Bingo spielen, Waffeln backen für Scientific Freshers: Dubiose Praktika sorgen an der Hochschule Rhein-Waal für Ärger

rd | 26. August 2016, 12:00 | 25 Kommentare
Einladung zur Reflexion: An der Hochschule Rhein-Waal wird über die Scientific Freshers diskutiert (Foto: Klaus Oberschilp)

Einladung zur Reflexion: An der Hochschule Rhein-Waal wird über die Scientific Freshers diskutiert (Foto: Klaus Oberschilp)

Es wird getrickst, getäuscht und gelogen: Einmal mehr sorgt das Institut Scientific Freshers, geleitet von den beiden Professoren Dr. Torsten Brandt und Dr. Dirk Untiedt, an der Hochschule Rhein-Waal für Erschütterungen. Diesmal geht es um Mauscheleien bei Praktika, die zumindest weit jenseits der Grenzen des Anstands sind, womöglich sogar justiziabel – und die auf jeden Fall den guten Ruf der Hochschule gefährden.

Was ist passiert? Die Scientific Freshers GmbH, ein auf Initiative der Gründungspräsidentin Prof. Klotz an die HRW angeflanschtes Institut („An-Institut“), vermittelt Ausländern die Chance zu einer Art „Express-Abi“: Die Gesellschaft bietet jungen Menschen, zum größten Teil Chinesen, einen zwölfmonatigen Intensivkurs, an dessen Ende eine Prüfung steht. Wird diese bestanden, können die Absolventen an ausgewählten Hochschulen (unter anderem in Kleve) studieren.

Ein Bild aus glücklichen Tagen: Prof. Brandt (von r.), Prof. Klotz, Prof. Julian Vincent, Prof. William Megill, Prof. Julian Vincent (anlässlich der Verleihung einer Honorarprofessur, 2015)

Ein Bild aus glücklichen Tagen: Prof. Brandt, Prof. Klotz, Prof. Julian Vincent, Prof. William Megill (von rechts, anlässlich der Verleihung einer Honorarprofessur, 2015, Foto: HSRW)

Für die beiden Professoren der Hochschule Rhein-Waal (Brandt ist sogar Dekan der Fakultät Technologie und Bionik), denen Klotz das Institut zuschanzte, ein lukrativer Nebenjob, ein Millionengeschäft sogar. Hundert Teilnehmer hatte der aktuelle Jahrgang, jeder von ihnen zahlt 16.000 Euro. Im Preis enthalten, so verlautete, seien neben Unterkunft und Unterricht auch zwei Exkursionen, eine nach Berlin und eine nach Amsterdam.

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Im ehemaligen Schwesternwohnheim der Landesklinik leben die Scientific Freshers

Und im Preis enthalten ist darüber hinaus ein achtwöchiges „Vorpraktikum“, das für die Einschreibung an der Hochschule Rhein-Waal zwingend erforderlich ist und das von einem Professor anerkannt werden muss. Doch bei der Umsetzung hapert es offenbar. Wer in der Hochschule danach fragt, stößt allerdings auf eine Mauer des Schweigens. Doch die Puzzleteile, die kleveblog in Recherchen zutage förderte, ergeben ein Bild, dass zeigt, dass die Vorschriften der Hochschule zumindest großzügig ignoriert werden – und dass es auch mit der Wahrheit nicht sonderlich genau genommen wird.

Fest steht erstens: Scientific Freshers (also Teilnehmer des Studienkollegs) leisten diese Zeit nicht wie vorgeschrieben in Industriebetrieben ab. Statt dessen erhalten sie die Gelegenheit, die acht Wochen entweder bei der Karl und Maria Kisters Stiftung oder im Theodor-Brauer-Haus, einer gemeinnützige Einrichtung, die sich eigentlich der Förderung lernschwacher Schüler verschrieben hat, zu verbringen.

Berufsvorbereitung im Theodor-Brauer-Haus (Screenshot aus Imagevideo des TBH)

Berufsvorbereitung im Theodor-Brauer-Haus (Screenshot aus Imagevideo des TBH)

Die Kooperationen mit den Bildungsträgern erfolgten offenbar vor dem Hintergrund, dass Chinesen ohne Deutschkenntnisse und mit nur rudimentären Englischkenntnissen vermutlich nur wenig Erfolg hätten, am Niederrhein auf eigene Faust einen Praktikumsplatz zu finden. Deshalb schloss die Scientific Freshers GmbH Verträge mit dem Theodor-Brauer-Haus und mit der Karl und Maria Kisters Stiftung über die Aufnahme von Praktikanten ab. In beiden Einrichtungen gibt es Werkstätten, da mag man denken, das kommt der Sache ja schon recht nahe.

Belegt ist darüber hinaus zweitens, dass die Teilnehmer in beiden Einrichtungen nicht – wie in den Praktikumsvorschriften gefordert – ganztags beschäftigt werden, sondern nur vormittags, so dass rechnerisch statt der acht Wochen nur vier Wochen zusammenkommen.

Fakt ist drittens, dass die vorgeschriebenen Inhalte der Praktika teilweise grob verfehlt werden. Beispielsweise sehen die Regularien der Fakultät Technologie und Bionik vor, dass die Zulassung eines Studenten zum Maschinenbau-Studium den Nachweis „relevanter praktischer Erfahrungen in einem oder mehreren Industrieunternehmen“ voraussetzt. Die Inhalte sollten mit den späteren Studiengängen in Zusammenhang stehen – stattdessen beschreiben verschiedene Teilnehmer in ihren eigenen Berichten, dass sie damit beschäftigt waren, Essen zuzubereiten, Museumsausflüge zu machen oder Bingo zu spielen.

Bingo!

Ein Beispiel: Das „industrienahe Praktikum“ im Theodor-Brauer-Haus bestand am Freitag, 14. Juli 2014, offenbar aus einer einzigen Tätigkeit – Backen! Eine Gruppe stellte unter Aufsicht Muffins her, eine andere Waffeln, und die dritte bereitete landestypische Frühstücksspezialitäten vor. Später, so heißt es in einem in englischer Sprache verfassten Bericht eines Teilnehmers, habe man gemeinsam mit den Mitarbeitern und Lehrern gefrühstückt. Mehr ist ausweislich des Berichts an diesem Tag nicht passiert.

Waffeln backen unter Aufsicht: Einblicke in die Praktikumswirklichkeit

Waffeln backen unter Aufsicht: Einblicke in die Praktikumswirklichkeit

Auch in anderen dieser Berichte tauchen zahlreiche bemerkenswerte Tätigkeiten auf. Mal ist von einem Museumsbesuch die Rede, mal wird Wäsche gewaschen, einmal wird notiert, dass – angeblich zur Vertiefung der erworbenen Kenntnisse – Bingo gespielt worden sei. Ein Student schreibt, und man weiß nicht, ob es nicht eventuell ironisch gemeint ist, über eine „session about arranging food in a refrigerator“, also darüber, wie Lebensmittel in einem Kühlschrank hinzustellen sind. Fachrichtung des Praktikums: Engineering (Electronics).

Man muss schon sehr milde gestimmt sein, um in vielen dieser Tätigkeiten auch nur näherungsweise einen Bezug zum späteren Studium zu entdecken.

Doch nicht nur die Inhalte sorgen für Anstoß. kleveblog liegen zwei Praktikumsberichte vor, in denen nachweisbar gelogen wurde. Die Praktikanten haben an Tagen Tätigkeiten eingetragen, die nicht stattgefunden haben können, weil es sich um gesetzliche Feiertage handelte.

Ohnehin erwecken die Praktikumsberichte den Eindruck, die Studenten seien dort ganztags beschäftigt. Das aber stimmt so nicht. „Das Praktikum dauert acht Wochen, die Studenten sind von acht bis 13 Uhr bei uns“, sagt beispielsweise Michael Rübo, Geschäftsführer der Kisters Stiftung. Das aber ist nur halbtags.

Dieser Umstand fiel in den Berichten dadurch auf, dass an einer Stelle ein Praktikant schrieb, der (ausgefallene) Brückentag sei später an einem Nachmittag nachgeholt worden – was natürlich nur dann möglich ist, wenn der Nachmittag normalerweise frei ist.

Offenbar gab es mehrere Fälle, in denen ein Professor, der diese Praktikumsberichte abzuzeichnen hatte, sich aufgrund der eklatanten Mängel querstellte. Eine Reaktion gab es nicht. Auf die spätere Nachfrage, wie das Problem mit diesen Praktika gelöst worden sei, kam dann die trockene Antwort, diese seien in der Zwischenzeit von einem anderen Professor (Name der Redaktion bekannt) unterschrieben und damit anerkannt worden.

(Imagevideo des Theodor-Brauer-Hauses)

Angesichts dieser dubiosen Umstände verwundert es, dass eine hochschulinterne Prüfung keinerlei Grund zur Beanstandung fand. Allerdings könnte man zu der Vermutung gelangen, dass die Prüferin nicht unbefangen an ihren Auftrag herangegangen ist. Die mit der Aufgabe betraute Juristin ist mit der Materie Scientific Freshers bestens vertraut – sie hat damals, noch unter der Ägide von Professor Dr. Marie-Louise Klotz, die Verträge mit ausgearbeitet, die dem Institut seinen besonderen Status sichern, obwohl dies laut Gesetzestext eigentlich gar nicht zulässig gewesen wäre (siehe hier: Was erlauben Klotz? Reifeprüfung: „Diskussionen“ um Scientific Freshers an der Hochschule Rhein-Waal).

Die fragwürdigen Vorgänge erklären auch, wieso es im Hochschulrat, einem zehnköpfigen Gremium, das sich unter anderem mit der strategischen Ausrichtung der Hochschule beschäftigt, „Diskussionen“ zu diesem Thema gibt. Es gebe Kräfte, so ist zu hören, die bestrebt sind, das ganze Institut so schnell wie möglich loszuwerden. Denn die Tricksereien der Scientific Freshers gefährdeten nicht nur den Ruf der Hochschule an sich – sie belasteten das Verhältnis von Studenten untereinander ebenso wie das der Professoren, und sie bedrohten eines der höchsten Güter einer Hochschule überhaupt: die akademische Integrität des Personals. Forschung und Lehre sind der Wahrhaftigkeit verpflichtet. Wie aber steht es um die moralische Autorität der Personen, die in dieses System verstrickt sind?

*

Die kleveblog-Redaktion hat selbstverständlich den beiden Scientific-Freshers-Geschäftsführern die Gelegenheit gegeben, zu den dokumentierten Sachverhalten sowie zu noch nicht berichteten Aspekten Stellung zu nehmen und per Mail und schriftlich einen detaillierten Fragenkatalog zugestellt. Es erfolgte keine Reaktion.

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25 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 25. i.A. Christin Hasken, Pressesprecherin Hochschule Rhein-Waal

    Die Hochschule Rhein-Waal prüft die auf „kleveblog“ beschriebene Situation der Organisation bzw. Anerkennung von Grundpraktika, wird aber vor einer umfassenden sachlichen, wie auch rechtlichen Prüfung keine weitere Stellungnahme dazu abgeben.

     
  2. 24. Markus van Appeldorn

    Chocolatelover, ich korrigiere Sie dahingehend, dass Sie als Nutzer eines Medienangebots einfach keinen Rechtsanspruch auf Veröffentlichung eines Kommentars haben. Und wenn Sie von der Berichterstattung nicht betroffen sind, haben Sie auch keinen Anspruch auf Gehör. Die Kommentarfunktion ist gleichermaßen ein Instrument von Service und Marketing, um Lesernähe herzustellen. Wenn ein Kommentar nicht veröffentlicht wird, hat das nichts mit Zensur zu tun, sondern es obliegt der freien (in manchen Fällen freilich auch rechtlich zwingenden) publizistischen Entscheidung der Redaktion oder des Herausgebers / Betreibers eines Blogs.

     
  3. 23. Chocolatelover

    @ Markus van Appeldorn

    Sie vergessen, dass eine Zensur nicht nur auf staatlicher Ebene stattfinden kann – auch andere Organe, Firmen, private Personen etc. können Zensur betreiben. Die Definition besagt, dass Zensur „in der Regel“ auf staatlicher Ebene erfolgt. Korrigieren Sie mich, aber ich schließe daraus (mit meinem vermutlich laienhaften Wissen), dass Zensur auch anderswo und durch anderswen betrieben werden kann und auch betrieben wird.

    @ rd 20

    Konkrete Belege bleiben auch Sie schuldig – Sie behaupten nur, geben an „sichere Quellen“ zu haben, benennen diese aber nicht. Daher kann hier auch niemand beurteilen, wie sicher und vor allem wie ehrlich und unvoreingenommen Ihre Quellen tatsächlich sind. Insofern sehe ich keine Notwendigkeit, mein fundiertes Wissen belegen zu müssen. Wie es scheint, haben wir zumindest dies gemeinsam. 😉

    In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute – eine Diskussion mit Menschen, die sich nur eine Seite einer Geschichte anhören und diese für bare Münze nehmen, ist es nicht wert geführt zu werden.

     
  4. 22. Markus van Appeldorn

    Chocolatelover, Sie verwechseln da begrifflich etwas. Zensur ist ein obrigkeitsstaatlicher Vorgang. Dabei schränken Inhaber staatlicher Macht die öffentliche Verbreitung von Meinungen oder Nachrichten ein. Wenn dagegen der Herausgeber eines privatwirtschaftlich betriebenen Blogs Ihren Kommentar nicht publiziert, ist das einfach Pech gehabt. Sie haben keinen Anspruch auf Veröffentlichung oder eine Begründung für eine Nicht-Veröffentlichung, genau so wenig wie Sie Anspruch auf Einlass in eine Disco haben, wenn der Hausherr / Türsteher keinen Bock auf Sie hat. Dann steht es einem frei, einen eigenen Blog oder eine eigene Disco zu eröffnen.

     
  5. 21. kleinendonk

    man kann auch unter seinem richtigen Namen Posten – unter meinen Bildern steht auch mein Name und der erhöht nicht meinen Umsatz im Gegenteil

     
  6. 20. rd

    @Chocolatelover Der 2. Absatz ist natürlich Quatsch. Sie schreiben von „hanebüchen“ und Unwahrheiten, bleiben aber Belege schuldig. Was aber ist davon zu halten?

     
  7. 19. jean baptiste

    @15 Chocolatelover über 14 und 16 rd

    Berücksichtigen Sie bitte, daß Posts unter Pseudonym presserechtlich (und strafrechtlich) unter die rechtliche Verantwortung von rd fallen.

    Wenn man das umgehen möchte muß man entweder auf zweifelhafte Aussprüche und Behauptungen verzichten, oder es unter seiner echten Identität veröffentlichen.
    Zeitungen drucken Ihren Kommentar aus diesem Grund auch erst nach tel. Rückruf ab um eventuelle Klagen wegen Beleidigung/Verleumdung prompt an den Verfasser weiterleiten zu können.

    Nebenbei bemerkt: Zensur wäre was anders, dann würden einige Passagen in Ihrem Post gestrichen sein .
    Rd entscheidet sich manchmal, einen Post nicht zu veröffentlichen um sich und Ihnen Probleme zu ersparen. .
    In Ihrem Fall ist das bedauernswert, ich wäre bestimmt nicht der Einzige, der gespannt wäre, was wir jetzt nicht lesen werden.

     
  8. 18. Chocolatelover

    @rd

    Tun Sie sich keinen Zwang an – wenn ich nicht gewollt hätte, dass mein Kommentar gelesen wird, dann hätte ich diesen nicht verfasst.

    Es ist mehr als deutlich, dass Sie gegen bestimmte Personen sind und Sie würden hier alles schreiben, was nach „Skandal“ riecht, egal ob es stimmt oder nicht. Sobald jemand für die angegriffenen in die Bresche springt und Partei ergreift wird entweder zensiert oder weitere hanebüchenen Geschichten erzählt, die die bisher verbreiteten Unwahrheiten unterstreichen sollen – das ist einfach nur traurig.

     
  9. 17. rd

    @Chocolatelover Die Antwort war als Service für Sie gedacht. Der Kommentar war eine Mischung aus halbgarer Unterstellung und lahmer Beleidigung. Ich kann ihn gerne wiederherstellen, damit die anderen Leser darüber urteilen können.

     
  10. 16. Chocolatelover

    @rd

    Herrlich – den Kommentar kommentieren aber nicht veröffentlichen. Der beste Beweis dafür, dass hier nur zensiert veröffentlicht wird. Alles, was nicht ins Bild passt, wird halt einfach weggelassen oder dementiert. Na SOWAS nenne ich mal fundierte Recherche, ich lach mich schlapp! 😀

     
  11. 15. rd

    @chocolatelover Ich werde ganz bestimmt nicht meine Klappe halten, und Ihre Sorge um meine Quellen ist unbegründet.

     
  12. 14. Chocolatelover

    An den Verfasser dieses Berichtes:

    Ich würde mich an Ihrer Stelle einmal fragen, wie sehr man sich auf eine sogenannte „Quelle“ verlassen kann, die die Praktikumsberichte von Studierenden einfach an Dritte weitergibt…

    Wie auch bereits in meinen Kommentaren zu einem vorangegangenen Post geschrieben, finde ich es unmöglich einfach irgendwelche Behauptungen aufzustellen.

    Es gibt da einen passenden Spruch, den ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen kann:

    „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten!“

     
  13. 13. jean baptiste

    Nachtrag zu 10.

    Manchmal hat man ja schon den Eindruck, man schreibt einfach für die Tonne.
    Im Fall SF scheint das nicht so zu sein. Auch wenn für rd niemand zur Verfügung steht, seine Fragen zu beantworten, wenn die falsche Postleitzahl und die falsche UStID Nr. moniert wird ist das innerhalb der kürzesten Zeit auf der Website behoben, auch wenn man in Ermangelung der UStID dann einfach seine Steuernummer angibt.
    In Umkehrung einer englischen Redewendung könnte man vielleicht sagen :
    the lights are off but sombody`s home- (and is following kleveblog).

     
  14. 12. jean baptiste

    @7. Student
    Werter Student, auch wenn mich so ein Gefühl beschleicht, daß Ihr Studentensein schon etwas länger zurückliegt, egal, aber irgendwie werden Sie ihrer eigenen Ankündigung nicht gerecht.

    Sie stellen hier nichts richtig, sie dementieren nur.
    Warum stellen Sie denn nicht richtig?
    Anstatt „Der aktuelle Jahrgang hatte nicht 100 Teilnehmer.“ hätten Sie dir korrekte Zahl nennen können, der Satz würde sogar noch kürzer ausfallen.
    Gleiches bei „Die Teilnehmer zahlen nicht 16.000 Euro“ , wieviel sind es denn wirklich ?
    Daß das Schreiben eines Kommentars Zeit kostet stimmt, aber wer zwingt Sie denn dazu ?
    Weshalb fühlen Sie sich denn angesprochen?
    Nicht genug Praktikumsplätze …. Das industrielle Praktikum ist nicht an eine Region oder ein Land gebunden, aber es ist Teil des Studiums und zwingend zu absolvieren und nachzuweisen.
    Demnächst gibt es nicht genug Laborplätze für den Studiengang …. schenken wir den Studenten dann den Abschluß (eventuell gegen Zahlung einer gewissen Summe)?
    Sie sprechen dauernd für „Ihre“ Profs , wie kann das eigentlich, wenn die im Urlaub sind?
    „Ihre Steuergelder“ … herzlichen Glückwunsch, dann brauchen Sie ja kein BAFÖG .
    „Express-Abi“ klar, salopp formuliert, aber Sie befinden sich in einem Blog, offiziell handelt es sich um eine Zulassungsprüfung.
    Aber weshalb werden die Bildungsabschlüsse denn nicht anerkannt ?
    Weil sie kein gleichwertiges Abi darstellen.
    „Diplom“ : klar, es heißt heute offiziell(Bologna Prozeß) Bachelor- oder Master-Abschluss, aber weshalb so feinfühlig , was gemeint ist wissen Sie ja schon ?
    Der Wert der Abschlüsse hängt nicht vom Wert der Vorpraktika ab .
    Aber die Gültigkeit des Abschlusses schon. Und wertlos ist halt wertlos.
    Wenn man die Kriterien zur Zulassung nicht erfüllt, und dazu zählen nun mal u.a. ein 3-monatiges Industriepraktikum, darf man erst gar nicht zur Prüfung zugelassen werden.
    Das haben ja einige für die Anerkennung des Praktikums zuständigen Professoren genauso gesehen.
    Ihr Post ist einfach eine Aneinanderreihung von Rechtfertigungsversuchen, warum man meint, bei SF um des schnöden Mammons wegen massiv gegen bestehende Regelungen und Gesetze verstoßen zu dürfen .
    Die Geschädigten sind die ehrlichen Absolventen, die alle Auflagen erfüllen, und demnächst im Einstellungsgespräch wegen der Qualität ihres Abschlusses an der HSRW belächelt und abgelehnt werden.

     
  15. 11. Hansi Dahinterseher

    @Student:
    Was haben Sie denn so im Praktikum gemacht? Auch nur halbtags mit Bingo und Backen? Hoffentlich nicht. Wie finden Sie es denn, dass andere Studenten nur halb so viel Praktikum machen mussten wie Sie (also eine reduzierte Leistung erbringen mussten), weil die an die Geschäftsführer vorher Geld überwiesen haben? Finden Sie es ok, dass dafür gesorgt wurde, dass ein abgelehntes Anerkennungsverfahren doch durchgewunken wird. Und noch eine Frage an den Insider: Wie schwierig ist es denn wirklich für ausländische Studenten, die nicht Scientific Freshers sind, ein korrektes Praktium in der Industrie zu finden?

     
  16. 10. jean baptiste

    @8 Otto
    muss ich dir kräftig widersprechen, lieber Otto, das ist nicht „in der Nähe von … “ , das ist voll und ganz “ im … “

    @9.rd
    ich muss Student Recht geben , die 16.000 stimmen vermutlich nicht , nach eigener Angabe SF (heute mittag noch erreichbar, jetzt ist der Link tot) im jetzigen akademischen Jahr eur 17.500 , wovon vermutlich 500 als Kaution dienen , allerdings sehr schwammig formuliert.
    Da Aachen EUR 20.000 verlangt, ist am Betrag selbst eigentlich nichts anzumerken.

    Aber es ist ja noch schlimmer um SF bestellt, als mir bisher je aufgefallen ist.
    1. Eigenangabe SF : Scientific Freshers GmbH Brückenweg 5 45771 Bedburg-Hau .
    Die PLZ 45771 wird konsequent an allen möglichen Stellen angegeben, http://www.scientific-freshers.de/ wie auch http://www.spraachen.org/en/education-projects/scientific-freshers/ , stimmt aber nicht.
    Könnte man als freudsche Fehlleistung abtun, käme da nich gleich das nächst umn die Ecke :
    2. Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE 127 056 261 …
    Auch diese Angabe findet sich an mehreren Stellen, hier ist der Schönheitsfehler, daß diese aber der Ruhr-Uni Bochum gehört.
    Aber gemessen am grossen Thema Legalität der Konstrukte rundum SF sind diese Details ja nur Makulatur.

     
  17. 9. rd

    @Student Die Zahl der SF stammt von Prof. Untiedt, der wird es wohl wissen. Die SF (oder deren Eltern) zahlen 16.000 Euro, dazu gibt es diverse Presseberichte. Über die Qualität der SF möchte ich nicht streiten, der Artikel thematisiert lediglich die Praktika, die nicht oder nur teilweise den Regularien entsprechen und in denen falsche Angaben gemacht werden, sodass deren Qualität in Zweifel gezogen werden kann (was ja im Übrigen auch an der Hochschule geschehen und dann umgangen worden ist). Und dass zwei Geschäftsführer einer Millionenfirma über einen Zeitraum von fünf Tagen nicht zu erreichen sind, ist Organisationsverschulden.

     
  18. 8. otto

    jean babtiste,

    du bist mir mit den mafiösen Strukturen zuvor gekommen. Hier geschieht solches unter dem Mantel des „Bürgerlichen“. Immer neu, immer in der Nähe des Ungesetzlichen, ausschließlich zum Wohle einiger Ehrenmänner/Frauen.

     
  19. 7. Student

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    einige der hier getroffenen Aussagen sind nicht wahr und die würde ich gerne richtigstellen:

    Der aktuelle Jahrgang hatte nicht 100 Teilnehmer.

    Die Teilnehmer zahlen nicht 16.000 Euro

    Das Vorpraktikum zwingend zur Einschreibung erforderlich. Es kann bis zu Ende des dritten Semesters und auch noch (auf Antrag beim Prüfungsausschuss) darüber hinaus nachgereicht werden und meinen Schätzungen zufolge machen 80-95% der Studierenden das Praktikum im Laufe ihres Studiums.

    Nicht nur Chinesen, sondern alle Studierenden ohne Deutschkenntnisse und auch sehr viele mit, haben keine Chance in der „Metropolregion“ Kreis Kleve einen Praktikumsplatz zu finden. 300 Praktika pro Jahr kann die lokale Industrie gar nicht leisten.

    Was die Antwort der Profs zu Ihrem Artikel angeht:
    1. Die sind z.Zt im Urlaub, und da würde ich von niemandem eine Antwort erwarten.
    2. Diesen Kommentar zu schreiben hat mich viel zu viel Zeit gekostet, wenn meine Profs, die von meinen Steuergeldern bezahlt werden Zeit hätten so etwas zu tun wäre ich sauer…zumal deren Antwort wahrscheinlich viel Ausführlicher wäre, da die beiden wahrscheinlich noch viel mehr richtig zu stellen hätten, dank Ihrer lückenhaften Recherche.
    (und bevor jetzt ein Kommentar kommt von wegen: „ ..die haben aber genug Zeit für SF…“, dann können sie ja mal einen der SF Absolventen fragen wie oft sie einen der beiden dort gesehen haben…)

    @jean baptiste:
    Die Schüler bei SF machen kein Express-Abi. Alle Teilnehmer verfügen über Bildungsabschlüsse. Diese werden in Deutschland allerdings nicht anerkannt. Das/die relevante Wissen/ Fähigkeiten vieler Teilnehmer zu Beginn des Programms übersteigt jedoch das wissen vieler fertiger Abiturienten (und da nehme ich mich selbst nicht aus)hier zulande. Einige der Schüler bei SF machen das Programm auch als Vorbereitung auf Ihr Studium in Deutschland auch wenn sie direkt zugelassen werden könnten.
    Von Qualitätsmängeln in der Lehre zu sprechen halte ich außerdem für falsch, zumal alle Lehrkräfte im Bereich Mathematik und Physik an der Hochschule Rhein-Waal unterrichten bzw. unterrichtet haben.

    An der HSRW kann man kein Diplom machen.

    Was den Wert der Abschlüsse angeht, dass dieser nur davon abhängt, wie gut das Vorpraktikum einer Teilgruppe war fände ich als Absolvent sehr traurig…
    Viel schlimmer fände ich es da wenn die HSRW Herrn Laschet als Lehrbeauftragten berufen würde. Und trotz der Affäre Laschet ist die RWTH immer noch eine der, wenn nicht die, Uni mit dem besten Ruf in ganz NRW.

    Zu meiner Person:
    Ich bin Student der HSRW in der Fakultät Technologie und Bionik, zudem kenne ich sehr viele der ehemaligen Schüler von SF und auch viele der Lehrkräfte von SF die ich alle als sehr kompetent wahrgenommen habe, was für einige der an der HSRW lehrenden nicht gilt.

     
  20. 6. jean baptiste

    @rd
    „Die kleveblog-Redaktion hat selbstverständlich den beiden Scientific-Freshers-Geschäftsführern die Gelegenheit gegeben, zu den dokumentierten Sachverhalten sowie zu noch nicht berichteten Aspekten Stellung zu nehmen und per Mail und schriftlich einen detaillierten Fragenkatalog zugestellt. Es erfolgte keine Reaktion.“

    Ach, Sie sind doch nicht ungeduldig ?
    http://www.scientific-freshers.de/ verspricht doch „Would you like to learn more about our program or do you have questions regarding our educational system, accomodation or our cooperation-partners? Send us your email and we will reply as soon as possible.“

    AS soon AS possible ….
    Unsere Redewendung „Sankt Nimmerleinstag“ übersetzt der Brite mit : until the cows come home .

    Bei dem Wetter kann das aber dauern, bis die Kühe wieder heimkommen …

     
  21. 5. jean baptiste

    Die angeprangerten Tatsachen stellen schon einen vielfachen schweren Rechtsverstoß dar, das unterliegende Problem in diesem Sumpf ist aber doch viel schlimmer.
    Ein vernünftiger Mensch (und anscheinend auch einige redlich denkende Lehrkörper der HSRW) kann sich nicht vorstellen, daß in der Hochschule Falschbeurkundung , Umgehung von Zulassungsvoraussetzungen und „kreative“ interpretation von Gesetzen zur Normalität gehören.
    Man bekommt den Eindruck, daß dort mafiaähnliche Strukturen herrschen.
    Die Eheleute Kisters haben sich als Ziel ihrer Stiftung bestimmt etwas ganz anders vorgestellt, als was hier mit den Freshmen abläuft.
    Auch die Eltern der Freshmen werden sich etwas anderes für die Verwendung ihrer 16.000 EUR vorstellen als das, was ihren Sprößlingen tatsächlich beigebracht wird.
    Aber das ganze Ausmaß der Katastrophe wird doch erst deutlich, wenn man die eklatante Schändung von Zulassungs – Prüfungs – und Studienordnung betrachtet.
    Ein nicht ordnungsgemäß absolviertes Praktikum wird ja nicht dadurch ordnungsgemäß, daß man irgendeinen Professor findet, der das trotzdem abnickt.
    Erstaunlich ist auch, daß trotz all dieser Qualitätsmängel die „Turbo-Abi“ genannte Abschlußprüfung geschafft wird , entweder sind die Freshmen Naturtalente, oder auch hier wird massiv getäuscht und betrogen.
    Wenn wirklich eine 6-bis 7- stellige Summe mit den SciFresh. erwirtschaftet wurde, zeigt das auch, daß Mittel (öffentliche bzw aus Stiftungen ) bestimmungswidrig in die „Ausbildung“ der Kandidaten geflossen sein müssen.
    Aufwendungen für Unterkunft, Verpflegung, Unterricht, Prüfungsgelder , Taschengeld, Reisen …, von den 16.000 abgezogen, hätten auch bei 100 Absolventen und mehreren Jahren vermutlich keinen Millionenbetrag übrig gelassen.
    Wie lange dauert es eigentlich noch, bis Staatsanwaltschaft, Finanzbehörden (Zoll) und die zuständigen Bildungsbehörden http://www.wissenschaft.nrw.de/hochschule/ hier mit Ermittlungen Klarheit schaffen.
    Wenn sich kein anderer traut, das große Aufräumen in Gang zu bringen wäre eine Anzeige durch Frau Präsidentin Naderer ein löblicher Anfang.

    Außerdem stellt sich noch eine weitere Frage, wie reagieren eigentlich die anderen Bildungsinstitute in Aachen, Duisburg-Essen , Fachhochschule Südwestfalen, die die Ausbildung von SF in Kleve anerkennen ?

    Wie die Sache auch enden wird, der Schaden am Ruf der HSRW und am Wert seiner Diplome kann sehr nachhaltig ausfallen, und damit wäre auch der Name von Kleve selbst beschädigt.
    Wie schwerwiegend sich so etwas auswirken kann, kann man an der Affäre Hogeschool INHolland“ http://www.volkskrant.nl/binnenland/-bijna-kwart-van-alle-studenten-inholland-kreeg-onterecht-diploma~a1881485/ ablesen.

     
  22. 4. Markus van Appeldorn

    Kleinendonk, von akademischen Veranstaltungen hast du scheinbar keine Ahnung. Das sind keine Knobelkurse, sondern Proseminare cube gambling für die Fakultät economics & life sciences.

     
  23. 3. kleinendonk

    Markus und Co. geben noch Knobelkurse im Früh – Eintritt 1 Kölsch

     
  24. 2. Markus van Appeldorn

    Um bei der Durchlässigkeit von Bildungskarrieren endlich gerechte Zustände herzustellen, sollte die HRW für alle Absolventen des Theodor-Brauer-Hauses und der Kisters-Stiftung einen neues akademisches Angebot eröffnen: Protected college waffle baking, breakfasting and museumizing.

     
  25. 1. Benno

    Wenn ich das lese, fällt mir dieses hier ein: http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr2/wdr2-kabarett/audio-schulbeginn-100.html

    Und Sie, Ralf, fragen nach der moralischen Autorität? Gier frisst Hirn fällt mir dazu nur ein!

    Benno