Drogen-Ticker: „An lukrative und legale Geschäfte geglaubt“

rd | 27. Januar 2015, 14:00 | 8 Kommentare
Man muss feste dran glauben

Man muss feste dran glauben

(Aktualisiert) Am Samstag hat nun endlich das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zugelangt und seinen heiß ersehnten Artikel über die niederländisch-niederrheinische „Dealer KG“ (so die Überschrift, Artikel nicht online) veröffentlicht. Tenor: der Niederländer Martinus C., Typ Phantom, habe den Schmuggel international organisiert und dafür gewissermaßen Subunternehmer wie beispielsweise den Kevelaerer Georg R. (49, wird im Mai 50) eingespannt. Dessen Anwalt Harald Gruhn wird in dem Magazin so zitiert: „Er (Georg R.) wusste nichts von den Drogen, er hat an lukrative und legale Geschäfte geglaubt.“ +++ Unterdessen stellen sich die Leute neu auf, die das Millionen-Projekt „Wohnen an der XOX“ immer noch verwirklichen wollen. Der neue Geschäftsführer sagte der NRZ: „Wir müssen Vertrauen zurückgewinnen.“ Seinen Namen wollte er indes nicht in der Öffentlichkeit sehen. Vielleicht nicht gerade der ideale Schritt, um Vertrauen zurückzugewinnen. Andererseits: Nach Informationen von kleveblog handelt es sich bei dem Mann, der dem Investor bisher beratend zur Seite gestanden hat, um eine durchaus schillernde Persönlichkeit mit einem gewissen Ruf in Kleve. Möglicherweise also durchaus auch besser so. (Hier der Link zum Artikel in der NRZ: „Wir müssen Vertrauen gewinnen“) +++ Unterdessen wirft ein kleines Detail aus der aktuellen Berichterstattung in der NRZ (noch nicht online) ein Schlaglicht darauf, wie umfangreich die Vorarbeiten der Ermittlungsbehörden vor der Festnahme von R. offenbar waren: Anwalt Gruhn berichtete dem Blatt, er müsse sich durch 4000 Seiten Ermittlungsakten arbeiten. Außerdem kündigte er an, einen Haftprüfungsantrag zu stellen. +++ Am heutigen Donnerstag legte die RP noch einmal nach: Peter Janssen berichtet, dass R. zwei Jahre lang überwacht worden sein soll (das ist sehr, sehr lange, und da werden sehr, sehr viele Telefonate aufgelaufen sein…) und zitiert Anwalt Gruhn: „Ich kenne den Akteninhalt und muss zunächst feststellen, dass die Anschuldigungen derzeit nicht von der Hand zu weisen sind.“ Gruhn zeigte sich dennoch von der Unschuld seines Mandanten überzeugt: „Er hat auf die Vorwürfe entsetzt reagiert. Ich weiß, dass er Drogen immer abgelehnt hat. Auch vor diesem Hintergrund kann ich mir die Anschuldigungen nicht erklären.“ (Link zum RP-Artikel: Drogenschmuggler zwei Jahre beschattet)

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  1. 8. jean baptiste

    Erstaunliches Zwischenergebnis im Fall.

    Der Unternehmer hat der Drogenschmuggel in doch nicht unerheblichem Maße zugegeben.

    Derzeit läuft er frei herum .

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kleve/unternehmer-gesteht-drogenhandel-aid-1.5340934

    Dann könnte er sich doch eigentlich wieder um seinen Bau der Appartments kümmern 🙂

     
  2. 7. kissi

    Rechtsanwälte sind immer mal wieder als Geschäftsführer einiger Firmen zu finden. Der Klever RA H. Gruhn ist beispielsweise (inzwischen) auch GF der Fernwärme Weeze GmbH aus Datteln (Betrieb eines Fernheizwerkes u. der Vertrieb der erzeugten Energie u. Wärme sowie der damit zusammenhängenden Nebenleistungen pp.) , über dessen Vermögen das Insolvenzverfahren vor einigen Jahren eröffnet wurde.

     
  3. 6. kleinendonk

    Was kostet denn ein KG in Kleve – Herr Klever – was kostet eins in Arnheim und was kostet das in Weeze

     
  4. 5. Klever

    Rendite = eigenes Risiko des Totalverlustes…. bei 4000% rendite sollte man sich doch schonmal Gedanken machen welche persönlichen Risiken man eingeht.

     
  5. 4. Messerjocke

    Ich würde es wenn Sven R. machen lassen- nur mal so als Tipp für die Verzweifelten, die Hinterbliebenen des vl. irrtümlich verhafteten Investors.

     
  6. 3. jean baptiste

    @1 K.A. jo, klar, wir respektieren ja auch die deutschen Gesetze.
    Was ist mit Google los …. bringen wieder den letzten Müll, was soll das denn …(§ 10 Gmb­HG)
    „Die Be­stel­lung zum Geschäftsführer muß im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wer­den .“
    Klar, ich weiss auch, das der trotzdem rechmässig GF ist, selbst wenn er (noch) nicht eingetragen ist.
    Zeugt aber von einem gewissen Rechtsverständnis der ganzen Gesellschaft.

    Das ist dann die beste Grundlage für das Rathaus, um weiterhin Geschäfte mit dieser Geheimloge zu machen.

     
  7. 2. jean baptiste

    @rd Da die Holland-connection da mit drin sitzt, darf ich Sie vielleicht mit den niederländischen Sitten und Gebräuchen vertraut machen ?
    Sie schreiben :
    Georg R. (49, wird im Mai 50) exakter wäre wohl die holländische Formulierung
    „R. die in mei 50 hoopt te worden …..“ >> ’s Lands wijs, ’s lands eer, und hoffentlich nicht wörtlich zu nehmen.

     
  8. 1. Klein Amsterdam

    Lt. NRZ ist der neue GF ein Klever Anwalt und Unternehmensberater.

    Lt. RD eine durchaus schillernde Persönlichkeit mit einem gewissen Ruf in Kleve.

    Na das wird doch nicht etwa …. Aber nein. Dem wächst ja KEIN Gras aus der Tasche.