Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Sebastian Wessels hat recht. Ich habe der Seite KLE-Point, die er irgendwie verantwortet (“Leiter”), für meinen Bericht “Eine kleine Dienstwagengeschichte” ein Foto entnommen, ohne zu fragen, ob ich das darf. Die Basis dieses Berichts war eine Pressemitteilung (inkl. Foto) der Gemeinde Bedburg-Hau, die auf KLE-Point eingestellt ist.
Zu meiner Entschuldigung sei gesagt, dass es schlichtweg außerhalb meines Vorstellungsvermögens lag, dass dieser verpixelte Schrott, dessen zentrales Bildmotiv von ca. 40 Leuten verdeckt wird, tatsächlich von einem dieser üblicherweise in blauen Westen gewandeten Lichtbildner des Hauses KLE-Point stammt. Ich hatte eher so auf die Handykamera eines der Teilnehmer getippt, als Anlage zu einer Pressemitteilung. So kann man sich täuschen!
Wie ich nun auf diesen Fehler aufmerksam gemacht wurde, gibt der Sache eine interessante Wendung. Aber, lieber Leser, komm und staune selbst – ein Knöllchen von KLE-Point!
Nun betrachte ich das Treiben von KLE-Point vielleicht schon etwas zu lange mit einer vielleicht etwas zu ausgeprägten grandseigneurhaften Milde, weil ich weiß, dass es in diesem Gewerbe nicht leicht ist, seine Liebsten abends mit einer warmen Mahlzeit versorgen zu können. Und diese leicht manisch anmutende Umtriebigkeit mit der Website (www.kle-point.de), das ist so eine Art Sondermülldeponie für Pressemitteilungen und Bilderstrecken angeschickerter Jugendlicher, in Verbindung mit diesen Miniatur-Veranstaltungskalendern und diesem skurrilen Anzeigenblättchen, das hat mir fast so etwas wie Respekt abgenötigt. Nicht meine Baustelle, aber immerhin…
Der Brief legt es allerdings nahe, etwas genauer hinzuschauen. Mal sehen. Vorerst jedoch, lieber Sebastian Wessels, seien Ihnen drei Dinge ins Stammbuch geschrieben:
- Erstens: In dem Brief heißt es: “Eine Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer lasse ich Ihnen umgehend nach Zahlungseingang postalisch zukommen.” Dazu möchte ich anmerken, dass in dem Geschäftsleben, in dem ich mich bewege, normalerweise erst die Rechnung kommt – und dann wird gezahlt.
- Zweitens: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Zur Erklärung: Das Geschäftsprinzip der Bilderstrecken auf KLE-Point ist die massenhafte Verletzung von Persönlichkeitsrechten (“Recht am eigenen Bild”). Nicht auszudenken, wie teuer das werden könnte, wenn eine der abgelichteten Personen mal zu einem Rechtsanwalt ginge. Z. B. ich. (Dann sucht mich mal schön. Kleiner Tipp: Es war ein Konzert.)
- Drittens: Wie genau sieht eigentlich das Geschäftsmodell von KLE-Point aus? Handelt es sich bei dieser Firma nicht um so eine Art Praktikantenstadl, dessen Währung Hoffnung heißt? Und was genau hat es zu bedeuten, wenn die offenbar über allem stehende Geschäftsführung der “Lokal Leben GmbH” in der Mail an mich schreibt, sie sei “temporär unter folgender Rufnummer erreichbar: 0 28 21 – 1 84 88″? Ist der andere Anschluss gesperrt?
Wie gesagt, ich leiste gerne meinen Beitrag zur Sanierung. Aber erst mal eine ordentliche Rechnung schreiben. Die Antwort kommt dann.



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