Butter 1,59! Tage des Zorns (längst überfällige Systemkritik)

rd | 23. November 2017, 02:12 | 28 Kommentare

(Schluss aktualisiert, mit zusätzlicher Verschwörungstheorie) Nur in die große Verschwörung eingeweihte Menschen wissen um eine Nebenwirkung der Energiewende. Da sich allerorten Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Windrädern in die Erdatmosphäre recken und sich den wogenden Lüften entgegenstemmen, wird sich allmählich die Rotation unseres Planeten verlangsamen. Das heißt, die Zeit wird gedehnt. Bauarbeiter kennen das Phänomen längst, bei ihnen dauert eine Stunde ca. 85 Minuten, bezahlt wird natürlich nach Stundenlohn. Auf diese Weise unterminiert Kanzlerin Angela Merkel das sozialdemokratische Projekt des Mindestlohns. Das Prekariat bekommt zwar weiterhin 8,84 €/Stunde, muss dafür aber länger arbeiten.

Warum?, diese Frage stellt sich. Die Antwort ist klar. Die Kanzlerin versuchte auf perfide Weise den Schulterschluss zwischen Großpolitik und Großkapital, im Vertrauen darauf, dass ansonsten keiner das Manöver der promovierten Physikerin durchschaut. Nun aber, da Angela Merkel überraschend die Theresa May („strong and stable“) der deutschen Politik geworden ist, da Martin Schulz ernsthaft erwägt, einen Job als Sozialarbeiter zu suchen und glaubwürdigen Medien zufolge Christian Lindner seine politische Laufbahn einer Modelkarriere zu opfern gedenkt, ist es Zeit, einigen unbequemen Wahrheiten ins Gesicht zu schauen.

Warum nicht morgen 7,59? Butter bei Netto

Warum nicht morgen 7,59? Butter bei Netto

Wie immer bei solchen Abrechnungen empfiehlt es sich, mit den einfachen Dingen anzufangen. Mit dem Butterpreis zum Beispiel. Die Herstellung von Butter ist, das wissen nicht nur Experten, kein Hexenwerk. Man lässt Milch nur lang genug irgendwo rumstehen, und irgendwann hat man Butter. Die Milch kommt von Kühen, die in Ställen stehen, die mittlerweile die Größe von New Yorker Stadtteilen haben. Aus den Zitzen werden, seit vielen Jahren vollautomatisch, Tausende von Litern Milch täglich abgesaugt, Tendenz steigend. Jeder Volkswirt weiß also: Der Butterpreis wird fallen. Die Realität aber lehrt uns, dass der Preis für ein halbes Pfund echte Butter in den vergangenen Jahren konstant bei 0,99 € gelegen hat. Dann schoss der Preis plötzlich auf das Doppelte (1,99 €), um nach wenigen Wochen auf 1,59 € zu fallen. Was immer die Höhe des Butterpreises bestimmt, eine solide betriebswirtschaftliche Kalkulation kann es also nicht sein.

Hochwertige kleveblog-Infografik: Butterpreis-Entwicklung bei Netto

Hochwertige kleveblog-Infografik: Butterpreis-Entwicklung bei Netto

In den Management-Etagen des deutschen Handels regiert offenbar die reine Willkür, oder, auch möglich, der nackte Wahnsinn. Zurück zur Butter. Seit Aldi-Süd Kühltheken eingeführt hat, befand sich die Butter relativ weit rechts. Ganz rechts stand die Milch, dann die Bio-Milch, und dann kam auch schon die Butter. Das alles hat sich seit einigen Wochen geändert, die Befüllung der Kühltheke ist komplett gespiegelt worden. Also: Milch und Butter ganz links.

Wie hat man sich vorzustellen, dass eine solche Entscheidung zu Stande kommt? Sitzt irgendwo in der Aldi-Zentrale in Mühlheim an der Ruhr ein gut bezahlter Manager, der in seinem Tagwerk ausgerechnet hat, dass, wenn in allen Filialen umgeräumt wird, der Umsatz um soundsoviel Prozent steigt, was die Kosten des Umräumens in ca. 17 Jahren amortisiert haben wird, und ab dann werde richtig Geld verdient? Kann ein so gestrickter Mann oder eine so gestrickte Frau dereinst den Kindern oder Enkeln mit stolzgeschwellter Brust berichten: „Ich war es, der bei Aldi die Milch nach links gestellt hat.“?

Fick mich?

Fick mich?

Die Ausschaltung des Gehirns hat offenbar System.

Mitten in der Stadt warb kürzlich die Zigarettenmarke Gauloises für Ihre Glimmstängel mit einem Plakat, das zwei junge Frauen zeigte, die gerade im Begriff zu sein scheinen, ihre Wäsche spontan zu tauschen, wie das offenbar im Leben der Mitarbeiter der verantwortlichen Werbeagentur ganz normal ist. Man solle den Moment leben, lehrt uns das Plakat, und weiter wird ausgeführt: „Überstunden, fliegender Wechsel, perfekter Auftritt.“ Die unteren fünf Prozent der Plakatfläche sind ausgefüllt mit dem vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Satz: „Rauchen ist tödlich.“ Vielleicht sollte man noch hinzufügen: „Und nur die wenigsten Frauen wechseln ihre Wäsche auf der Rückbank eines Autos.“

Im Protokoll des Meetings wird stehen: „Einstimmige Entscheidung für die Namensgebung Karli Kugelblitz“

Im Protokoll des Meetings wird stehen: „Einstimmige Entscheidung für die Namensgebung Karli Kugelblitz“

Bei Mitarbeitern von Werbeagenturen hegt der gemeine Betrachter allerdings gerne das Vorurteil, dass zu viel Koks die Sinne vernebelt hat (siehe: Frédéric Beigbeder, 99 Francs). Wie aber sieht es in den Niederungen des Gewerbes aus, dort wo vermutlich ebenfalls hochgebildete Menschen sich mit der Frage beschäftigen müssen, wie ein Schokocroissant, das am Ende des Tages in den Regalen des Discounters Netto zu finden ist, bezeichnet werden soll? Wie muss man sich ein „Meeting“ vorstellen – Konferenztisch, Produktmanagement, Marketing, Rechtsabteilung, Kekse –, an dessen Ende der Konsens steht, das Produkt „Karli Kugelblitz“ zu nennen? Es geht um eine für Kinder konzipierte, kalorienreiche Süßspeise, und auch wenn angenommen werden darf, dass viele junge Menschen immer fetter werden, könnte man eventuell auf die Idee kommen, dass die potenziellen Kunden nicht gerne den Satz hören: „Kugelblitz – das passt zu dir!“

3 Tabs gratis? Zuschlagen!

3 Tabs gratis? Zuschlagen!

Man hat sich von der völligen Abwesenheit von Intelligenz noch nicht ganz erholt, steht bei Netto in der üblichen Schlange – diesmal mit Julian Barnes‘ „Der Lärm der Zeit“ (20 €, Buchhandlung Hintzen) in der Hand – blickt nach links und schaut auf eine Packung Spülmaschinen-Tabs der Marke „Somat“, die dem Besucher des Discounters mit dem faszinierenden Alleinstellungsmerkmal „Festtagbox“ angeboten werden, offenbar in der Annahme, dass während der Festtage die Spülmaschine öfter läuft und deshalb – gratis! – drei zusätzliche Tabs hinzu gepackt wurden. Das nenne ich Weihnachten! Liebling, ich habe dir die Festtagsbox mitgebracht!

Vor vielen, vielen Jahren kamen meine Geschwister und ich einmal auf die grandiose Idee, unserer Mutter zu Weihnachten eine Fritteuse zu schenken. Wir wollten einfach mehr Pommes. Was soll ich sagen, es kam nicht wirklich gut an und war uns allen eine Lehre fürs Leben. Wie aber können Menschen, die vielleicht sogar Experten in ihrem Fachgebiet sind, allen Ernstes versuchen, Spülmaschinen-Tabs in Form einer „Festtagsbox“ an den Mann zu bringen – eine ziemlich grenzwertige Eingebung.

Trauern muss nicht teuer sein: Grabgestecke bei Aldi

Trauern muss nicht teuer sein: Grabgestecke bei Aldi

Nebenan bot übrigens Aldi zu Beginn des Novembers „Grabgestecke, exklusiv“ für 12,49 € an. Exklusiv? Und, diese Frage sei erlaubt, wie sehr muss der Hinterbliebene den Verblichenen hassen, um ihm noch ein Aldigrabgesteck, exklusiv, hinterherzuwerfen?

Zur Beweisführung, dass in weiten Teilen der freien Wirtschaft die Nutzung des Gehirns offenbar nicht mehr erwünscht ist, gehört zum krönenden Abschluss noch eine Produkt-Neueinführung aus dem Hause Nestlé. Der Konzern wird vielfach kritisiert, angeblich weil er in Entwicklungsländern dringend benötigtes Trinkwasser teuer verkauft, dazu sei auf die entsprechenden Seiten von Umweltorganisationen verwiesen. Nicht mein Thema.

Hier geht es um ein klassisches Wohlstandsprodukt, um den „Nescafé Espresso“ aus dem Hause des Konzerns. Harald Schmidt warb einst dafür, indem er einen Kaffeelöffel als „meine Espressomaschine“ bezeichnete. Und so war es auch – dieses Produkt war ein hochwertiger, wohlschmeckender Instantkaffee, auf den das Unternehmen meiner Ansicht nach stolz sein konnte.

Plötzlich, in den Supermärkten meines Vertrauens, blieben die entsprechenden Segmente in den Regalen unaufgefüllt. Nachfragen beim Personal ergaben, dass „Nescafé Espresso“ nicht mehr angeboten werde. Man denkt, es handele sich um eine verhängnisvolle Fehlentscheidung des Edeka-Managements, vorbei an allen Kundenwünschen. Vergrätzt wendet der langjährige Konsument sich an den WWW-Großhandel, und siehe da, von dort ist noch eine Lieferung von zehn Gläsern zu erhalten.

Natürlich sind auch diese nach wenigen Wochen verbraucht. Erneut wird das Internet zu Rate gezogen, doch diesmal findet sich das Produkt nicht mehr. Relativ enttäuscht fällt der Blick auf einen kleinen Aufkleber auf dem Deckel des letzten verbliebenen Glases. Dort teilt das Unternehmen den bisherigen Nutzern von „Nescafé Espresso“ mit, dass es dieses Produkt auslaufe und künftig ein neues Erzeugnis an seine Stelle treten werde.

Machen wir doch einfach mal eine private Marktforschung: Welches Produkt sieht wertiger aus?

Machen wir doch einfach mal eine private Marktforschung: Welches Produkt sieht wertiger aus?

Dieser Kaffee heißt nicht mehr „Nescafé“, sondern hat das Kunstwort „Azera“ verpasst bekommen, man darf vermuten, dass allein die Agentur, die für die Namensfindung zuständig war, dafür einen sechsstelligen Betrag erhalten hat. Trotzdem klingt es nach Anorexie. Es kommt noch schlimmer: „Azera“ wird nicht in einem wertig anmutenden Glas vertrieben, sondern in einer 08/15-Pappdose mit einem Plastikdeckel. Die Konsistenz des Pulvers ist weit weniger fein als beim Vorgängerprodukt, es löst sich nicht einmal richtig auf, und der Geschmack ist – verglichen damit – unterirdisch. Dafür hat die neue Marke einen Facebook-Auftritt, das ist doch was! Teurer ist das neue Produkt natürlich auch noch.

Wir haben also einen Konzern, der ein funktionierendes, hochwertiges Produkt vertrieben hat – und der trotzdem auf die Idee gekommen ist, dieses durch ein minderwertiges und zugleich teureres Erzeugnis mit einer deutlich schlechteren Anmutung zu ersetzen. Möglicherweise könnte dieser Schritt kurzfristig in einem sehr speziellen Segment ein paar Euro mehr an Gewinn in die Kasse des Konzerns spielen Warum?

Wie konnte es einer Horde von Brand Managern im idyllischen Vevey (CH) gelingen, etwas Gutes durch, sprechen wir’s ruhig offen aus, Schrott zu ersetzen? Eine Theorie: Die treue Kundschaft des verblichenen Produkts soll auf diese Weise dem vollends irrwitzigen, aber aus Konzernsicht deutlich lukrativeren Plastikkapselkaffee Nespresso zugeführt werden. Die Rechnung am Konferenztisch wird so ausgesehen haben: Ein Glas reichte für 80 Tassen, ein Instantespresso kostete uns also rund sieben Cent. Die Plastikdöschen mit dem Pulver werden für rund 40 Cent/Stück vertrieben. Preisanstieg: rund 500%! Da ist die gute Butter ja gleich schon wieder günstig. Und wir lassen es uns gefallen.

Das aber kann nur heißen: Wir sind verdammt.

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28 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 28. K. Brückenbauer II

    @27 GH

    Panama Papers, Paradise Papers….. Systemkritik…. natürlich kannst du deinen Jet offshore parken und hast die Mehrwertsteuer gespart.

    Echter niederrheinischer Kapitalismus findest du auf dem P1 – 50m vom Terminal. Für einen Tag und 5Minuten Parkzeit bezahlst du 38.-Euro.

    Da gibt es einige Portionen Butter für…

     
  2. 27. Günter Hoffmann

    Ich sehe Kritik im Blog an Merkels grandiosem Führungsstil ? Wie schön. Es geht doch immer nur um Kapital für das bekannte parasitäre Klientel. Kapitalismus ist nie mals Menschen freundlich. Was danach aussieht ist nur nur schmückendes Beiwerk um dem dummen Bürger zu suggerieren er hätte in diesem Menschen verachtendem System auch was zu melden .Panama lässt schön grüßen.

     
  3. 26. fietser

    “Wie muss man sich ein „Meeting“ vorstellen – Konferenztisch, Produktmanagement, Marketing, Rechtsabteilung, Kekse –, an dessen Ende der Konsens steht, das Produkt „Karli Kugelblitz“ zu nennen?”

    Ein solches Meeting könnte man sich in etwa so vorstellen:
    [youtube=https://www.youtube.com/watch?v=fpkGQUqnotg&w=640&h=390]

     
  4. 25. ???

    @24. Rüdiger Weizenkeim

    So kann man sich natürlich alles abgewöhnen….auch das Rauchen 😉

     
  5. 24. Rüdiger Weizenkeim

    Es gibt noch Steigerungen: Mittlerweile zeigt sich die Glimmstängl-Reklame mit Männern, aber ohne alles – im Schnee. Mit Schnee hat die Werbe-Idee auch sicherlich zu tun.

    Also: Erst gebraucht, dann gar nix mehr unten drunter. Da wundert es nicht, wenn Schießer Konkurs geht.

     
  6. 23. Rüdiger Weizenkeim

    Wenn das alles nicht hilft, schlage ich vor wir machen ein Happening: In großer Öffentlichkeit treffen sich zahlreiche Gäste in der örtlichen ZEN-trale und tauschen ihre fischige Unterwäsche miteinander – natürlich in Anwesenheit der Presse. Am besten ein Käse (!)-blatt…

     
  7. 22. Rüdiger Weizenkeim

    Wie sagte schon der große weise Chop-Sue (süß-sauer Nr. 17): Bevol Du flisst Deinen Älgel in Dich lein und bekommst Magengeschwüle schleib dahin wo helkommt:

    In den frühen 90ern als man sein Geschreibsel noch in eine Gabriele reinhackte habe ich mal dann und wann die Verursacher angeschrieben: Haribo, Telekom, Miele, Bauer, Müllermilch – oder was. Alles fein gereimt und siehe da: Sie antworteten ! Sogar oftmals (schlecht) gereimt aber immerhinque. Es gab auch noch etliche Gratisgaben – u. a. vier Paletten frischen Joghurt – frei Bordsteinkante.

    Also: Richte Deinen Ärger mal direkt an besagte Firmen und wir harren gespannt der Reaktionen….

     
  8. 21. Arbeitnehmer

    Nicht alle Arbeitgeber gehören Arbeitgeberverbänden an, die mit Gewerkschaften Tarifverträge aushandeln. Nicht wenige sind ausgetreten, um nicht an Tarife gebunden zu sein. Diese Arbeitgeber dürfen dann aber wenigstens nicht weniger zahlen als den Mindestlohn (mit Ausnahmen).
    Tarifabschlüsse gelten rechtlich gesehen immer nur für die Mitglieder der verhandelnden Gewerkschaft(en). Nur Letztere können sich wirklich darauf verlassen, wenn es eng würde. Viele Arbeitgeber wenden sie aber auf die gesamte Belegschaft an.

     
  9. 20. Wo ist der Ausgang?

    Für die Zeit zwischen den Jahren das Buch:
    “Ich bin raus – Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung” vom Briten Robert Wringham

    https://www.amazon.de/Ich-bin-raus-Arbeit-Verzweiflung/dp/3453270800/ref=cm_cr_arp_d_product_top?ie=UTF8

    Die Gier ist ein Hund (Niki Lauda)

     
  10. 19. Joseph Johann

    ???
    Angesprochen war der Mindestlohn und seine Handhabung. In vielen Tarifen, die zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften vereinbart sind, fehlen seit längerem die untersten Lohngruppen. Darum geht es. Aussage eines Gewerkschafters in einer Tarifverhandlung: Die untersten Lohngruppen können entfallen. Die Löhne werden doch schon immer höher ausgezahlt, als es der Tarif angibt. Das ist m.E. eine Ursache für die Einführung des Mindestlohnes.
    Das muss ja nicht für alle Tarifverträge gelten. Z. B. für das Baugewerbe gibt es vertretbare Lösungen.
    Mich stört ganz einfach die Ausnutzung der einfachen Leute, die man früher als Hilfsarbeiter bezeichnete.

     
  11. 18. rd

    @Messerjocke Karli für die Kinder, Chateau für den Vater.

     
  12. 17. ???

    Man wird doch nicht gezwungen, die angebotenen Waren zu kaufen!

    Es ist freie Marktwirtschaft………

    Die Zeiten, als es absolut NICHTS gab, haben wir in Europa, Gott sei Dank, im Moment überwunden.

     
  13. 16. Chewgum

    Auch no go: „Grabbesonderheit“ (Aldi, oben auf dem Foto) – die Bewertung des Massenprodukts wird hier gleich mitgeliefert, wie bei der „Festtagsbox“ – nicht mal mehr da halten sie sich raus

    Wenn man bedenkt, dass die Produkte, die man einkauft, konsumiert, die Atmosphäre des Alltags, die Lebensweise, die Haltung zum Leben, letztlich die Kultur mitprägen, ist das alles wirklich ein Trauerfall.

     
  14. 15. Chewgum

    Dieser ganze Unsinn mal in Worte gefasst. Ein Großteil der Deutschen nimmt das anscheinend hin ohne mit der Wimper zu zucken

    Es freuen sich ja heutzutage viele über einen Thermomix zu Weihnachten, wo sind wir bloß hingekommen. Nicht mal mehr rühren, abschmecken etc. wollen die Leute. Ja, ja, der Thermomix ist so praktisch. Nee. Auch der fertige Plätzchenteig in den Kühlregalen nicht.

     
  15. 14. Rüdiger Weizenkeim

    Es gibt auch Bauernmärkte die mit “regionalen” Produkten werben. Lemmingen gleich strömen sie herbei: Kunden aus Wesel, Dinslaken, Reckling- und Oberhausen. Was wird geboten ? Extradünner (weil maschinell nicht mehr zu schälen) Spargel – gerne auch mit trockenem Stumpf, braunfleckige Kirschen und matschige tropische Früchte aller Coleur aus dem Nachbarland denen die kosteninstensive Sondermüllentsorgung erspart blieb und denen ein Platz in der Biogas-Anlage auch nicht mehr vergönnt ist. Was lehrt uns das ? Macht nicht das was alle machen….

     
  16. 13. ???

    @10. Joseph Johann

    Es gibt es seit langer Zeit Tariflöhne

     
  17. 12. Joseph Johann

    Nachtrag:
    Es lohnt sich zu lesen:
    Ludwig Erhard, A. Müller-Armack: „Soziale Marktwirtschaft“ Manifest’72, ein Ullstein Buch

     
  18. 11. Joseph Johann

    Es gab mal eine Soziale Marktwirtschaft. Da haben wir gelernt, dass Preisfindung einer genauen kaufm. Kalkulation unterliegt. Das ist durch kartellwidrige Preisabsprachen, Preisfindung auf Grund von Nachfrage u.ä. anders geworden. Sale, Rabattsätze in Schaufenstern, Rabtkarten, Punktesysteme, Saisonverkauf usw. beherrschen heute den Markt.
    Der Mindestlohn von Frau Nahles ist genau so eine Missgeburt, wie die Rente mit 63. Beispiel: Ein Mindeslohn wird vereinbart, Stunden für Wegezeiten und Arbeitsvorbereitung etc. werden nicht bezahlt. Der DGB hat es über viele Jahre versäumt, Niedriglohnarbeit durch entsprechende Tarife zu bewerten. Der Migliederschwund ist also hausgemacht. Zum Glück gibt es auch noch Arbeitgeber, welche die Leistungen ihrer Mitarbeiter zu schätzen wissen. Da braucht es auch keinen Mindestlohn. Es gibt auch immer noch Arbeitgeber, die Überstundenzuschläge und Zuschläge für Sonntags- bzw. Feiertagsarbeit bezahlen. Die haben auch keine Existenzsorgen.
    Die aufwendige Werbung der großen REWE, EDECA, Kaufland usw. und ihrer Töchter muss ja bezahlt erden. Trägt dazu z.B. Lohnzurückhaltung bei.
    Seit vielen Jahren fehlt in unserer Regierung ein wirklicher Wirtschaftsminister. Ein Lehramtsstudierter, wie zuletzt, ist da doch wohl total fehl am Platze.
    Ich beende meine Ausführungen zu dem hervorragenden Artikel, um den Rahmen nicht zu sprengen, und hoffe, dass den Protagonisten uns doch noch eine tatkräftige Regierung bescheren. Bescherungen sind ja in dieser Jahreszeit an der Tagesordnung.

     
  19. 10. Markus van Appeldorn

    “Gute Butter”, Ralf, es heißt “Gute Butter” – nicht “echte” Butter.

     
  20. 9. ???

    „Nescafé“ bestand seit jeher nur aus künstlich aromatisierten Abfallproduktionen der Kaffeebohnen.

    Selbst in den Anbaugebieten wird den, dort lebenden Menschen, wenn überhaupt, nur „Nescafé“ angeboten, den sie gar nicht bezahlen, oder mangels Trinkwasser nicht zubereiten können.

     
  21. 8. ScoobyDoo

    Wir werden alle von Werbung manipuliert.Ob wir wollen oder nicht-etwas bleibt hängen. Eine Melodie,ein Spruch,ein Plakat…irgendetwas bleibt.
    Was nicht bleibt sind Werte…die inneren, die damit verbundene Glückseligkeit des „was war das früher schön“!
    Nutella ist „heller“ z.b

    Mir fehlt der Bärenmarke Bär und Fr.Antje…Meister Propper etc.pp
    Werbung, vor allem die alte (20 Jahre und mehr zurück) sitzt tiefer in meinem Hirn, als die heutige…echt !
    Palmolive…Sie baden gerade Ihre Finger da drin..:-)

     
  22. 7. Messerjocke

    Der Korken, links neben „Karli“, von einem Bordeaux? Schmeckt das zusammen?

     
  23. 6. ???

    Wer sich an Werbung orientiert, ist selber schuld!

    Butter wurde in den vergangenen Jahren allgemein zuerst preiserhöht, damit man vor Weihnachten den künstlich erzeugten Butterberg zu „Sonderpreisen“ für die Weihnachtsbäckerei wieder abkaufen soll, kann……

     
  24. 5. Rüdiger Weizenkeim

    Tant‘ Leni (89), sicherlich eine Umsatz-Stütze („…schmier‘ ma‘ ’n bißken dicker) der Butter-Industrie kommentierte den 2 Euro-Halbpfünder mit einem Wort: „Datisminockallegol…“

    Aber sie hat auch schon mehrwöchige Palliativ-Programme überlebt – vermutlich führt das zu einer gewissen Lässigkeit. Dieser Bewusstseinszustand ist nicht immer erstrebenswert, aber angesichts der Logik von Preispolitik und Werbestrategien zwangsläufig.

     
  25. 4. Sigrun Hintzen

    …tja, da hilft nur, nach der Lektüre von dem fesselnden Julian-Barnes-Buch über Schostakowitsch, sich mit dessen Streichquartetten aus dem Supermarktleben zurückzuziehen. Am besten mit allen 15. Das befreit!

     
  26. 3. Hyundai Azera Fahrer

    Nescafé .

    Der Kaffee scheint das Produkt aus der Kooperation von Hyundai und Nestlé zu sein.

    Die alte Form der Kaffeedose war einfach zu sexy und der Kaffee viel zu köstlich.

    R.D. Bitte mehr von diesen Texten.

     
  27. 2. deftigenRucola

    Wir verkaufen uns für dumm und machen Geld daraus.

     
  28. 1. Jürgen Böll

    Zu der Zigarettenwerbung, das ist sogar inzwischen einigen Franzosen ein Dorn im Auge.

    Vorstoß der Gesundheitsministerin Frankreichs Leinwandstars sollen weniger rauchen
    Denn Frankreichs Stars ohne Zigarette? Bislang selten. Denn nicht nur in den alten Filmen, sondern auch in aktuellen Produktionen wird geraucht was der Glimmstengel hergibt. Doch die Gesundheitsministerin will nun Grenzen setzen, die Ministerin: „Ich will, dass wir hier hart durchgreifen“

    Buzyn nahm die Kritik auf und kündigte an: „Ich will, dass wir hier hart durchgreifen. Es wird Maßnahmen in diese Richtung geben.“ Die frühere Leiterin des nationalen Krebsforschungsinstituts hatte im Land der legendären Gauloise allerdings nicht mit dem Protest gerechnet, der daraufhin losbrach.
    Vor allem die Regisseure wiesen darauf hin, dass sie in ihren Filmen nur die Wirklichkeit abbilden.

    http://www.rp-online.de/panorama/ausland/frankreichs-leinwandstars-sollen-weniger-rauchen-aid-1.7221560