben haben, unter „schwarzen Schafen“, die das Sozialsystem ausnutzen, leiden!

    Man sollte trotzdem jedem Menschen, der Hilfe braucht, Hilfe geben, egal was und wer dieser Mensch ist!!!

    Jeder von uns, könnte auch einmal ohne Vorwarnung in eine „Notsituation“ kommen……….dann bitten wir um Hilfe……

     
  44. 14. otoo

    Trotz eines Abschiebungs-Gesetzes müsste grundsätzlich vor solch einer Ausweisung das familiäre Umfeld der betroffenen
    Personen bzw. der Familie eingehend zu prüfen sein. Nur so kann Ungerechtigkeit und Leid vermieden werden.

    Stur nach dem Gesetzestext zu handenl, bei Nacht und Nebel zu erscheinen, da werden Erinnerungen geweckt. Das Gedicht
    von Markus beschreibt eine Situation, die es bei uns nicht geben darf.

     
  45. 13. jean baptiste

    Das Thema spiegelt sich ja in allen Schattierungen, immer wieder.
    Ob Bootflüchtlinge im Mittelmeer, Flüchtlinge, die die Grenzzäune in Melilla oder wo auch immer zu überwinden wissen, oder andere Personen, die sich hier ein besseres Leben erhoffen, als sie es in ihrer bisherigen Heimat führen konnten .
    Und Ja, die haben es dort oft erheblich schlechter, als es hier ein durschschnittliches Haustier hat.
    Selbst eine hiesige Tierarztpraxis kann erheblich besser ausgestatttet sein, als eine Hausarztpraxis in fernen Ländern, von CT und MRT in der Tiermedizin gar nicht zu sprechen.
    Aber können wir das ändern ?
    Trotzdem macht sie ihre selbstgewählte Migration damit nicht zu Asylanten im wirklichen Sinne.
    Das Prädikat Asylant ist denjenigen vorbehalten, die aus Gründen ihrer Überzeugung oder Gesinnung im Heimatland um ihr Leben fürchten müssen.
    Das gilt ebenso für einen wohlgestellten Türken der vom herrschenden Regime verfolgt wird wie für den armen Schlucker, der in Syrien um sein Leben fürchten muss.
    Meiner Meinung nach sollten die westlichen Länder versuchen, den betroffenen Hilfe (zur Selbsthilfe) in ihren jeweiligen Ländern zukommen zu lassen.
    Allerdings ist das in vielen Ländern wegen der dortigen politischen Situation nicht möglich.
    Diese ganze Problematik möchte ich aber in diesem Fall , den der Klassensprecher Simon hier beschreibt, gar nicht erst beleuchten.

    Simon spricht öffentlich von „trauriges Ende“ , von „Integration“ und sagt „niemand hat uns gefragt“ .
    Sein Resüme : Solche staatlichen Handlungen führen dazu „dass wir beim nächsten Asylbewerber lieber auf Distanz bleiben“.

    Jetzt stellt sich für mich die Frage, wo in dieser Geschichte sehen sich denn die Schule und ihre Lehrer ?
    Die Schüler sind allesamt um die 15 Jahre, also bereits eingeschränkt strafmündig.
    Das bedeutet, sie sollten auch in groben Zügen Recht von Unrecht, bzw. „erlaubt“ von „nicht erlaubt“ erkennen können.
    Unter diesen Umständen wäre es Aufgabe der Schule gewesen, der Klasse, eventuell an Parallel-Tatbeständen deutlich zu machen, was dem Ganzen zugrunde liegt.
    So wird jeder Jugendliche verstehen, daß man z.B. beim BVB sofort aus dem Stadion entfernt wird, wenn man sich ohne Zugangskarte eingeschlichen hat.
    Da darf man auch nicht mehr bis zur nächsten Halbzeit bleiben.
    Wer aus Albanien nach Deutschland reist, und nicht Urlaub machen möchte, braucht ein Visum. Kein Visum , kein Aufenthalt. So einfach ist das.
    Was Simon als „Nacht und Nebel- Aktion“ bezeichnet, ist bestimmt auch im Vorfeld anders abgelaufen.
    Normalerweise werden die betroffenen Familien schriftlich aufgefordert, freiwillig auszureisen. Also werden sie vorgewarnt.
    Wer der Aufforderung nicht gehorcht, riskiert die gezwungene Abschiebung, und die geschieht dann wirklich unangekündigt, damit die Betroffenen nicht im Land untertauchen.
    Simons Beschwerde „niemand hat uns gefragt“ hätten ihm seine Lehrer auch bereits im Vorfeld erklären können.
    Eine Klasse ist ein Zweckverband. Da kann (und muss) man lernen, sich sogar mit Menschen zu arrangieren, die man nicht kennt, und die man eventuell weniger leiden kann.
    Somit: „Willkommen im echten Leben“.

    Zu meiner Schulzeit gab es noch den Wanderzirkus. Die mitreisenden schulpflichtigen Kinder wurden für die Zeit des Aufenthalts in die jeweilige örtliche Schule geschickt.
    Für die Dorfjugend eine gute Gelegenheit zu lernen, sich hautnah mit fremden Kulturen auseinanderzusetzen.

    Meine Schlussfolgerung zum offenen Brief von Simon:
    Ich kann Deine Gefühle verstehen, allerdings bin ich der Meinung, daß es Aufgabe von Elternhäusern und Schule gewesen wäre, das Thema intensiv mit Euch aufzuarbeiten, und vor Allem die Unterschiede zwischen Migration und Asylsuche, legalem und illegalem Status und legalem und illegalem Grenzübertritt herauszuarbeiten.
    Wenn Euch das entsprechend erklärt worden wäre, hättest Du diesen Brief vermutlich gar nicht geschrieben.

    Jetzt noch zum Thema „ist es schlimm für die 9a“ ?
    Auch das ist so eine Sache, Dionis lebt wieder dort, wo er vor mehr als 1 Jahr auch gelebt hat.
    Durch einen Verkehrsunfall, eine fatale Krankheit, oder ein Kapitalverbrechen getroffen zu werden hat viel traumatischere Folgen. Euch bleibt immer noch der Kontakt über Handy und social media.

    Ist euch aber nicht mal ein ganz anderer Gedanke gekommen , nämlich eine Aktion zu starten, Dionis legal bis zum ersten Schulabschluss nach Deutschland zu holen?
    Eventuell wäre da aus humanitären Gründen noch was zu machen.

     
  46. 12. Günter Hoffmann

    @ 7. Meine persönliche Erfahrung zum Thema. Das System wurde schon damals massiv zum Narren gehalten. Während der Balkan Kriege zogen Roma aus Serbien zu tausenden nach Bosnien um als Bosnische Flüchtlinge nach Deutschland zu kommen. Die Gebiete um Belgrad / Zemun und anliegende Dörfern in denen sie „hausten“ waren vielfach verlassen. Ich hoffe das die Roma die ich kannte es nach Deutschland geschafft haben. By the Way… Roma ?…ya sam Zigan (ich bin Zigeuner ) nannten sie sich stolz.

     
  47. 11. Sven Timmermann

    @ Dietmar Shields
    @John Doe
    Es ist nicht zu verstehen, weil es letztlich immer um den konkreten Einzelfall geht. Und im Falle des kleinen Dionis verstößt dessen Abschiebung in den Augen seiner Mitschüler gegen das Anstandsgefühl aller gerecht und billig denkenden Menschen.
    Richtig so, 9a!
    “Justizia” ist nicht blind, schert aber ohne Rücksicht auf Verluste alle über einen Kamm.

     
  48. 10. Lohengräm

    @7
    Wenn sich jemanden von uns die Möglichkeit bieten würde, aus Armut und Chaos in ein Land wie Deutschland zu gehen und sich als verfolgter Syrer auszugeben, wer von uns würde diese Gelegenheit nicht ergreifen?

    Tun wir nicht so, als seien wir bessere Menschen. Wir sind genauso egoistische Oportunisten, nur eben in „unserem“ Leben hier. Auch wir versuchen zu betuppen wos geht. Wenn die Kassiererin zu wenig abrechnet, -tja, selber schuld sagen wir.
    Aber wir am Niederrhein sind ja die Guten. Wir könnens ja beichten.

    Niemand bezweifelt, dass es mit Füchtlingen Probleme geben kann, auch massive. Niemand bezweifelt, dass wir nicht den Planeten aufnehmen können.
    Aber vielleicht käme man mal zu der Einsicht, dass wir hier auch nicht den ganzen Planeten ausbeutenkönnen.

    Und wenn wir schon bei massiven Flüchtingsproblemen sind: Wer hat denn hinausposaunt „Wir schaffen das“ OHNE sich darauf vorzubereitet zu haben, OHNE sich um die Konsequenzen zu kümmern, mit denen insbesondere die Kommunen konfrontiert sind.

    Alle die über die Flüchtline schimpfen, werden sie ja doch wieder wählen.

     
  49. 9. Thomas Vergniaud

    Lieber Simon

    Bitte erzähl‘ hier keine Märchen und Lügen!

    Die Abschiebung wurde Dionis Familie mehrfach schriftlich angekündigt und war absehbar. Daher war jeder der vergangenen 30 Tagen womöglich der letzte mit Dionis und das wussten alle Beteiligten. So gesehen hattet Ihr sogar sehr lange Zeit schleichend voneinander Abschied zu nehmen.

     
  50. 8. Dietmar Shields

    Ja es ist schlimm für die Klasse 9a, ohne Zweifel können die Kinder nicht begreifen warum ihr Klassenkamerad bei Nacht und Nebel abgeschoben wurde.
    Aber Albanien gilt per Gesetzgebung als Land in dem nicht politisch verfolgt wird.
    Wo bitte sollen hier jetzt die Unterschiede per Gesetzt gemacht werden, das es Menschen sind die sich hier in Deutschland ein bessers Leben als in Albanien erhoffen, steht wohl ohne Zweifel fest.
    Das ist das Problem mit Gesetzten, Justizia ist nun mal blind und fusst auf die Gesetzgebung.
    Wo bitte sollen wir den noch alle die Menschen aufnehmen, wo soll unser Sozialsystem das denn noch in Zukunft stemmen, da ist doch schon eh eine Schieflage vorhanden.
    Das andere Menschen aus dem Mittleren Osten einfach behaupten sie wären verfolgte Syrer und ihre Pässe dann wegwerfen um die Überprüfung ihrer Angaben zu erschweren ist inzwischen ja klar zu beweisen.
    Ein Bekannter ist Monteur in einer Firma und hatte in einer Stadt am Niederrhein zu arbeiten, dort behauptete der Vater einer Flüchtlingsfamilie, bei der er arbeiten musste, sie wären verfolgte koptische Christen aus Syrien aus der Nähe von Aleppo.
    Der Bekannte hakte interessiert nach, da er selber hier in Deutschland geboren und von seinen türkischen Eltern her dem koptischen Glauben angehört.
    Der angebliche koptische Syrer verhedderte sich bei meinem Bekannten in Wiedersprüche als es um die koptische Religion und um Syrien ging. Als er merkte das er jemand gegenüber stand der vom Glauben Ahnung hatte wollte er kein Wort mehr mit dem Bekannten sprechen und konnte auf einmal weder English noch gebrochen Deutsch. Auch sagte seine kleine Tochter später zum Bekannten, sie kämen ja eigentlich aus dem Iran und seinen eigentlich Muslime, dürften aber ihren Glauben nicht ausführen das hat “der Papa” verboten um nicht aufzufallen.
    Schön das man unser System, so einfach aushebeln kann.

     
  51. 7. Markus van Appeldorn

    Zu Dionis, dem Asylanten, schlich das Amt,
    den Bescheid im Gewande.
    Sie kamen bei Nacht, diese Bande.
    Was willst Du hier in Deutschland? Sprich!
    Entgegnet ihm finster der Amterich.
    “Eines freien Lebens mich freun!”
    “Das sollst mit Einreiseverbot Du bereun!”

     
  52. 6. Jens-Uwe Habedank

    Man muss annehmen, dass es sich bei Leute aus Alabnien eher um Wirtschchaftsflüchltinge denn um um Verfogungsflüchltlinge handelt – hilft aber nicht den konkret betroffenen Menschen!

    Seit 1989 war ich wohl an die 10 bis 12 mal in Albanien; Dort möche man nicht unbedingt leben! Kinderprostitution, einen Auftragskiller ab 10, — Euro, Vettern- und Scheinwirtschaft auf allen Ebenen.
    Wer sich „arrangiert´“ – wird am Ende liquidiert…

    Keine Frage – wer von dort kommt, erhofft sich ein besseres Leben bei uns; Genau das aber wird den Leuten – trotz ihrer Anstrengungen einer Integration hier in Deutschland – regelrecht verweigert:MNIt dem Hinweis “ „nur“ Wirtschaftsflüchlinge…
    Schade!

    Gleichwohl sind mir hier bereits etablierte mafiösen Strukturen von „Albanern“ nur allzu bekannt und erfahren – ( Allein schon mla St. Paulli….) Sie rechtfertigen aber nicht, dieses Volk unter Generalverdacht zu stellen!?

     
  53. 5. Messerjocke

    Dionis war offensichtlich gut integriert. Unsere Gesellschaft wird bald massiv unter dem demographischen Wandel leiden. Eine Abschiebung in solchen Fällen mag zwar vor dem Gesetz Bestand haben, ist aber mehr als töricht.

    Uns fehlt dringlich ein Einwanderungsgesetz.

     
  54. 4. Lohengräm

    @1
    Das ist sehr einfach, arme Menschen als „Wirtschaftsflüchtlinge“ abzuqualifizieren. Ist das nicht verständlich, dass Menschen versuchen dorthin zu gelangen wo’s Ihnen besser geht? Jaja, blablabla, wir können nicht die ganze Welt aufnehmen, ich kenn den ganzen Sermon der da jetzt kommt.

    Aber das Öl aus diesen Gebieten, das können wir immer aufnehmen. Das ist bei uns immer hochwillkommen, egal unter welchen menschen- und umweltschädigenden Bedingungen das produziert wird.
    Und den Elektroschrott den wir produzieren, schieben wir schön ab nach Afrika wo sich die Kinder die Lunge verätzen wenn sie das Kupfer rausbrennen.
    Und die schicken Turnschuhe werden von Kindern in Bangaldesh zusammengenäht…jaja, können wir ja nix für für die Bedingungen.

    Es ist manchen Menschen schwer begreiflich zu machen, dass unser Luxus gleich der Armut der anderen ist und dass sich so was früher oder später ausgleichen wird, durch Kriege oder Völkerwanderungen.

    Und nur weil Du durch Zufall hier in unserer Luxusgesellschaft geboren bist, hast Du meiner Meinung nach nicht das Recht andere als Wirtschaftsflüchtlinge abzustempeln. Das ist simpel.
    Kommt beim CDU-Wähler aber immer prima an.

    Diejenigen die das Problem in ihrer globalen Gänze versuchen darzustellen werden dann als linke Spinner hingestellt.

    Die Welt kann so schön einfach sein.

     
  55. 3. Markus van Appeldorn

    Das ist aber traurig, wenn man Freundschaften und die Entscheidung zwischen Kontakt und Distanz von der voraussichtlichen Bleibedauer abhängig macht. Das klingt, als würden die Klassenkameraden ihren Kontakt zu Dionis nachträglich als Fehler empfinden, der ihnen bestimmt nicht noch mal passiert.

     
  56. 2. Husky

    Der mutmaßliche Terrorist wurd ja auch noch vom Verfassungsschutz nach Berlin gekarrt.

    Und am Ende ist natürlich wieder niemand schuld, naja vielleicht so ein kleiner beamter irgendwo

     
  57. 1. John Doe

    Ja das war richtig. Wirtschaftsflüchtlinge vom Westbalkan sind halt keine legitimen Asylbewerber. Und konsequenterweise wurden die beiden auch abgeschoben. Ich hoffe der Klassensprecher der 9a wird das auch noch begreifen.